Elsendorf

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Elsendorf ist eine Gemeinde in Niederbayern, außerdem ein Stadtteil von Schlüsselfeld im oberfränkischen Landkreis Bamberg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Elsendorf
Elsendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Elsendorf hervorgehoben
Koordinaten: 48° 42′ N, 11° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Kelheim
Verwaltungs­gemeinschaft: Mainburg
Höhe: 405 m ü. NHN
Fläche: 32,65 km2
Einwohner: 2138 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner je km2
Postleitzahl: 84094
Vorwahl: 08753
Kfz-Kennzeichen: KEH, MAI, PAR, RID, ROL
Gemeindeschlüssel: 09 2 73 163
Adresse der Verbandsverwaltung: Regensburger Str. 1
84048 Mainburg
Webpräsenz: www.elsendorf.de
Bürgermeister: Markus Huber (CSU)
Lage der Gemeinde Elsendorf im Landkreis Kelheim
Altmühl Altmühl Donau Main-Donau-Kanal Naab Regen (Fluss) Landkreis Eichstätt Landkreis Freising Landkreis Landshut Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Regensburg Landkreis Regensburg Landkreis Straubing-Bogen Gemeindefreies Gebiet Hacklberg Painten Hienheimer Forst Frauenforst Neustadt an der Donau Dürnbucher Forst Abensberg Aiglsbach Attenhofen Bad Abbach Biburg (Niederbayern) Elsendorf Essing Hausen (Niederbayern) Herrngiersdorf Ihrlerstein Kelheim Kelheim Kirchdorf (Hallertau) Langquaid Mainburg Neustadt an der Donau Neustadt an der Donau Painten Painten Riedenburg Rohr in Niederbayern Saal an der Donau Siegenburg Teugn Train (Niederbayern) Volkenschwand WildenbergKarte
Über dieses Bild

Elsendorf ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Kelheim und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Mainburg.

Ortsansicht von Westen
Ortsansicht
Fluss Abens mit Kirche Maria Immaculata
Maria Immaculata

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elsendorf liegt in der Region Landshut in der Hallertau im Abenstal.

Es existieren folgende Gemarkungen: Appersdorf, Horneck, Mitterstetten, Ratzenhofen. Weitere Ortsteile sind Allakofen, Margarethenthann, Haunsbach und Wolfshausen.

Außerdem gehören folgende Einöden und Weiler zur Gemeinde: Aichberg, Einthal, Emersdorf, Freudenthal, Gaden, Grubmühle, Hartlmühle, Landersdorf, Randlkofen und Weingarten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elsendorf wurde bereits im Jahr 848 erstmals urkundlich erwähnt. Die nächsten Erwähnungen erfolgen genau 100 Jahre später, also 948 sowie 972 und 981 jeweils als Elisindorf. Der Grundherr Ulrich von Elsendorf übereignete 1116 einen Hof in Elsendorf an das Kloster Benediktbeuern. Nur neun Jahre später, also 1125, vermachte er jedoch seine hiesigen Güter einschließlich der Tauf- und Pfarrkirche an das Stift Admont in der Steiermark, welches ebenfalls von den Benediktinern betreut wurde, und trat dort als Laienbruder ein. Damit löste er einen Streit zwischen den Klöstern Benediktbeuern und Admont aus, da Benediktbeuern nach der Überlassung eines einzelnen Hofes in Erwartung einer größeren Schenkung war. Dieser Konflikt dauerte bis 1161 an. Später überließen auch noch weitere Stifter ihre Besitzungen in Elsendorf dem Stift Admont. 1171 wurde schließlich in einer päpstlichen Bulle bestätigt, dass Elsendorf mit seiner Pfarrkirche St. Martin (heute: Pfarrkirche Maria Immaculata) zum Stift Admont gehöre. Dabei setzte sich das Kloster deutlich mehr für die Bauern in dem Dorf ein, als es ein weltlicher Grundherr wohl getan hätte. So ließ von Abt Urban 1637, fünf Jahre nach den für Elsendorf verheerenden Schwedeneinfällen, „Zug- und Melkvieh“ im Ennstal kaufen und an die Bauern in Elsendorf verteilen. 1632 hatten die Herren von Mamming, die auf dem nahe gelegenen Schloss Ratzenhofen residierten, noch versucht, das von den Schweden heimgesuchte Dorf zu einem Spottpreis zu kaufen und insbesondere das Präsentationsrecht für die Pfarrei zu erwerben. Erst 1668 wurde die Propstei Elsendorf verkauft, allerdings an das Kloster Hohenwart, das zur damaligen Zeit von Benediktinerinnen geführt wurde. 1735 versuchten die Herren von Mamming noch einmal, das Präsentationsrecht für Elsendorf zu erlangen; jedoch war auch dieser Versuch vergeblich. 1775 wird dieses Recht schließlich von Wiguläus Freiherr von Kreittmayr erworben, dem unter anderem das Schloss Offenstetten gehörte. Die Familie Kreittmayr übte trotz Säkularisation das Präsentationsrecht für Elsendorf bis 1879 aus, danach wurde es bis 1943(!) von den jeweiligen Inhaber des Schlosses Offenstetten ausgeübt.[2]

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand freilich bereits mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Ratzenhofen. Dieser war auch Elsendorf zugeordnet.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Appersdorf in die Gemeinde Ratzenhofen eingegliedert.[3] Am 1. Januar 1978 kam Mitterstetten hinzu.[4] Die Gemeinde Elsendorf erhielt ihren Namen erst im Jahre 1985 durch Umbenennung der bisherigen Gemeinde Ratzenhofen.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1555 Einwohner
  • 1970: 1577 Einwohner
  • 1987: 1616 Einwohner
  • 1991: 1746 Einwohner
  • 1995: 1815 Einwohner
  • 2000: 1935 Einwohner
  • 2005: 2028 Einwohner
  • 2010: 2039 Einwohner
  • 2015: 2138 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Markus Huber (CSU).

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft acht, im produzierenden Gewerbe 233 und im Bereich Handel und Verkehr 27 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 60 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 602. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 100 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1881 ha, davon waren 1669 ha Ackerfläche und 189 ha Dauergrünfläche. Der Hopfenanbau spielt eine bedeutende Rolle.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1999 existierten folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 75 Kindergartenplätze mit 83 Kindern
  • Volksschulen: eine Grundschule mit neun Lehrern und 158 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Elsendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Sixtus Lampl: Elsendorf – Pfarrkirche Mariä Unbefleckte Empfängnis. Schlossverlag Valley, 200, ISBN 3-406-09669-7, S. 3–9, S. 26.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 516.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 611.
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. München 1991, S. 25.