Liste der Stolpersteine in Moers

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Verlegung der Stolpersteine von Gunter Demnig in der Moerser Kirchstraße (Mai 2013)

Die Liste der Stolpersteine in Moers gibt einen Überblick über die Schicksale der Opfer des Nationalsozialismus, an die mit den vom Kölner Künstler Gunter Demnig verlegten Stolpersteinen auf dem Gebiet der Stadt Moers erinnert werden soll. Bis zum Jahr 2018 wurden zweiundneunzig Gedenksteine verlegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlegung der Stolpersteine in der Moerser Steinstraße am 27. August 2014

Die erste Anregung zur Verlegung von Stolpersteinen in Moers lieferten Schüler des Gymnasiums in den Filder Benden im Jahr 2004. Es folgte eine Erörterung und Abwägung der Argumente, da es sowohl negative Rezeption, zum Beispiel von der mit Moers verbundenen Judaistin Edna Brocke, die 2006 das Konzept der Stolpersteine ablehnte, da sie „ihre Landsleute mit Füßen getreten sieht“[1][2], als auch Zustimmung für diese international bekannte und verbreitete Art von Mahnmal gab. Die Diskussion blieb zunächst ohne Resultat.

Einige Jahre später nahmen die Vereine „Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Moers“ und „Erinnern für die Zukunft“ die Planung wieder auf. Als Grundlage zur Verlegung legten diese die Zustimmung der Hinterbliebenen, sofern sie identifizierbar waren, fest.[1] Im Juni 2011 sandten die Vereine einen Antrag für die städtische Genehmigung an den Bürgermeister Norbert Ballhaus. Am 22. September 2011 fand eine Vorberatung des städtischen Rats statt. Die führten erneut eine Diskussion, die die Zwiespältigkeit der Parteien deutlich machte.[1] Mehrere Politiker (FDP, Die Linke) zeigten, auch auf Berufung auf Edna Brocke, Bedenken gegenüber den Stolpersteinen, wogegen sich die Fraktionen der SPD, FBG und Grünen einstimmig hinter das Projekt stellten. Diese Debatte, die ein Scheitern der Stolpersteine nahelegte, wurde am Entscheidungstag am 19. Oktober 2011 fortgesetzt. Der Rat stimmte dem Antrag letztendlich mit großer Mehrheit zu.[3]

Gedenkrede von Jürgen Schmude bei der Verlegung von Stolpersteinen am 24. November 2015

Im Februar 2013 gab die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Moers die Verlegung von elf Stolpersteinen vor fünf Gebäuden bekannt.[4] Diese fand am 27. Mai 2013 zwischen 15 Uhr und 17 Uhr statt. Am Abend des Tages hielt Gunter Demnig außerdem einen öffentlichen Vortrag im Alten Rathaus.[5]

Am 27. August 2014 wurden, gefördert von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und dem Verein Erinnern für die Zukunft, weitere 18 Stolpersteine an neun Standorten verlegt.[6] Die Verlegung der Steine wurde begleitet von der Darstellung des Lebens der Ermordeten durch Schüler verschiedener Moerser Schulen, Liedvorträgen mit jiddischen Liedern und Arbeiterliedern und Gedichten von Wolfgang Borchert und Erich Fried. Teilweise berichteten Verwandte der Ermordeten über die Erinnerungen in ihren Familien.

Verlegung der Stolpersteine in der Moerser Matthek am 25. August 2016

Bei der Verlegung sechs weiterer Stolpersteine am 24. November 2015 mahnte der ehemalige Bundesminister Jürgen Schmude im Rahmen seiner Erinnerung an Reinhold Büttner (Bismarckstraße 61), den Vater seines Vorgängers Fritz Büttner, an die Verantwortung für Menschen, die in Not sind, und ermunterte dazu, den Flüchtlingen, die den Weg nach Deutschland gefunden haben und hier vor Verfolgung, Unterdrückung und Krieg Schutz suchen, zur Seite zu stehen. Bei der Zeremonie zur Stolpersteinverlegung für Paul Ulrich am 27. November 2015 waren die beiden Töchter Hannelore und Helga anwesend. Im Bericht der Älteren, Hannelore, war immer noch der Schmerz deutlich spürbar, den die beiden Kinder – damals zehn und sieben Jahre alt – bei der Verhaftung ihres Vaters, bei den dann folgenden Anfeindungen von anderen Jugendlichen und der Angst vor dem Jugendamt sowie insbesondere von Hannelore bei ihrem einzigen Besuch bei ihrem Vater im Zuchthaus (1941) erlitten hatten.[7] Weil mit Paul Ulrich auch Johann Esser erneut wegen „Hochverrat“ verhaftet und mit siebzehn weiteren Widerstandskämpfern zu langen Zuchthausstrafen verurteilt wurde, stimmten die Teilnehmer der Zeremonie begleitet vom Posaunenchor Moers das Lied Die Moorsoldaten an.[8]

Nachtreffen nach der Stolperstein-verlegung für Karin Alt am 29. Oktober 2016 im Bollwerk 107

Im Jahr 2016 wurden an drei Tagen insgesamt 16 neue Stolpersteine verlegt. Es begann mit einer Verlegung von 6 Steinen im Wohnquartier Matthek. Aus einer ehemaligen Kaserne für belgische Besatzungstruppen nach dem Ersten Weltkrieg war hier um 1926 eine Arbeitersiedlung entstanden, in der wie in anderen Wohnbereichen der Bergarbeiter in Moers die KPD als politische Kraft sehr großen Einfluss hatte, war die Matthek einer der Orte, in der sich der Arbeiterwiderstand gegen die Nationalsozialisten deutlich zeigte. Weil die Siedlung in den 1960er Jahren durch moderne, mehrgeschossige Wohnbauten ersetzt worden war, können die tatsächlichen Wohnorte der NS-Opfer nicht mehr rekonstruiert werden. Deshalb hat man sich entschlossen, sechs Steine am Eingang der Siedlung in der Leipziger Straße gemeinsam zu verlegen. Annähernd 100 Menschen kamen, um der Gedenkfeier beizuwohnen[9], darunter bei vielen der Stolpersteine auch Angehörige der Ermordeten. Bürgermeister Christoph Fleischhauer rief auf, „nach vorne zu blicken, damit man sich nicht selbst Steine in den Weg legt.“ Schüler trugen mit Textbeiträgen und einem eigenen „Anne-Frank-Lied“ zur Erinnerung bei. Auch an allen anderen Verlegeorten zeigten Schüler mit Präsentationen, wie sie sich mit dem Thema und den von ihnen betreuten Opfergeschichten auseinandergesetzt hatten. Gewerkschaftssekretär Guido Freisewinkel wies bei der Verlegung in der Kirschenallee darauf hin, dass rechte Kräfte auch heute wieder eine Gefahr für die Demokratie darstellen.

Ein besonderes Ereignis war die Verlegung am 29. Oktober 2016. Hier wurde erstmals eines Opfers der sogenannten „Euthanasie“ der Nationalsozialisten gedacht.[10] Der Wahnidee der „Ausmerzung“ „unwerten Lebens“ sind in der NS – Zeit über 200.000 Menschen zum Opfer gefallen, davon mehr als 100 im Altkreis Moers und ca. 30 Menschen in Moers[11]. Die Gedenkfeier wurde eingeleitet durch ein Wiegenlied[12] von Ilse Weber, mit einem Solopart der Moerserin Britta Benzenberg. Das erschreckende Vorgehen der Nationalsozialisten schilderte Maren Schmidt vom Verein „Erinnern für die Zukunft“ eindrucksvoll. Der stellvertretende Bürgermeister Ibrahim Yetin mahnte, diese Ereignisse weiterzutragen, damit die dahinter stehende Ideologie in der Zukunft keine Chance habe. Schüler der „Hilda-Heinemann-Schule. Förderschule für die geistige Entwicklung“ trugen vor, wie sie sich eine Zukunft von Karin Alt vorstellen, wenn sie nicht ermordet worden wäre. Erst durch die Aktion der Stolpersteine habe sich die Familie intensiv mit dem Schicksal von Karin Alt auseinandergesetzt und auch Spuren gefunden, berichtete Silvia Rosendahl, einer Nichte von Karin Alt. Die übliche Zusammenkunft nach dem Gedenkakt brachte viele Menschen ins Gespräch.

Im Jahr 2017 wurden weitere vier Stolpersteine für jüdische Mitbürger verlegt. Hinzu kamen Stolpersteine für zwei Widerständler, für einen Zeugen Jehova, für zwei Opfer der NS-Krankenmorde sowie für einen Bürger, der das Regime öffentlich kritisiert hatte.[13] Begleitet waren die Verlegungen von Improvisationen auf der Trompete des Moerser „Improviser in Residence“, John Dennis-Renken. Die Stolpersteine des Jahres 2018 erinnern an drei jüdische Familien mit 9 Steinen sowie an vier Mitbürger, die der sogenannten „Euthanasie“ des NS-Regimes zum Opfer gefallen sind.[14] In der Nacht unmittelbar nach der Verlegung waren drei der dreizehn verlegten Steine von Vandalen mit schwarzer Farbe beschmiert worden.[15] Die Steine waren jedoch noch am selben Tag vom Verein „Erinnern für die Zukunft“ wieder gereinigt worden.

Liste der Stolpersteine in Moers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM

Bild Name Lage Geboren Gestorben Beschreibung Verlegung[16]
Stolpersteine Familie Bähr Dr. Hermann Hirsch Bähr Rathausplatz 1(1)
Lage
13. Nov. 1882
Prenzlau[17]
unbekannt
Auschwitz
Hermann Bähr wurde am 13. November 1882 in Brandenburg geboren. 1920 heiratete er Helene Haas. Sie lebten zusammen im heute zerstörten Haus in der Kirchstraße 48. Dr. Hermann Bähr arbeitete als Arzt und hatte nicht nur jüdische Patienten. Außerdem war er der letzte Vorsteher der Synagogengemeinde Moers. Im Rahmen der Umsiedlung der jüdischen Bevölkerung musste Hermann Bähr mit seiner Frau in das Judenhaus in die Repelner Straße 2 ziehen. Am 25. Juli 1942 wurde er in das Ghetto Theresienstadt verlegt, bevor er am 19. Oktober 1944 in das Vernichtungslager des KZ Auschwitz kam.[17][18] Das am 30. Juni 1987 eingeweihte Mahnmals für die ermordeten Moerser Juden befindet sich an der heutigen Dr. Hermann-Bähr-Straße. 27. Mai 2013
Gymnasium Adolfinum
Stolpersteine Familie Bähr Helene Hella Bähr
(geb. Haas)[19]
Rathausplatz 1(1)
Lage
21. Apr. 1893
Borken
unbekannt Helene Haas wurde am 21. April 1893 in Borken geboren und lebte zunächst in der westfälischen Stadt. Nach der Heirat mit Dr. Hermann Bähr zog sie 1920 nach Moers. Zwei Jahre später brachte sie den gemeinsamen Sohn Günther zur Welt. Sie war aktiv im jüdischen Frauenverein der Stadt Moers. Im Rahmen der Umsiedlung der jüdischen Bevölkerung musste die gesetzestreue Helene Bähr mit ihrem Mann in das Judenhaus in die Repelner Straße 2 ziehen. Aufgrund ihrer Diabetes wurde ihr bereits vor der Verschleppung am 25. Juli 1942 in das Ghetto Theresienstadt ein Bein amputiert. Sie ist am 19. Oktober 1944 nach Auschwitz gekommen und dort verschollen.[18][19] 27. Mai 2013
Gymnasium Adolfinum
Stolpersteine Familie Bähr Günther Bähr Rathausplatz 1(1)
Lage
25. Feb. 1922
Düsseldorf
21. Feb. 1945
Landeshut
Günther Bähr wurde am 25. Februar 1922 als Sohn von Dr. Hermann und Helene Bähr geboren. Er besuchte die jüdische Volksschule und das Gymnasium Adolfinum. Er galt früh als intellektuell und leitete auch die letzte jüdische Gruppe von Jugendlichen in Moers. 1939 verließ er den Niederrhein und ging nach Berlin. Am 19. April 1943 wurde er von dort nach Auschwitz-Buna deportiert. Er verstarb in der Nacht vom 20. auf den 21. Februar 1945 in einer Kohlengrube nahe dem niederschlesischen Landeshut.[18][20] 27. Mai 2013
Gymnasium Adolfinum
Stolperstein Moritz Chaim Moritz Chaim Kirchstraße 17
Lage
05. Juli 1887
Tarnów
unbekannt
Riga
Moritz Chaim (auch Chajm geschrieben) wurde 1887 im südpolnischen Tarnów geboren und legte seine polnische Staatsbürgerschaft nie ab. Nach seinem Umzug nach Homberg blieb er schuldfrei, weswegen ihm im Nationalsozialismus seine Aufenthaltsgenehmigung nicht entzogen wurde. Zusammen mit seiner Frau Golda und seinen – bis dahin – drei Kindern zog er 1928 nach Moers. 1919 wurde sein viertes Kind, ein Mädchen, geboren. Am 17. Oktober 1938 zog die Familie Chaim in die Kirchstraße. Von hier mussten sie am 10. Dezember 1941 mit mehreren anderen Juden in die Uerdinger Straße 11 ziehen. Von hier wurde Moritz Chaim einen Tag später in das Ghetto nach Riga deportiert, wo er anschließend auch ermordet wurde.[21] 27. Mai 2013
Gymnasium Adolfinum
Stolperstein Golda Chaim Golda Chaim
(geb. Teitelbaum)
Kirchstraße 17
Lage
24. Aug. 1895
Tarnów
unbekannt
Riga
Golda Teitelbaum war polnische Staatsbürgerin. Sie heiratete Moritz Chaim, mit dem sie vier Kinder hatte. 1928 zog die Familie nach Moers, wo sie seit 1938 in der Kirchstraße lebten. Im Dezember 1941 musste Familie Chaim in das Judenhaus Uerdinger Straße 11 ziehen. Von dort wurde Golda Chaim nach Riga deportiert und später ermordet.[21] 27. Mai 2013
Gymnasium Adolfinum
Stolpersteine Leopold Moses und Hildegard Bachrach Leopold Moses Neustraße 36
Lage
27. Apr. 1877
Moers[22]
unbekannt
Riga
Leopold Moses war Sohn des Metzgers Moses Moses und mit Helene Moses (geborene Osser) verheiratet, mit der ihr sieben Kinder, darunter auch Hildegard Moses (verheiratete Bachrach), hatte. Er arbeitete als Polster- und Sattlermeister und war stellvertretender Obermeister der Moerser Polstererinnung. Des Weiteren engagierte sich in einem vaterländischen Kriegerverein, im Schützenverein und in der Freiwilligen Feuerwehr. Er wurde 1941 deportiert und starb im Konzentrationslager Kaiserwald. 27. Mai 2013
Gymnasium Filder Benden
Stolpersteine Leopold Moses und Hildegard Bachrach Hildegard Bachrach
(geb. Moses)
Neustraße 36
Lage
14. Nov. 1907
Moers[23]
unbekannt
Riga
Hildegard Bachrach war eines von sieben Kindern von Leopold und Helene Moses und wurde 1941 deportiert. 27. Mai 2013
Gymnasium Filder Benden
Stolperstein Julius Coppel Dr. Julius Coppel Neustraße 33
Lage
09. Jan. 1880
Homberg
unbekannt
Riga
Der Tierarzt Dr. Julius Coppel lebte seit 1908 in Moers, war von hoher Bildung und erfuhr merkliches Ansehen aus der Bevölkerung. Er heiratete Sofie Meyerhoff und erwarb 1919 das Haus in der Neustraße 33a. Um 1938/1939 wurde das Ehepaar Coppel verpflichtet, andere Moerser Juden bei sich aufzunehmen. Die am 15. Dezember 1938 bei der Behörde in Moers beantragte Kennkarte unterschrieb Julius Coppel ohne den vorgeschrieben Zwangsvornamen „Israel“ und zeigte so Widerstand gegen den Nationalsozialmus. Er wurde mit dem ersten großen Transport am 10. Dezember 1941 nach Riga deportiert und dort später auch ermordet.[24] 27. Mai 2013
Gymnasium Filder Benden
Stolperstein Sofie Coppel Sofie Coppel
(geb. Meyerhoff)
Neustraße 33
Lage
23. Apr. 1884 unbekannt
Moers
Sofie Coppel war die Ehefrau des Tierarztes Dr. Julius Coppel und beging vor ihrer Deportation Suizid. 27. Mai 2013
Gymnasium Filder Benden
Stolperstein Familie Leiss Theodora Leiss
(geb. Chwirot)
Augustastraße 2
Lage
22. Jan. 1917 04. Feb. 1943
Sachsenhausen
Theodora Chwirot wurde 1917 geboren und heiratete 1939 Wenzeslaus „Wenzel“ Leiss. Am 14. Dezember 1942 lief dieser als Panzergrenadier der 6. Deutschen Armee bei einem Angriff auf Stalingrad zur Roten Armee über. Die Krefelder Kriminalpolizei überwachte daraufhin heimlich seine Familie.

Am 2. Februar 1943 wurde die hochschwangere Theodora, ihre zweijährige Tochter Marianne sowie die Familie ihres Mannes (Mutter Josefa, Brüder Felix und Josef, Schwester Hanna (ebenfalls hochschwanger) und deren Schweizer Mann Wilhelm Christen) verhaftet (Sippenhaftung), in das KZ Sachsenhausen deportiert und dort zwei Tage nach ihrer Ankunft ohne ein richterliches Urteil ermordet.[25] 1949 kehrte Wenzel aus sowjetischer Gefangenschaft zurück und kam zunächst bei der Mutter seines Schwagers unter. Er bestritt zu Lebzeiten ein Überlaufen, da er seine Familie nicht gefährden wollte.[26] Er starb 1983 ohne zu erfahren, was wirklich mit seiner Familie geschah.

Elf Tage nach dem Tod von Theodora und Marianne Leiss sprach die Presse von einer „polnischen Verräterfamilie“, während in der vollständig erhaltenen Gestapo-Akte steht, dass gegen die Familie Leiss „in krimineller und politischer Sicht […] nichts Nachteiliges bekannt oder zu ermitteln“ war.[26]

Bereits im Jahr 1947 wurde die ehemalige Eitelstraße in Meerbeck zur Erinnerung an das Schicksal der Familie in Leissstraße umbenannt.[27]

27. Mai 2013
Katholische Grundschule St. Marien / Mercator Berufskolleg
Stolpersteine Familie Leiss Marianne Leiss Augustastraße 2
Lage
21. Juli 1940 04. Feb. 1943
Sachsenhausen
Die Tochter von Wenzel und Theodora Leiss wurde zusammen mit ihrer Mutter verhaftet und im Alter von zwei Jahren im Konzentrationslager Sachsenhausen ermordet. 27. Mai 2013
Katholische Grundschule St. Marien / Mercator Berufskolleg
Helene Leyser Helene Leyser Steinstraße 19
Lage
  1887 unbekannt
Riga
Helene Leyser war die Tochter des Metzgers Jakob Leyser und dessen Frau Rosa, geb. Marx. Die Familie Leyser war bereits seit Beginn des 18. Jahrhunderts in Moers ansässig.[28] Helene hatte sieben Geschwister. Gemeinsam mit ihrer Schwester Julie betrieb sie direkt neben der Metzgerei eine kleine Parfümerie. Sie blieb unverheiratet und führte nach dem Tod der Mutter den Haushalt. Helene Leiser wurde 1941 nach Riga deportiert, wo sie ermordet wurde. 27. Aug. 2014
Hermann Runge Gesamtschule
Hugo Leyser Hugo Leyser Steinstraße 19
Lage
  1889 unbekannt
Riga
Hugo Leyser war der Sohn des Metzgers Jakob Leyser und dessen Frau Rosa, geb. Marx. Er hatte sieben Geschwister. Hugo war Soldat im Ersten Weltkrieg und mit einer Nichtjüdin aus Duisburg verheiratet. Er wurde 1941 nach Riga deportiert und dort ermordet. 27. Aug. 2014
Hermann Runge Gesamtschule
Jenny Leyser Jenny Leyser (geb. Meier) Steinstraße 19
Lage
  1884 unbekannt
Riga
Jenny Leyser stammte aus Krefeld und war mit Siegmund Leyser verheiratet. Beide hatten zwei Söhne, Ernst (* 1912) und Hermann (* 1913) und betrieben ein Geschäft. Sie wohnten in der Homberger Straße 16. Die Söhne besuchten die jüdische Volksschule bei Lehrer Kahn und das Adolfinum. Die Söhne konnten der Shoa entkommen. Ernst floh über Italien nach Brasilien und Hermann wurde nach einer Internierung in England zu Kriegsbeginn Mitglied der britischen Armee. Jenny Leyser wurde 1941 nach Riga deportiert und dort ermordet. 27. Aug. 2014
Hermann Runge Gesamtschule
Julie Leyser Julie Leyser (verh. Schäfer) Steinstraße 19
Lage
  1893 21. Feb. 1945
Auschwitz
Julie Leyser war die Tochter des Metzgers Jakob Leyser und dessen Frau Rosa, geb. Marx. Sie betrieb mit ihrer Schwester Helene eine kleine Parfümerie unmittelbar neben der Metzgerei des Vaters und war mit einem Nichtjuden verheiratet. Mit ihm lebte sie in Düsseldorf. Nach dem Tod ihres Mannes verlor sie dessen Schutz und wurde am 25. Juni 1943 nach Theresienstadt deportiert. Sie wurde am 10. Oktober 1944 in Auschwitz ermordet.[29] 27. Aug. 2014
Hermann Runge Gesamtschule
Louis Leyser Louis Leyser Steinstraße 19
Lage
  1893 21. Feb. 1945
Auschwitz
Louis Leyser war der Sohn des Metzgers Jakob Leyser und dessen Frau Rosa, geb. Marx. Er verlor im Ersten Weltkrieg einen Arm und erhielt dafür das Eiserne Kreuz. Er wurde am 25. Juli 1942 nach Theresienstadt, von dort am 6. Oktober 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert[30], wo er am 21. Februar 1945 ermordet wurde. Louis Leyser hat beim Verlassen seiner Wohnung das Eiserne Kreuz demonstrativ auf den Tisch gelegt.[31] 27. Aug. 2014
Hermann Runge Gesamtschule
Siegmund Leyser Siegmund Leyser Steinstraße 19
Lage
  1883 unbekannt
Riga
Siegmund Leyser hat im Ersten Weltkrieg als Soldat gedient. Als ältester Sohn von Jakob Leyser und dessen Frau Rosa erlernte er den Metzgerberuf. Zusammen mit seiner Frau Jenny führte er das väterliche Geschäft fort. Mit seinem Sohn Ernst, der ein aktiver Leichtathlet war, besuchte er sonntags oft den Grafschafter Spielverein. Während seinen Kindern die Flucht gelang wurde Siegmund Leyser 1941 nach Riga deportiert, wo er ermordet wurde. 27. Aug. 2014
Hermann Runge Gesamtschule
Albert Windmüller Albert Windmüller Steinstraße 30
Lage
  1881 unbekannt
Auschwitz
Albert Windmöller war der Sohn des Moersers Max Windmöller (gest. 1936 in Krefeld). Er hatte zwei Schwestern, Johanna und Paula. Im Ersten Weltkrieg war er Soldat gewesen. Nach dem Krieg war er Mitglied des Rates der Stadt Moers. Beruflich arbeitete er eng mit seinem Schwager Paul Berkley zusammen. Sie hatten Textilgeschäfte in Meerbeck und Hochheide, ein Haushaltswarengeschäft in Lintfort (HAWABA) und das GLORIA-Kino in Rheinhausen. Mit seiner Frau floh er über Mailand nach Frankreich, wo beide bei einer Razzia festgenommen und im Lager Drancy interniert wurden. Die letzte Nachricht über ihren Verbleib erhielt seine Tochter Gertrud aus Auschwitz. 27. Aug. 2014
Grafschafter Gymnasium
Else Windmüller Else Windmüller Steinstraße 30
Lage
  1891 unbekannt
Auschwitz
Else Windmöller war die Frau von Albert Windmöller. Mit ihm hatte sie die Tochter Gertrud (* 1913), die nach dem Besuch der jüdischen Volksschule am Lyzeum das Abitur machte. Diese war nach der Machtergreifung nach Mailand gezogen, um dort ihr in Bonn angefangenes Medizinstudium fortsetzen zu können. Else Windmöller zog mit ihrem Mann 1934 nach Krefeld, um den Diskriminierungen weniger ausgesetzt zu sein. Als sie beruflich keine Perspektive mehr in Deutschland sahen, gingen die Eheleute Windmöller 1938 zu ihrer Tochter nach Mailand, die mittlerweile verheiratet war und ein Kind bekam. Weil dort ihre Aufenthaltsgenehmigung nicht mehr verlängert wurde, setzten die Eltern ihre Flucht fort und gingen zunächst nach Paris, dann nach Pau in den Pyrenäen. In der Nähe von Chambéry wurden sie bei einer Razzia festgenommen und in das Lager Drancy bei Paris verbracht. Von dort wurden sie nach Auschwitz deportiert. 27. Aug. 2014
Grafschafter Gymnasium
Julius Busack Julius Busack Steinstraße 45
Lage
  1880 29. Okt. 1943
Auschwitz
Julius Busack führte in der Steinstraße ein Geschäft für Herren- und Knabenbekleidung.[32] Er war mit Helene Kugelmann (gest. 1933) aus Korbach verheiratet. Sie hatten drei Kinder, Liese (* 1909), Lore (* 1913) und Paul (* 1917). Ende 1937 ging das Geschäft an einen Nichtjuden über. 1938 floh die Familie nach Holland. Während den Kindern die weitere Flucht gelang, wurde Julius Busack gefasst, 1942 nach Auschwitz deportiert und dort am 29. Oktober 1943 ermordet. 27. Aug. 2014
Heinrich-Pattberg-Realschule
Karl Coppel Karl Coppel Prinzenstraße 5
Lage
  1881 unbekannt
Riga
Karl Coppel wurde im Ersten Weltkrieg mehrfach verwundet und geriet in französische Kriegsgefangenschaft. Er arbeitete als Viehhändler, wobei die wirtschaftlichen Verhältnisse infolge seiner angegriffenen Gesundheit schwierig waren. Er und seine Familie mussten ihre letzte Zeit in Moers im Judenhaus in der Uerdinger Straße 11 verbringen. Karl Coppel wurde mit seiner Frau Gudula und seinem Sohn Günter 1941 nach Riga deportiert und ermordet. 27. Aug. 2014
Gymnasium Filder Benden
Gudula Coppel Gudula Coppel
(geb. Jonas)
Prinzenstraße 5
Lage
  1894 unbekannt
Riga
Gudula Coppel stammte aus Walberberg bei Brühl. Mit ihrem Mann Karl Coppel bekam sie 1925 und 1930 die Söhne Werner und Günter. Werner konnte die jüdische Volksschule noch abschließen, bevor sie 1939 geschlossen wurde. Günter musste ab 1939 nach Krefeld in die jüdische Schule gehen. Werner arbeitete zunächst in einer Ziegelei, wo er als Jude entlassen wurde. Zusammen mit Günther Bähr ging er zur Hachscharah in einen Kibbuz nach Havelberg. Kurz vor der Deportation der Familie konnte er sie 1941 noch einmal in der Uerdinger Straße besuchen. Werner wurde danach nach Auschwitz deportiert. Er überlebte auch den Todesmarsch von Auschwitz nach Gleiwitz, auf dem sein Freund Günther Bähr umkam, und ging nach dem Krieg in die USA. Gudula Coppel wurde 1941 mit ihrem Mann und ihrem Sohn 1941 nach Riga deportiert und ermordet. 27. Aug. 2014
Gymnasium Filder Benden
Günter Coppel Günter Coppel Prinzenstraße 5
Lage
  1930 unbekannt
Riga
Günter Coppel war der Sohn von Karl und Gudula Coppel. Er wurde 1941 als elfjähriges Kind mit seinen Eltern nach Riga deportiert und ermordet. 27. Aug. 2014
Gymnasium Filder Benden
Dr. Alois Meyer Dr. Alois Meyer Lotharstraße 34
Lage
  1881 unbekannt
Plötzensee
Dr. Alois Meyer wurde denunziert und am 8. September 1943 in seiner Praxis verhaftet. Das letzte Lebenszeichen ist ein Brief aus dem Jahr 1945, den er in Plötzensee geschrieben hat, aus dem hervorgeht, dass er mit seinem Tod rechnete. 27. Aug. 2014
Berufliches Gymnasium im Herrmann Gmeiner Berufskolleg
Karl Zwanzig Karl Zwanzig Kirschenallee 11
Lage
  1902 05. Apr. 1945
Zuchthaus Werl
Karl Zwanzig war Kommunist und wurde wegen seiner Kritik am Nazi-Regime denunziert und 1944 verhaftet. Er wurde in das Zuchthaus Werl eingeliefert und starb dort kurz vor Kriegsende an einer Schuss Verletzung. 27. Aug. 2014
Justus von Liebig Hauptschule
Albert Freiberg Albert Freiberg Lindenstraße 7G
Lage
  1885 05. Feb. 1937
Zuchthaus Derendorf
Albert Freiberg war Mitglied der KPD und im Widerstand aktiv. Er wurde denunziert, 1935 verhaftet und in die Haftanstalt Düsseldorf Derendorf eingewiesen. Man warf ihm vor, dass er in seinem Keller ein Waffenlager gehabt habe. Zeugen berichteten, dass es sich um zwei alte, verrostete Pistolen gehandelt habe. Er wurde im „Prozess Rautenberg und andere“ vor dem Oberlandesgericht Hamm zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach Haft in Lüttringhausen verstarb Albert Freiberg im Krankenhaus in Derendorf. 27. Aug. 2014
KAB St. Marien
Alex Nöthen Alex Nöthen Homberger Straße 182
Lage
  1885 07. Juli 1935
Duisburg
Alex Nöthen war Mitglied der SPD und im Widerstand aktiv im Kreis der „Brotfahrer“ um Hermann Runge.[33] 27. Aug. 2014
Geschwister Scholl Gesamtschule
Josef Leiss Josef Leiss Ruhrstraße 76
Lage
  1916  Feb. 1943
Sachsenhausen
Josef Leiss wurde am 2. Februar 1943 wie viele andere Mitglieder seiner Familie wegen Sippenhaft verhaftet; siehe die Beschreibung zu Theodora Leiss 27. Aug. 2014
Uhrschule Meerbeck
Josefa Leiss Josefa Leiss Ruhrstraße 76
Lage
  1881  Feb. 1943
Sachsenhausen
Josefa Leiss wurde am 2. Februar 1943 wie viele andere Mitglieder ihrer Familie wegen Sippenhaft verhaftet; siehe die Beschreibung zu Theodora Leiss 27. Aug. 2014
Uhrschule Meerbeck
Reinhold Büttner Reinhold Büttner Bismarckstraße 61
Lage
  1879 05. Juli 1935
Polizeipräsidium Duisburg
Reinhold Büttner wurde als siebtes Kind einer Bergarbeiterfamilie im Waldenburger Bergland geboren. Er hatte zwei Kinder und war SPD – Mitglied. Er gehörte zum Kreis der Widerstandskämpfer um Hermann Runge. Er wurde am 25. Juni 1935 verhaftet und starb bei den Verhören am 5. Juli 1935 im Polizeipräsidium Duisburg. Nach Reinhold Büttner ist eine Straße in Moers benannt. Sein Sohn Fritz Büttner vertrat den Kreis Moers für zwölf Jahre im Deutschen Bundestag als Abgeordneter der SPD. 24. Nov. 2015
Justus von Liebig Hauptschule
Hermann Scheffler Hermann Scheffler Donaustraße 123
Lage
  1899 21. Nov. 1943
Ostfront
Hermann Scheffler, verheiratet, ein Kind, hatte am Ersten Weltkrieg teilgenommen und das Verwundetenabzeichen in Schwarz erhalten. Er war KPD-Mitglied und langjähriger Betriebsratsvorsitzender der Schachtanlage Rheinpreußen V sowie Mitglied der Ortsbezirksleitung des Einheitsverbandes der Bergleute. Er wurde 1929 in den Gemeinderat von Repelen-Baerl gewählt und war dort Sprecher der KPD-Gruppe. Aufgrund einer Beteiligung an einem Streik im Januar 1931 verlor er seine Arbeit als Bergmann. Er gehörte zum Widerstand der KPD gegen den Nationalsozialismus. Bei ihm fanden mehrfach Hausdurchsuchungen der SS, SA und der örtlichen Polizei statt. Er wurde am 21. Juni 1935 als Mitglied der Gruppe um Ferdinand Jahny (Instrukteur des illegalen KPD-Unterbezirks Moers) verhaftet und musste eine Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten im Zuchthaus Lüttringhausen Butzbach verbüßen. Er wurde am 21. März 1938 entlassen und musste sich regelmäßig bei der Polizei melden, wo man ihm gewaltsam die Wehrwürdigkeit aufzwang. Hermann Scheffler fiel am 21. November 1943 an der Ostfront.[34] 24. Nov. 2015
Herrmann Gmeiner Berufskolleg
Gustav Schwede Gustav Schwede Warndtstraße 22
Lage
  1904 21. Sep. 1942
Haftfolgen
Gustav Schwede war KPD – Mitglied und gehörte zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Er wurde am 26. Mai 1935 verhaftet und musste eine Haftstrafe im Zuchthaus Lüttringhausen Butzbach sowie im KZ Aschendorfer Moor verbüßen. Er starb am 21. September 1942 an den Haftfolgen. 24. Nov. 2015
Hilda Heinemann Schule
Franz Saumer Franz Saumer Elbestraße 9
Lage
  1899 04. Feb. 1944
Zuchthaus Halle/Saale
Franz Saumer, Zeuge Jehovas, wurde 1943 verhaftet. Er verweigerte aus Glaubensgründen den Kriegsdienst und wurde vom Kriegsgericht Torgau am 12. Januar 1944 zum Tode verurteilt. Am 4. Februar wurde er im Zuchthaus Halle/S. hingerichtet. Zur Erinnerung an ihn gibt es in Moers den Franz-Saumer-Weg.[35] 24. Nov. 2015
Hilda Heinemann Schule
Gustav Grossmann Gustav Grossmann Elbestraße 34
Lage
  1886 11. Juli 1935
Polizeigefängnis Duisburg
Gustav Grossmann, der als Widerstandskämpfer im Kreis um Hermann Runge aktiv war, wurde am 9. Juli 1935 verhaftet und am 11. Juli 1935 im Polizeigefängnis Duisburg ermordet. Nach Gustav Großmann ist eine Straße in Moers benannt. 24. Nov. 2015
Geschwister Scholl Gesamtschule
Hermann Vennemann Hermann Vennemann Wetterstraße 34
Lage
  1895 06. Juni 1936
Zuchthaus Lüttringhausen
Hermann Vennemann wurde als Mitglied der KPD 1933 nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Schutzhaft genommen. Als Widerstandskämpfer wurde er am 19. Juni 1935 verhaftet und in das Zuchthaus Lüttringhausen verbracht, wo er am 6. Juni 1936 aufgrund der Haftbedingungen und seiner Herzkrankheit verstarb 24. Nov. 2015
Uhrschule Meerbeck
Max Kaufmann Max Kaufmann Steinstraße 21
Lage
  1885   1941
Riga
Max Kaufmann war das älteste Kind des Eisenwarenhändlers Isaak Kaufmann (1846–1936) und dessen Frau Esther, geb. Leyser (gest. 1940). Vor der Machtergreifung war die Familie voll in die Moerser Gesellschaft integriert. Isaak Kaufmann war dreizehn Jahre Moerser Stadtverordneter und die Familie war in vielen Vereinen aktiv. Die fünf Kinder waren unverheiratet und arbeiteten alle im elterlichen Betrieb. 1931 erhielt Isaak Kaufmann vom Reichspräsidenten Hindenburg eine Belobigung zum 85. Geburtstag. 1933 wurde die Familie aus allen Moerser Vereinen ausgeschlossen. Sie musste ihr Haus in der Steinstraße aufgeben und in das Haus Burgstraße 16 umziehen, das ebenfalls in ihrem Eigentum stand und später zum „Judenhaus“ wurde. Max Kaufmann wurde gemeinsam mit seinen Geschwistern 1941 nach Riga deportiert, wo er ermordet wurde. 26. Nov. 2015
Hermann Runge Gesamtschule
Helene Kaufmann Helene Kaufmann Steinstraße 21
Lage
  1888   1941
Riga
Helene Kaufmann war das zweitälteste Kind des Eisenwarenhändlers Isaak Kaufmann und dessen Frau Esther. (siehe unter Max Kaufmann) Sie wurde gemeinsam mit ihren Geschwistern 1941 nach Riga deportiert, wo sie ermordet wurde. 26. Nov. 2015
Hermann Runge Gesamtschule
Friedrich Kaufmann Friedrich Kaufmann Steinstraße 21
Lage
  1889   1941
Riga
Friedrich Kaufmann war das drittälteste Kind des Eisenwarenhändlers Isaak Kaufmann und dessen Frau Esther. (siehe unter Max Kaufmann) Er wurde 1938 zusammen mit seinem Bruder Wilhelm in „Schutzhaft“ genommen und im Konzentrationslager Dachau interniert. Nach seiner Rückkehr wurde er gemeinsam mit seinen Geschwistern 1941 noch Riga deportiert und dort ermordet. 26. Nov. 2015
Hermann Runge Gesamtschule
Adolf Kaufmann Adolf Kaufmann Steinstraße 21
Lage
  1892   1941
Riga
Adolf Kaufmann war das viertälteste Kind des Eisenwarenhändlers Isaak Kaufmann und dessen Frau Esther. (siehe unter Max Kaufmann) Er wurde gemeinsam mit seinen Geschwistern 1941 nach Riga deportiert, wo er ermordet wurde. 26. Nov. 2015
Hermann Runge Gesamtschule
Wilhelm Kaufmann Wilhelm Kaufmann Steinstraße 21
Lage
  1895   1941
Riga
Wilhelm Kaufmann war das jüngste Kind des Eisenwarenhändlers Isaak Kaufmann und dessen Frau Esther. (siehe unter Max Kaufmann) Er wurde 1938 zusammen mit seinem Bruder Friedrich in „Schutzhaft“ genommen und im Konzentrationslager Dachau interniert. Nach seiner Rückkehr wurde er gemeinsam mit seinen Geschwistern 1941 noch Riga deportiert und dort ermordet. 26. Nov. 2015
Hermann Runge Gesamtschule
Dr. Oskar Bähr Dr. Oskar Bähr Kirchstraße 4
Lage
01. Mai 1856 18. Okt. 1942
Theresienstadt
Der Rabbiner Dr. Oskar Bähr, geb. in Mayen, war nach seiner Pensionierung 1934 mit seiner Frau von Köln nach Moers gezogen, um näher bei seinem Sohn Dr. Hermann Bähr und dessen Familie zu leben. Er soll versucht haben, sich gegen die Zerstörung der Synagoge während der Reichspogromnacht zu wehren.[36] Die letzte Zeit in Moers musste er im „Judenhaus“ in der Burgstraße 16 verbringen. Er wurde am 25. Juli 1942 im Alter von 86 Jahren nach Theresienstadt verschleppt, wo er am 18. Oktober 1942 verstarb. 26. Nov. 2015
Grafschafter Gymnasium
Madchen Bähr Madchen Bähr Kirchstraße 4
Lage
  1863 05. Mär. 1943
Theresienstadt
Madchen Bähr, geb. Wertheim, wurde mit ihrem Mann, Dr. Oskar Bähr, am 25. Juli 1942 im Alter von 79 Jahren nach Theresienstadt verschleppt, wo sie am 5. März 1943 aufgrund der Lebensbedingung verstarb. 26. Nov. 2015
Grafschafter Gymnasium
Max Buschhoff Max Buschhoff Kirchstraße 11
Lage
  1879   1941
Riga
Max Buschhoff wurde in Moers als Sohn von Moses (gest. 1903) und Friederike Buschhoff (geb. Cohen, gest. 1922) geboren. Im elterlichen Wohn- und Geschäftshaus Kirchstraße 11 lebten seine Schwester Fanny und deren Ehemann Simon Vollmann mit ihrem Sohn Simon. Max Buschhoff wohnte mit seiner Frau Martha in Kamp-Lintfort, wo sie ein Manufakturgeschäft (Kleidung, Schuhe, Haushaltswaren) betrieben. Sie wurden 1939 zum Verkauf ihres Eigentums an der Moerser Straße 335 gedrängt und zogen wieder nach Moers zur Familie Vollmann. Beide Geschäfte durften nach der Reichspogromnacht nicht wieder eröffnet werden. Max und Martha Buschhoff wurden 1941 nach Riga deportiert, wo Max ermordet wurde. 26. Nov. 2015
Gymnasium Adolfinum
Martha Buschhoff Martha Buschhoff
(geb. Feldheim)
Kirchstraße 11
Lage
  1890   1943
Auschwitz
Die aus Dortmund stammende Martha Buschhoff war mit Max Buschhoff (siehe dort) verheiratet. Das Ehepaar wurde am 10. Dezember 1941 mit einem Transport über Krefeld und Düsseldorf nach Riga deportiert. Martha Buschhoff wurde 1943 in Auschwitz ermordet. 26. Nov. 2015
Gymnasium Adolfinum
Helene Coppel Helene Coppel
(geb. Abraham)
Kirchstraße 30
Lage
  1866   1941
Riga
Helene Coppel lebte als Witwe in der Kirchstraße 30, nachdem ihr Mann, der Metzger Salomon Coppel, 1933 verstorben war. Sie wurde 1941 mit der bei ihr lebenden Familie nach Riga deportiert, wo sie ermordet wurde. 26. Nov. 2015
Gymnasium Filder Benden
Helene Coppel Helene Coppel Kirchstraße 30
Lage
  1887   1941
Riga
Helene Coppel, die ältere Tochter von Helene Coppel, geb. Abraham, lebte bei ihrer Mutter als sie mit ihrer Familie 1941 nach Riga deportiert und dort ermordet wurde. 26. Nov. 2015
Gymnasium Filder Benden
Frieda Jacob Frieda Jacob
(geb. Coppel)
Kirchstraße 30
Lage
  1889   1944
Stutthof
Frieda Jacob war mit ihrem Mann Julius 1939 nach Moers zu ihrer Mutter gezogen, nachdem ihr Haus in Dinslaken in der Reichspogromnacht zerstört worden war. Sie wurde mit ihrer Familie 1941 nach Riga deportiert und in Stutthof am 9. Dezember 1944 ermordet. 26. Nov. 2015
Gymnasium Filder Benden
Julius Jacob Julius Jacob Kirchstraße 30
Lage
  1878   1941
Riga
Julius Jacob kam 1939 mit seiner Frau Frieda nach Moers. Seine Tochter Trude Goldschmidt, die mit ihrem Bruder Fritz 1938 nach Uruguay flüchten konnte, berichtete, dass ihr Vater sich strikt gegen eine Ausreise gewehrt habe und auch entschieden gegen ihre Flucht gewesen sei. Sie schilderte ihren Vater als „typischen Deutschen“ und überzeugten Patrioten, der im Ersten Weltkrieg zu 75 % kriegsbeschädigt worden sei und Träger des Eisernen Kreuzes war. Julius Jacob wurde 1941 mit seiner Familie nach Riga deportiert, wo er ermordet wurde.[37] 26. Nov. 2015
Gymnasium Filder Benden
Elisabeth Jacob Elisabeth Jacob Kirchstraße 30
Lage
  1911   1944
Stutthof
Elisabeth Jacob war die Tochter von Frieda und Julius Jacob. Sie kam mit ihren Eltern 1939 aus Dinslaken nach Moers und wurde wie sie 1941 nach Riga deportiert. Wie ihre Mutter wurde sie am 9. Dezember 1944 in Stutthof ermordet. 26. Nov. 2015
Gymnasium Filder Benden
Rosalie Jacob Rosalie Jacob
(geb. Abraham)
Kirchstraße 30
Lage
  1870   1942
Treblinka
Rosalie Jacob war die Schwester von Helene Coppel, geb. Abraham. Sie war mit ihrem Mann Ferdinand Jacob im April 1938 aus Berlin zu ihrer Schwester gezogen, nachdem ihren Kindern die Flucht ins Ausland gelungen war. Ihr Mann Ferdinand starb zwei Tage, nachdem ihre Schwester mit deren Familie verschleppt worden war am 12. Dezember 1941. Rosalie Jacob musste danach in das „Judenhaus“ Burgstraße 16 umziehen. Sie wurde am 25. Juli 1942 nach Theresienstadt verschleppt und 1942 in Treblinka ermordet. 26. Nov. 2015
Gymnasium Filder Benden
Paul Ulrich Paul Ulrich Arnulfstraße 15
Lage
  1902 15. Apr. 1943
Mauthausen
Paul Ulrich stammte aus Ilmenau. Er war gelernter Bäcker, Bergmann in Kamp-Lintfort, Vater von zwei Töchtern und Mitglied der KPD. Sein politisches Engagement reicht bis in die 1920er Jahre zurück. 1932 kandidierte er für den Lintforter Gemeinderat. Wegen seiner Tätigkeit als Aktivist der KPD wurde er 1933 in „Schutzhaft“ genommen. Aufgrund seiner Mitarbeit in der illegalen Ortsgruppe Moers der KPD wurde er am 12. Oktober 1936 verhaftet und als Hauptangeklagter eines Verfahrens gegen 19 Männer wegen gemeinschaftlichen Abhörens von Radio Moskau mit der Begründung „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu sieben Jahre Zuchthaus verurteilt, die er im Zuchthaus Remscheid-Lüttringhausen verbrachte. In einem zweiten Prozess wurde seine Zuchthausstrafe 1939 wegen seiner in die 1920er Jahre zurückreichenden öffentlichen Proteste als Vertreter des „Sexualreformbundes“ gegen den Abtreibungsparagraphen § 218 auf 15 Jahre bei Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre und anschließender Sicherungsverwahrung erhöht. Weil seine Strafe mehr als acht Jahre betrug und wegen der angeordneten Sicherheitsverwahrung konnte Ulrich als Arbeitskraft in das KZ Mauthausen, Außenlager Gusen, überstellt werden. Dort verstarb er am 15. April 1943. Beigesetzt wurde er in einem Familiengrab in Ilmenau. 28. Nov. 2015
Grundschule Hülsdonk
Hermann Brandenbusch Hermann Brandenbusch Leipziger Straße 6
Lage
  1906  Nov. 1944
als Soldat in Frankreich gefallen
Der Arbeiter Hermann Brandenbusch wohnte zuerst Kaiserstraße 119, dann Mattheck-Siedlung 6. 1934 wurde er wegen „staatsfeindlicher Betätigung“ zu einem Jahr und neun Monaten Zuchthaus verurteilt. Nach Verbüßung der Haft fand er Arbeit als Bergmann bei Diergardt-Mevissen in Hochemmerich. Wie viele „Politische“, die im Krieg die Einweisung in ein KZ fürchten mussten, stellte der Vater von drei Kindern – zunächst erfolglos, dann erfolgreich – den Antrag auf „Wehrwürdigkeit“. Im November 1944 fiel er als Soldat in Frankreich. 25. Aug. 2016
Anne Frank Gesamtschule
Margarete Hänel Margarete Hänel Leipziger Straße 6
Lage
  1902 08. Feb. 1945
Ravensbrück
Margarethe Hänel wurde zusammen mit ihrem Mann Adolf im Februar 1943 von der Gestapo verhaftet – wegen Vorbereitung zum Hochverrat, wie ihr überlebender Mann später aufschrieb. Gegen die damals 41-jährige Mutter von zwei Kindern wurde keine Anklage erhoben; sie starb im Februar 1945 im Frauen-KZ Ravensbrück. 25. Aug. 2016
Anne Frank Gesamtschule
Georg Hirschmann Georg Hirschmann Leipziger Straße 6
Lage
  1908   1943
Ostfront
Der Bauarbeiter und Bergmann Georg Hirschmann, selbst eines von acht Kindern, wohnte mit seiner Frau und einer Tochter in der Kirschenallee 9, wo er im Mai 1935 verhaftet wurde. Als Widerstandskämpfer der KPD wurde er von Mai 1933 bis November 1938 wegen „Hochverrats“ im Zuchthaus Lüttringhausen inhaftiert. Ende 1942 wieder „wehrwürdig“ fiel er als Soldat 1943 an der Ostfront. Seine Witwe zog 1945 in die Mattheck in die Nähe anderer Zweige der Familie Hirschmann – unter ihnen Andreas Hirschmann, der spätere Vorsitzende der Kreis Moerser Widergutmachungsbehörde (Kreissonderhilfeausschuss), und Christine Hirschmann, die 1933 als Kommunistin ihr Ratsmandat in Moers nicht antreten konnte. 25. Aug. 2016
Anne Frank Gesamtschule
Max Langusch Max Langusch Leipziger Straße 6
Lage
  1904 04. Feb. 1944
Zuchthaus Brandenburg
Der Bergmann Max Langusch, Unterbezirksleiter der KPD in Moers, 1935 im Massenprozess gegen „Jahny und Genossen“ schwer belastet, konnte rechtzeitig nach Holland fliehen und bei den Exilorganisationen über die Lage der Bergleute berichten. Nach dem deutschen Überfall wurde er dort am 1. Dezember 1940 verhaftet und 1943 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat in erschwerter Form“ vom Volksgerichtshof zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 4. Februar 1944 verstarb er im Zuchthaus Brandenburg/Havel. Seine Frau Hedwig, 1943 wegen „Hochverrats“ zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt, überlebte und wohnte 1945–1963 in der Mattheck. 25. Aug. 2016
Anne Frank Gesamtschule
David Lewkowicz David Lewkowicz Leipziger Straße 6
Lage
  1903 12. Apr. 1940
Buchenwald
Der arbeitslose Schweißer David Lewkowicz, geb. 1903 im polnischen Wielun, war jüdischen Glaubens und wohnte Matthecksiedlung 67c. 1936 wurde er u. a. wegen Absingens kommunistischer Lieder zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach der Entlassung aus dem Zuchthaus Remscheid-Lüttringhausen wurde er auf Veranlassung der Gestapo unmittelbar in das KZ Buchenwald überstellt, wo er im April 1940 verstarb. Für Konrad Imig, den Moerser Kripo-Chef, war er „lästiger Ausländer und nebenher noch Jude“. Seine Ehefrau Agnes und die 6 Kinder überlebten – 1942–1946 vorwiegend in der Mattheck –, da die Familie von Inspektor Paul Beilicke aus dem Moerser Rathaus immer wieder gewarnt wurde. 25. Aug. 2016
Anne Frank Gesamtschule
Hermann Schelinski Hermann Schelinski Leipziger Straße 6
Lage
  1902 20. Feb. 1941
Haftfolgen
Der Bergmann Hermann Schelinkski wohnte in der Mattheck 16a, als er im Februar 1933 wegen Verbreitens verbotener Druckschriften erstmals in „Schutzhaft“ genommen wurde. Ende 1933 wurde er abermals verhaftet und im Oktober 1934 im Prozess gegen „Wolf und Genossen“ wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu einem Jahr und 5 Monaten Gefängnis verurteilt. 1941 verstarb er an den Folgen der Haft, von denen er sich nie erholt hatte. 25. Aug. 2016
Anne Frank Gesamtschule
Karl Rautenberg Karl Rautenberg Kirschenallee 11
Lage
26. Dez. 1909 20. Mär. 1935
Gefängnis Düsseldorf-Derendorf
Der Bergmann Karl Rautenberg, Mitglied der KPD, wurde am 2. Januar 1933 wegen wilder Streikunruhen fristlos entlassen und war seitdem erwerbslos. Am 11. März 1933 verteilte Karl Rautenberg mit seinem Freund Wilhelm Kanthuser verbotene Druckschriften, die zu Rebellion, Massenstreik und Kampf gegen den Kapitalismus und die Hitler-Diktatur aufriefen. Sie wurden erwischt und im April zu 5 bzw. 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Nach seiner Haftentlassung fand er im November 34 im Hause Kirschenallee 11 als Untermieter eine Bleibe. Im Erdgeschoss dieses Hauses war bis zur Machtergreifung auch das Büro der Kommunistischen Partei Moers untergebracht. In den ersten Monaten des Jahres 1935 ist in Hochstraß und Meerbeck eine Widerstandsgruppe von etwa 12 – zumeist jungen Leuten aufgeflogen. Nach 1 Jahr, 1 Monat und 17 Tagen in Untersuchungshaft wurde vor dem Oberlandesgericht Hamm "in der Strafsache gegen Karl Rautenberg und Andere" am 22. April 1936 das Urteil gegen ihn und weitere 15 Moerser Kommunisten gesprochen. Karl Rautenberg wurde zu 5 ½ Jahren verurteilt und in die Strafanstalt nach Lüttringhausen bei Remscheid gebracht. Von dort wurde er schon 4 Monate später, im August 36, zur ärztlichen Behandlung ins Krankenhaus des Gefängnisses Düsseldorf-Derendorf gebracht. Am 20. März 1937 ist Karl Rautenberg im Anstaltskrankenhaus verstorben. 25. Aug. 2016
Geschwister Scholl Gesamtschule
Adolf Ende Adolf Ende Weserstraße 19
Lage
  1880 03. Juni 1939
Haftfolgen
Der Widerstandskämpfer der KPD Adolf Ende wurde im Mai 1935 verhaftet und bis November 1936 im Zuchthaus Butzbach inhaftiert. Er starb an den Haftfolgen am 3. Juni 1939. 25. Aug. 2016
Mercator Berufskolleg
Wilhelm Flecken Wilhelm Flecken Pfefferstraße 6
Lage
  1908 04. Juni 1942
Sachsenhausen, Groß-Rosen
Wilhelm Flecken kam schon 1933 in Schutzhaft. Verhaftet wurde er im Dezember 1940. Er kam in das Konzentrationslager Sachsenhausen, Groß-Rosen, wo er am 4. Juni 1942 ermordet wurde. 06. Okt. 2016
Justus-von-Liebig-Hauptschule
Julius Bloch Julius Bloch Steinstraße 13
Lage
  1876   unbekannt
Riga
Der Kaufmann Julius Bloch, geb. am 11.12.1876 in Lage, betrieb in der Steinstraße 13 bis 1938 ein Zigarrengeschäft. Er war verheiratet mit Rosa Bloch. Julius Bloch war Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des Grafschafter Sportvereins. Er wurde zusammen mit seiner Ehefrau Rosa und der Tochter Ilse am 07.12.1941 von Köln nach Riga verschleppt, wo alle drei ermordet wurden. 06. Okt. 2016
Gymnasium Filder Benden
Rosa Bloch Rosa Bloch Steinstraße 13
Lage
  1879   unbekannt
Riga
Rose Bloch war die Frau des Kaufmanns Julius Bloch. Beide hatten zwei Töchter, Margot und Ilse. Die Tochter Margot verließ 1936 Moers, um zu heiraten, und konnte später in die USA auswandern. Mit ihrem Mann und ihrer Tochter Ilse verzog sie 1938 nach Köln, wo sie zeitweise in sog. „Judenhäusern“ leben musste. Sie wurde zusammen mit ihrem Mann Julius und Ilse am 07.12.1941 von Köln nach Riga verschleppt, wo alle drei ermordet wurden. 06. Okt. 2016
Gymnasium Filder Benden
Ilse Bloch Ilse Bloch Steinstraße 13
Lage
  1908   unbekannt
Riga
Ilse Bloch war die Tochter von Julius und Rose Bloch. Sie hatte ab 1929 als Kindergärtnerin gearbeitet. Gegen Ende 1933 erschien bei Eintragungen zu Ilse Bloch „Hauslehrerin“ als Berufsbezeichnung. Es ist zu vermuten, dass sie jüdischen Kindern, die nur noch jüdische Schulen besuchen durften, Privatunterricht erteilte. Ab Ende 1936 war Ilse Bloch nur noch Hausgehilfin. Sie wurde zusammen mit ihren Eltern Julius und Rose Bloch am 07.12.1941 von Köln nach Riga verschleppt, wo alle drei ermordet wurden. 06. Okt. 2016
Gymnasium Filder Benden
Philipp Berkley Philipp Berkley Homberger Straße 18
Lage
  1875 30. Okt. 1944
Auschwitz
Philipp Berkley wurde am 08.06.1875 in Schonhofen in den Niederlanden geboren, wohin seine Vorfahren aus Schottland eingewandert waren. Mit seiner Frau Johanna zog er zunächst nach Homberg-Hochheide und um 1918 nach Moers in die Homberger Straße 11, in das sogenannte Haus „Oranien“. Philipp Berkley arbeitete als Kaufmann zusammen mit seinem Schwiegervater Max Windmüller und seinem Schwager Albert Windmüller (s. o.) im familieneigenen Unternehmen. Die Familie verließ Moers 1934 und floh 1939 in die Niederlande. Dort wurden die Eltern am 20. Juni 1943 in Westerbork inhaftiert, am 25. Februar 1944 nach Theresienstadt deportiert und am 28. Oktober 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz verbracht und dort ermordet. Die Söhne Max und Kurt überlebten in den Niederlanden im Untergrund. 06. Okt. 2016
Gymnasium Adolfinum
Johanna Berkley Johanna Berkley Homberger Straße 18
Lage
  1883 30. Okt. 1944
Auschwitz
Johanna Berkley war die Tochter des Kaufmanns Max Windmüller. Ihr Mann Philipp arbeitete zusammen mit seinem Schwager Albert Windmüller im elterlichen Geschäft. Beide hatten die Söhne Max und Kurt, die als Schüler des Adolfinum bereits vor 1933 von einem sich ausbreitenden Antisemitismus berichteten, der sich auch während ihres Studiums fortsetzte. Die Familie verließ Moers 1934 und floh 1939 in die Niederlande. Dort wurden die Eltern am 20. Juni 1943 in Westerbork inhaftiert, am 25. Februar 1944 nach Theresienstadt deportiert und am 28. Oktober 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz verbracht und dort ermordet. Die Söhne Max und Kurt überlebten in den Niederlanden im Untergrund. 06. Okt. 2016
Gymnasium Adolfinum
Otto Gutmann Otto Gutmann Kirchstraße 34
Lage
  1852 04. Jan. 1943
Theresienstadt
Otto Gutmann war 90 Jahre alt, als er am 25. Juli 1942 mit dem sog. „Altentransport“ von der Burgstraße 16, wo er zuletzt in einem der sog. „Judenhäuser“ wohnen musste, nach Theresienstadt verschleppt wurde. Dort kam er am 4. Januar 1943 zu Tode. Vor seinem Umzug in das „Judenhaus“ lebte Otto Gutmann in der Kirchstraße 34. Wenige Tage vor seiner Deportation erhielt er von der Polizei noch die Nachricht, dass sein Sohn Paul Gutmann im KZ Groß-Rosen an „Durchfall und Herzinsuffizienz“ verstorben sei. Paul Gutmann war in Burhave bei Wilhelmshaven aufgefallen, weil er keinen gelben Stern trug. Eine Überprüfung ergab, dass er auch seinen damaligen Wohnort Homberg ohne Genehmigung verlassen hatte. Diese beiden Verfehlungen genügten, um ihn Ende 1941 in sog. Schutzhaft im KZ Sachsenhausen zu nehmen. In der entsprechenden Anordnung der Gestapo heißt es: „….indem er dadurch, daß er sie für Juden erlassenen Gesetze mißachtete, eine erhebliche Unruhe in die Bevölkerung trägt und bei Freilassung erwarten läßt, er werde die Belange des Reiches schädigen“ 06. Okt. 2016
Grafschafter Gymnasium
Johanna Levy Johanna Levy Uerdinger Straße 11
Lage
23. Aug. 1863 10. Sep. 1942
Theresienstadt
Die Eheleute Jacob Levy, geb, am 19.04.1867 und Johanna Levy, geb. Kaufmann, geb. am 23.08.1863, lebten seit 1919 in ihrem Haus auf der Uerdinger Straße 11. Die Tochter Margarete, die für einige Zeit mit ihrem Mann, Karl Heymann aus Krefeld während der Verfolgung bei ihren Eltern wohnte, konnte 1939 über Belgien nach Palästina fliehen. Die Eltern Levy blieben in Moers zurück und wurden später gezwungen andere Moerser Juden in ihr Haus, das als „Judenhaus“ galt, aufzunehmen. Jacob Levy starb 1941. Seine Frau musste noch am 28.01.1942 ihr Haus verlassen und in die Burgstraße umziehen. Sie wurde am 25.07.1942 nach Theresienstadt verschleppt, wo sie wenige Wochen später neunundsiebzigjährig verstarb. 06. Okt. 2016
Grafschafter Gymnasium
Else Blumenthal Else Blumenthal Steinstraße 51
Lage
  1880 15. Mai 1944
Auschwitz
Else Blumenthal, geb. am 17.03.1880 in Schulitz (poln. Solec) bei Bromberg, war ab September 1941 bei ihrem nichtjüdischen Schwager, dem Architekten Paul Rössler, untergetaucht. Ihre Schwester Rosa, Ehefrau von Paul Rössler war bereits 1931 verstorben. Paul Rössler lebte mit seiner Tochter Irmgard in der Steinstraße 51. Else Blumenthal meldete sich jedoch freiwillig, um ihre Verwandten nicht zu gefährden. Sie wurde am 25.07.1942 nach Theresienstadt deportiert und am 15. Mai 1944 in Auschwitz ermordet. 06. Okt. 2016
Heinrich-Pattberg-Realschule


Karin Alt Karin Alt Homberger Straße 99
Lage
  1941 25. Aug. 1944
Kalmenhof
Karin Alt wurde am 25. November 1941 geboren. Ihr Vater Heinrich leistete seit 1940 Kriegsdienst. Die Mutter Charlotte musste die Erziehung ihrer drei Kinder alleine leisten. Karin war krank. Was sie genau hatte, wusste man nicht. Sie reagierte kaum auf ihre Umwelt. Deshalb war sie in ärztlicher Behandlung, auch im örtlichen Krankenhaus Bethanien. Von dort wurde sie überwiesen in die „Kinderfachabteilung“ des Kalmenhof in Idstein. Den Nichteingeweihten galt diese als ein Ort besonderer fachärztlicher Betreuung. Tatsächlich war der Kalmenhof in dieser Zeit ein Ort, an dem das sogenannte Euthanasie-Programm der Nationalsozialisten in der besonderen Form der Kinder-„Euthanasie“ umgesetzt wurde. Der zuständige Arzt seit Mai 1944 war Hermann Wesse. Nach Dienstantritt forderte er von seinen Vorgesetzten, der Anstalt mehr Kinder für seine Aktivitäten zuzuführen. Es wurde beschlossen, auch Kinder aus der Rheinprovinz zuzuweisen. Auf diese Weise kam auch Karin in den Kalmenhof. Die Meldekarte weist den 25. August 1944 als Todesdatum aus. Hermann Wesse wurde 1947 zum Tode verurteilt. Weil das Urteil noch nicht vollstreckt war, wurde es nach in Kraft treten des Grundgesetzes in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Wesse kam 1965 wieder frei und arbeitete in der Pharmaindustrie. 29. Okt. 2016
Hilda Heinemann Schule
Sabine Cahn Sabine Cahn
(geb. Katz)
Rheinberger Straße 33
Lage
16. Sep. 1850 ?
Riga
Sabine Cahn, geb. Katz, war die Witwe des Viehhändlers Hermann Cahn, mit dem sie fünf Töchter und einen früh verstorbenen Sohn hatte. Sie wohnte mit ihren schon erwachsenen Töchtern Alma und Betty in ihrem Haus in der Rheinberger Straße 33. Die Frauen wurden 1941 nach Riga deportiert. Eine weitere Tochter, Ida, nahm an diesem Transport freiwillig teil, um als Ärztin für ihre Mutter sorgen zu können. Auch die Tochter Emmy, die mit dem Getreidehändler Emanuel Heß in München verheiratet war, wurde mit ihrem Mann und ihren Söhnen Hans und Günther nach Riga deportiert. Einzig Elfriede Eisenberg, geb. Cahn, konnte mit ihren Kindern Gisela und Bernd in die USA fliehen. 29. Juni 2017
Gymnasium Adolfinum
Betty Cahn Betty Cahn Rheinberger Straße 33
Lage
  1888
Gymnasium Adolfinum
?
Riga
Betty Cahn war die Tochter des Viehhändlers Hermann Cahn und von Sabine Cahn. Sie wurde 1941 mit ihrer Mutter und ihren Schwestern Alma und Ida Cahn nach Riga deportiert. 29. Juni 2017
Alma Cahn Alma Cahn Rheinberger Straße 33
Lage
  1891 ?
Riga
Alma Cahn war die Tochter des Viehhändlers Hermann Cahn und von Sabine Cahn. Sie wurde 1941 mit ihrer Mutter und ihren Schwestern Betty und Ida Cahn nach Riga deportiert. 29. Juni 2017
Gymnasium Adolfinum
Dr. Ida Cahn Dr. Ida Cahn Rheinberger Straße 33
Lage
  1895 01. Okt. 1944
KZ Stutthof
Dr. Ida Cahn war die Tochter des Viehhändlers Hermann Cahn und seiner Frau Sabine. Sie hatte das Lyzeum in Moers von 1906 bis 1913 besucht. Ab 1914 begann sie mit dem Medizinstudium. Sie lebte in dieser Zeit in Mannheim, München, Gießen und Berlin. Im Spätherbst 1941 arbeitete sie als Ärztin in Berlin im jüdischen Krankenhaus in der Geburtshilfe. Als sie von der bevorstehenden Deportation ihrer zu diesem Zeitpunkt sechsundsiebzig Jahre alten Mutter von Moers nach Riga erfuhr, wollte sie ihre Mutter nicht allein ins Ungewisse gehen lassen. Sie setzte bei den Behörden durch, selbst mit auf den Transport am 10. Dezember 1941 nach Riga zu kommen, den sie als Ärztin noch betreuen konnte. Dr. Ida Cahn wurde am 1. Oktober 1944 von Riga nach Stutthof überstellt und dort ermordet. 29. Juni 2017
Gymnasium Adolfinum
Otto Preul Otto Preul Hopfenstraße 28
Lage
  1878 15. Sep. 1944
Polizeigefängnis Moers
Der Postinspektor Otto Preul wohnte in der heutigen Hopfenstr. 28. Er gehörte nicht dem organisierten Widerstand an, sondern brachte seine Gegnerschaft gegen den Nationalsozialismus durch wiederholte kritische Äußerungen zum Ausdruck. Dies führte 1944 zu seiner Verhaftung. Er starb am 15. September 1944 im Moerser Polizeigefängnis in der Uerdinger Straße 4 angeblich durch „Freitod“. Die genaueren Umstände wurden nie geklärt. 29. Juni 2017
Mercator Berufskolleg
Katharina Wöllenweber Katharina Wöllenweber Augustastraße 8
Lage
  1904 17. Apr. 1941
Bernburg
Katharina Wöllenweber besuchte mit mittelmäßigen Leistungen die Volksschule und ging anschließend als Hausangestellte in "Stellung". Nachdem sie als angenehmes Kind galt, war sie als Jugendliche widerspenstig und unzugänglich. Nach Aufenthalten in den Heil- und Pflegeanstalten in Kaiserswerth und Grafenberg im Jahre 1935 wurde sie am 12.11.1936 in die Heilanstalt Bedburg-Hau eingewiesen. Am 17. April 1941 wurde sie im Rahmen der "Aktion T4" in eine andere Anstalt –nämlich nach Bernburg – verlegt und noch am selben Tag ermordet. 09. Juni 2017
Hilda Heinemann Schule
Katharina Wöllenweber Heinrich Laakmann Bonifatiusstraße 47
Lage
  1878 30. Mär. 1940
KZ Sachsenhausen
Der Hof des Landwirts Heinrich Laakmann befand sich früher an der damaligen Moerser Straße 75. Heinrich Laakmann gehörte zu der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas. Er wurde 1937 wegen der Verteilung eines Flugblattes festgenommen und zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Nachdem er diese verbüßt hatte, wurde er in das KZ Sachsenhausen überführt, wo er am 30. März 1940 an Entkräftung wegen häufigen Torstehens starb. Sein Sohn Peter Laakmann, der wie sein Vater wegen der Verbreitung von Flugblättern verurteilt worden war, überlebte das KZ Buchenwald. 09. Juni 2017
Eschenburg-Schule
Jakob Wolff Jakob Wolff Römerstraße 438
Lage
  1905 06. Feb. 1945
bei Magdeburg
Der Bergmann Jakob Wolff wurde schon 1933 wegen seiner Mitgliedschaft in der KPD und nahestehenden Organisationen in Schutzhaft genommen. Am 24. Mai 1935 wegen seiner KPD-Tätigkeit als Nachrichtenmann erneut verhaftet, wurde er am 17. Januar 36 im „Jahny-Prozess“ (80 weitere Mitangeklagte[38]) wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilt. Nachdem er 1941 aus dem Zuchthaus Butzbach entlassen worden war, arbeitete er wieder als Bergmann, bis er 1943 ins Strafbataillon 999 Baumholder zur Bewährung einberufen wurde. 1944 wurde Jakob Wolff seine volle Wehrwürdigkeit bescheinigt und er im Heeresdienst eingesetzt. Er fiel am 6. Februar 1945 bei Magdeburg. 09. Juni 2017
Geschwister Scholl Gesamtschule
Erich Pausewang Erich Pausewang Lindenstraße 106
Lage
  1904 02. Apr. 1940
Landesanstalt Brandenburg-Görden
Der Hilfsarbeiter Erich Pausewang erlitt bei einer Rettungsaktion an einem Baggerloch eine Hirnschädigung und war danach behindert. Er wurde 1935 in das Landeskrankenhaus Bedburg-Hau eingewiesen und im Frühjahr 1940 in eine andere Heil- und Pflegeanstalt gebracht. Am 2. April 1940 wurde er im Rahmen der „Aktion T4“ in die Landesanstalt Brandenburg verlegt, wo er am selben Tag ermordet wurde. 09. Juni 2017
SCI Moers
Friedrich Jirsak Friedrich Jirsak Lauffstraße 9
Lage
  1885 04. Jan. 1940
Haftfolgen
Der Bergmann Friedrich Jirsak heiratete eine Kriegswitwe mit drei Kindern und wohnte mit seiner Familie in Repelen-Rheim. Er wurde Anfang Mai 1935 verhaftet und mit vielen seiner KPD-Genossen im "Jahny-Prozess" wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt. Am 17. Januar 1936 wurde er freigesprochen, jedoch im Oktober durch die Gestapo mit gleicher Begründung erneut verhaftet und im Kreuzverhör schwersten körperlichen Misshandlungen durch Stock, Blei- und Gummiknüppeln ausgesetzt. Von der anschließenden Gefängnishaft kam er im Februar 1937 als gebrochener Mann zurück. Am 4. Januar 1940 ist er an den Spätfolgen verstorben. 06. Juli 2017
Gymnasium Rheinkamp
Wilhelm Küsters Wilhelm Küsters Filder Straße 6
Lage
 Feb. 1919 06. Okt. 1943
Heilanstalt Stadtroda
Im Februar 1919 in der nicht mehr existierenden Königgrätzer Straße 38 geboren, wurde Wilhelm Jakob Küsters mit fünfeinhalb Jahren als behindertes Kind, das zwar laufen, aber nicht sprechen konnte, zur Förderung in die Evangelische Bildungs- und Pflegeanstalt Hephata nach Mönchengladbach gebracht. Da er auf ständige Hilfe und Betreuung angewiesen war, blieb er dort und wuchs heran. Mit 24 Jahren wurde er im Mai 1943 zunächst nach Hildburghausen, kurz darauf in die Heilanstalt Stadtroda in Thüringen verlegt, wo er – inzwischen schwach und apathisch – am 6.10.1943 „unter den Zeichen der Herzschwäche“ plötzlich verstorben ist. Im Telegramm an seine Eltern stand „Lungenentzündung“. 29. Mai 2018
Gymnasium Filder Benden
Peter Mill Peter Mill Wiedstraße 14
Lage
 Dez. 1910 27. Mai 1941
Hadamar, Aktion T4
Peter Mill wurde im Dezember 1910 als 12. Kind in der Wiedstraße 14 geboren. Er war noch keine 2 Jahre alt, als die Mutter plötzlich verstarb und die Kinder sich gegenseitig erziehen mussten. Peter war geistig etwas zurückgeblieben und kam nach der Schulentlassung mit 14 Jahren als Knecht nach Orbroich/Hüls auf einen Bauernhof, anschließend in ein Kloster. 1928 war er wohl auch vorübergehend im Alexianer Krankenhaus Maria Hilf in Krefeld. Genaueres ist nicht bekannt – belegt ist aber, dass er am 27. Mai 1941 im Alter von 30 Jahren mit 89 anderen Patienten aus der Heilanstalt Galkhausen/Langenberg durch die GeKrat (Gemeinnützige Krankentransportgesellschaft, Berlin) nach Hadamar „verlegt“ und noch am selben Tag getötet wurde. Er ist ein Opfer der Aktion T4. 29. Mai 2018
Gymnasium Filder Benden
Hubert Hanssen Hubert Hanssen Filder Straße 34
Lage
  1890 17. Mär. 1944
Anstalt Ueckermünde
Hubert Hanßen, geboren 1890, wohnte in der Filder Str. 36, heute existiert nur noch Nr. 34. Er arbeitete lange Jahre als Oberkellner in der damaligen „Börse“ am Moerser Altmarkt. Später erkrankte er an Parkinson oder auch – das ist nicht geklärt – an Demenz und konnte deshalb seinen Beruf nicht mehr ausüben. Am 1.3.1943 wurde er in die Heil- und Pflegeanstalt Düsseldorf-Grafenberg eingewiesen. Nach einem Zwischenaufenthalt in Süchteln-Johannistal brachte man ihn am 4.9.1943 in die Anstalt Ueckermünde (Mecklenburg/Vorpommern), wo er am 17.3.1944 ermordet wurde. Die Urne mit Hubert Hanßens Asche wurde seinem Sohn ohne Vorankündigung und ohne weitere Erklärung zugestellt. 29. Mai 2018
Gymnasium Rheinkamp
Herbert ter Stein Herbert ter Stein Blumenstraße 15
Lage
  1902 08. Mär. 1944
Heilanstalt Altscherbitz-Schkeuditz
Herbert ter Stein (genannt Louven), Jahrgang 1902, arbeitete als Fensterreiniger und wohnte in der Blumenstr. 15. Über seine Lebensumstände ist nicht viel bekannt, jedoch ist sein Leidensweg dokumentiert: 1941 erfolgte die Einweisung nach Grafenberg, am 8.3.1944 wurde er in der Heil- und Pflegeanstalt Schkeuditz bei Leipzig ermordet. 29. Mai 2018
Gymnasium Rheinkamp
Leopold Frohsinn Leopold Frohsinn Xantener Straße 18
Lage
  1888   
Warschauer Ghetto
Als Leiter einer jüdischen Schule geriet Leopold Frohsinn selbst bald in den Focus der Nationalsozialisten. Schon 1933 wurde er aus dem Schulausschuss des Oberlyzeums ausgeschlossen, und nach dem Novemberpogrom wurde er für eine Woche in Schutzhaft genommen. Den Schulausfall musste er dem Moerser Bürgermeister schriftlich begründen! Bis Mitte des Jahres 1939 unterrichtete er an der jüdischen Volksschule, die bis dahin eine städtische Schule war. Dann wurde er wie alle jüdischen Lehrer aus dem öffentlichen Dienst entlassen und verlor seinen Beamtenstatus. Die jüdischen Schulen wurden der Reichsvereinigung der Juden, einem jüdischen Verein, unterstellt; der aber konnte eine so kleine Schule mit 9 Schülern nicht finanzieren. Sie wurde deshalb 1939 geschlossen. Von den Einkünften als Kantor konnte die Familie Frohsinn nicht leben, und so verließ sie am 7. September Moers und zog nach Bielefeld, wo Leopold Frohsinn die Leitung der dortigen jüdischen Privatschule übernahm und die Gottesdienstgestaltung sowie die Seelsorgearbeit in der Gemeinde. Am 31.3.1942 wurde die Familie Frohsinn in das Warschauer Ghetto verschleppt. Dort wurden sie ermordet. 29. Mai 2018
Anna Frohsinn Anna Frohsinn Xantener Straße 18
Lage
  1897   
Warschauer Ghetto
Anna Frohsinn, geb. Hoffman, wurde mit ihrem Mann Leopold und ihrer Tochter Doris am 31.3.1942 in das Warschauer Ghetto verschleppt und dort ermordet. 29. Mai 2018
Heinrich-Pattberg-Realschule
Doris Frohsinn Doris Frohsinn Xantener Straße 18
Lage
  1929   
Warschauer Ghetto
Doris Frohsinn wurde mit ihren Eltern Leopold und Anna am 31.3.1942 in das Warschauer Ghetto verschleppt und dort ermordet. 29. Mai 2018
Heinrich-Pattberg-Realschule
Louis Kaufmann Louis Kaufmann Xantener Straße 9
Lage
06. Aug. 1894   
Auschwitz
Louis Kaufmann war der Sohn von Jakob und Berta Kaufmann, die an der Asberger Straße (heute das brachliegende Grundstück Xantener Straße 9) ein Haus errichtet hatten. Drei ihrer neun Kinder starben schon früh. Drei Kinder wurden von anderen Orten (Aachen, Kölner Raum, Lennep) deportiert. Nur eine Tochter überlebte im Versteck. Bis zu ihrer Deportation lebten noch die beiden Söhne Louis, der Metzger, und Gustav, der Viehhändler, mit ihren Familien in dem Haus Xantener Str. 9. Im Jahr 1938 wurden beide in „Schutzhaft“ genommen und nach Dachau verbracht. 1941 wurde Louis zusammen mit seiner Frau Henny und seinem Sohn Günter von Moers aus nach Riga deportiert, danach nach Auschwitz verbracht und dort ermordet. 29. Mai 2018
Gymnasium Adolfinum
Henny Kaufmann Henny Kaufmann Xantener Straße 9
Lage
15. Mai 1902   
Riga
Henny Kaufmann, geborene Marchand, wurde am 15.05.1902 geboren. Sie war die Ehefrau von Louis Kaufmann und wurde 1941 mit ihrem Mann und ihrem Sohn Günter nach Riga deportiert und dort ermordet. 29. Mai 2018
Gymnasium Adolfinum
Günter Kaufmann Günter Kaufmann Xantener Straße 9
Lage
19. Juni 1932   
Riga
Günter Kaufmann wurde am 19.06.1932 geboren. Mit seinen Eltern Louis und Henny Kaufmann wurde er 1941 nach Riga deportiert und dort ermordet. 29. Mai 2018
Gymnasium Adolfinum
Gustav Kaufmann Gustav Kaufmann Xantener Straße 9
Lage
27. Sep. 1887   
Riga
Gustav Kaufmann war der Sohn von Jakob und Berta Kaufmann, die an der Asberger Straße (heute das brachliegende Grundstück Xantener Straße 9) ein Haus errichtet hatten. Drei ihrer neun Kinder starben schon früh. Drei Kinder wurden von anderen Orten (Aachen, Kölner Raum, Lennep) deportiert. Nur eine Tochter überlebte im Versteck. Bis zu ihrer Deportation lebten noch die beiden Söhne Gustav, der Viehhändler, und Louis, der Metzger, mit ihren Familien in dem Haus Xantener Str. 9. Im Jahr 1938 wurden beide in „Schutzhaft“ genommen und nach Dachau verbracht. 1941 wurde Gustav zusammen mit seiner Frau Herta und seinem Sohn Heinz von Moers aus nach Riga deportiert und dort ermordet. 29. Mai 2018
Gymnasium Adolfinum
Herta Kaufmann Herta Kaufmann Xantener Straße 9
Lage
20. Aug. 1892   
Riga
Herta Kaufmann, geborene Cohn, wurde am 20.08.1892 geboren. Sie war die Ehefrau von Gustav Kaufmann und wurde 1941 mit ihrem Mann und ihrem Sohn Heinz nach Riga deportiert und dort ermordet. 29. Mai 2018
Gymnasium Adolfinum
Heinz Kaufmann Heinz Kaufmann Xantener Straße 9
Lage
15. Mär. 1930   
Riga
Heinz Kaufmann wurde am 15.03.1930 geboren. Mit seinen Eltern Gustav und Herta Kaufmann wurde er 1941 nach Riga deportiert und dort ermordet. 29. Mai 2018
Gymnasium Adolfinum
(1) Die Angehörigen der Familie Bähr lebten im Wohnhaus Kirchstraße 48. Dieses wurde im 1944 während des Zweiten Weltkrieges zerstört, nicht wieder aufgebaut und läge heute auf der Straßenkreuzung Unterwallstraße / Rheinberger Straße, sodass die Stolpersteine auf dem Rathausplatz verlegt wurden, der den Blick auf den alten Standort ermöglicht.

Stolpersteine mit Bezug auf Moers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Schwafheimer Lehrerin Maria Djuk wurde ein Stolperstein in Mülheim (Althofstraße 44a) verlegt.[39] Aus Moers nach Riga deportiert wurde 1941 Else Soberski, geb. Voß, die erst nach 1939 nach Moers gekommen war, nachdem ihr Haus in Bad Neuenahr zwangsversteigert worden war.[40] Für sie liegt ein Stolperstein in der Lindenstraße 4 in Bad Neuenahr.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stolpersteine in Moers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Christian Schroeder: Stolpersteine vorerst gestoppt. Rheinische Post, 26. September 2011, abgerufen am 22. Mai 2013.
  2. Gabriele Kaenders: Stolpersteine. Die Linke. Fraktion Moers, 25. September 2011, abgerufen am 22. Mai 2013.
  3. Maren Schmidt: "Stolpersteine" in Moers. Bündnis 90/Die Grünen Moers, 20. Oktober 2011, abgerufen am 22. Mai 2013.
  4. Barbara Grofe: Erste Stolpersteine in Moers Ende Mai. Rheinische Post, 16. Februar 2013, abgerufen am 22. Mai 2013.
  5. Pressemitteilung der Stadt Moers (abgerufen am 22. März 2017)
  6. WAZ vom 28. August 2014, Lokalteil Moers
  7. Auszüge aus einem ausführlichen Interview mit Hannelore Koch und Helga Sakowski über ihre Erinnerungen an ihren Vater Paul Ulrich mit entsprechenden Passagen sind wiedergegeben in: Bernhard Schmidt (Hrsg.): Moers unterm Hakenkreuz. Zeitzeugenberichte, Erinnerungsarbeit und Beiträge zur NS-Zeit im Altkreis Moers, Klartext, Essen 2008, 194-199
  8. NRZ, 7. Dezember 2015, NMO_4
  9. Verlegung der Stolpersteine am 25. August 2016, Dokumentation des Vereins „Erinnern für die Zukunft“
  10. Pressemitteilung der Stadt Moers vom 2. November 2016
  11. Euthanasie in Moers wird nun erforscht, RP-online vom 16. September 2016 (abgerufen am 22. März 2017)
  12. Wiegenlied von Ilse Weber
  13. Pressemitteilung der Stadt Moers vom 12. Juni 2017
  14. Pressemitteilung der Stadt Moers vom 1. Juni 2018
  15. Frisch verlegte Stolpersteine in Moers beschmiert: Staatsschutz ermittelt NRZ vom 30. Mai
  16. Datum der Verlegung und an dem Gedenkakt beteiligte Schule / Organisation
  17. a b Bundesarchiv: Eintrag: Bähr, Hermann Hirsch. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933–1945, abgerufen am 11. Juni 2013.
  18. a b c Brigitte Wirsbitzki: Geschichte der Moerser Juden nach 1933. S. 117–119.
  19. a b Bundesarchiv: Eintrag: Bähr, Helene Hella. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933–1945, abgerufen am 11. Juni 2013.
  20. Bundesarchiv: Eintrag: Bähr, Günter. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933–1945, abgerufen am 11. Juni 2013.
  21. a b Brigitte Wirsbitzki: Geschichte der Moerser Juden nach 1933. S. 130.
  22. Bundesarchiv: Eintrag: Moses, Leopold. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933–1945, abgerufen am 1. Juli 2013.
  23. Bundesarchiv: Eintrag: Bachrach, Hildegard. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933–1945, abgerufen am 1. Juli 2013.
  24. Brigitte Wirsbitzki: Geschichte der Moerser Juden nach 1933. S. 132.
  25. Bernhard Schmidt: Mahnmal und Stolpersteine für die Familien Leiss und Christen (Memento des Originals vom 18. Dezember 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zeit-zeichen.org, Website des Projektes „Zeitzeichen“, Zeitzeichen ist ein Projekt des Kirchenkreises Moers – Neues Evangelisches Forum und dem Verein Erinnern für die Zukunft
  26. a b Bernhard Schmidt, Fritz Burger: Tatort Moers. 2. Auflage. Aragon Verlag, Moers 1995, ISBN 978-3-89535-701-5, S. 327–333.
  27. Peter Horstmann: Moerser Straßen. Geschichte und Deutung, hrsg. von der Stadt Moers, 5. Aufl. 2008, 134
  28. Zur Familiengeschichte siehe: Brigitte Wirsbitzki: Geschichte der Moerser Juden nach 1933. Brendow, Moers, 1991, S. 161
  29. Gedenkbuch für die Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945, Eintrag: Schäfer, Julie Julia
  30. Yad Vashem: Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer
  31. Brigitte Wirsbitzki: Geschichte der Moerser Juden nach 1933. Brendow, Moers, 1991, S. 161
  32. Brigitte Wirsbitzki: Geschichte der Moerser Juden nach 1933. Brendow, Moers, 1991, S. 121
  33. Bernhard Schmidt: Hermann Runge (1902–1975), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und einer der „Väter“ des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, Portal Geschichte des Landschaftsverbandes Rheinland
  34. Bernhard Schmidt, Fritz Burger: Tatort Moers, Aragon, Moers 1994, 181-182
  35. LN (Lokalnachrichten) Moers 21. August 2005
  36. Brigitte Wirsbitzki: Geschichte der Moerser Juden nach 1933. Brendow, Moers, 1991, S. 119 mit Nachweis
  37. Brigitte Wirsbitzki: Geschichte der Moerser Juden nach 1933. Brendow, Moers, 1991, S. 143
  38. NS-Richter straften Rheinhauser Kommunisten hart ab WAZ vom 25. Mai 2016
  39. „Stolperstein“ für Maria Djuk
  40. Stolpersteine in Bad Neuenahr-Ahrweiler, S. 16