Oberdolling

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oberdolling
Oberdolling
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberdolling hervorgehoben

Koordinaten: 48° 50′ N, 11° 36′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Eichstätt
Verwaltungs­gemeinschaft: Pförring
Höhe: 382 m ü. NHN
Fläche: 19,36 km2
Einwohner: 1295 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85129
Vorwahl: 08404
Kfz-Kennzeichen: EI
Gemeindeschlüssel: 09 1 76 150
Gemeindegliederung: 6 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 1
85129 Oberdolling
Website: www.oberdolling.de
Bürgermeister: Josef Lohr (CSU)
Lage der Gemeinde Oberdolling im Landkreis Eichstätt
Landkreis Donau-RiesLandkreis RothLandkreis Weißenburg-GunzenhausenLandkreis Neumarkt in der OberpfalzLandkreis RegensburgLandkreis KelheimLandkreis Pfaffenhofen an der IlmLandkreis Neuburg-SchrobenhausenIngolstadtHaunstetter ForstAdelschlagAltmannsteinBeilngriesBöhmfeldBuxheim (Oberbayern)Denkendorf (Oberbayern)DollnsteinEgweilEichstättEitensheimGaimersheimGroßmehringHepbergHitzhofenKindingKipfenbergKöschingLentingMindelstettenMörnsheimNassenfelsOberdollingPollenfeldPförringSchernfeldStammham (bei Ingolstadt)TittingWaltingWellheimWettstettenKarte
Über dieses Bild
Unterdolling
Pfarrkirche St. Georg in Oberdolling
Inneres der Pfarrkirche St. Georg in Oberdolling
Pfarrkirche St. Georg, Epitaphe des 17. Jahrhunderts
Oberdolling in der Juralandschaft
Oberdolling. Kupferstich von Michael Wening, 1701

Oberdolling ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Eichstätt und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Pförring.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberdolling liegt in der Region Ingolstadt in der Hallertau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat sechs amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Nachbarorte und -gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mindelstetten
Kasing (Kösching) Nachbargemeinden
Großmehring Vohburg Pförring

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gründung der Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Oberdolling wurde urkundlich erstmals 825/27 als „Tullinga“ erwähnt. Seit Beginn des 12. Jahrhunderts ist ein Ortsadel nachweisbar. Deren Burg (im 17. Jahrhundert „Schleckerstein“ genannt) lag am Südwestrand des Dorfes. 1339 war ihr Besitzer Ulrich von Mendorf. 1466 wurde der Ort in Ober- und Unterdolling geteilt. Nach der Zerstörung durch schwedische Truppen im Dreißigjährigen Krieg wurde die von einem Wassergraben umgebene Burg 1649 von den Ingolstädter Jesuiten neu aufgebaut; nach einem erneuten Brand 1931 wurde das Schloss nach historischem Vorbild wieder aufgebaut. 1693 erwarben die Freiherren von Hegnenberg gen. Dux Oberdolling und erhielten dies hinfort als bayerisches Lehen. 1904 erhielt der Ort Eisenbahnanschluss; die ehemalige Trasse (Im Jahre 1972 wurde der Personenverkehr eingestellt.) wird heute für den Schambachtalbahn-Radweg genutzt.

Oberdolling gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Vohburg des Kurfürstentums Bayern. Die Freiherren bzw. späteren Grafen von Hegnenberg-Dux besaßen hier eine offene Hofmark. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstanden mit den Gemeindeedikten von 1804 bzw. 1818 aus den Hofmarken Ober- und Unterdolling (erstmals 1466 erwähnt) eigenständige Gemeinden, die dem Landgericht Ingolstadt (dem späteren Landkreis) angehörten.

Kreiszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Eingemeindung Unterdollings wechselte Oberdolling am 1. Juli 1972 in den vergrößerten Landkreis Eichstätt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Unterdolling eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 995 auf 1.313 um 318 Einwohner bzw. um 32 %.

  • 1961: 0750 Einwohner
  • 1970: 0826 Einwohner
  • 1987: 0954 Einwohner
  • 1991: 1034 Einwohner
  • 1995: 1098 Einwohner
  • 2000: 1200 Einwohner
  • 2005: 1229 Einwohner
  • 2010: 1187 Einwohner
  • 2015: 1272 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Oberdolling hat zwölf Mitglieder. Die Kommunalwahl am 15. März 2020 hatte folgendes Ergebnis:

  • CSU: 6 Sitze (53,5 %)
  • CW: 6 Sitze (46,5 %).

Die Wahlbeteiligung betrug 67,9 %.

Auch bei den 2008 und 2014 hatten CSU und CW jeweils sechs Mandate erreicht.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit dem 15. November 2004 Josef Lohr (* 1960) von der Christlich-Sozialen Union in Bayern. Er wurde zuletzt am 15. März 2020 ohne Mitbewerber mit 95,39 % der Stimmen im Amt bestätigt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Beschreibung des 1985 angenommenen Wappens lautet: „Unter silbernem Schildhaupt, darin ein schwarzer Hauptpfahl, in Schwarz ein rot gekrönter und bewehrter goldener Löwenrumpf.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche St. Georg ist ursprünglich ein frühgotischer Bau. 1895/97 wurde unter Pfarrer Andreas Bücherl ein neuromanischer Neubau hochgezogen. 1963 erfolgte eine Renovierung. Der Kirchturm von 1793 birgt einen römischen Grabstein. Ein frühgotisches Steinrelief aus dem 13. Jahrhundert ist in die rechte Chorraumwand neben der Tür zur Sakristei eingemauert.[4] In der Kirche finden sich Epitaphe des 17. und 18. Jahrhunderts.

Die Filialkirche St. Stephan in Unterdolling ist eine mittelalterliche Chorturmanlage.

Die katholische Filialkirche St. Margaretha in Weißendorf ist eine romanische Kirche aus dem späten 12. Jahrhundert.

Erwähnenswert ist auch das Schloss Oberdolling, ein dreigeschossiger Walmdachbau mit Eckerkertürmen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Laurenzimarkt am zweiten Sonntag im August
  • Christkindlmarkt am dritten Advent

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 738.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 260.000 €. Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 218 und im Bereich Handel und Verkehr 53 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 409. Im verarbeitenden Gewerbe gab es neun Betriebe, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 34 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1087 ha, davon waren 1066 ha Ackerfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht der Gemeindekindergarten „St. Georg“, der 50 Kindergartenplätze anbietet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Eichstätter Raum in Geschichte und Gegenwart, Eichstätt, 2. erweiterte Auflage 1984, S. 253 f.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Oberdolling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Oberdolling in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 14. September 2019.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 490.
  4. Festschrift zum 100. Weihetag der Pfarrkirche St. Georg in Oberdolling am 20. April 1997, S. 30.