Painten

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Painten
Painten
Deutschlandkarte, Position des Marktes Painten hervorgehoben

Koordinaten: 49° 0′ N, 11° 49′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Kelheim
Höhe: 498 m ü. NHN
Fläche: 36,89 km2
Einwohner: 2266 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 61 Einwohner je km2
Postleitzahl: 93351
Vorwahl: 09499
Kfz-Kennzeichen: KEH, MAI, PAR, RID, ROL
Gemeindeschlüssel: 09 2 73 159
Marktgliederung: 12 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 24
93351 Painten
Website: www.painten.de
Bürgermeister: Michael Raßhofer (CSU)
Lage des Marktes Painten im Landkreis Kelheim
Landkreis EichstättLandkreis FreisingLandkreis LandshutLandkreis Neumarkt in der OberpfalzLandkreis Pfaffenhofen an der IlmRegensburgLandkreis RegensburgLandkreis Straubing-BogenGemeindefreies Gebiet HacklbergPaintenHienheimer ForstFrauenforstNeustadt an der DonauDürnbucher ForstAbensbergAiglsbachAttenhofenBad AbbachBiburg (Niederbayern)ElsendorfEssingHausen (Niederbayern)HerrngiersdorfIhrlersteinKelheimKelheimKirchdorf (Hallertau)LangquaidMainburgNeustadt an der DonauNeustadt an der DonauPaintenPaintenRiedenburgRohr in NiederbayernSaal an der DonauSiegenburgTeugnTrain (Niederbayern)VolkenschwandWildenbergKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Ortsansicht von Painten aus Südosten

Painten ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Kelheim.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt etwa zehn Kilometer nordwestlich von Kelheim und zwanzig Kilometer westlich von Regensburg auf einer Höhe von etwa 500 m ü. NHN. Er befindet sich auf der südlichen Frankenalb im südöstlichen Bereich des historischen Gebietes Tangrintel, einer überwiegend bewaldeten Hochebene, die zwischen den Flussläufen der Altmühl und der Schwarzen Laber liegt.[2] Alle Ortschaften liegen im westlichen Bereich der Gemeinde, der Osten wird vom Paintner Forst eingenommen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Hemau
Hemau
7 km
Wappen von Deuerling
Deuerling
8 km
Wappen von Riedenburg
Riedenburg
10 km
Nachbargemeinden Wappen von Nittendorf
Nittendorf
11 km
Wappen von Essing
Essing
8 km
Wappen von Ihrlerstein
Ihrlerstein
8 km
Frauenforst
(Gemeindefreies Gebiet)

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt zwölf Gemeindeteile[3] (in Klammern ist der Siedlungstyp[4] angegeben):

Es gibt die Gemarkungen Klingen - Painten, Neulohe, Painten, Paintner Forst und Rothenbügl.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Georg

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um etwa 1150 wird der Ortsname als „Piwente“ und von etwa 1150 bis 1160 als „Piunten“ in den Literalien des Klosters Prüfening erstmals urkundlich erwähnt.[6] Im Jahr 1293 wurde der Ort „Peinten“ genannt und 1584 schließlich „Painten“. Der Name des Ortes geht auf den Flurnamen „biunta“ bzw. „piunte“ zurück, der im Althochdeutschen so viel wie „eingehegtes Grundstück“ bedeutete.

Im Jahr 1293 wird Painten zusammen mit Hemau und dem Tangrintel im Einigungsbrief Graf Gebhards von Hirschberg mit Herzog Ludwig II. von Bayern genannt.[7] Bis 1305 gehörte der Ort zur Grafschaft Hirschberg, danach zum Herzogtum Oberbayern, ab 1505 zum neu gegründeten Herzogtum Neuburg und dessen Pflegamt Hemau. Seine Marktfreiheit hatte der Ort als wirtschaftliches Zentrum im südlichen Teil des Pflegamtes Hemau wohl schon vor 1500 erlangt.[8]

Painten lag an einer Salzstraße, die von Salzburg über Altötting, Landshut und Kelheim kommend weiter nach Nürnberg führte. Im Jahr 1505 wurde der Ort für fast drei Jahrhunderte pfalz-neuburgische Mautstation und Grenzort zum Herzogtum Bayern.[9]

Während der lutherischen Reformation durch Pfalzgraf Ottheinrich wurde Painten ab 1542 selbständige Pfarrei und blieb das bis zur katholischen Gegenreformation um 1618. Im Schmalkaldischen Krieg (1546/47) wurde Painten schwer zerstört und verlor dadurch vorübergehend seine Marktrechte. Im Jahr 1576 wurden die Marktrechte durch den damaligen Landesherrn, Herzog und Pfalzgraf Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg erneuert und erweitert. Dieser verlieh dabei dem Markt Painten mit der Bestätigung der Marktrechte das Wappen.[10]

Für das Jahr 1630 ist in Painten erstmals eine Glashütte belegt. Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm (Pfalz-Neuburg) hatte den Venezianer Ferrante Morone mit ihrer Einrichtung beauftragt.[11] Für die Zeit des Dreißigjährigen Krieges sind in Deutschland nur zwei weitere Glasmanufakturen bekannt, in denen Glas auf venezianische Art (à la façon de Venise) hergestellt wurde. Der Standort Painten wurde gewählt, da mit dem herrschaftlichen Paintner Forst die Energieversorgung für die Glasschmelze gesichert war. Nachdem die erste Paintner Glashütte im Dreißigjährigen Krieg untergegangen war, erfolgte 1665 eine Neugründung im nahen Rothenbügl. Diese Glashütte bestand bis 1878.[12]

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) wurden 40 von 81 Anwesen niedergebrannt und erst nach Jahrzehnten wieder aufgebaut.[13]

Verwaltungszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1799 war das Gebiet mit dem Kurfürstentum Bayern vereint. Painten besaß ein Marktgericht mit weitgehenden Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Painten. Von 1862 bis 1879 gehörte Painten zum Bezirksamt Hemau und damit zum bayerischen Regierungsbezirk Oberpfalz. Mit der Auflösung des Bezirksamtes Hemau am 1. Oktober 1879 kam Painten am 1. Januar 1880 zum neu gebildeten Bezirksamt Parsberg. Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Damit war Painten nun Teil des Landkreises Parsberg. Bis 1945 gehörte Painten zum Regierungsbezirk Niederbayern und Oberpfalz. Ab 1945 war das Gebiet amerikanische Besatzungszone und wurde ab 1949 dem Regierungsbezirk Oberpfalz zugeordnet.

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern kam der Markt Painten 1972 vom aufgelösten Landkreis Parsberg zum Landkreis Kelheim und damit zum Regierungsbezirk Niederbayern. Im Jahre 1978 wurde Painten zwangsweise in eine Verwaltungsgemeinschaft mit Ihrlerstein und Essing eingegliedert. Am 1. Januar 1980 erlangte der Markt Painten seine volle Selbständigkeit zurück.[14]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1946 wurde ein Teil der aufgelösten Gemeinde Rothenbügl eingegliedert. Im Zuge der Gebietsreform kamen am 1. Januar 1972 die Gemeinde Neulohe (mit Maierhofen)[15] sowie im Jahr 1978 Teile der Gemeinde Klingen (Berg, Mantlach und Netzstall) hinzu. Zum 1. Januar 2013 wurde das gemeindefreie Gebiet Paintner Forst vollständig eingegliedert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1585 Einwohner
  • 1970: 1767 Einwohner
  • 1987: 1878 Einwohner
  • 1991: 1956 Einwohner
  • 1995: 2114 Einwohner
  • 2000: 2182 Einwohner
  • 2005: 2257 Einwohner
  • 2010: 2198 Einwohner
  • 2015: 2235 Einwohner

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1868 auf 2282 bzw. um 22,2 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl 2020 ergab folgende Stimmenanteile und Sitzverteilung:[16]

Partei/Liste % Sitze
CSU 49,59 7
SPD 37,63 5
Freie Wähler Painten 12,77 2

Bürgermeister ist seit Mai 2014 Michael Raßhofer (CSU). Er wurde im März 2014 mit 50,4 % der Stimmen gewählt.[17] und 2020 mit 94,55 % der Stimmen im Amt bestätigt.[18]

Die einzige politische Jugendorganisation in Painten ist die Junge Union Painten.

Rathaus Painten

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Painten
Blasonierung:Geteilt; oben in Gold nebeneinander drei grüne Laubbäume, unten sieben schräge silberne und blaue Rauten.“[19]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktplatz von Painten
Katholische Pfarrkirche St. Georg

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Foto eines Dinosaurierschädels
Kopfskelett von Sciurumimus. Die für einen Raubdinosaurier aus der Gruppe der Tetanurae ungewöhnliche Bezahnung ist hier gut zu erkennen.

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 344 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen lag dieser Wert bei 59 Personen. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 835. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 39 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 590 ha, davon waren 506 ha Ackerfläche.

Kalk-Abbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Steinbruch bei Painten hat eine Fläche von derzeit 47,7 Hektar. Das Gelände wird durch die Fa. RYGOL Baustoffwerk genutzt. Eine Erweiterung um zusätzliche 18,7 Hektar soll die Existenz des Kalkwerkes für weitere 35 Jahre sichern.[20] Die Firma RYGOL Baustoffwerk ist heute einer der führenden Hersteller von Trockenmörteln in Bayern.

Auf dem Gelände des Steinbruchs wurde bei Ausgrabungsarbeiten 2009 oder 2010 ein fast vollständig erhaltenes Skelett des Raubsauriers Sciurumimus aufgefunden. Das Fossil ist ca. 151 Millionen Jahre alt und eines der weltweit am besten erhaltenen Dinosaurierfossilien. Es befindet sich als Dauerleihgabe im paläontologischen Bürgermeister-Müller-Museum in Solnhofen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: Zwei mit 100 Kindergartenplätzen und 66 Kindern
  • Volksschulen: Eine mit zehn Lehrern und 188 Schülern

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Markt Painten (Hrsg.): Painten in Geschichte und Gegenwart, Painten 2005

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Painten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Beschreibung von Tangrintel auf einer privaten Website
  3. Markt Painten, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 29. September 2021.
  4. Gemeinde Wieseth in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 25. April 2021.
  5. Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 14. Juli 2020, abgerufen am 29. Januar 2021.
  6. Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz. München 2006, Seite 202.
  7. Geschichte des Marktes Painten. In: painten.de. Abgerufen am 7. Dezember 2015.
  8. Emma Mages: Bayerns Gemeinden - Markt Painten. In: hdbg.eu. Abgerufen am 8. Dezember 2015.
  9. Markt Painten. In: hdbg.de. Abgerufen am 9. Dezember 2015.
  10. Painten (bei Kelheim). In: genealogy.net. Abgerufen am 8. Dezember 2015.
  11. Georg Paulus: Glasindustrie bei Painten (1630–1932). In: pressglas-korrespondenz.de. 4. Dezember 2010. Abgerufen am 9. Dezember 2015.
  12. Georg Paulus: Glasindustrie bei Painten (1630-1932)- Erschienen in: DIE OBERPFALZ, Jg. 98, Heft 4, S. 230–239, ISSN 0342-9873, Kallmünz 2010. In: familiepaulus.de. Abgerufen am 9. Dezember 2015.
  13. REGIOWIKI - Painten. In: regiowiki.pnp.de. Abgerufen am 8. Dezember 2015.
  14. Painten (bei Kelheim). In: genealogy.net. 15. Juli 2015. Abgerufen am 15. Dezember 2015.
  15. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 547.
  16. Wahl des Marktgemeinderates - Kommunalwahlen 2020 im Markt Painten - Gesamtergebnis. Abgerufen am 16. Dezember 2020.
  17. Stichwahl in der Kreisstadt, auf donaukurier.de, abgerufen am 25. Dezember 2020
  18. Wahl des ersten Bürgermeisters Markt Painten, auf landkreis-kelheim.de
  19. Eintrag zum Wappen von Painten in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  20. Martina Hutzler: Zwischen Wirtschaftswohl und Ohrenweh. Das Kalkwerk RYGOL hat eine Erweiterung seines Steinbruchs beantragt.. In: mittelbayerische.de. 10. September 2015. Abgerufen am 9. Dezember 2015.