Siegenburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Siegenburg
Siegenburg
Deutschlandkarte, Position des Marktes Siegenburg hervorgehoben
Koordinaten: 48° 45′ N, 11° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Kelheim
Verwaltungs­gemeinschaft: Siegenburg
Höhe: 392 m ü. NHN
Fläche: 27,86 km2
Einwohner: 3732 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 134 Einwohner je km2
Postleitzahl: 93354
Vorwahl: 09444
Kfz-Kennzeichen: KEH, MAI, PAR, RID, ROL
Gemeindeschlüssel: 09 2 73 172
Adresse der
Marktverwaltung:
Marienplatz 13
93354 Siegenburg
Webpräsenz: www.siegenburg.de
Bürgermeister: Dr. Johann Bergermeier (Unabhängige Wähler)
Lage des Marktes Siegenburg im Landkreis Kelheim
AltmühlAltmühlDonauMain-Donau-KanalNaabRegen (Fluss)Landkreis EichstättLandkreis FreisingLandkreis LandshutLandkreis Neumarkt in der OberpfalzLandkreis Pfaffenhofen an der IlmRegensburgLandkreis RegensburgLandkreis Straubing-BogenGemeindefreies Gebiet HacklbergPaintenHienheimer ForstFrauenforstNeustadt an der DonauDürnbucher ForstAbensbergAiglsbachAttenhofenBad AbbachBiburg (Niederbayern)ElsendorfEssingHausen (Niederbayern)HerrngiersdorfIhrlersteinKelheimKelheimKirchdorf (Hallertau)LangquaidMainburgNeustadt an der DonauNeustadt an der DonauPaintenPaintenRiedenburgRohr in NiederbayernSaal an der DonauSiegenburgTeugnTrain (Niederbayern)VolkenschwandWildenbergKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Siegenburg ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Kelheim und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Siegenburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siegenburg liegt in der Region Regensburg in der Hallertau.

Es existieren folgende Gemarkungen: Niederumelsdorf, Siegenburg, Staudach, Tollbach. Nördlich von Siegenburg grenzt die Gemeinde Biburg mit den beiden Ortsteilen Dürnhart und Perka an Siegenburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Siegenburgs erfolgte im Jahre 895.[2] Der Ort soll seinen Namen von einem bereits im 9. Jahrhundert genannten „Sigo“ erhalten haben.[2] Um das Jahr 1050 wurde Altmann I. († 1094) Herr zu Siegenburg.[2][3][4] Graf Eberhard I. von Ratzenhofen, Bruder von Altmann I., gilt als Stammvater des zu den Babonen zählenden Abensberger Adelsgeschlechts.[5] Das Geschlecht der Altmann, welches über drei Generationen die Herrschaft in Siegenburg ausübte, gelangte durch die Vogtei über das Kloster Münchsmünster zu Bedeutung und Ansehen.[4] Nach seinem Erlöschen im Jahre 1180 gingen der Besitz sowie Vogteirechte auf die Wittelsbacher über, welche einen Burgpfleger bestellten.[4] Als solche sind die „Ettlinger“, aus dem Ort Ettling bei Pförring sowie die „Höchstetter“ – diese waren auch Forstmeister im Dürnbucher Forst – bekannt.[4]

Markt Siegenburg um 1700, Kupferstich von Michael Wening
Siegenburg, Pfarrkirche St. Nikolaus

Die Verleihung des Marktrechts, mit der eine gewisse kommunale Selbstverwaltung verbunden war, geht auf Kaiser Ludwig den Bayer zurück.[2] Bereits in einer Urkunde von 1359 wird „Sybenpurch“ als Markt bezeichnet.[2] Die Burg Siegenburg, deren Aussehen sich im Siegenburger Wappen erhalten hat, wurde im Landshuter Erbfolgekrieg (1504) durch böhmische Truppen zerstört.[4] Mitte des 16. Jahrhunderts ließ der Siegenburger Bürger und Ratsherr „Bilbis“ anstelle der Burg das Schloss Siegenburg errichten.[4]

Seit 1871 ist Siegenburg eine eigenständige Pfarrei. Zuvor gehörte der Ort zum Sprengel der Pfarrei Niederumelsdorf.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1945 oder 1946 wurden die Gemeinde Tollbach und Teile der aufgelösten Gemeinde Staudach eingegliedert.[6] Am 1. Januar 1976 kam Niederumelsdorf hinzu.[7] Aus dem gemeindefreien Gebiet Dürnbucher Forst wurde am 1. Januar 2014 das 2,3 km² große Gebiet des ehemaligen Bombodroms in den Markt Siegenburg eingegliedert.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 2322 2296 2384 2635 2936 3105 3287 3436 3668

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 16. März 2014 führte zu bei einer Wahlbeteiligung von 61,8 % folgendem Ergebnis für die Zusammensetzung des Marktgemeinderats:[9]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 23,6 % 4
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 9,2 % 1
Forum e.V. 6,6 % 1
Freie Wählergruppe Niederumelsdorf (NU) 10,5 % 2
Freie Bürgerliste (FBL) 7,2 % 1
Aktive Bürgerinnen und Bürger Siegenburg (ABBS) 3,9 % 1
Freie Wählergemeinschaft Siegenburg (FWS) 12,0 % 2
Junge Liste 6,4 % 1
Unabhängige Wähler 21,3 % 3

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit Mai 2014 Johann Bergermeier (UW). Er wurde bei der Kommunalwahl 2014 mit 50,9 % der gültigen Stimmen in sein Amt gewählt. Zweiter Bürgermeister ist Helmut Meichelböck (CSU), dritter Bürgermeister ist Otto Ettengruber (CSU) (Stand 2014).

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gemeinde Hollenstein an der Ybbs in Österreich wird eine Gemeindepartnerschaft angestrebt.[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pilbis-Schloss

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche St. Nikolaus wurde 1892–1893 im Stil des Neubarock erbaut.
  • Das Pilbis-Schloss entstand Mitte des 16. Jahrhunderts.
  • Siegenburger Spezialitäten-Brauerei

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitgliederstarke Vereine im Ort sind unter anderem die Freiwillige Feuerwehr Siegenburg, die Motorsport-Freunde Siegenburg e. V., die Faschingsgesellschaft Siegonia e. V. und der Hallertauer Volkstrachtenverein Siegenburg e. V.

Der größte Sportverein am Ort ist der TSV Siegenburg 1904 e. V. mit knapp 1000 Mitgliedern. Hauptsportarten sind Tischtennis und Fußball (im Jugendbereich die JFG Abenstal), des Weiteren werden noch Volleyball, Kegeln, Turnen (Aerobic, Kinderturnen und Damengymnastik), Reiten, Karate und Skifahren angeboten.

Einer der ältesten Vereine des Ortes ist der Gemischte Gesangsverein Liederkranz „Frohsinn“ e. V., er existiert seit 1872.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2014 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sieben, im produzierenden Gewerbe 526 und im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe 118 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 207 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1476. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei, im Bauhauptgewerbe sieben Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2010 58 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 1366 ha, davon waren 1208 ha Ackerfläche und 156 ha Wiesen und Weiden. Außerdem wird in Siegenburg zurzeit immer noch nach alter Tradition das Siegenburger Bier gebraut. Siegenburg liegt in dem Hopfenanbaugebiet Hallertau und es wird auch noch von etlichen Landwirten Hopfen erzeugt. Von den so genannten Hopfensiegelbezirken in der Hallertau ist einer der Markt Siegenburg.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2014):

  • Kommunale Kinderkrippe „Sonnenstube“
  • Volkshochschule in Kooperation mit Abensberg
  • katholischer Kindergarten St. Nikolaus
  • Herzog-Albrecht-Schule (Grund- und Mittelschule)

In Siegenburg geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c d e f Georg Rieger: Kelheimer Heimatbuch für die Stadt und den Landkreis Kelheim. Seite 307 ff., Hrsg 1953
  3. Adam Rottler: Abensberg im Wandel der Zeiten, Seite 28, 353, Eigenverlag, Abensberg 1972
  4. a b c d e f Hubert Freilinger: Historischer Atlas von Bayern. Heft 46, S. 238 ff., Hrsg. Kommission für bayerische Landesgeschichte München, 1977
  5. Adam Rottler, Seiten 24, 25, 28
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 493.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 610.
  8. Amtsblatt Niederbayern, 53. Jahrgang, Nr. 16
  9. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014
  10. Marktblatt Siegenburg, September 2017, S. 24, abgerufen am 7. Dezember 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Siegenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien