Kuchen (Gemeinde)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kuchen
Kuchen (Gemeinde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kuchen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 38′ N, 9° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Göppingen
Höhe: 407 m ü. NHN
Fläche: 8,95 km2
Einwohner: 5607 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 626 Einwohner je km2
Postleitzahl: 73329
Vorwahl: 07331
Kfz-Kennzeichen: GP
Gemeindeschlüssel: 08 1 17 033
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 11
73329 Kuchen
Webpräsenz: www.kuchen.de
Bürgermeister: Bernd Rößner
Lage der Gemeinde Kuchen im Landkreis Göppingen
Alb-Donau-KreisLandkreis EsslingenLandkreis HeidenheimLandkreis ReutlingenRems-Murr-KreisOstalbkreisOstalbkreisAdelbergAichelberg (Landkreis Göppingen)AlbershausenBad BollBad DitzenbachBad ÜberkingenBirenbachBöhmenkirchBörtlingenDeggingenDonzdorfDrackensteinDürnau (Landkreis Göppingen)Eislingen/FilsHeiningen (Landkreis Göppingen)Ebersbach an der FilsEschenbach (Württemberg)Eschenbach (Württemberg)GammelshausenGeislingen an der SteigeGingen an der FilsGöppingenGruibingenHattenhofen (Württemberg)Heiningen (Landkreis Göppingen)HohenstadtKuchen (Gemeinde)LautersteinMühlhausen im TäleOttenbach (Württemberg)RechberghausenSalachSchlatSchlierbach (Württemberg)SüßenUhingenWäschenbeurenWangen (bei Göppingen)WiesensteigZell unter AichelbergKarte
Über dieses Bild

Kuchen ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg, die zum Landkreis Göppingen gehört.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Kuchen liegt in 386 bis etwa 720 m ü. NN Meter Höhe in der inneren Stufenrandbucht der Fils, die sich hier nach ihrem östlichsten Punkt bei Geislingen langsam auf ihren Westkurs im Albvorland wendet. Es umfasst den breiten Talgrund des Flusses, wo das namengebende Dorf, in Luftlinie etwa 13 km südöstlich der Kreisstadt Göppingen, mit seinem Siedlungskern auf etwa 407 m ü. NN links des Flusses liegt, sowie die weiten Talhänge bis hinauf an den oberen Gefälleknick, auf der linken Seite der nordwestlichen laufenden Talachse auch kleinere Ausläufer der Schwäbischen Alb.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind reihum die Gemeinde Gingen an der Fils im Nordwesten, die Städte Donzdorf im Nordosten und Geislingen an der Steige im Südosten sowie die Gemeinde Bad Überkingen im Südwesten, die sämtlich wie Kuchen selbst zum Landkreis Göppingen gehören.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Kuchen gehören das Dorf Kuchen und das Haus Süddeutsche Baumwolleindustrie sowie die abgegangenen Ortschaften Spitzenberg (Burg), Böldlinshof und Seelhofen.[2]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kuchen 1905

Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung stammen aus der Urnenfelderzeit (von 1200 v. Chr. bis 800 v. Chr.). Römische Siedlungsspuren sind bisher nicht bekannt geworden, doch belegen archäologische Funde ein merowingerzeitliches Gräberfeld nördlich der Fils. Unklar sind Fundmeldungen, die möglicherweise ein zweites Gräberfeld nahe dem Ort südlich der Fils belegen. Der Ortsname Kuchen könnte mit der Eisenverhüttung zusammenhängen, bei der kuchenförmige Schlacken anfallen. Entsprechende Funde existieren im benachbarten Altenstadt (Geislingen).

Bedeutend für die Entwicklung Kuchens wurde jedoch die Anlage der Burg Spitzenberg, die rechtlich möglicherweise als Nachfolger der Ringwallanlage Hunnenburg anzusehen ist. Deren Datierung ist bisher aber unklar (aufklärende Funde illegaler Grabungen sind in Privatbesitz verschwunden). Kuchen wurde als Planstadt angelegt. Der historische Grundriss, heute durch die Bundesstraße und Neubauten unklar geworden, lässt die ehemalige Stadtanlage erkennen. Bis vor einigen Jahren waren auch noch Reste einer Befestigung mit Wall und Graben zu erkennen. Abseits der Hauptachse befindet sich die Jakobuskirche. Dort vermauerte Reliefspolien stammen von einem früheren Kirchenbau, haben aber nichts mit einem früher postulierten germanischen Heiligtum zu tun.

Kuchen, Federzeichnung von Margret Hofheinz-Döring

Erst 1228 wurde Kuchen zum ersten Mal als Cuchin in einem Schriftstück erwähnt. Es unterstand damals den Grafen von Helfenstein. Seit 1356 ist das Marktrecht überliefert. 1396 kam der Ort unter die Herrschaft der Freien Reichsstadt Ulm. Kam Kuchen nach der Mediatisierung auf Grund des Reichsdeputationshauptschlusses zunächst 1806 an Bayern, so wurde es aufgrund eines Gebietstausches bereits 1810 an Württemberg abgetreten. Dort wurde es dem Oberamt Geislingen zugeordnet.

Im Jahr 1938 kam die Gemeinde Kuchen zum Landkreis Göppingen.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Einführung der Reformation in Ulm wird auch Kuchen 1531 evangelisch. Lange gab es keine römisch-katholische Bevölkerung mehr im Ort, aber durch den Zuzug von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg hat die Zahl der Katholiken fast die der Protestanten erreicht.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg für die Daten ab 1970

Datum Einwohner
1837 1062
1907 2113
17. Mai 1939 2506
13. September 1950 3698
27. Mai 1970 5335
31. Dezember 1983 5560
25. Mai 1987 5567
31. Dezember 1991 5818
31. Dezember 1995 5709
31. Dezember 2005 5723
31. Dezember 2010 5512
31. Dezember 2015 5520

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt von Rot und Silber, oben auf goldenem Vierberg ein schreitender silberner Elefant, unten eine goldbebutzte rote Rose mit grünen Kelchblättern.“

Während der Elefant an die Grafen von Helfenstein erinnert, entstammt die Rose dem Stadtwappen von Geislingen.

Die weiß-rote Flagge des Ortes wurde am 16. Februar 1959 durch das Innenministerium verliehen.[4]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Kuchen hat 18 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis[5]. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
35,45 %
31,47 %
28,11 %
4,97 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+6,35 %p
-10,33 %p
-0,99 %p
+4,97 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,45 6 29,1 5
FWV Freie Wählervereinigung Kuchen 31,47 6 41,8 8
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 28,11 5 29,1 5
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 4,97 1
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 52,28 % 54,1 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernd Rößner ist seit 1993 der Bürgermeister, er wurde 2001, 2009 und 2017 wiedergewählt.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kuchen ist durch die Filstalbahn (Stuttgart–Ulm) an das überregionale Schienennetz angeschlossen.

Durch das Gemeindegebiet verläuft die Bundesstraße 10 Stuttgart–Ulm.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gottfried-von-Spitzenberg-Schule verfügt Kuchen über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Neben den gemeindeeigenen Kindergärten - SBI-Kindergarten in der ehemaligen Arbeitersiedlung und Kindergarten Kirchgasse, gibt es auch einen römisch-katholischen Kindergarten und einen evangelischen Kindergarten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Arbeitersiedlung von 1867

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Jakobuskirche
  • Burg Spitzenberg
  • Die Historische Arbeitersiedlung Kuchen wurde vom damaligen Firmenbesitzer der landesweit größten Baumwollspinnerei und -weberei für deren Arbeiter von 1857 bis 1869 erbaut. Sie war für damalige Verhältnisse mit vorbildlichen und fortschrittlichen Kultur-, Freizeit-, Versorgungs- und Gesundheitseinrichtungen ausgestattet. Ein Teil der Siedlung wurde nach dem Konkurs der Firma Süddeutsche Baumwolle Industrie AG Kuchen (SBI) ab 1987 für ca. 20 Millionen DM saniert[7].

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kuchen gibt es zwei große Sportvereine:

  • den Turn- und Sportverein Kuchen 1872 e.V.
  • und den FTSV (Freier Turn- und Sportverein).

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kuchen (Gemeinde) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2017 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 320–321
  3. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Kuchen.
  4. Eberhard Gönner und Heinz Baruda: „Wappenbuch des Landkreises Göppingen“, Herausgegeben vom Landkreis Göppingen und der Archivdirektion Stuttgart, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1966
  5. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
  6. http://www.swp.de/goeppingen/lokales/landkreis_gp/bewerbung-in-letzter-minute-14606784.html
  7. Artikel „Historische Arbeitersiedlung“ auf der Website der Gemeinde Kuchen