Niemegk

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Niemegk
Niemegk
Deutschlandkarte, Position der Stadt Niemegk hervorgehoben
Koordinaten: 52° 5′ N, 12° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Amt: Niemegk
Höhe: 75 m ü. NHN
Fläche: 45,12 km²
Einwohner: 2006 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14823
Vorwahl: 033843
Kfz-Kennzeichen: PM
Gemeindeschlüssel: 12 0 69 448
Stadtgliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Großstraße 6
14823 Niemegk
Webpräsenz: www.amt-niemegk.de
Bürgermeister: Hans-Joachim Linthe (SPD)
Lage der Stadt Niemegk im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Bad Belzig Beelitz Beetzsee Beetzseeheide Bensdorf Borkheide Borkwalde Brück Buckautal Golzow Görzke Gräben Havelsee Kleinmachnow Kloster Lehnin Linthe Linthe Michendorf Mühlenfließ Niemegk Nuthetal Päwesin Planebruch Planetal Rabenstein/Fläming Rosenau (Brandenburg) Roskow Schwielowsee Seddiner See Stahnsdorf Teltow Treuenbrietzen Wenzlow Werder (Havel) Wiesenburg/Mark Wollin Wusterwitz Ziesar Groß Kreutz BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Niemegk ist eine Stadt im Süden des Landkreises Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Sie ist Sitz des gleichnamigen Amtes, dem weitere drei Gemeinden angehören.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Niemegk liegt zwischen Hohem Fläming und Belziger Vorfläming in einer Höhenlage von 69 bis 148 m NHN östlich der Plane. Durch das Stadtgebiet fließen mit dem Buffbach, einem linken Zufluss der Plane, und dessen Zuflüssen Funderbach und Adda mehrere Gewässer. Das Stadtgebiet liegt auf einer Grundmoräne der Saaleeiszeit. Das südliche Stadtgebiet reicht bis zu den Endmoränen und der Eisrandlage der Saaleeiszeit hinauf. Im Norden, Südosten, Südwesten und Westen ist die Stadt von Wäldern, dem Niemegker Wald und dem Hohenwerbiger Wald, umschlossen. Die restliche unbebaute Fläche wird nicht zuletzt der für brandenburgische Verhältnisse hohen Bodenfruchtbarkeit wegen landwirtschaftlich genutzt. Nördlich von Niemegk stößt man auf offengelassene Sandvorkommen. Östlich der Stadt befinden sich Tonvorkommen, die noch abgebaut werden. 2005 wurde ebenfalls östlich der Stadt ein größerer Windpark in Betrieb genommen, dessen Windräder als Landmarke weithin über die Höhen des Flämings sichtbar sind. Im Territorium befinden sich eiszeitbedingt viele Findlinge, Lesesteine und Lesesteinhaufen sowie Steinriegel mit der Funktion natürlicher Schutzwaldstreifen. Niemegk liegt teilweise im Bereich des Naturparks Hoher Fläming.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile der Stadt sind Hohenwerbig und Lühnsdorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Johannis, rechts Robert-Koch-Haus

Südöstlich der heutigen Bahnhofstraße befand sich in frühgeschichtlicher Zeit einer Burgwallanlage, eine Fundstätte mittelslawischer und frühdeutscher Keramik, die heute jedoch überbaut ist. Die Ersterwähnung Niemegks als Burgward ist auf 1161 datiert und taucht im 12. und 13. Jahrhundert in den Formen Nymik, Niemeke und um 1441 Nymegk in Urkunden auf. Der Name stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit vom niederländischen Nijmegen (um 1100 Niumago) ab. Niemegk stand unter dem Schutz des Deutschen Ritterordens, welcher seit 1227 die Komturei Dahnsdorf (Komthurmühle) besaß. Der Ort ist im Ursprung ein Haufendorf mit dem Status eines Burgfleckens, welcher 1228 Stadtrecht erwarb und sich im Laufe des 13. Jahrhunderts planmäßig an einer Nord-Süd-Achse (Großstraße) zu einer Stadt mit Marktplatz entwickelte. Die heute nicht mehr vorhandene, im Besitz der Familie von Oppen befindliche Burg wurde 1441 letztmals als Schloss erwähnt.

Als kursächsische Grenzstadt wurde die Stadt oft in militärische Auseinandersetzungen verwickelt. So gab es 1400/01 Auseinandersetzungen märkischer Ritter mit Rudolf III. von Sachsen, 1416 Plünderungen durch Dietrich von Quitzow im Auftrag des Erzbischofes von Magdeburg, 1429 Einfälle der Hussiten, und 1547 im Schmalkaldischen Krieg nach der Schlacht bei Mühlberg fielen die Wallonen in Niemegk ein. Während des Dreißigjährigen Krieges standen 1618 von ursprünglich 245 Häusern im Jahre 1644 nur noch 63. Als Ergebnis des Wiener Kongresses fiel Niemegk 1815 mit dem gesamten sächsischen Amt Belzig an Preußen (Musspreußen) und kam zur Provinz Brandenburg. Zwischen 1952 und 1990 gehörte Niemegk zum Kreis Belzig im DDR-Bezirk Potsdam.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 2 304
1890 2 250
1910 2 427
1925 2 386
1933 2 436
1939 2 979
1946 3 257
1950 3 192
1964 2 744
1971 2 676
Jahr Einwohner
1981 2 714
1985 2 649
1989 2 594
1990 2 530
1991 2 428
1992 2 396
1993 2 382
1994 2 399
1995 2 408
1996 2 354
Jahr Einwohner
1997 2 341
1998 2 368
1999 2 377
2000 2 368
2001 2 350
2002 2 327
2003 2 330
2004 2 295
2005 2 262
2006 2 207
Jahr Einwohner
2007 2 208
2008 2 156
2009 2 100
2010 2 058
2011 2 034
2012 1 987
2013 1 999
2014 2 014
2015 2 006

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[2][3], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[4]
Wahlbeteiligung: 60,2 % (2008: 52,7 %)
 %
30
20
10
0
27,4
26,2
14,0
6,3
5,8
4,9
4,3
11,1
Zukunft Niemegk
Maager
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
 30
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-25
+27,4
+1,5
-23,8
-5,6
+5,8
+4,9
-12,9
+2,7
Zukunft Niemegk
Maager
Sonst.
Rathaus
Alter Hof
Baudenkmal Wasserturm
Fischteiche an der Werdermühle, Plane

Die Stadtverordnetenversammlung von Niemegk besteht aus zwölf Stadtverordneten und dem ehrenamtlichen Bürgermeister:[5]

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Wahl des ehrenamtlichen Bürgermeisters setzte sich Hans-Joachim Linthe (SPD) erst in der Stichwahl am 15. Juni 2014 mit 50,4 % der gültigen Stimmen und nur 8 Stimmen Vorsprung (500 gegenüber 492) gegen Hans-Dieter Scherz (Wählergruppe Zukunft Niemegk) durch.[6] Er wurde für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Stadt erinnert mit dem Schild Sachsens an die kursächsische Vergangenheit der Stadt. Der Adler nimmt Bezug auf die heutige Zugehörigkeit zum Land Brandenburg.

Blasonierung: „In Silber eine bewurzelte grüne Eiche mit goldenen Früchten, deren Stamm von zwei Schilden beseitet ist, rechts mit dem brandenburgischen (in Silber ein golden-bewehrter und rot-gezungter roter Adler mit goldenen Kleestengeln auf den Flügeln) und links mit dem sächsischen Wappen (neunmal von Schwarz und Gold geteilt und überdeckt von einem schrägen grünen Rautenkranz).“[8]

Bis 2012 führte die Stadt ein anderes Wappen. Im alten Wappen stand anstelle des brandenburgischen Wappenschildchens eine Eichel: „In Silber auf grünem Hügel ein bewurzelter Eichenbaum in natürlichen Farben, dessen Stamm vorne beseitet mit einem Schildchen, neunmal von Schwarz und Gold geteilt, überdeckt von einem schrägen grünen Rautenkranz (Sachsen), links mit einer gestürzten, zweiblättrigen goldenen Eichel.“

Sie hob den einstigen Reichtum Niemegks mit den sommergrünen Laubgehölzen in der weitgehend von Kiefernforsten dominierten Umgebung hervor. Das Wappen wurde erneuert, weil es nicht den heraldischen Grundsätzen entsprach.[9]

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der Stadt ist Grün-Weiß-Grün-Weiß-Grün gestreift. Mittig prangt das Stadtwappen.[10]

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Niemegk und in der Liste der Bodendenkmale in Niemegk stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niemegk ist über die gleichnamige Autobahnanschlussstelle an die Bundesautobahn 9 angebunden. Durch den Nordteil der Stadt verläuft – ohne den Stadtkern zu berühren – die Bundesstraße 102, über die die Kreisstadt Bad Belzig sowie die Nachbarstadt Treuenbrietzen erreicht werden können. Die Landesstraße L 82 führt über Hohenwerbig und Zeuden nach Marzahna an der Bundesstraße 2, die L 83 über Neuendorf nach Straach in Sachsen-Anhalt. Kreisstraßen verbinden die benachbarten Orte.

Der Personenverkehr auf der Bahnstrecke Belzig–Niemegk–Treuenbrietzen wurde 1962 eingestellt, so dass die Stadt seitdem mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur mit Überlandbus und einem Bürgerbus erreichbar ist. Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich in Bad Belzig, Baitz, Brück und Treuenbrietzen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • seit 2009 Siegfried Dalitz (1925–2012), langjähriger Bürgermeister und Ortschronist

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Niemegk – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Niemeck in der Topographia Superioris Saxoniae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Potsdam-Mittelmark. S. 22–25
  3. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  4. http://www.amt-niemegk.de/seite/192463/wahlergebnisse_svv_2014.html
  5. http://www.amt-niemegk.de/ratsinfo/gremium/1041/stadtverordnetenversammlung_stadt_niemegk.html
  6. http://www.amt-niemegk.de/seite/192461/wahlergebnis_buergermeisterwahl_niemegk.html
  7. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  8. http://service.brandenburg.de/lis/detail.php?template=wappen_text_d&id=19923
  9. http://www.amt-niemegk.de/news/1/169037/nachrichten/169037.html
  10. http://www.amt-niemegk.de/news/1/164568/nachrichten/164568.html
  11. Wilhelm Roloff: Robert Koch als märkischer Landarzt. In: Ärzteblatt für Berlin, Mark Brandenburg und Pommern. Nr. 33-34/1939, S. 631.