Painten

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Painten
Painten
Deutschlandkarte, Position des Marktes Painten hervorgehoben
Koordinaten: 49° 0′ N, 11° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Kelheim
Höhe: 490 m ü. NHN
Fläche: 36,89 km²
Einwohner: 2235 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 61 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93351
Vorwahl: 09499
Kfz-Kennzeichen: KEH, MAI, PAR, RID, ROL
Gemeindeschlüssel: 09 2 73 159
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 24
93351 Painten
Webpräsenz: www.painten.de
Bürgermeister: Michael Raßhofer (CSU)
Lage des Marktes Painten im Landkreis Kelheim
Altmühl Altmühl Donau Main-Donau-Kanal Naab Regen (Fluss) Landkreis Eichstätt Landkreis Freising Landkreis Landshut Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Regensburg Landkreis Regensburg Landkreis Straubing-Bogen Gemeindefreies Gebiet Hacklberg Painten Hienheimer Forst Frauenforst Neustadt an der Donau Dürnbucher Forst Abensberg Aiglsbach Attenhofen Bad Abbach Biburg (Niederbayern) Elsendorf Essing Hausen (Niederbayern) Herrngiersdorf Ihrlerstein Kelheim Kelheim Kirchdorf (Hallertau) Langquaid Mainburg Neustadt an der Donau Neustadt an der Donau Painten Painten Riedenburg Rohr in Niederbayern Saal an der Donau Siegenburg Teugn Train (Niederbayern) Volkenschwand WildenbergKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Painten ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Kelheim.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Painten liegt in der Region Kelheim.

Zum Markt Painten gehören folgende Dörfer und Weiler: Berg, Maierhofen, Mantlach, Netzstall, Neulohe und Rothenbügl.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Georg

Im 12. Jahrhundert wird der Ortsname als Piwente und Piunten in den Literalien des Klosters Prüfening erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 1293 wird der Name von Painten zusammen mit Hemau und dem Tangrintel im Einigungsbrief Graf Gebhards von Hirschberg mit Herzog Ludwig II. von Bayern genannt.[2] Painten gehörte bis 1305 zur Grafschaft Hirschberg, danach zum Herzogtum Oberbayern, ab 1505 zum neu gegründeten Herzogtum Neuburg und dessen Pflegamt Hemau. Seine Marktfreiheit hatte Painten als wirtschaftliches Zentrum im südlichen Teil des Pflegamtes Hemau wohl schon vor 1500 erlangt.[3]

Painten lag an einer Salzstraße, die von Salzburg über Altötting, Landshut und Kelheim herkommend weiter nach Nürnberg führte. Im Jahr 1505 wurde Painten für fast drei Jahrhunderte pfalz-neuburgische Mautstation und Grenzort zum Herzogtum Bayern.[4]

Painten wurde während der lutherischen Reformation durch Pfalzgraf Ottheinrich ab 1542 selbständige Pfarrei und blieb dies bis zur katholischen Gegenreformation um 1618. Im Schmalkaldischen Krieg (1546/47) wurde Painten schwer zerstört und verlor dadurch vorübergehend seine Marktrechte. Im Jahr 1576 wurden die Marktrechte durch den damaligen Landesherrn, Herzog und Pfalzgraf Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg erneuert und erweitert. Dieser verlieh dabei dem Markt Painten mit der Bestätigung der Marktrechte das Wappen.[5]

1630 ist in Painten erstmals eine Glashütte belegt. Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm (Pfalz-Neuburg) hatte den Venezianer Ferrante Morone mit ihrer Einrichtung beauftragt.[6] In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges sind in Deutschland bisher nur zwei weitere Glasmanufakturen bekannt geworden, in denen Glas auf venezianische Art (à la façon de Venise) hergestellt wurde. Der Standort Painten wurde gewählt, da mit dem herrschaftlichen Paintner Forst die Energieversorgung für die Glasschmelze gesichert war. Nachdem die erste Paintner Glashütte im Dreißigjährigen Krieg untergegangen war, erfolgte 1665 eine Neugründung im nahen Rothenbügl. Diese Glashütte bestand bis 1878. [7]

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) wurden 40 von 81 Anwesen niedergebrannt und erst nach Jahrzehnten wieder aufgebaut.[8]

Seit 1799 war das Gebiet mit dem Kurfürstentum Bayern vereint. Painten besaß ein Marktgericht mit weitgehenden Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem bayerischen Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Painten. Von 1862 bis 1879 gehörte Painten zum Bezirksamt Hemau und damit zum bayerischen Regierungsbezirk Oberpfalz. Mit der Auflösung des Bezirksamtes Hemau am 1. Oktober 1879 kam Painten am 1. Januar 1880 zum neu gebildeten Bezirksamt Parsberg. Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Damit war Painten nun Teil des Landkreises Parsberg. Bis 1945 gehörte Painten zum Regierungsbezirk Niederbayern und Oberpfalz. Ab 1945 war das Gebiet amerikanische Besatzungszone und wurde ab 1949 dem Regierungsbezirk Oberpfalz zugeordnet.

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern kam der Markt Painten 1972 vom aufgelösten Landkreis Parsberg zum Landkreis Kelheim und damit zum Regierungsbezirk Niederbayern. 1978 wurde Painten zwangsweise in eine Verwaltungsgemeinschaft mit Ihrlerstein und Essing eingegliedert. Zum 1. Januar 1980 erlangt die Marktgemeinde Painten ihre volle Selbständigkeit zurück.[9]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1946 wurde ein Teil der aufgelösten Gemeinde Rothenbügl eingegliedert. Im Zuge der Gebietsreform kamen auch am 1. Januar 1972 die Gemeinde Neulohe (mit Maierhofen)[10] sowie im Jahr 1978 Teile der Gemeinde Klingen (Berg, Mantlach und Netzstall) hinzu. Zum 1. Januar 2013 wurde das gemeindefreie Gebiet Paintner Forst vollständig eingegliedert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 insgesamt 1767, 1987 dann 1878, im Jahr 2000 2182, im Jahr 2011 2184 und im Jahr 2012 schließlich 2195 Einwohner gezählt. Im Jahr 2015 waren es 2235 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Michael Raßhofer (CSU). Die einzige politische Jugendorganisation in Painten ist die Junge Union Painten.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.479.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 709.000 €.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Painten

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Foto eines fossilen Dinosaurierschädels
Kopfskelett von Sciurumimus. Die für Theropoden ungewöhnliche Dentition (Bezahnung) ist hier gut zu erkennen.

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 344 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 59 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 835. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 39 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 590 ha, davon waren 506 ha Ackerfläche.

Kalk-Abbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Steinbruch bei Painten hat eine Fläche von derzeit 47,7 Hektar. Das Gelände wird durch die Fa. RYGOL genutzt. Eine Erweiterung um zusätzliche 18,7 Hektar soll die Existenz des Kalkwerkes für weitere 35 Jahre sichern.[11] Die Firma RYGOL ist heute (neben der Produktion von Dämmstoffen) einer der führenden Hersteller von Trockenmörteln in Bayern.

Auf dem Gelände des Steinbruchs der Firma RYGOL wurde bei Ausgrabungsarbeiten 2009 oder 2010 ein fast vollständig erhaltenes Skelett eines Raubsauriers Sciurumimus aufgefunden. Das Fossil ist ca. 151 Millionen Jahre alt und eines der weltweit am besten erhaltenen Dinosaurierfossilien. Es befindet sich als Dauerleihgabe im paläontologischen Bürgermeister-Müller-Museums in Solnhofen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: zwei Kindergärten mit 100 Kindergartenplätze mit 66 Kindern
  • Volksschulen: eine mit zehn Lehrern und 188 Schülern

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Markt Painten (Hg.): Painten in Geschichte und Gegenwart, Painten 2005

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Painten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Geschichte des Marktes Painten. In: painten.de. Abgerufen am 7. Dezember 2015.
  3. Emma Mages: Bayerns Gemeinden - Markt Painten. In: hdbg.eu. Abgerufen am 8. Dezember 2015.
  4. Markt Painten. In: hdbg.de. Abgerufen am 9. Dezember 2015.
  5. Painten (bei Kelheim). In: genealogy.net. Abgerufen am 8. Dezember 2015.
  6. Georg Paulus: Glasindustrie bei Painten (1630 - 1932). In: pressglas-korrespondenz.de. 4. Dezember 2010. Abgerufen am 9. Dezember 2015.
  7. Georg Paulus: Glasindustrie bei Painten (1630-1932)- Erschienen in: DIE OBERPFALZ, Jg. 98, Heft 4, S. 230–239, [http://dispatch.opac.dnb.de/DB=1.1/CMD?ACT=SRCHA&IKT=8&TRM=0342-9873 ISSN 0342-9873, Kallmünz 2010]. In: familiepaulus.de. Abgerufen am 9. Dezember 2015.
  8. REGIOWIKI - Painten. In: regiowiki.pnp.de. Abgerufen am 8. Dezember 2015.
  9. Painten (bei Kelheim). In: genealogy.net. 15. Juli 2015. Abgerufen am 15. Dezember 2015.
  10. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 547.
  11. Martina Hutzler: Zwischen Wirtschaftswohl und Ohrenweh. Das Kalkwerk RYGOL hat eine Erweiterung seines Steinbruchs beantragt.. In: mittelbayerische.de. 10. September 2015. Abgerufen am 9. Dezember 2015.