Pförring

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Pförring
Pförring
Deutschlandkarte, Position des Marktes Pförring hervorgehoben
Koordinaten: 48° 48′ N, 11° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Eichstätt
Verwaltungs­gemeinschaft: Pförring
Höhe: 356 m ü. NHN
Fläche: 43,51 km2
Einwohner: 3639 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85104
Vorwahl: 08403
Kfz-Kennzeichen: EI
Gemeindeschlüssel: 09 1 76 153
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
85104 Pförring
Webpräsenz: www.pfoerring.de
Bürgermeister: Bernhard Sammiller
Lage des Marktes Pförring im Landkreis Eichstätt
Landkreis Donau-Ries Landkreis Roth Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Regensburg Landkreis Kelheim Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Ingolstadt Haunstetter Forst Adelschlag Altmannstein Beilngries Böhmfeld Buxheim (Oberbayern) Denkendorf (Oberbayern) Dollnstein Egweil Eichstätt Eitensheim Gaimersheim Großmehring Hepberg Hitzhofen Kinding Kipfenberg Kösching Lenting Mindelstetten Mörnsheim Nassenfels Oberdolling Pollenfeld Pförring Schernfeld Stammham (bei Ingolstadt) Titting Walting Wellheim WettstettenKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Pförring ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Eichstätt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt in der Hallertau in den Ebenen der Donauauen, an deren Altwasser, welche vom Kelsbach gespeist werden. Die Donau fließt unmittelbar südlich am Ort vorbei. Nördlich erstrecken sich die sanft hügeligen Anhöhen des beginnenden Jura. Pförring ist 25 km von Ingolstadt und 95 km von München entfernt und liegt an der Grenze zu Niederbayern.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren die Gemarkungen: Ettling, Forchheim, Gaden bei Pförring, Lobsing, Pförring und Wackerstein. Weitere Ortsteile sind Dötting, Feuchtmühle, Giesenau, Grundmühle, Pirkenbrunn, Weidach und Würzmühle.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden von Pförring sind: Altmannstein, Mindelstetten, Münchsmünster, Neustadt an der Donau, Oberdolling und Vohburg an der Donau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauinschrift vom Kastell Celeusum

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 1,3 km nordöstlich der jetzigen Ortschaft stand das Castrum Celeusum, eines der 80 Kastelle, welche den Limes zwischen Rhein und Donau sicherten. Es wurde im Jahre 141 nach Christus errichtet und vermutlich 233 nach Christus in den Alemannenstürmen zerstört. In „loco Faringa“ kreuzte die Fernstraße Paris nach Byzanz die Donau[2].

St.Leonhard

Der Ort soll schon im Nibelungenlied erwähnt worden sein. In Pförring, dem alten Faringa oder Vergen soll sich der Hof des Fergen, d. h. des Fährmanns befunden haben, den Hagen erschlug, weil er sich geweigert hatte, die Nibelungen über die Donau zu setzen. Das nahe Marching soll das im Nibelungenlied erwähnte Möringen gewesen sein, in welchem die Nibelungen auf ihrem Zug ins Hunnenland die Donau letztlich überquerten. Andere halten die Ortschaft Großmehring bei Ingolstadt für das im Nibelungenlied genannte Möringen.[3]

In Pförring sammelte Karl der Große sein Heer, mit welchem er den abtrünnigen bayerischen Herzog Tassilo III. besiegte und überquerte hier die Donau.[2]

In späterer mittelalterlicher Zeit wurde Pförring als „Faringa“ im Jahr 787 von Einhard erstmals urkundlich erwähnt und gehörte zum Kelsgau. Der Name „Faringa“ wird als Siedlung an der „far“, d.h. an der Überfahrt erklärt [2]. Nach Erhebung zum Markt im Jahre 1318 erhielt Pförring von den Wittelsbacher im Jahre 1367 das Privileg zum Brückenschlag über die Donau [2]. Am 1. November 1007 schenkte der im nahen Bad Abbach geborene Kaiser Heinrich II. dem neu gegründeten Bistum Bamberg seine Besitzungen in Pförring. Aus dieser Schenkung ging die „Bambergische Propstei Pförring“ hervor. Die Propstei, welche zeitweise bis zu 23 Anwesen am Ort in Besitz hatte, übte in Pförring über viele Jahrhunderte hinweg grundherrliche und richterliche Gewalt aus [2]. Im Jahre 1560 veräußerte das Hochstift Bamberg seine Besitzungen an Georg von Gumppenberg [2].

Der Ort gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Vohburg an der Donau des Kurfürstentums Bayern. Pförring besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
siehe auch Burgruine Ettling

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Ettling und Wackerstein eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen die Orte Gaden bei Pförring und Forchheim, Landkreis Riedenburg, hinzu.[4] Lobsing folgte am 1. Mai 1978.[5]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung ist überwiegend römisch-katholisch. Am Ort befinden sich zwei katholische Kirchen und ein katholischer Friedhof. Pförring gehört zum Bistum Regensburg.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung
Jahr Bevölkerung
1961 2684
1970 2881
1987 2766
1991 2934
1995 3132
2000 3383
2005 3494
2010 3522
2015 3639

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Marktgemeinderat von Pförring hat 16 Mitglieder.

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Pförring ist Mitglied der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit dem 25. März 1996 Bernhard Sammiller von der CSU.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theater der Kolpingfamilie Pförring (www.theater-pfoerring.de); findet jährlich statt

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kleinhäuslermuseum Pförring
  • Kriegermuseum Pförring
  • Handwerker- u. Bauernmuseum Pförring

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der TSV Pförring 1911 e. V. (gegründet 15. November 1911) zählt etwa 1.000 Mitglieder. Er bietet Tennis, Badminton, Einrad, Volleyball, Kinderturnen, Geräteturnen, Gymnastik, Aerobic und Fußball im Senioren- sowie Juniorenbereich an. Die Sporthallen der Schule des Marktes Pförring werden von den Abteilungen genutzt. Der Verein ist Veranstalter des alljährlichen Volksfestes, das seit 1973 durchgeführt wird. Neben den sportlichen Betrieb werden viele weitere Veranstaltungen und Fahrten angeboten. Der TSV Pförring besitzt zwei Großfeldplätze und einen Kleinfeldplatz, sowie einen Beachvolleyballplatz und ein Vereinsheim mit Terrasse. Ferner vier Tennisplätze mit eigenem Vereinsheim und Umkleideräumen, sowie ein Gerätehaus. Für die Freizeitgestaltung wurden sechs Tipizelte beschafft, von denen fünf aufgestellt sind. In Planung befinden sich zwei weitere Kleinfeldplätze.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volksfest (bis 2013)
  • Open Air
  • Georgimarkt
  • Leonhardi-Ritt
  • Radi-Fest
  • Kinderfest
  • Fischerfest
  • Faschingsumzug (alle zwei Jahre)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 3.908.000 €, davon waren umgerechnet 2.389.000 € (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

Nach der amtlichen Statistik gab es 1998 im produzierenden Gewerbe 104 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 125 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1140. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei, im Bauhauptgewerbe neun Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 118 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3244 Hektar, davon waren 2921 Hektar Ackerfläche und 322 Hektar Dauergrünfläche.

Pförring ist Sitz des Elektronik-Versandhauses Pollin Electronic.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist durch die Bundesstraßen B299 und B16a an das nationale Straßennetz angebunden. Die Linien 25 und 26 der Ingolstädter Verkehrsgesellschaft binden die Gemeinde an den Großraum Ingolstadt an.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 125 Kindergartenplätze mit 128 Kindern
  • Volksschulen: eine mit 21 Lehrern und 405 Schülern

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pförring – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c d e f Hubert Freilinger, Historischer Atlas von Bayern, Heft 46, S. 234-237, Hrsg. Kommission für bayerische Landesgeschichte München, 1977.
  3. Georg Rieger, Kelheimer Heimatbuch für die Stadt und den Landkreis Kelheim, Seite 209 und 399, Hrsg 1953
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 490.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 599.