Saal an der Donau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Saal a.d.Donau
Saal an der Donau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Saal a.d.Donau hervorgehoben
Koordinaten: 48° 54′ N, 11° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Kelheim
Verwaltungs­gemeinschaft: Saal an der Donau
Höhe: 346 m ü. NHN
Fläche: 44,11 km²
Einwohner: 5237 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93342
Vorwahlen: 09441 09448
Kfz-Kennzeichen: KEH, MAI, PAR, RID, ROL
Gemeindeschlüssel: 09 2 73 166
Gemeindegliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 4
93342 Saal a.d.Donau
Webpräsenz: www.saal-donau.de
Bürgermeister: Christian Nerb (Freie Wähler Bayern)
Lage der Gemeinde Saal a.d.Donau im Landkreis Kelheim
Altmühl Altmühl Donau Main-Donau-Kanal Naab Regen (Fluss) Landkreis Eichstätt Landkreis Freising Landkreis Landshut Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Regensburg Landkreis Regensburg Landkreis Straubing-Bogen Gemeindefreies Gebiet Hacklberg Painten Hienheimer Forst Frauenforst Neustadt an der Donau Dürnbucher Forst Abensberg Aiglsbach Attenhofen Bad Abbach Biburg (Niederbayern) Elsendorf Essing Hausen (Niederbayern) Herrngiersdorf Ihrlerstein Kelheim Kelheim Kirchdorf (Hallertau) Langquaid Mainburg Neustadt an der Donau Neustadt an der Donau Painten Painten Riedenburg Rohr in Niederbayern Saal an der Donau Siegenburg Teugn Train (Niederbayern) Volkenschwand WildenbergKarte
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Saal an der Donau (amtlich: Saal a.d.Donau) ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Kelheim und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Saal a.d.Donau.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saal a.d.Donau liegt im Tal der Donau an der Bundesstraße 16 zwischen Regensburg und Ingolstadt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Saal besteht aus folgenden 15 Ortsteilen:

  • Buchhofen
  • Einmuß
  • Gstreifet
  • Kleinberghofen
  • Kleingiersdorf
  • Mitterfecking
  • Oberfecking
  • Oberschambach
  • Oberteuerting
  • Peterfecking
  • Reißing
  • Saal a. d. Donau
  • Seilbach
  • Unterschambach
  • Unterteuerting

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor- und Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das leicht kultivierbare Tal der Donau ist uralter Siedlungsboden. So haben bereits die Neandertaler hier gelebt. Davon zeugen Faustkeile, die gefunden wurden. Auch in den späteren vorchristlichen Jahrhunderten lebten wohl immer Menschen hier, was Gräber und Reste von Siedlungen beweisen.

Durch den Abbau von Eisen war die Gegend um Saal von zirka 400 bis 100 vor Christus Teil eines dichtbesiedelten Zentrums der Kelten. Noch heute lassen sich Spuren dieser Keltenschanzen (befestigte Schutzanlagen) finden. Der Wall dieser Befestigung am Ringberg bei Untersaal ist 2,2 Kilometer lang. Ähnliche Anlagen findet man in Kleingiersdorf und Unterschambach.

Den vordringenden Römern hatten die Kelten nichts entgegenzusetzen. Die Donau wurde nun Teil des Limes, der das römische Reich schützen sollte. Auch die Römer errichteten befestigte Anlagen zum Schutz. So wurde etwa um 350 nach Christus in Untersaal ein Burgus errichtet.

Der Feckinger Bach, die damalige Sala wurde ab 400 nach Christus zum Namensgeber von Saal. Aus der Zeit der Völkerwanderung sind wenig historische Fakten bekannt. Wahrscheinlich bot der Kelheimer Raum auch in dieser kriegerischen Zeit Menschen immer geeigneten Siedlungsboden. So sind Gräber der Bajuwaren nachgewiesen.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1002 wurden dem Reichsstift Niedermünster in Regensburg von König Heinrich II. schriftlich Königsschutz, Immunität und Wahlrecht verliehen. Somit gingen Besitz und Rechte an einem Gebiet, das von Kelheim bis Einmuß reichte an das Reichsstift Niedermünster. Jetzt findet auch die erstmalige, urkundliche Erwähnung der späteren Gemeinde statt. Unter dem Stift Niedermünster war Saal auch Sitz eines Schrannengerichtes.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Säkularisation im Jahr 1803 wurde Saal Teil des bayerischen Staates. In der Folge wurde mit dem Bau einer Poststraße und der Anbindung an die Eisenbahn begonnen, was den Grundstein für die wirtschaftliche Entwicklung Saals bedeutete.

Von 1944 bis 1945 war bei Saal - an der Straße nach Teugn - ein Außenlager des KZ Flossenbürg mit der Bezeichnung Ring Me. Hier sollte ein Teil der Produktion der Flugzeugfirma Messerschmitt in Regensburg ausgelagert werden, die seit 1943 Luftangriffen der Alliierten ausgesetzt war. Zeitweise bis 600 Häftlinge lebten dort unter mörderischen Arbeits- und Lebensbedingungen, von denen mehrere hundert umkamen. Das Lager bei Saal war eine von vielen „versteckten“ Produktionsstätten in Süddeutschland. Im Friedhof Saal weist ein Gedenkstein auf die Opfer der Zwangsarbeiter hin.

Im Jahr 2002 konnte Saal seine erste urkundliche Erwähnung vor 1000 Jahren feiern. Das ganze Jahr über wurden Veranstaltungen durchgeführt. Eine Ausstellung im Rathaus mit Bildern aus der Saaler Historie von Februar bis November, ein Jubiläumsfestakt im April und ein Jugendfest im November als Ausklang des Jubeljahres. Den Höhepunkt fanden die Feierlichkeiten aber vom 19. bis 21. Juli zum Auftakt mit einem bayerischen Heimatabend in Untersaal und einem gigantischen historischen Fest die beiden weiteren Tage an verschiedenen Plätzen in Obersaal. An vier Plätzen war die lebendige Geschichte von Saal zu bewundern. Ein durchgehendes Programm auf drei Bühnen diente der Unterhaltung mit Aufführungen, musikalischen Darbietungen und Vorführungen von historischen Handwerken und Geräten. Der Höhepunkt war der große historische Festumzug „von der Steinzeit bis zur Industriegemeinde“ mit 109 Gruppen und etwa 2100 Teilnehmern. Das historische Spektakel zählte über 20.000 Besucher.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Reißing (mit Ober- und Unterteuerting, Buchhofen, Gstreifet) eingegliedert, am 1. Juli 1972 kam Einmuß (mit Ober- und Unterschambach, Kleinberghofen, Kleingiersdorf) hinzu, am 1. Mai 1978 schließlich Mitterfecking (mit Peter- und Oberfecking, Seilbach).[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl des Gemeinderats (Stand: 16. März 2014):

  • Christlich-Soziale Union (CSU): 5 Sitze
  • Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD): 3 Sitze
  • Unabhängige Wähler (UW): 4 Sitze
  • Freie Wähler Saal (FW): 6 Sitze
  • WfW (Wähler für Wähler): 2 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1990 bis 2014 war Peter Buberger (UW) Bürgermeister. Er übernahm das Amt von Johann Schlachtmeier (FW), der von 1966 bis 1990 das Amt innehatte. Von 1945 bis 1966 führte Joseph Hacker (SPD) als Gemeindeoberhaupt die Gemeinde an.[3] Seit dem 1. Mai 2014 hat Christian Nerb (FW) das Amt des Bürgermeisters als Nachfolger von Herrn Buberger offiziell übernommen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Saal ist blau. Von links oben nach rechts unten verlaufen drei silberne Balken. Rechts oben findet sich ein goldenes Posthorn. Das Posthorn weist auf die in Saal damals ansässige Poststation des Hauses Thurn und Taxis hin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche Christkönig

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alte Pfarrkirche, die bis auf das Jahr um 1480 zurückreicht
  • Christ-König-Kirche, mit einem eindrucksvollen sechsstimmigen Geläut
  • Pestkapelle, errichtet zur Abwendung der Pest

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seinen Handwerks- und Industriebetrieben weist Saal a.d.Donau eine stabile wirtschaftliche Grundlage auf. Der Hafen Kelheim-Saal, der an das Industriegebiet angrenzt, bildet die ideale Basis für wirtschaftliches Wachstum.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Saal liegt an der Donautalbahn Ingolstadt-Regensburg. Die Bundesstraße 16 und der nahe Autobahnanschluss zur Bundesautobahn 93 bilden eine ideale Verkehrsanbindung. Der Industriehafen Kelheim-Saal und ein Yachthafen schließen Saal an das Wassernetz der Donau an.

Langjährig ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kalkwerk prägt seit Jahrzehnten große Teile von Saal. Mittlerweile gehört es zur Firma Fels. Die Cetto Group ist seit 1960 in der Kunststoffverarbeitung tätig. Die Firma Mahlo, welche seit den 1940er Jahren existiert, hat ihren Hauptsitz ebenfalls in Saal. Der Hafen Kelheim-Saal entwickelte sich zum Güterverkehrszentrum. Viele Firmen haben sich hier angesiedelt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bereich der Gemeinde Saal gibt es zwei Kindergärten (Fröhliche Heide, Zwergerlhaus in Mitterfecking), eine Kinderkrippe und eine Volksschule (Grund- und Mittelschule) mit Hallenbad. Das Hallenbad ist im Winter öffentlich zugänglich.

Das Freibad mit seinen drei Becken zieht im Sommer viele Besucher, auch aus den benachbarten Gemeinden an.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Volksschule Saal vereint Grund- und Mittelschule. Eine Musikschule ergänzt die schulischen Möglichkeiten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Oktober 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Saal a. d. Donau: Eingemeindungen der Ortsteile. Online auf www.saal-donau.de. Abgerufen am 10. Oktober 2015.
  3. Gemeinde Saal a. d. Donau: Alle Bürgermeister von 1846 bis heute. Online auf www.saal-donau.de. Abgerufen am 10. Oktober 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saal an der Donau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien