La Bâthie

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La Bâthie
La Bâthie (Frankreich)
La Bâthie
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département Savoie
Arrondissement Albertville
Kanton Albertville-1
Gemeindeverband Arlysère
Koordinaten 45° 38′ N, 6° 27′ OKoordinaten: 45° 38′ N, 6° 27′ O
Höhe 346–2.460 m
Fläche 22,45 km2
Einwohner 2.193 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 98 Einw./km2
Postleitzahl 73540
INSEE-Code
Website www.labathie.fr

La Bâthie ist eine französische Gemeinde mit 2.193 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2016) im Département Savoie in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. La Bâthie gehört zum Kanton Albertville-1 im Arrondissement Albertville.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

La Bâthie liegt auf 363 m am Ostufer der Isère in der historischen Provinz Tarentaise, etwa 42 Kilometer östlich der Präfektur Chambéry, 67 Kilometer südsüdöstlich der Stadt Genf und 75 Kilometer nordöstlich der Stadt Grenoble (Luftlinie). Umgeben wird La Bâthie von den Nachbargemeinden Tours-en-Savoie im Norden, Beaufort im Osten und Nordosten, Cevins im Süden und Südosten, Saint-Paul-sur-Isère im Süden und Südwesten sowie Esserts-Blay im Westen.

Topographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fläche des 22,45 km2 großen Gemeindegebiets umfasst reicht von der Mitte des Isère-Tals, an dessen rechtem Rand sich der Ortskern befindet, bis hinauf in das Hochgebirge des Beaufortain-Massiv mit Erhebungen weit über 2000 m. Der Talabschnitt von La Bâthie wird von zwei kleinen Gebirgszuflüssen der Isère begrenzt, dem Nant Varin im Norden und Bénétant im Süden. Der Gemeindeboden erreicht seinen höchsten Punkt auf der 2460 m hohen Pointe de la Grande Journée. Damit reichen weite Teile der Gemeinde über die Waldgrenze hinaus, die hier bei etwa 1800 m liegt. Insgesamt liegt der Waldanteil an der Gemeindefläche bei 57,3 %, derjenige mit Gras und niedrigem Bewuchs bei 15,7 %, Fels und Schneeflächen bei 8,3 %.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu La Bâthie gehören neben dem eigentlichen Ortskern auch mehrere Weilersiedlungen und Gehöfte, darunter:

  • Biorges (600 m) auf einem Hangabsatz am Nordrand der Gemeinde,
  • Saint-Didier (380 m) am Rand des Talbodens in der Nähe des Château de Chantemerle,
  • Arbine (384 m) südlich und im Anschluss von La Bâthie,
  • Langon (377 m) am Südrand der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tarantaise war schon vor der Römerzeit vom keltischen Volk der Ceutronen besiedelt. Der Weiler Arbine ist neben Tours-en-Savoie einer der beiden möglichen Orte für das römische Obilonna oder Obilinum,[2][3] das auf der Tabula Peutingeriana verzeichnet ist.

La Bâthie erschien im Mittelalter erstmals 1287 in den Urkunden unter Actum apud Bastiam in castro, der Name bezeichnet eine aus dem Boden gestampfte, befestigte Siedlung. Lange Zeit war es die Residenz eines Erzbischofs, als solche wurde der Ort 1324 urkundlich erwähnt (Apud Bastiam in castro in camera domini archiepiscopi). Im 16. und 18. Jahrhundert schrieb sich der Ort La Bastie und La Bastie-en-Tarentaise. Die heutige Schreibweise mit „h“ ist ungewöhnlich im Vergleich mit ähnlichlautenden Orten in Frankreich und setzte sich erst im 19. Jahrhundert durch.[2] Der Weiler Arbine wurde 1347 erstmals in mittelalterlichen Urkunden erwähnt im Zusammenhang mit Mühlen (Les moulins d’Ablonaz).[2]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Demografische Entwicklung
1954 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2016
1.396 1.617 1.690 1.744 1.791 1.880 2.022 2.080 2.193

Mit 2193 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016)[4] gehört La Bâthie zu den mittelgroßen Gemeinden des Département Savoie. Nachdem die Einwohnerzahl von 1860 bis 1950 stabil im Bereich von 1200 Einwohnern gelegen hatte, wurde seit Mitte des 20. Jahrhunderts eine Bevölkerungszunahme verzeichnet.[5] Die Ortsbewohner von La Bâthie heißen auf Französisch Bathiolain(e)s.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ruine des Schlosses Chantemerle, Burg- und Schlossanlage aus dem 11. und 12. Jahrhundert, Residenz des Erzbischofs der Tarentaise
  • Wasserkraftwerk
Schloss Chantemerle

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

La Bâthie war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Heute sind vorwiegend Betriebe des lokalen Kleingewerbes und mittelständische Betriebe ansässig. Daneben hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde entwickelt, von der etwa zwei Drittel der Erwerbstätigen in den größeren Ortschaften der Umgebung arbeiten.[6]

Am Nordrand der Gemeinde erzeugt seit 1961 ein Wasserkraftwerk elektrische Energie. Es ist über eine Druckleitung mit der 15 km (Luftlinie) entfernten und 1200 m höher gelegenen Roselend-Talsperre verbunden, die zusammen mit der Gittaz-Talsperre und der Saint-Guérin-Talsperre einen gemeinsamen Speicherraum im Beaufortain bildet. Das Kraftwerk arbeitet mit sechs Pelton-Turbinen und erzeugt jährlich etwa eine Milliarde kWh bei einer maximalen Leistung von 550 MW. Nach Turbinendurchlauf wird das Wasser über einen Kanal an die Isère abgegeben.

Die N90 durchquert als Hauptverkehrsachse der Tarentaise das Gemeindegebiet und erschließt es mit einer Anschlussstelle. Die N90 geht talabwärts bei Albertville in die Autobahn A430 über. Eine Brücke über die Isère verbindet den Ort mit Esserts-Blay. Die Bahnstrecke Saint-Pierre-d’Albigny–Bourg-Saint-Maurice verläuft ebenfalls durch das Isère-Tal und hat einen größeren Bahnhof in Albertville. Als Flughäfen in der Region kommen Chambéry-Savoie (Entfernung 67 km) und Genf (100 km) in Frage.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In La Bâthie befinden sich eine Vorschule (école maternelle) und eine Grundschule (école primaire).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: La Bâthie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten 2006 von CORINE Land Cover, abrufbar z. B. unter www.statistiques.developpement-durable.gouv.fr (Memento des Originals vom 24. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistiques.developpement-durable.gouv.fr.
  2. a b c A. Gros: Dictionnaire étymologique des noms de lieu de la Savoie. Belley, Imprimerie Aimé Chaduc, 1937, S. 31, 51 (französisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. J. J. Vernier: Dictionnaire topographique du département de la Savoie. Imprimerie Savoisienne, 1896, S. 225, 709 (französisch, online auf BNF [abgerufen am 19. Januar 2014]).
  4. Französisches Statistikinstitut (www.insee.fr)
  5. La Bâthie – notice communale. In: cassini.ehess.fr. Abgerufen am 28. März 2015 (französisch).
  6. Dossier complet zu La Bâthie. In: INSEE. Abgerufen am 5. April 2015 (französisch, ab 1968 Einwohnerzahlen von INSEE).