Hammersbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hammersbach
Hammersbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hammersbach hervorgehoben
Koordinaten: 50° 14′ N, 8° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Main-Kinzig-Kreis
Höhe: 134 m ü. NHN
Fläche: 20,14 km2
Einwohner: 4810 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 239 Einwohner je km2
Postleitzahl: 63546
Vorwahl: 06185
Kfz-Kennzeichen: MKK, GN, HU, SLÜ
Gemeindeschlüssel: 06 4 35 013
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Köbler Weg 44
63546 Hammersbach
Webpräsenz: www.hammersbach.de
Bürgermeister: Michael Göllner (SPD)
Lage der Gemeinde Hammersbach im Main-Kinzig-Kreis
NiederdorfeldenSchöneck (Hessen)NidderauMaintalHanauGroßkrotzenburgRodenbach (bei Hanau)ErlenseeBruchköbelHammersbachNeuberg (Hessen)Ronneburg (Hessen)LangenselboldHasselrothFreigericht (Hessen)GründauGelnhausenLinsengericht (Hessen)BiebergemündFlörsbachtalJossgrundBad OrbWächtersbachBrachttalSchlüchternBirsteinSinntalBad Soden-SalmünsterGutsbezirk SpessartSteinau an der StraßeSteinau an der StraßeBad Soden-SalmünsterBad Soden-SalmünsterGutsbezirk SpessartBayernLandkreis OffenbachOffenbach am MainFrankfurt am MainLandkreis FuldaVogelsbergkreisLandkreis GießenWetteraukreisHochtaunuskreisKarte
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Hammersbach ist eine Gemeinde im osthessischen Main-Kinzig-Kreis am nordöstlichen Rand des Ballungsraumes Frankfurt Rhein-Main. Sie liegt in der südlichen Wetterau etwa 15 km nordöstlich von Hanau. Durch das heutige Gemeindegebiet verlief der Obergermanisch-Raetische Limes.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hammersbach grenzt im Norden an die Gemeinde Limeshain und die Stadt Büdingen (beide Wetteraukreis), im Osten an die Gemeinde Ronneburg, im Süden an die Gemeinde Neuberg, im Südwesten an die Stadt Bruchköbel sowie im Westen an die Stadt Nidderau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hammersbach besteht aus den Ortsteilen Marköbel und Langen-Bergheim, sowie dem Weiler Hirzbacherhöfe und der Domäne Baiersröderhof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Natursteinen markierte Lage des Kastellbades von Kastell Marköbel im Kirchhof der Marköbeler Kirche.
Marköbel: Untertor

Archäologische Funde im Gemeindegebiet von der Jungsteinzeit über die Hallstattzeit bis zur keltischen Latènezeit (etwa 5000 bis 50 Jahre vor Chr.) weisen auf eine prähistorische Besiedlung hin.

Die Römer errichteten auf dem Gebiet Marköbels das Kastell Marköbel auf rechteckigem Grundriss von der Größe der Saalburg, durch das der Krebsbachübergang durch den Limes überwacht wurde. Dadurch wurde auch der Handel entlang der Hohen Straße – einem alten Handelsweg, der die Rhein Main Region mit dem östlichen Germanien verband – kontrolliert. Interessant in dieser Hinsicht ist auch, dass genau an dieser Stelle der Limes einen leichten Knick in dem ansonsten geraden Verlauf aufweist. Die Römer haben also durchaus bewusst den wohl bereits bestehenden Handelsplatz mit in ihr Reich eingeschlossen.

Das Kastell war Garnisonsstandort einer nicht mehr nachvollziehbaren Kohorte. Die Ausgrabungsarbeiten des 1884 entdeckten Limeskastells sowie die Lokalisierung des Lagerdorfes und von Resten einer Therme zogen sich bis 1994 hin.

Die Entstehung der Orte, die in der heutigen Gemeinde Hammersbach zusammengefasst sind, weist keine Kontinuität zu dieser antiken Vorgeschichte auf. Urkundliche Erwähnung fand der Ortsteil Marköbel als „cavilla“ im Jahr 839. Langen-Bergheim (bis 1820 nur „Bergheim“ genannt) wurde erstmals als „bercheim“ im Jahr 1057 erwähnt. Die älteste urkundliche Erwähnung von Hirzbach als „hirzbach“ stammt aus dem Jahr 1128. Baiersröderhof wurde als „allodium rode“ im Jahr 1139 erwähnt.

Territorial sind alle Orte außer dem Baiersröderhof, der bis 1803 zu Kloster Ilbenstadt gehörte und nach der Säkularisation Preußische (1945 Hessische) Staatsdomäne wurde, im Mittelalter bis 1255 den Herren von Münzenberg zuzurechnen, doch nach deren Aussterben erfuhren sie eine unterschiedliche Geschichte. Marköbel und Hirzbach fielen an die Grafschaft Hanau; 1368 erhielt Marköbel Stadtrecht und wurde durch Ulrich IV. mit einer Ringmauer und zwei Stadttoren befestigt. Es war schon unter den Münzenburgern eine überregional unter dem Namen Köbeler Mess bekannte Marktgemeinde gewesen; diesen Namen behielt der Markt auch bei, als er 1220 durch Kaiser Friedrich II. in seine Residenz Gelnhausen verlegt worden war. Bergheim hingegen fiel an Büdingen und teilte fortan die Geschichte dieses Hauses bis zu seinem Aufgehen im Großherzogtum Hessen 1815.

Im Dreißigjährigen Krieg erlitten alle Ortsteile der heutigen Gemeinde erhebliche Zerstörungen; Marköbel wurde 1635 komplett niedergebrannt von den von Nördlingen westwärts auf dem Rückzug befindlichen protestantischen Truppen. Die zu Hanau-Münzenberg zählende Region fiel mit dem Aussterben der Hanauer 1736 an Hessen-Kassel und insoweit 1866 an Preußen. 1905 wurde die Stadtmauer in Marköbel abgebrochen.

Eine gemeinsame Landesgeschichte haben Marköbel und Langen-Bergheim erst wieder seit 1919 (Weimarer Republik). Seit 1945 zählen sie zum Land Hessen.

Mitte der 1980er Jahre fanden umfangreiche Restaurierungsarbeiten an der historischen Bausubstanz der Gemeinde statt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensgeber der heutigen Gemeinde Hammersbach, die im Rahmen der Gebietsreform in Hessen am 31. Dezember 1970 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Langen-Bergheim (bis zum Jahr 1820 Bergheim) aus dem Landkreis Büdingen und Marköbel mit Hirzbach und der Staatsdomäne Baiersröderhof aus dem Landkreis Hanau zur Gemeinde „Hammersbach“ im Landkreis Hanau[2] entstand, ist der gleichnamige Bach, der in der Gemarkung Langen-Bergheim entspringt und im Ortsteil Marköbel in den Krebsbach mündet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[3] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[4][5]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
  
Insgesamt 23 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 61,1 14 65,1 15 56,5 13 54,4 13
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 38,9 9 34,9 8 36,6 8 31,2 7
FDP Freie Demokratische Partei 6,9 2 6,2 1
BBH Bürgerblock Hammersbach 8,3 2
gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 56,9 50,4 54,3 61,8
Rathaus

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Hammersbach neben dem Bürgermeister vier ehrenamtliche Beigeordnete angehören. Bürgermeister ist seit 1. November 2004 Michael Göllner (SPD).[6][7] Seine direkt gewählte Amtsvorgängerin war

  • 1984 bis 2004 Helga Meininger (SPD)[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. Mai 1973 wurde der Gemeinde Hammersbach im damaligen Landkreis Hanau ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In Gold drei rote Sparren mit einem schräglinks darüber gelegten schwarzen Schwert.[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisches Rathaus in Marköbel
  • Auf dem Friedhof von Marköbel wurde 1994 ein 4,7 m langer Mauerrest des römischen Limeskastells aufbereitet und zugänglich gemacht. Im Übrigen ist von dem römischen Lagerdorf, das durch das heutige Marköbel komplett überbaut wurde, nichts mehr zu erkennen außer der Trasse der Hauptstraße und Nordstraße, welche exakt den Kastellgrundriss wiedergeben.
  • Von der weitgehend abgerissenen Marköbler Stadtmauer, die im Mittelalter außen von einem 14 m breiten und 3 m tiefen Graben mit Gebück-Hecke umgeben war, stehen noch das Untertor (Gelnhäuser Pforte), das im Obergeschoss als Gefängnis diente und das Stadtwappen des Marköbler Gerichts mit Richtschwert (übernommen ins Hammersbacher Gemeindewappen) trägt, sowie ein Wehrturm am ehemaligen Obertor (Rödertor).
  • Der bis 1986 als Gemeindeverwaltung genutzte Marköbler Rathausbau in Fachwerk von 1686 (1987/88 restauriert) ersetzt ein älteres Spilhaus (Vorläufer des heutigen Rathauses) aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg (1391 erstmals erwähnt). Dieses diente im Untergeschoss als Weinkeller, im offenen Erdgeschoss als Markthalle und im Obergeschoss als Gericht, Archiv und Verwaltungssitz. Ein Marktbrunnen (Spillesborn) ist nicht mehr vorhanden. An der Hauptstraße im Marköbler Ortszentrum liegen im Übrigen weitere Fachwerkhäuser aus der gleichen Zeit.
  • Die heutige Staatsdomäne Baiersröder Hof wurde erstmals 1139 erwähnt. Heute findet dort jährlich eine Ausstellung historischer Landwirtschaftsmaschinen aus dem regionalen Bereich statt.
  • Die Antoniterkapelle im Ortsteil Hirzbach geht auf das Jahr 1254 und eine Schenkung Reinhard I. an den Orden zurück. Die renovierte Kapelle kann besichtigt werden (siehe Hauptartikel: Hirzbacher Kapelle).

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem KSV Langen-Bergheim und der SG Marköbel haben beide Ortsteile ihren eigenen Fußballverein. Mit dem Chung Gun Hammersbach e.V., hat Hammersbach zusätzlich einen Taekwondoverein.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war die Landwirtschaft Haupteinnahmequelle. Weinbau, den die Römer eingeführt hatten, wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wegen Reblausbefall zu Gunsten des Obstanbaus aufgegeben.

Heute gehört die Gemeinde zum Einzugsgebiet der Metropolregion Rhein-Main.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2007 wurde an der A 45 bei Langen-Bergheim die neue Anschlussstelle Hammersbach eingeweiht.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet befinden sich zwei Kindergärten und die Astrid-Lindgren-Schule (Grundschule).

Gewerbegebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am nord-östlichen Rand des Ortsteils Langen-Bergheim wurde das bereits bestehende Gewerbegebiet „Am Schulzehnten“ seit 2004 durch ein neues Gewerbe- und Wohngebiet „Am Lachbach“ ergänzt. Das gesamte neue Baugebiet umfasst 13 Hektar, wovon 6 Hektar Gewerbegebiet und 3 Hektar Wohngebiet sind. Die restlichen Flächen sind Verkehrs-, Park- und Grünflächen. Die Flächen des Gewerbegebietes werden vorwiegend von Einzelhandelsbetrieben genutzt.

In Vorbereitung ist seit mehreren Jahren ein interkommunales Gewerbegebiet östlich der A 45 zusammen mit den Kommunen Büdingen, Limeshain und Altenstadt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevorstand (Hrsg.); 1150 Jahre Marköbel – 850 Jahre Baiersröderhof (1989), 525 S. Peter Jüngling, „Diese Capell steht noch heutzu tag …“ – Beiträge zur Geschichte der Marienkapelle von Hirzbach, Gemeinde Hammersbach, Main-Kinzig-Kreis. Hanauer Schr. zur Archäologie und Geschichte 2, 2004, 218 S.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hammersbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2016 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Der Hessische Minister des Inneren: Zusammenschluß der Gemeinden Langen-Bergheim im Landkreis Büdingen und Markgöbel im Landkreis Hanua zur neuen Gemeinde „Hammersbach“ im Landkreis Hanau vom 5. August 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 3, S. 110, Punkt 112 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,5 MB]).
  3. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  4. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Hammersbach
  7. SPD Hammersbach: Empfang „Zehn Jahre Bürgermeister Michael Göllner“ abgerufen am 28. Juli 2016
  8. SPD Hammersbach: Die Bürgermeisterin. Helga Meininger - ein Glücksfall für die Gemeinde abgerufen am 28. Juli 2016
  9. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Hammersbach, Landkreis Hanau vom 11. Mai 1973. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1973 Nr. 23, S. 1007, Punkt 709 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).