Mainburg

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Dieser Artikel behandelt die bayerische Stadt Mainburg, zur gleichnamigen niederösterreichischen Katastralgemeinde siehe Mainburg (Gemeinde Hofstetten-Grünau).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Mainburg
Mainburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Mainburg hervorgehoben
Koordinaten: 48° 39′ N, 11° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Kelheim
Höhe: 422 m ü. NHN
Fläche: 61,59 km2
Einwohner: 14.855 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 241 Einwohner je km2
Postleitzahl: 84048
Vorwahl: 08751
Kfz-Kennzeichen: KEH, MAI, PAR, RID, ROL
Gemeindeschlüssel: 09 2 73 147
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1–4
84048 Mainburg
Webpräsenz: www.mainburg.de
Bürgermeister: Josef Reiser (Stadt-Land-Union)
Lage der Stadt Mainburg im Landkreis Kelheim
Altmühl Altmühl Donau Main-Donau-Kanal Naab Regen (Fluss) Landkreis Eichstätt Landkreis Freising Landkreis Landshut Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Regensburg Landkreis Regensburg Landkreis Straubing-Bogen Gemeindefreies Gebiet Hacklberg Painten Hienheimer Forst Frauenforst Neustadt an der Donau Dürnbucher Forst Abensberg Aiglsbach Attenhofen Bad Abbach Biburg (Niederbayern) Elsendorf Essing Hausen (Niederbayern) Herrngiersdorf Ihrlerstein Kelheim Kelheim Kirchdorf (Hallertau) Langquaid Mainburg Neustadt an der Donau Neustadt an der Donau Painten Painten Riedenburg Rohr in Niederbayern Saal an der Donau Siegenburg Teugn Train (Niederbayern) Volkenschwand WildenbergKarte
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Mainburg ist eine Stadt im niederbayerischen Landkreis Kelheim.

Die Herkunft des Namens konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. Philipp Apian leitete den Namen von Marrenberg (Kastanien-Berg) ab, Michael Wening von Maien (Birken) – für die erste Deutung spricht das Wappen mit dem Baum (nachzuweisen seit 1374).

Der Name Mainburg könnte aber auch vom Grafen Mainhard von Rotteneck, dem Erbauer der Burg, abgeleitet sein.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altstadt mit Salvatorberg
Stadtansicht vom Salvatorberg
Die Abens bei Mainburg

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt am Flüsschen Abens im Zentrum der Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt, und wird daher auch als Mittelzentrum oder "Herz der Hallertau" bezeichnet.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt die Ortsteile Aignerhof, Aufhausen, Auhof, Axenhofen, Bachmühle, Beslmühle, Brandmühle, Dirschengrub, Ebrantshausen, Frauenberg, Götzenberg, Grabmühle, Gschwellberg, Gschwellhof, Gumpertshofen, Haid, Holzmannshausen, Kleingundertshausen, Köglmühle, Leitenbach, Leuchtenburg, Lindkirchen, Marzill, Massenhausen, Meilenhausen, Meilenhofen, Mittermühle, Neumühle, Oberempfenbach, Obermühle, Öchslhof, Petermühle, Pettenhof, Plankmühle, Puttenhausen, Ried, Rohnstorf, Rothmühle, Sandelzhausen, Seemühle, Steinbach, Straßhof, Streichmühle, Unterempfenbach, Unterwangenbach, Wambach, Weihmühle und Wolfertshausen.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Mainburg finden sich umfangreiche Bentonit-Vorkommen. Die Bildung des Bentonits steht im direkten Zusammenhang mit dem Ries-Ereignis.[2][3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hopfenmetropole[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende des 14. Jahrhunderts verlieh Herzog Stephan II. von Bayern-Ingolstadt das Recht, auf den St. Margarethentag und den St. Gallentag Jahrmärkte abzuhalten. Jahrhundertelang war Mainburg ein Marktflecken, bis der Ort 1847 das Recht erhielt, Hopfen zu siegeln.

Erst 1954 zur Stadt erhoben, verzehnfachte sich im Zuge der Gebietsreformen der 1970er Jahre das Gebiet der ehemaligen Kreisstadt Mainburg durch die Eingemeindung der ehemals selbständigen Gemeinden Ebrantshausen, Holzmannshausen, Lindkirchen, Oberempfenbach, Steinbach und Sandelzhausen.

Heute ist Mainburg das kulturelle und gesellschaftliche Zentrum der Region.

Historischer Stadtkern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Architektonischer Mittelpunkt der Stadt ist der Marktplatz mit dem historischen Rathaus, der Liebfrauenkirche und dem Marienbrunnen, einem der Wahrzeichen der Stadt. Das Rathaus, mit seiner schönen Giebelfassade, den Rundbogenarkaden und dem Erkerturm, entstand 1756, nachdem das alte Rathaus an dieser Stelle niedergebrannt war. In dem Gebäude waren in früheren Zeiten noch der Bürgerarrest, später eine Schulklasse, Läden im Erdgeschoss, die Schranne (der Getreidemarkt) und bis 1964 die Hopfenwaage untergebracht.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Mainburg in ihrer heutigen Form entwickelte sich aus drei Siedlungskernen, nämlich Schleißbach, Mainburg und Schlüsselhausen.[4] Schleißbach, bereits 825 als „Slegelpach“ zum ersten Mal urkundlich erwähnt, an der Anhöhe des westlichen Abenstales gelegen, war eine eigenständige Pfarrei mit einer dem Heiligen Laurentius geweihten Kirche und befand sich in grundherrlicher Abhängigkeit zum Hochstift Freising.[4] 1272 gelangte Schleißbach durch Tausch in den Besitz des Wittelsbacher Herzogs Ludwig II.; kurz darauf wurde es in das Bistum Regensburg eingegliedert.[4] Der zweite Siedlungskern entstand um 1220, als Graf Meinhard von Rotteneck gegenüber auf dem so genannten Hofberg, an der östlichen Anhöhe des Abenstals gelegen, die Feste Mainburg errichtete.[4] Der letzte Herr von Rotteneck, der Regensburger Bischof Heinrich II. von Rotteneck, veräußerte am 21. August 1279 die Burg Rotteneck mit allen Besitzungen, darunter auch die Feste Mainburg, an Herzog Ludwig II. zu Gunsten seiner Domkirche.[5][4] In Schlüsselhausen, dem in der Flussniederung gelegenen dritten Siedlungskern, ist eine dem Herzog urbare Mühle urkundlich erwähnt.[4] Die einheitlichen Besitzverhältnisse zu Gunsten der Wittelsbacher Landesherren dürften den Zusammenschluss der drei Einzelsiedlungen zu einem Gemeinwesen ermöglicht haben.[4]

Der Markt Mainburg im heutigen Bezirk Niederbayern war vor 1800 Pflegamt und gehörte zum Rentamt München des Kurfürstentums Bayern. Mainburg besaß ein Marktgericht mit weitgehenden magistratischen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Beim Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Versuch eines Bürgers von Ebrantshausen, mit einer weißen Fahne an der Kirche den US-Truppen den Ort kampflos zu überlassen, dem katholischen Pfarrer Benefiziat Augustin Wagner zum Verhängnis. Er wurde denunziert und am 28. April 1945 von Angehörigen der Waffen-SS erschossen. An der Mordstelle in einem Wald zwischen Holzmannshausen und Meilenhausen wurde zu seinem Gedenken 1955 die Wagner-Kapelle errichtet.[6]

1954 wurde Mainburg zur Stadt erhoben.[7]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Ebrantshausen (bis 1865 Ebertshausen) und Sandelzhausen eingegliedert.[8] Holzmannshausen folgte am 1. Januar 1976. Lindkirchen mit dem am 1. Januar 1972 eingegliederten Meilenhofen, Oberempfenbach und Steinbach kamen am 1. Januar 1978 hinzu.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mainburger Rathaus

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen in Bayern 2014 führten zu folgender Sitzverteilung im Stadtrat:[10]

Liste CSU SPD FDP FWM1 Junge Liste SLU2 ÖDP Gesamt
Sitze 7 3 1 4 3 4 2 24

1 Freie Wähler Mainburg   2 Stadt Land Union

Ebrantshausen und Holzmannshausen sind durch Ortssprecher im Stadtrat vertreten.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Josef Reiser von der Stadt Land Union (SLU) löste mit einem Wahlergebnis von über 67 % 2008 Josef Egger (FWG) als 1. Bürgermeister ab, der von 1990 bis 2008 amtiert hatte und nicht mehr kandidierte.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pauliner-Kloster Mainburg

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Salvatorberg über dem Rathaus steht das Kloster Mainburg.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Stadtpfarrkirche - Zu Unserer Lieben Frau, Architekt Hans Beckers (1958)[11]
  • Katholische Pfarrkirche - St. Laurentius
  • Katholische Klosterkirche - Salvatorkirche St. Peter und Paul
  • Evangelische Erlöserkirche

Theater und Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtmuseum Mainburg
  • Das LSK-Theater Mainburg bietet Inszenierungen im April und November sowie ein Kindertheater zur Weihnachtszeit und ein Freilichttheater im Juni.
  • Hallertauer Heimat- und Hopfenmuseum[12]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hopfenfest: am zweiten Wochenende im Juli (mit Eisenmarkt)
  • Altstadtfest: Mitte August
  • Mainburger Gallimarkt: am zweiten Wochenende im Oktober (mit Landwirtschafts-Ausstellung)
  • Christkindlmarkt (zweites Adventwochenende)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei große Hopfenverarbeitungs- und Hopfenhandelsunternehmen haben Niederlassungen in Mainburg. Der Heizanlagenhersteller Wolf und der Spezialschuhhersteller Haix (v. a. Feuerwehrstiefel) haben ihren Sitz in Mainburg. Mainburg zählt mit Druckunternehmen wie Böhm & Partner Druckerei GmbH und Pinsker Druck & Medien GmbH zu den führenden Zentren der graphischen Industrie.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MAIradio ist das von Jugendlichen selbst produzierte Internetradio der Stadt Mainburg unter der Schirmherrschaft des ersten Bürgermeisters Josef Reiser.[13]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel für Franz Xaver Gabelsberger in Mainburg

Das Gabelsberger-Gymnasium Mainburg ist ein naturwissenschaftlich-technologisches, sprachliches, wirtschafts- und sozialwissenschaftliches Gymnasium. Mit 1406 Schülern und rund 95 Lehrern (Stand: 12/2009) ist es zu einer der größten Schulen im Bezirk Niederbayern geworden. Die Schule wurde nach Franz Xaver Gabelsberger, dem Erfinder der Kurzschrift, benannt.

Seit dem Schuljahr 2012/2013 existiert in Mainburg eine Realschule, die mit zwei fünften Klassen startete.

Die Mittelschule in Mainburg ist die größte Mittelschule im Regierungsbezirk Niederbayern.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mainburg befindet sich nahe der Autobahn A 93 München–Regensburg und ist über die B 301 mit Abensberg und Freising verbunden. Von Mainburg gibt es eine Busverbindung mit der MVV-Linie 602 (MVV-Tarif) nach Freising. Die Hallertauer Lokalbahn, die Mainburg mit Freising und Wolnzach verband, wurde 1973 stillgelegt und z. T. in Fahrradwege, z.B. die Hallertauer Hopfentour, umgebaut.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Bachner (1910–1990),Träger des Bundesverdienstkreuzes, Ehrenbürger
  • Alfons Brandl (1924–2011), Träger des Bundesverdienstkreuzes, Ehrenbürger

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mainburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Johannes Baier: Zur Herkunft und Bedeutung der Ries-Auswurfprodukte für den Impakt-Mechanismus. In: Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins. 91, 2009, S. 9–29, doi:10.1127/jmogv/91/2009/9.
  3. J. Baier: Die Auswurfprodukte des Ries-Impakts, Deutschland. Documenta Naturae, Vol. 162, München 2007, ISBN 978-3-86544-162-1
  4. a b c d e f g Hubert Freilinger: Historischer Atlas von Bayern, Heft 46. Hrsg. Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1977, S. 272 ff.
  5. Adam Rottler: Abensberg im Wandel der Zeiten. Eigenverlag, Abensberg 1972, S. 50
  6. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 162
  7. mainburg.de: Leben in Mainburg
  8. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 516.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 610 und 611.
  10. Stadtrat. Abgerufen am Juni 2015.
  11. pfarrei-mainburg.de: Geschichte der Stadtpfarrkirche Mainburg
  12. Hallertauer Heimat- und Hopfenmuseum
  13. MAIradio – Stadtradio von und für Jugendliche