Mantel (Markt)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Mantel
Mantel (Markt)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Mantel hervorgehoben
Koordinaten: 49° 39′ N, 12° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neustadt an der Waldnaab
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 16,85 km2
Einwohner: 2808 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 167 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92708
Vorwahl: 09605
Kfz-Kennzeichen: NEW, ESB, VOH
Gemeindeschlüssel: 09 3 74 134
Marktgliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Etzenrichter Straße 11
92708 Mantel
Webpräsenz: www.markt-mantel.com
Bürgermeister: Stephan Oetzinger (CSU)
Lage des Marktes Mantel im Landkreis Neustadt an der Waldnaab
Landkreis Bayreuth Landkreis Schwandorf Weiden in der Oberpfalz Landkreis Tirschenreuth Landkreis Amberg-Sulzbach Georgenberg Pleystein Neustadt am Kulm Pressath Trabitz Eschenbach in der Oberpfalz Bechtsrieth Windischeschenbach Weiherhammer Waldthurn Waidhaus Vohenstrauß Theisseil Tännesberg Störnstein Schwarzenbach (Oberpfalz) Schlammersdorf Schirmitz Püchersreuth Pirk Parkstein Neustadt an der Waldnaab Mantel (Markt) Luhe-Wildenau Leuchtenberg Kohlberg (Oberpfalz) Kirchenthumbach Kirchendemenreuth Irchenrieth Grafenwöhr Flossenbürg Floß (Oberpfalz) Etzenricht Eslarn Altenstadt an der Waldnaab Speinsharter Forst Manteler Forst Vohenstrauß Heinersreuther Forst (Oberpfalz) Tschechien Vorbach Speinshart Moosbach (Oberpfalz)Karte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Mantel ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab etwa zehn Kilometer westlich von Weiden.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mantel liegt an der Staatsstraße 2166 von Weiden nach Freihung, der Kreisstraße NEW 21 sowie an der Haidenaab.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat vier Ortsteile[2]:

Daneben bestehen drei nicht amtlich benannte Ortsteile:

  • Turnhallesiedlung (südöstlich von Mantel)
  • Kalkhäusl (Weiler)
  • Rupprechtsreuther Mühle (zwischen Mantel und Rupprechtsreuth)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung und Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die genaue Entstehung des Ortes ist unbekannt. Die erste eindeutige urkundliche Erwähnung Mantels stammt vom 26. September 1212. Friedrich II. schenkte König Ottokar von Böhmen als Dank für geleistete treue Dienste das Gut Floß, zu dem auch Mantile (Mantel) gehörte. Der tatsächliche Ursprung der Siedlung, deren Kern auch heute noch auf einem Platon an einer Biegung der Heidenaab liegt, ist wohl noch viel älter.

Am 13. Juli 1654 erhielt Mantel das Marktrecht.

Über die Herkunft des Namens gibt es zwei unterschiedliche Theorien. Nach einer Volkssage ist der Name auf das gleichnamige Kleidungsstück zurückzuführen. Ein Räuberhauptmann soll an dem Ort, wo sich heute Mantel befindet, seinen Mantel ausgebreitet haben, um die Beute zu teilen. Es wird für wahrscheinlicher gehalten, dass der Name Mantel von dem althochdeutschen Wort für Kiefer (Mandl) stammt. Mantel ist noch heute von großen Kiefernwäldern umgeben. Tatsächlich stammt aus dem Ort jedoch ein bekannter Räuberhauptmann namens Franz Troglauer. Dieser durchstreifte im 18. Jahrhundert mit seiner Bande die Oberpfalz und Franken.

Erneut erscheint der Markt 1305 als ein Reichsgut im Nürnberger Salbuch, im Jahr 1332 wird Mantel erstmals als eigenständige Pfarrei genannt.

Mit der Verleihung der Letzenmühle an den Hammermeister Hans Frank 1415 entwickelte sich das bis ins 19. Jahrhundert eigenständige Landsassengut Untermantel. Auf dem Reichstag in Worms 1495 bestätigte Kaiser Maximilian I. dem Ort unter anderem das Hofmarksrecht.

Rund 130 Jahre später wird Mantel von kaiserlichen Truppen unter dem General Gallas geplündert, dabei werden 17 Häuser und die Mühle vernichtet. Am 13. Juli 1654 wird der Ort Mantel offiziell zum Markt erhoben und erhält alle damit verbundenen Rechte, obwohl sich die Bezeichnung Markt schon für das 16. Jahrhundert belegen lässt. In den folgenden Jahren erfolgt dann die Errichtung eines Prangers am Marktplatz und eines Galgens an der Moritzkirche, was sich aus den 1654 verliehenen Privilegien ableitet.

Auch von Bränden wurde Mantel häufig heimgesucht; so brannten 1699 gut zweidrittel des Ortes samt Kirche nieder. Bei der schwersten überlieferten Brandkatastrophe, die der Markt erlebte, wurden 73 Häuser 1801 zerstört. In der Folge war das Anbauen von Scheunen, den Stodln, an die Wohnhäuser verboten. Es entstand der noch heute erhaltene Stodlplatz.

Im Ersten Weltkrieg verloren insgesamt 36 Manteler das Leben, während im Zweiten Weltkrieg 144 Manteler Bürger fielen. Von Kriegszerstörungen blieb der Markt in beiden Kriegen weitgehend verschont, 1946 erfolgte die Eingliederung von Rupprechtsreuth. In der Nachkriegszeit nahm der Markt eine positive Entwicklung. Im Zuge der Gebietsreform wurde Mantel der Ortsteil Steinfels 1972 eingegliedert. Dank dem Wirken des damaligen Bürgermeisters Erwin Klemm gelang es dem Markt 1980 nach 20 Monaten Zwangsehe wieder aus der Verwaltungsgemeinschaft Weiherhammer auszuscheiden. In den 1990er übersprang der Ort Mantel dann die 3.000 Einwohnermarke. In den vergangenen Jahren investierte Mantel viel in seine Infrastruktur. Neben der Sanierung des Schulhauses, des Rathauses und des Feuerwehrhauses wurde auch die Schulturnhalle neu gebaut. Zudem wurden zahlreiche Straßenbauprojekte umgesetzt, so der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Mantel-Rupprechtsreuth und der Gemeindeverbindungsstraße Mantel-Steinfels. Zugleich konnte das Baugebiet Winteräcker erschlossen werden.

21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 feierte der Markt die 800-jährige Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1945 oder 1946 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Rupprechtsreuth eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen Teile der aufgelösten Gemeinde Hütten hinzu.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marktgemeinde Mantel hat 14 Markträte, davon stellen seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 die CSU sieben, die SPD vier und die FWG drei. Bürgermeister war zunächst Josef Wittmann, CSU. Wegen des Antrages des Ersten Bürgermeisters auf Entlassung aus gesundheitlichen Gründen führte der Zweite Bürgermeister Stephan Oetzinger bis auf Weiteres die Amtsgeschäfte.

Bei der Bürgermeisterwahl am 20. Mai 2012 wurde Stephan Oetzinger (CSU) mit 73,8 % der Stimmen im ersten Wahlgang zum jüngsten Bürgermeister im Kreis Neustadt an der Waldnaab gewählt.[4][5] Er trat sein Amt am 23. Mai 2012 an.

Bürgermeister seit 1900[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brunner (1894–1918)
  • Eisenmann (1918–1922)
  • Nickl (1922–1924)
  • Wilhelm Klemm (1925–1933)
  • Fritz Janner (1933–1945)
  • Johann Ziegler (1945–1948)
  • Josef Janner (1948–1967)
  • Hans Bäumler (1967–1978)
  • Erwin Klemm (1978–1996)
  • Josef Wittmann (1996–2012)
  • Stephan Oetzinger (seit 2012)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen des Marktes zeigt in Rot einen silbernen Mantel mit abflatternden silbernen Schnüren und blauem Kragen in Rückenansicht. Das Wappen ist seit 1615 bekannt.

Ortskern von Mantel, links die katholische, rechts die evangelische Pfarrkirche

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die ab 1614 erbaute evangelische Pfarrkirche war von 1663 bis zur Weihe der katholischen Pfarrkirche Simultankirche. 1908 erhielt sie eine Erweiterung und einen Zwiebelturm.
  • Die neugotische katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde 1898 begonnen und 1905 eingeweiht.
  • Die Wallfahrtskirche St. Moritz von 1734 besitzt Mauerwerk aus der Mitte des 15. Jahrhunderts und einen Rokoko-Hochaltar aus der Zeit um 1760.
  • Der Markt zeichnet sich im kulturellen Bereich vor allem aber durch seine Vielfalt an Vereinen aus.
  • Insbesondere die Musikgruppe des Oberpfälzer Waldvereins (OWV) hat es in den vergangenen 25 Jahren zu einer überregionalen Bekanntheit gebracht.
  • OWV-Brunnen am Stodlplatz (Ossangerweg) mit über 1090 Jahre altem Brunnstock aus Eiche.
  • Hammerschloss Mantel

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111106/205856&attr=OBJ&val=978
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 538
  4. http://www.markt-mantel.com/buergermeister/
  5. http://www.ramasuri.de/85422/nachrichten/nachrichten-neustadt-waldnaab/juengster-buergermeister-des-landkreises-gewaehlt/

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mantel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien