Drackenstein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Drackenstein
Drackenstein
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Drackenstein hervorgehoben
Koordinaten: 48° 33′ N, 9° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Göppingen
Höhe: 729 m ü. NHN
Fläche: 5,69 km2
Einwohner: 408 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 73345, 73349
Vorwahl: 07335
Kfz-Kennzeichen: GP
Gemeindeschlüssel: 08 1 17 016
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 28
73345 Drackenstein
Webpräsenz: www.drackenstein.de
Bürgermeister: Klaus-Dieter Apelt
Lage der Gemeinde Drackenstein im Landkreis Göppingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Esslingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Rems-Murr-Kreis Ostalbkreis Ostalbkreis Adelberg Aichelberg (Landkreis Göppingen) Albershausen Bad Boll Bad Ditzenbach Bad Überkingen Birenbach Böhmenkirch Börtlingen Deggingen Donzdorf Drackenstein Dürnau (Landkreis Göppingen) Eislingen/Fils Heiningen (Landkreis Göppingen) Ebersbach an der Fils Eschenbach (Württemberg) Eschenbach (Württemberg) Gammelshausen Geislingen an der Steige Gingen an der Fils Göppingen Gruibingen Hattenhofen (Württemberg) Heiningen (Landkreis Göppingen) Hohenstadt Kuchen (Gemeinde) Lauterstein Mühlhausen im Täle Ottenbach (Württemberg) Rechberghausen Salach Schlat Schlierbach (Württemberg) Süßen Uhingen Wäschenbeuren Wangen (bei Göppingen) Wiesensteig Zell unter AichelbergKarte
Über dieses Bild

Drackenstein ist eine Gemeinde im Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg. Mit rund 420 Einwohnern ist es die kleinste Gemeinde in der Region Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von Oberdrackenstein über Unterdrackenstein zum Drackensteiner Hang
Unterdrackenstein liegt auf einer Kalktuff-Terrasse am Hang des Gosbachtals

Drackenstein liegt am Hang zwischen dem Gosbachtal und der Hochfläche der Schwäbischen Alb, etwa 25 km von der Kreisstadt Göppingen entfernt. Aus den Hängen des tief eingeschnittenen Gosbachtals treten mehrere Karstquellen aus den Kalkschichten der Alb aus. Sie speisen den mit chemisch gelöstem Kalk gesättigten Gosbach. Aus der Haupt-Karstquelle im Gewann „Schloßbuckel“ oberhalb des Teilortes „Unterdrackenstein“ fließt der Gosbach rasch über eine von ihm gebildete 20 m breite Terrasse aus Kalktuff und stürzt an der Terrassenkante als Wasserfall ca. 20 m ins Tal hinab. Auf dieser Terrasse stehen Kirche, Friedhof und ein paar Häuser. Der Gosbach fließt heute verdohlt unter ihnen durch.

Der Wasserfall fließt über mächtige, weitgehend bemooste Ablagerungen von Kalktuff, sie und die Terrasse haben sich im Laufe von Jahrhunderten akkumuliert (Naturdenkmal). In der mächtigen Kalktuffterasse befinden sich, wie geologisch üblich, mehrere "Primärhöhlen", darunter die „Mariengrotte“, die, zusammen mit der Kirche, Weihestätte war. Auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb war in früherer Zeit Wasser ein kostbares Gut. Daher gab es in Unterdrackenstein einen hydraulischen Widder, der Wasser nach Oberdrackenstein pumpte. Durch den Anschluss an die Bodensee-Wasserversorgung im 20. Jahrhundert gehören diese Probleme der Vergangenheit an.

Am gegenüberliegenden Drackensteiner Hang verläuft die Fahrbahn der Bundesautobahn 8 in Richtung Stuttgart. Dort befand sich das Drachenloch, eine Höhle, die beim Bau der Autobahn zugeschüttet wurde.[2] Es wird vermutet, dass der Name der Gemeinde auf eine Legende um das Drachenloch zurückgeht.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Bad Ditzenbach, im Südosten an Merklingen im Alb-Donau-Kreis, im Südwesten an Hohenstadt und im Westen an die Stadt Wiesensteig und Mühlhausen im Täle.

Unterdrackenstein, Zeichnung von Margret Hofheinz-Döring
Kirche in Oberdrackenstein

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören das Dorf Oberdrackenstein, der Weiler Unterdrackenstein und das Gehöft Kölleshof.[3]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Erwähnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drackenstein wurde erstmals urkundlich in einer Chronik des Klosters Zwiefalten aus dem Jahr 1137 erwähnt.

Siehe auch: Burg Drackenstein

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg für die Daten ab 1970

Datum Einwohner
1837 257
1907 252
17. Mai 1939 305
13. September 1950 417
27. Mai 1970 310
31. Dezember 1983 346
31. Dezember 1991 402
31. Dezember 1995 425
31. Dezember 2000 432
31. Dezember 2005 431
31. Dezember 2010 437
31. Dezember 2015 408

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit Gruibingen, Hohenstadt, Mühlhausen im Täle und der Stadt Wiesensteig bildet die Gemeinde seit 1972 den Gemeindeverwaltungsverband Oberes Filstal.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum ehrenamtlichen Bürgermeister wurde 2007 Klaus-Dieter Apelt (parteilos) gewählt, der bis 2010 auch Bürgermeister der Stadt Wiesensteig war. Da die Gemeinde weniger als 500 Einwohner zählt, steht ihr kein hauptamtlicher Bürgermeister zu. Sein Vorgänger Herbert Gerber (CDU), der das Amt ebenfalls gleichzeitig in Wiesensteig und Drackenstein bekleidete, war mit einer Amtszeit von 42 Jahren der dienstälteste Bürgermeister in Baden-Württemberg.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens von Drackenstein lautet: In Gold auf grünem Dreiberg ein feuerspeiender roter Drache.

Dieses redende Ortswappen wurde im Jahre 1959 von der Archivdirektion in Stuttgart vorgeschlagen und zusammen mit der rot-gelben Flagge am 15. Dezember gleichen Jahres vom Innenministerium verliehen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Ortsteile Ober- und Unterdrackenstein sind durch eine Kreisstraße verbunden. Von der Gemeinde führen mehrere Kreisstraßen zu den Nachbargemeinden Gosbach, Hohenstadt, Merklingen und Machtolsheim. Außerdem gibt es kleine Gemeindeverbindungsstraßen nach Wiesensteig und in den Geislinger Stadtteil Aufhausen. Die alte Straße von Gosbach über den Großmannshof nach Oberdrackenstein ist ebenfalls für den Durchgangsverkehr befahrbar. Die Autobahn A8 ist über die Anschlussstellen Mühlhausen und Merklingen in ca. 7 km bzw. 9 km Entfernung zu erreichen. Die Behelfsausfahrt Hohenstadt ist nur etwa 4 km von Drackenstein entfernt.

Aufgrund der geringen Einwohnerzahl ist der öffentliche Nahverkehr nur schwach ausgebaut. Durch die Gemeinde verläuft die Buslinie 35 Deggingen-Hohenstadt. Die Fahrzeiten sind größtenteils auf die Schulen in Bad Ditzenbach und Deggingen abgestimmt. Teilweise besteht in Bad Ditzenbach oder Deggingen Anschluss an die Busse nach Göppingen und Geislingen. In den Abendstunden und am Wochenende verkehrt lediglich ein Rufbus.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drackenstein verfügt über keine eigene Schule mehr. Das ehemalige Schulhaus steht in Unterdrackenstein neben der Kirche und dem Friedhof. Die Drackensteiner Kinder besuchen heute die Grundschule in Bad Ditzenbach, die Hauptschule mit Werkrealschule oder Realschule in Deggingen oder die Gymnasien in Geislingen. In Oberdrackenstein gibt es einen Kindergarten für Kinder von 2 bis 6 Jahren.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Drackenstein ist auch heute noch ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf. Daneben gibt es mehrere kleinere Unternehmen. Am Ortsrand Richtung Hohenstadt befindet sich ein Steinbruch mit angeschlossenem Bau- und Fuhrunternehmen.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Unterdrackenstein steht die katholische St. Michaelskirche mit dem Friedhof. In Oberdrackenstein befindet sich eine ebenfalls katholische Kapelle. Da bis in die Neuzeit nur wenige Protestanten in Drackenstein lebten, gibt es kein evangelisches Gotteshaus.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Drackenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. http://www.drackenstein.de/index.php?id=7
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 347–348
  4. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Drackenstein.