Aichelberg (Landkreis Göppingen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aichelberg
Aichelberg (Landkreis Göppingen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aichelberg hervorgehoben
Koordinaten: 48° 38′ N, 9° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Göppingen
Höhe: 482 m ü. NHN
Fläche: 4,01 km2
Einwohner: 1300 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 324 Einwohner je km2
Postleitzahl: 73101
Vorwahl: 07164
Kfz-Kennzeichen: GP
Gemeindeschlüssel: 08 1 17 002
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Vorderbergstraße 2
73101 Aichelberg
Webpräsenz: www.aichelberg.de
Bürgermeister: Martin Eisele
Lage der Gemeinde Aichelberg im Landkreis Göppingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Esslingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Rems-Murr-Kreis Ostalbkreis Ostalbkreis Adelberg Aichelberg (Landkreis Göppingen) Albershausen Bad Boll Bad Ditzenbach Bad Überkingen Birenbach Böhmenkirch Börtlingen Deggingen Donzdorf Drackenstein Dürnau (Landkreis Göppingen) Eislingen/Fils Heiningen (Landkreis Göppingen) Ebersbach an der Fils Eschenbach (Württemberg) Eschenbach (Württemberg) Gammelshausen Geislingen an der Steige Gingen an der Fils Göppingen Gruibingen Hattenhofen (Württemberg) Heiningen (Landkreis Göppingen) Hohenstadt Kuchen (Gemeinde) Lauterstein Mühlhausen im Täle Ottenbach (Württemberg) Rechberghausen Salach Schlat Schlierbach (Württemberg) Süßen Uhingen Wäschenbeuren Wangen (bei Göppingen) Wiesensteig Zell unter AichelbergKarte
Über dieses Bild

Aichelberg ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg am Nordrand der Schwäbischen Alb am Albaufstieg der Bundesautobahn 8. Zur Gemeinde Aichelberg gehören neben dem Dorf Aichelberg keine weiteren Orte.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Aichelberg liegt zwischen Stuttgart und Ulm und in Luftlinie etwa 10 km südwestlich der Kreisstadt Göppingen am Albtrauf, dem Nordwestabhang der Schwäbischen Alb, in einer Höhe von 357 bis 615 m ü. NN. Das langgestreckte Gebiet der Gemeinde zieht sich von etwas unterhalb des Boßler-Gipfels (799,7 m ü. NN) auf einem fallenden Kamm über dessen zwei Ausläufe Turmberg (608,8 m ü. NN) und Aichelberg (564,2 m ü. NN) hinunter zum Dorf Aichelberg am Hangfuß und bis in die vorlagerte Ebene.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der tiefer gelegene nördliche und westliche Teil der Gemarkung der Schwarzjura vorherrscht, liegt der höhere Teil im Braunen Jura. Zahlreiche Fossilienfunde, die vor allem beim Autobahnbau gemacht wurden, können im Urwelt-Museum Hauff der Nachbargemeinde Holzmaden besichtigt werden. Die Gemeinde ist Teil des 1979 gebildeten Grabungsschutzgebiets Holzmaden.

Der Aichelberg und der Turmberg sind herausmodellierte Überreste ehemaliger Vulkanschlote des Schwäbischen Vulkans.

Blick auf die Gemeinde von Zell aus

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind reihum die Gemeinden Zell unter Aichelberg im Norden und Nordosten, Bad Boll im Osten und Gruibingen kurz ganz im Südosten, diese alle im eigenen Landkreis Göppingen; weiter die Stadt Weilheim an der Teck von Süden bis Westen und die Gemeinde Holzmaden im Nordwesten, beide im Landkreis Esslingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der einzige Ort in der Gemeinde ist das namengebende Dorf.

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aichelberg 1683, Forstlagerbuch von Andreas Kieser
Ein Maßholder (= Feldahorn) auf dem Aichelberg, Aquarell von General Eduard von Kallee, 15. Juni 1870

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aichelberg war bereits in der Antike Siedlungsort. So fanden sich im November 2012 bei Grabungen im Vorfeld der Bauarbeiten der Trasse der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm an der Autobahn 8 eine römische Ziegel-Brennerei und Tafelgeschirrscherben aus dem 3. Jahrhundert.[3]

Um 1220 wurde eine Burg der Grafen von Aichelberg gebaut. 1330 gingen Burg und Dorf Aichelberg an die Grafen von Kirchheim über. 1334 gelangte Aichelberg durch den Verkauf des Besitzes der Grafen von Aichelberg zum Haus Württemberg unter Graf Ulrich III. Im 15. Jahrhundert entstand der so genannte Zeller Stab, dem Aichelberg angehörte. 1519 wurde Aichelberg nahezu vollständig durch Soldaten des Schwäbischen Bundes zerstört. 13 Häuser wurden niedergebrannt. Im Jahr 1525 im Bauernkrieg wurde die Burg niedergebrannt. 1628 brach die Pest in Aichelberg aus.

1810 kam Aichelberg zum Oberamt Kirchheim unter Teck. Am 19. Mai 1876 wurde Aichelberg eine selbstständige Gemeinde.

Kreiszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Kreisreform von 1938 kam Aichelberg zum Landkreis Göppingen

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg für die Daten ab 1970

Datum Einwohnerzahlen
1837 303
1907 330
17. Mai 1939 289
13. September 1950 460
27. Mai 1970 688
31. Dezember 1983 867
31. Dezember 1990 884
31. Dezember 1995 1069
31. Dezember 2000 1194
31. Dezember 2005 1231
31. Dezember 2010 1294
31. Dezember 2015 1300

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören neben dem Bürgermeister als Vorsitzendem acht Mitglieder an. Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 52,7 % zu folgendem Ergebnis:

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
Die junge Liste 56,3 % 5
FWV 43,7 % 3

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde Aichelberg ist Martin Eisele. Mit 56,7 Prozent ist Martin Eisele im Mai 2017 für eine dritte Amtszeit wieder gewählt worden.[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Armes Aichelberg Göppingen.svg

Die Blasonierung des Gemeindewappens von Aichelberg lautet: In Rot über silbernem Dreiberg drei (2:1) steigende silberne Eicheln.

Weiß-Rot sind die Farben der Grafen von Aichelberg. 1949 repräsentierte eine grüne Eichel auf silbernem Grund die Gemeinde. Zur Unterscheidung der damals gleichnamig bestehenden Gemeinde im Landkreis Esslingen, die heute ein Ortsteil von Aichwald ist, wurde am 25. Januar 1958 das jetzige 'vollredende Wappen' eingeführt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unweit der Gemeinde Aichelberg verläuft die Bundesautobahn 8 mit der Anschlussstelle Aichelberg. Der Abhang des Aichelberg wurde bereits beim Bau der Autobahn im Dritten Reich für den Albaufstieg genutzt, die Überwindung der etwa 380 Höhenmeter des nördlichen Albrandes, der auch Albtrauf genannt wird. Der Aichelberg liegt vor einem inzwischen trockengefallenen Tal, das in die Alb einschneidet. Der Talgrund liegt etwa in halber Höhe zwischen Vorland und Hochfläche. Der Aufstieg konnte so in zwei Teile aufgeteilt werden, den Aichelberg und den Drackensteiner Hang.

Den Aufstieg neben dem Aichelberg bewältigte ursprünglich eine lange, gebogene Brücke, das Aichelberg-Viadukt. Beim Ausbau der Strecke zwischen 1985 und 1990 wurde diese Brücke vollständig entfernt und durch einen dreispurigen Aufstieg in einem Einschnitt mit einem kurzen Tunnel ersetzt, der Grünbrücke, die als Wildwechsel erhalten wurde. Der Ausbau bescherte der Gemeinde Aichelberg für einige Jahre die größte Autobahnbaustelle Europas.

Unmittelbar neben der Autobahn befindet sich die Baustelle der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm. Dort wird bis voraussichtlich 2019 das Eingangsportal des Boßlertunnels errichtet.

Von Aichelberg führen Landstraßen zu den Nachbargemeinden Bad Boll, Zell u.A., Holzmaden und der Stadt Weilheim. Eine Buslinie verbindet Aichelberg u.a. mit Göppingen und Weilheim

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Aichelberg gibt es einen Kindergarten, aber keine Schule. Aichelberger Grundschüler gehen in die Grundschule der Nachbargemeinde Zell unter Aichelberg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinde Aichelberg, Sportverein Aichelberg: 100 Jahre selbstständige Gemeinde Aichelberg. Aichelberg 1976.
  • Jens Glasser, Thomas Buchtzik: Bau und Geschichte der Reichsautobahn am Albaufstieg. Arnstadt 2008.
  • Heinz-Günther Grüneklee. "Zeitgenössische Berichte aus der Parochie Aichelberg (Schurward) von 1804 bis 1921". Hennecke 1995, ISBN 978-3-927981-45-4

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Aichelberg.
  3. Römische Ziegelöfen an ICE-Trasse in Aichelberg entdeckt. In: Südkurier vom 23. November 2012
  4. http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.wahl-in-aichelberg-martin-eisele-bleibt-buergermeister.1fccc60b-18e3-41de-a240-cfa9f98b2fcc.html

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aichelberg (Landkreis Göppingen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien