Eslarn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Eslarn
Eslarn
Deutschlandkarte, Position des Marktes Eslarn hervorgehoben

Koordinaten: 49° 35′ N, 12° 31′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neustadt an der Waldnaab
Höhe: 516 m ü. NHN
Fläche: 55,24 km2
Einwohner: 2678 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92693
Vorwahl: 09653
Kfz-Kennzeichen: NEW, ESB, VOH
Gemeindeschlüssel: 09 3 74 118
Marktgliederung: 26 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
92693 Eslarn
Website: www.eslarn.de
Erster Bürgermeister: Reiner Gäbl[2][3] (SPD)
Lage des Marktes Eslarn im Landkreis Neustadt an der Waldnaab
Landkreis BayreuthLandkreis SchwandorfWeiden in der OberpfalzLandkreis TirschenreuthLandkreis Amberg-SulzbachGeorgenbergPleysteinNeustadt am KulmPressathTrabitzEschenbach in der OberpfalzBechtsriethWindischeschenbachWeiherhammerWaldthurnWaidhausVohenstraußTheisseilTännesbergStörnsteinSchwarzenbach (Oberpfalz)SchlammersdorfSchirmitzPüchersreuthPirkParksteinNeustadt an der WaldnaabMantel (Markt)Luhe-WildenauLeuchtenbergKohlberg (Oberpfalz)KirchenthumbachKirchendemenreuthIrchenriethGrafenwöhrFlossenbürgFloß (Oberpfalz)EtzenrichtEslarnAltenstadt an der WaldnaabSpeinsharter ForstManteler ForstVohenstraußHeinersreuther Forst (Oberpfalz)TschechienVorbachSpeinshartMoosbach (Oberpfalz)Karte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Eslarn (2016)

Eslarn (oberpfälzisch Isling) ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Der gleichnamige Hauptort ist staatlich anerkannter Erholungsort und Sitz der Gemeindeverwaltung.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Eslarn liegt in der Planungsregion Oberpfalz-Nord. Es gilt aufgrund seiner ruhigen Umgebung als Erholungsort, der auch verschiedene Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung bietet. Dazu zählt vor allem die am Ortsrand gelegene Freizeitanlage Atzmannsee. Eslarn liegt am Loisbach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind Waidhaus, Rozvadov, Třemešné, Bělá nad Radbuzou, Schönsee, Oberviechtach, Moosbach und Pleystein.

Wappen von Pleystein
Pleystein
13 km
Wappen von Waidhaus
Waidhaus
8 km
Wappen von Rozvadov
Rozvadov
13 km
Wappen von Moosbach
Moosbach
9 km
Nachbargemeinden Wappen von Třemešné
Třemešné
18 km
Wappen von Oberviechtach
Oberviechtach
18 km
Wappen von Schönsee
Schönsee
9 km
Wappen von Bělá nad Radbuzou
Bělá nad Radbuzou
16 km

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Eslarn hat 26 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[4]

Es gibt die Gemarkungen Burkhardsrieth, Eslarn, Gmeinsrieth, Heumaden und Pfrentsch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eslarn kann aufgrund seiner ersten urkundlichen Erwähnung ca. im Jahre 1135 als Eselharn auf eine über 850 Jahre lange Geschichte zurückblicken. Der Ortsname geht auf althochdeutsch eselaerun (‚bei den Eseltreibern‘) zurück.[5]

In dem Ort war ein Eisenhammer, der im Dreißigjährigen Krieg zugrunde ging. Schon Ende des 15. Jahrhunderts besaß der Ort das Marktrecht mit weitgehenden magistratischen Eigenrechten. Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz bestätigte 1598 die Marktrechte und verlieh ein Wappen. Seit 1613 wird der Ort als Markt bezeichnet. Er gehörte später zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Treswitz des Kurfürstentums Bayern. Durch das Gemeindeedikt von 1818 entstand die politische Gemeinde.

Eslarner Bockl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Bahnhof und Denkmal

Im 19. und 20. Jahrhundert war Eslarn namensgebend für den Eslarner Bockl, die Bahnstrecke von Eslarn nach Neustadt an der Waldnaab. Auf der ehemaligen Bahntrasse verläuft mit 51 Kilometern Bayerns längster Bahntrassenradweg, der Bockl-Radweg.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1945 oder 1946 wurden Teile der aufgelösten Gemeinde Gmeinsrieth eingegliedert. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern kamen am 1. Januar 1972 Teile der Gemeinde Heumaden, am 1. Juli 1972 Teile der Gemeinde Burkhardsrieth hinzu.[6] Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Pfrentsch folgten am 1. Juli 1976.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung in der Gemeinde:[8]

Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 3008 3045 2997 3147 3184 3119 3086 2848 2756

Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 3005 auf 2691 um 314 Einwohner bzw. um 10,5 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl am 15. März 2020 führte zu folgendem Ergebnis:[9]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 34,1 % 5
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 40,7 % 6
Freie Wähler Eslarn (FWG) 25,2 % 3
Gesamt 100 % 14
Wahlbeteiligung: 79,6 %

Der Gemeinderat besteht aus dem Ersten Bürgermeister und 14 Gemeinderatsmitgliedern.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Reiner Gäbl (SPD). Dieser wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Georg Hansl (CSU) und 2008, 2014 sowie 2020[2] wiedergewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Eslarn
Blasonierung: „In Blau ein silberner Balken; oben ein wachsender, rot bewehrter goldener Löwe, unten ein waagrechter silberner Fisch.“[10]

Dieses Wappen wird seit 1598 geführt.

Wappenbegründung: Die Feldfarbe Blau und der ungekrönte pfälzische Löwe geben das landesherrliche Wappen in geminderter Form wieder. Der Fisch, ein Eßling, spielt auf den Ortsnamen an. Kurfürst Friedrich IV. bestätigte 1598 die schon seit Ende des 15. Jahrhunderts schrittweise erlangten Marktrechte und verlieh einen Wappenbrief, demzufolge auch zwei mit der Jahreszahl versehene Siegel angefertigt wurden. Das Recht, den Titel Markt zu führen, erlangte das Dorf Eslarn erst 1613. Der silberne Balken im Wappen sollte ursprünglich schwarz sein. Die heraldische Schraffierung in den Siegeln wurde in neuerer Zeit zum Anlass genommen, die obere Schildhälfte schwarz zu tingieren. Am Rathaus befindet sich ein Wappenrelief von 1607.

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

In Eslarn wird alle fünf Jahre das traditionelle Heimatfest gefeiert. 1995 wurde das etwa zehn Tage dauernde Fest zum 20. Mal veranstaltet.[11] Ein Höhepunkt ist der Festumzug mit zahlreichen Vereinen aus Eslarn und Umgebung sowie den Heimatvereinen von Eslarnern in der Fremde.

Sehenswürdigkeiten (sonstige)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zoigl-Pentaptychon (Brunnen mit Bronze-Plastik, 2018), seitlich beim Rathaus
Zoigl-Pentaptychon, Brunnen vor dem Rathaus mit Bronze-Plastik (2018)
Kriegerdenkmal, errichtet 1914

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schützengesellschaft Hubertus Eslarn e. V.
  • Fischereiverein Eslarn e. V.
  • Dart-Freunde Eslarn
  • TSV Eslarn (Fußball, Turnen, Volleyball, Bodyshake)

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Eslarn führt der Fränkische Jakobsweg, der mit einer weißen Muschel auf hellblauem Grund markiert ist. Er kommt von Tillyschanz, wo er beginnt.[12] Der Jakobsweg betritt mit der Böhmerstraße den Markt Eslarn. Er schwenkt nach rechts (Richtung Nordwesten) in die Tillystraße ein und führt über den Tillyplatz und den Marktplatz zur Bahnhofstraße. Mit der Bahnhofstraße ändert sich seine Richtung nach Südwesten. Er überquert den Loisbach und erreicht über Kapellenstraße, Tradweg, Sportplatzstraße den Atzmannsee. Über die Badewiese entlang des Seeufers wendet der Weg sich nach Süden und tritt bei Pflugsbühl in den Wald ein. Nächste Ortschaft am Fränkischen Jakobsweg ist Lohhof, 6,5 km südwestlich von Eslarn.[13]

In Eslarn endet der Bockl-Radweg, der auf der ehemaligen Bahnstrecke Neustadt–Eslarn von Neustadt an der Waldnaab nach Eslarn führt. Er ist Teil des Paneuropa-Radweges PragParis. Eslarn ist an die Euro-Velo Route 13 (Iron Curtain Trail), den längsten offiziellen Radfernweg Europas, angeschlossen, welcher entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs von Kirkenes in Norwegen nach Carelo an der bulgarischen Schwarzmeerküste verläuft.[14]

An der Staatsstraße 2154 zwischen Schönsee und Eslarn im Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald am Osthang des Stückbergs liegt der Wildpark Eslarn mit einigen einheimischen Tieren, einem Spielplatz und einem Lehr- und Erlebnispfad.

Vertriebenendenkmal (s. a. Liste der Vertriebenendenkmale in Bayern (A–L)), rechtsseitig beim Eingang zum kommunalen Friedhof.

Vertriebenendenkmal, Gedenkstein am Friedhof 92693 Eslarn

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 13, im produzierenden Gewerbe 496 und im Bereich Handel und Verkehr 61 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 92 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 1021. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 16, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 97 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2123 Hektar, davon waren 1102 Hektar Ackerfläche und 1019 Hektar Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2013 gab es folgende Einrichtungen:

  • Einen Kindergarten mit 75 Plätzen und 68 Kindern, davon drei unter drei Jahre (BayStatKommunal 2013)
  • Eine Volksschule mit vier Lehrern und 82 Schülern (BayStatKommunal 2013)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Müller („Waldmüller“) (1879–1964), Komponist und Zitherspieler, geboren in Eslarn und Ehrenbürger
  • Josef Hanauer (1913–2003), Pfarrer und Buchautor
  • Georg Friedrich Zimmermann (1916–1984), Kirchenmusiker und römisch-katholischer Priester, der im Februar 1969 wegen „Unzucht mit Abhängigen“ zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Seit 1993 gibt es eine Gg.-Zimmermann-Straße in Eslarn.[15][16][17]
  • August Lang (1929–2004), Politiker und bayerischer Staatsminister (CSU)
  • Ernst Michl (1935–2001), Politiker, MdL a. D. (CSU)
  • Marianne Ach (* 1942), ehemalige Nonne, Lehrerin und Schriftstellerin
  • Fritz Möstl (* 1954), Politiker, MdL a. D. (SPD)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Eslarn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Eslarn – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Reiner Gäbl bleibt Chef im Eslarner Rathaus. Abgerufen am 22. April 2020.
  3. Marktgemeinderatsmitglieder. Gemeinde Eslarn, abgerufen am 18. Oktober 2020.
  4. Markt Eslarn in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
  5. Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen: Herkunft und Bedeutung; Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz. C.H.Beck, München 2006, ISBN 3-406-55206-4, S. 75.
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 586.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 652.
  8. Datenbank Statistikdaten Bayern
  9. Markt Eslarn: Bekanntmachung des abschließenden Ergebnisses der Wahl des Gemeinderats am 15. März 2020 (PDF 9,78 KB), abgerufen am 17. März 2021
  10. Eintrag zum Wappen von Eslarn in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  11. Historisches zum Heimatfest Eslarn (Memento vom 23. März 2011 im Internet Archive)
  12. Fränkischer Albverein (Hrsg.): Auf dem Jakobsweg von Tillyschanz über Schwandorf nach Nürnberg. Verlag Seehars, 97215 Uffenheim 1997, ISBN 3-927598-22-4, S. 10
  13. Fränkischer Albverein (Hrsg.): Auf dem Jakobsweg von Tillyschanz über Schwandorf nach Nürnberg. Verlag Seehars, 97215 Uffenheim 1997, ISBN 3-927598-22-4, S. 15, 16
  14. Iron Curtain Trail - Am ehemaligen Eisernen Vorhang quer durch Europa. (Nicht mehr online verfügbar.) 2014, archiviert vom Original am 20. April 2017; abgerufen am 19. April 2017.
  15. Durch Trinken auf Abwege, in: Der Neue Tag Weiden, vom 22. Februar 1969 (Zeitungsbericht über die Gerichtsverhandlung vom Vortag.)
  16. Amt und Hürde, 1. Jg., 3. Ausgabe 2011
  17. Robert Werner: Die Causa Georg Zimmermann - Über 50 Jahre Vertuschungsgeschichte, Bericht auf regensburg-digital, 2013