Pfrimm

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Pfrimm
Die Pfrimm zwischen dem Seebach im Norden und dem Eisbach im Süden.

Die Pfrimm zwischen dem Seebach im Norden und dem Eisbach im Süden.

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2392
Lage Pfälzerwald

Rheinhessisches Tafel- und Hügelland

Vorderpfälzer Tiefland

Nördliche Oberrheinniederung


Deutschland

Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Gefasste Quelle in der Nordpfalz nahe Sippersfeld
49° 32′ 18″ N, 7° 57′ 26″ O
Quellhöhe ca. 299 m ü. NHN[1]
Mündung in Worms von links in den RheinKoordinaten: 49° 39′ 39″ N, 8° 21′ 58″ O
49° 39′ 39″ N, 8° 21′ 58″ O
Mündungshöhe ca. 86 m ü. NHN[2]
Höhenunterschied ca. 213 m
Sohlgefälle ca. 5 ‰
Länge 42,7 km[3]
Einzugsgebiet 246,383 km²[3]
Abfluss am Pegel Monsheim[4]
AEo: 198 km²
Lage: 15 km oberhalb der Mündung
NNQ (18.07.1964)
MNQ
MQ
Mq
MHQ
HHQ (20.04.1962)
4 l/s
215 l/s
882 l/s
4,5 l/(s km²)
9,1 m³/s
126 m³/s
Durchflossene Stauseen Pfrimmweiher (Pfrimmquelle) und drei weitere Wooge im Quellbereich, Pfrimmweiher (Worms)
Mittelstädte Worms
Gemeinden Breunigweiler, Dreisen, Marnheim, Albisheim, Zellertal, Wachenheim, Monsheim
Einwohner im Einzugsgebiet ca. 100.000
Die Pfrimm in Worms

Die Pfrimm in Worms

Die Pfrimm ist ein 42,7 km[3] langer westlicher und linker Nebenfluss des Rheins im Donnersbergkreis, im Landkreis Alzey-Worms und in der kreisfreien Stadt Worms in Rheinland-Pfalz (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfrimm entspringt in der Nordpfalz im Südteil des Donnersbergkreises. Ihr Ursprung, die Pfrimmquelle, liegt auf etwa 299 m Höhe[1] im Norden des Naturparks Pfälzerwald rund 3 km südöstlich der Ortsgemeinde Sippersfeld im Naturschutzgebiet Sippersfelder Weiher,[1] das sich mit mehreren Weihern im Hinterwald ausbreitet.

Die Pfrimmquelle ist umgeben von den Bergen Sperberhöhe (329,4 m) im Osten, Salweidenkopf (353,5 m) im Süden und Schnepfberg (361,6 m) im Südwesten. Sie wurde 1927 mit Basaltsteinen gefasst. Nach nur 300 m ist die Pfrimm zum Pfrimmweiher gestaut, einem Woog, der von rechts durch ein unmittelbar östlich entspringendes und ebenfalls Pfrimm[1] genanntes Rinnsal gespeist wird, während als erster linker Zufluss der nur wenig über 100 m lange Teichgraben[1] einmündet.

Die Pfrimm fließt überwiegend durch landwirtschaftlich genutzte Gebiete und größtenteils etwa parallel zur Bundesstraße 47. Zunächst entwässert sie nördliche Teile des Nordpfälzer Berglands. Unterhalb der Quelle verläuft sie in Richtung Norden am Pfrimmerhof vorbei, der zu Sippersfeld gehört. Danach passiert sie den Pfrimmer Berg (377 m) westlich und fließt durch Breunigweiler, wonach von Südosten der Mohbach einmündet.

Nach dem Eintritt ins Alzeyer Hügelland nimmt die Pfrimm von links den Wildensteiner Bach auf und fließt nordostwärts etwas südlich an Standenbühl vorbei; dabei passiert sie südöstlich das Donnersbergmassiv, dessen Hauptgipfel, der Königsstuhl, mit 686,5 m der höchste Berg der Pfalz ist. Zwischen Standenbühl und Dreisen liegt an ihrem Südufer der Münsterhof, die ehemalige Prämonstratenser­abtei Münsterdreisen. Hier überspannt den Fluss eine alte gebuckelte Sandsteinbrücke von 1770. Unterhalb von Dreisen mündet von Westen der Rosengartenbach ein.

Der folgende Talabschnitt zwischen Marnheim und Monsheim wird als Zellertal bezeichnet. In Marnheim mündet von links der Gerbach; dort war die Pfrimm früher vom Pfrimmtalviadukt überbrückt, der als Ruine überdauert hat. Zwischen Marnheim und Albisheim passiert der Fluss den Heyerhof. Hinter Albisheim fließt von Nordwesten der Leiselsbach zu. Fortan strebt die Pfrimm ostwärts und Einselthum links liegen lassend nach Harxheim, worin ihr aus Süden der Ammelbach zufließt.

Weiterhin nach Osten überquert die Pfrimm die Grenze von der Pfalz nach Rheinhessen in den Landkreis Alzey-Worms und gelangt durch Wachenheim nach Monsheim, wo sie die Bundesstraße 271 unterquert; innerhalb von Monsheim ist die Pfrimm weitgehend auch die Gemarkungsgrenze zwischen dem Hauptort rechts und dem Ortsteil Kriegsheim links des Gewässers.

Nachdem von rechts der Kinderbach eingemündet ist, erreicht die Pfrimm im Gebiet der kreisfreien Stadt Worms deren westlichen Stadtteil Pfeddersheim. Der Ortschaft westlich vorgelagert befinden sich das Naherholungsgebiet Wiesenbrünnchen und das erste von zwei in der Pfrimm gelegenen Ochsenklavieren, die früher dem Weidevieh die Flussüberquerung auf Steinquadern ermöglichten.

Zwischen Pfeddersheim im Westen und den Stadtteilen Leiselheim und Pfiffligheim im Osten ist die Pfrimm von der 30 m hohen und 1471,4 m langen Talbrücke Pfeddersheim der Bundesautobahn 61 überspannt.

Talbrücke Pfeddersheim der Autobahn 61 mit Überspannung auch der Pfrimm (von links zur Bildmitte)

Ab Pfiffligheim fließt die Pfrimm, nun meist begradigt bzw. kanalisiert, durch das eigentliche Worms. In der Stadt verläuft sie entlang des bereits im Mittelalter angelegten und 1841 im Rahmen der Pfrimmregulierung erhöhten Leiselheimer Damms, der auch Pfrimmdamm genannt wird und auf dem seit 1890 ein Fußweg entlangführt. Links neben dem Damm ist ein kanalisierter Pfrimm-Abzweig zum knapp 300 m langen Pfrimmweiher gestaut. Danach fließt die Pfrimm – ein weiteres Ochsenklavier durchlaufend – durch den Karl-Bittel-Park, der auch Pfrimmpark heißt.

Bei der Passage der Wormser Kernstadt knickt die Pfrimm in Richtung Nordnordost ab; anschließend unterquert sie mündungsnah die Bundesstraße 9 und die Hafenbahn Worms. Schließlich mündet sie etwa 3 km nördlich des Stadtzentrums bei Rheinkilometer 446,7 auf etwa 86 m Höhe[2] in den Oberrhein. Dieser bildet die östliche Wormser Stadtgrenze und zugleich die Grenze zum östlich anschließenden Land Hessen. Der Pfrimmmündung gegenüber liegt auf hessischer Seite das Naherholungsgebiet Maulbeeraue.

Der etwa 42,7 km lange Lauf der Pfrimm endet ungefähr 213 Höhenmeter unterhalb ihrer Quelle, sie hat somit ein mittleres Sohlgefälle von etwa 5 ‰.

Einzugsgebiet und Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Einzugsgebiet der Pfrimm ist 246,383 km²[3] groß. Zu ihren Zuflüssen gehören (flussabwärts betrachtet):

Name Seite Länge
(km)[3]
EZG
(km²)[3]
Mündung
auf km[5]
Mündungsort
(o/i/u)
DGKZ
[6]
Teichgraben links 0,17 00,20 00,26 Breunigweiler (o) 2392-112
Bruchbach links 1,10 02,04 00,61 Breunigweiler (o) 2392-12
Sippersfelder Bach links 2,42 07,11 03,97 Breunigweiler (u) 2392-14
Kreuzhofer Bach links 1,13 00,80 04,56 Breunigweiler (u) 2392-152
Mohbach rechts 1,72 02,83 04,68 Breunigweiler (u) 2392-16
Schweinsbach rechts 2,48 01,99 05,27 Breunigweiler (u) 2392-172
Grundheckerbach links 3,11 07,50 06,42 Standenbühl (o) 2392-18
Wildensteiner Bach
(Bornbach)
links 6,05 11,71 06,55 Standenbühl (o) 2392-2
Entenpfuhler Graben links 2,25 02,35 07,91 Standenbühl (u) 2392-312
Hasenbach rechts 3,75 14,59 10,73 Dreisen (u) 2392-32
Bach vom Elbisheimerhof rechts 2,03 02,88 11,75 Dreisen (u) 2392-34
Rosengartenbach
(Häferbach)
links 5,80 07,86 11,95 Dreisen (u) 2392-36
Helgesgraben links 1,42 01,71 12,52 Marnheim (o) 2392-38
Gerbach
(Dörrbach)
links 9,79 21,00 14,17 Marnheim (i) 2392-4
Goldbrunnengraben
(Goldbrunnenbächlein)
links 2,22 02,44 15,17 Marnheim (u) 2392-52
Riedgraben rechts 0,86 01,69 17,28 Albisheim (o) 2392-54
Leiselsbach links 8,84 42,84 19,79 Albisheim (u) 2392-6
Flutgraben rechts 0,98 01,24 19,98 Albisheim (u) 2392-72
Mühlgraben (Mühlbach) links 0,70 01,92 21,08 Harxheim (o) 2392-74
Ammelbach rechts 7,10 23,79 22,50 Harxheim (i) 2392-8
Flutgraben links 0,76 00,19 23,31 Harxheim (u) 2392-9112
Kinderbach rechts 9,79 17,56 31,85 Pfeddersheim (o) 2392-92
Abkürzungen:   genanntes Fließgewässer mündet oberhalb (o), im (i) oder unterhalb (u) vom Mündungsort

Wasserführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfrimm führt in niederschlagsreichen Jahren starkes Hochwasser, so zum Beispiel 1882, 1892, 1902, 1940, 1950, 1978, 1995 und 2003. Besonders verheerend war das Hochwasser vom 27. November 1882, als alle Mühlen entlang des Flusses ausfielen, weil die Achsen ihrer Mühlräder überflutet waren, und sich die Felder auf weiter Strecke in eine Seenlandschaft verwandelten.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Vorläufer der Pfrimm könnte bereits im Tortonium dem älteren Urrhein der Dinotheriensande zugeflossen sein.[7] Im Pliozän lief die Pfrimm vermutlich in nordöstliche Richtung.[8][9] Die frühesten Sedimente, die der Pfrimm zugeordnet werden können, stammen aus dem Altpleistozän. Die Mächtigkeit ihrer eiszeitlichen Schotter-Terrassen zeigt, dass die Pfrimm im Pleistozän ein Fluss und nicht nur ein Bach war.[10]

Die pleistozänen Terrassen der Pfrimm
Gruppierung der Terrassen nach Peters[11] Terrassen nach Leser[12]
Terrassengruppe Zeitliche Zuordnung Alter (vor tsd. Jahren) Terrassenstufe Niveau über Pfrimm-Talsohle Zeitliche Zuordnung
Lower Terraces Würm-Kaltzeit 25–100 Jüngere Niederterrasse 2 m Würm-Stadiale
Ältere Niederterrasse 4 m Würm-Stadiale
Middle Terraces Riß-Kaltzeit, Mindel-Kaltzeit, Cromer-Warmzeit 125–800 Jüngere Mittelterrasse 6–8 m Jung-Riß-Stadial
Ältere Mittelterrasse 10–15 m Alt-Riß-Stadial
Main Terraces Günz-Kaltzeit, Donau-Kaltzeit 800–1600 Jüngere Hochterrasse 20 m Mindel III-Stadial
Ältere Hochterrasse untere Stufe 35 m Mindel II/III-Stadial
Ältere Hochterrasse obere Stufe 45 m Mindel II-Stadial
Jüngere Hauptterrasse 70 m Mindel I-Stadial
Higher Main Terraces Biber-Kaltzeit 1600–2600 Ältere Hauptterrasse 110 m Günz-Glazial

Die Pfrimmquellen lagen wahrscheinlich bereits zur Zeit der älteren Hauptterrasse bei Sippersfeld und beim Pfrimmerhof.[13] Während der Hauptterrassen-Zeit hatte die Pfrimm das Kalkplateau zwischen Marnheim und Wachenheim noch nicht durchbrochen. Die Stauung führte dazu, dass das Gewässer in einem Südbogen um den Sperrriegel herum abfloss. Zur Zeit der jüngeren Hochterrasse war der Kalkriegel bereits durchgenagt. Tektonische Hebungen im Mainzer Becken, verbunden mit Absenkungen im Oberrheingraben, besonders im Wormser Senkungsfeld, führten im mittleren Pleistozän zum Einschwenken der Pfrimm auf die West-Ost-Fließrichtung.[14]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fund eines römischen Mühlsteins in Wachenheim lässt vermuten, dass bereits in der Römerzeit Mühlen mit dem Wasser der Pfrimm betrieben wurden.[15] Die erste urkundliche Erwähnung einer Mühle stammt aus dem Jahr 778.[16][17] Im Jahr 1861 gründeten 35 Besitzer von Pfrimmmühlen zwischen Dreisen und Worms die „Pfrimmweiher-Gesellschaft“ zur Unterhaltung der bei Sippersfeld gelegenen Weiher nahe der Pfrimmquelle. Die Weiher dienten als Wasserspeicher für Trockenzeiten und zusätzlich als Fischweiher.[15] Eine der letzten Pfrimmmühlen war die Dorfmühle oder Rupp’sche Mühle in Dreisen, die noch in den 1970er Jahren in Betrieb war.[18][19]

Der Abschnitt der Pfrimm von Pfiffligheim bis zur Brücke an der Mainzer Straße nördlich von Worms war im späten Mittelalter Eigentum des St.Cyriakus-Stifts in Neuhausen.[20][21] Die Stadt Worms versuchte im 14. Jahrhundert, die Rechte an Pfrimm und Eisbach an sich zu ziehen, und erwirkte 1381 von König Wenzel ein Privileg, das der Stadt das Recht gab, über die Bäche, die durch die Stadt und ihre Vorstädte flossen, frei zu verfügen.[22] Anschließend errichteten die Wormser bei Pfiffligheim ein Wehr an der Pfrimm, um Wasser in die Stadt abzuleiten. Den nachfolgenden Rechtsstreit vor dem Gericht des rheinischen Landfriedensbundes[23] und vor dem König[24] verlor die Stadt und sie musste ihr Wehr wieder abreißen.[20][25][26] Für den Pfrimm-Abschnitt des Cyriakus-Stifts ist ein sehr frühes Bachweistum von 1391 überliefert, das über die Bachordnung und Bachgerichtsbarkeit berichtet.[27] Es gab ein Bachgericht, das vom Dechanten des Cyriakus-Stifts, dem Richter dieses Gerichts, einberufen wurde und im Paradies des Stifts tagte. Geschworene des Gerichts waren der jeweilige Müller der Herrenmühle in Neuhausen als geborener Bachschultheiß und sechs Müller anderer Mühlen als Bachschöffen. Für die Überwachung des Bachs war ein sogenannter Wassermann zuständig. Weiterhin gab es einen Bach-Baumeister, der vermutlich ein Sachverständiger für Wasserbau-Maßnahmen war.[28]

Die Pfrimm wird nach wie vor von Anglern genutzt. Gefischt werden Bachforellen, Hechte, Barsche, Döbel, Barben, Aale und Weißfische. Es gelten Fangbegrenzungen.[29]

Ochsenklaviere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Pfeddersheim

Ochsenklavier im Karl-Bittel-Park

Ein aus Trittsteinen gefertigtes Ochsenklavier befand sich im Worms-Pfeddersheimer Westen, südlich etwa der Mitte der Enzingerstraße. In diesem Bereich wurde früher die Pfrimm durch eine betonierte Sperre mit Wehr aufgestaut, um den (inzwischen aufgelassenen) Mühlbach abzuleiten. Das nicht für den Mühlbach benötigte Wasser floss über das verstellbare Wehr oder bei höherem Wasserstand über die gesamte Breite der betonierten Sperre ab. Hier war als Überquerungshilfe ein Ochsenklavier gebaut worden, auf dem man bis zu mittleren Wasserständen trockenen Fußes die Pfrimm überqueren konnte.

Der Mühlgraben war dort über einen Meter, am Wehr sogar über zwei Meter tief und wurde zum Baden und Tauchen genutzt, ebenso der Wasserfall, der sich über das Wehr in die Pfrimm ergoss. Die Badegelegenheit wurde vor Ort mundartlich „Puhl“ genannt, also Pfuhl.

Im Zuge der Renaturierung wurde das alte Ochsenklavier durch eine Fußgängerbrücke ersetzt, über die man „die Bach“, wie die Pfrimm im Volksmund genannt wird, jederzeit trockenen Fußes überschreiten kann. Die Pfrimm hat an dieser Stelle nun nahezu ihren ursprünglichen Verlauf wieder.

Zwischen Pfiffligheim und Hochheim

Fischtreppe im Karl-Bittel-Park
Ochsenklavier zwischen Pfiffligheim und Hochheim

Zwischen den damals noch eigenständigen Gemeinden Pfiffligheim und Hochheim, die heute zu Worms gehören, wurde an der Pfrimm nur etwas oberhalb des heutigen Karl-Bittel-Parks das Pfiffligheimer Wehr errichtet. Zur Bachüberquerung wurde 1898 direkt unterhalb ebenfalls ein Ochsenklavier aus Steinquadern geschaffen. Es ist eine Kombination aus zur Pfrimm hinabführenden Steintreppenstufen und im Fluss liegenden Trittsteinen, über die das Fließgewässer zumindest bei Normal- oder Niedrigwasser überquert werden konnte bzw. immer noch kann.[30]

Später wurde unmittelbar über dem Pfiffligheimer Wehr eine Fußgängerbrücke gebaut, so dass das Ochsenklavier schnell an Bedeutung verlor. Außerdem wurde eine Fischtreppe[30] angelegt, über die Fische den Höhenunterschied am Wehr überwinden können. Etwas weiter unterhalb davon gibt es bei einer anderen Fußgängerbrücke im Karl-Bittel-Park eine weitere Fischtreppe.[31]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfrimm ist als Gewässer II. Ordnung klassifiziert und mit Kanus und Kajaks befahrbar. Im Mittelalter wurde die Pfrimm zumindest zeitweise als Schifffahrtsweg genutzt. Belegt ist dies durch einen Eintrag im Prümer Urbar von 893, der die Lieferung von Getreideabgaben zu Schiff von Albisheim nach Worms erwähnt.[32] Als Fahrzeuge müssen kleine Boote verwendet worden sein; vielleicht wartete man für Fahrten auf erhöhte Wasserstände.[33]

Zahlreiche Landesstraßen verlaufen durch das Pfrimmtal und kreuzen den Fluss vielerorts. Die Bundesstraße 47 führt parallel zur Pfrimm durch das Tal. Bei Monsheim wird die B 271 unterquert. Die Bundesautobahn 63 begleitet den Oberlauf von Standenbühl bis Marnheim, östlich von Worms-Pfeddersheim ist die Pfrimm von der A 61 überquert (Talbrücke Pfeddersheim). In Mündungsnähe kreuzt in Worms die B 9.

Die Zellertalbahn, eine regionale Nebenbahn des ÖPNV von Langmeil nach Monsheim, führt durch das Pfrimmtal.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pfrimm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Höhe und Lage der Pfrimmquelle auf: Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise), abgerufen am 19. Dezember 2020.
  2. a b Höhe und Lage der Pfrimmmündung auf: Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise), abgerufen am 19. Dezember 2020.
  3. a b c d e f GeoExplorer der Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz (Hinweise)
  4. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Rheingebiet, Teil I 2009 Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, S. 135, abgerufen am 07. März 2021 (PDF, deutsch).
  5. Mit km sind die Pfrimm-km flussabwärts ab der Quelle gemeint.
  6. Zur besseren Übersicht und Sortierung flussabwärts ist pro Fließgewässer in die Fließgewässerkennziffer (DGKZ) nach der Ziffer „2392“, die für die Pfrimm steht, jeweils ein Bindestrich eingefügt.
  7. Hartmut Leser: Landeskundlicher Führer durch Rheinhessen, Stuttgart 1969, S. 16. Gwendolyn Peters, Active Tectonics in the Upper Rhine Graben, Diss. Amsterdam 2007 (Memento vom 1. Juni 2012 im Internet Archive) (PDF; 43,3 MB), S. 127p.
  8. Hartmut Leser: Beobachtungen und Studien zur quartären Landschaftsentwicklung des Pfrimmgebiets, Bonn 1967, S. 63 f.
  9. Hartmut Leser: 1969, S. 16 f. und 36.
  10. Wilhelm Weiler: Die diluvialen Terrassen der Pfrimm, mit Anhang über altdiluviale Säuger aus der Umgebung von Worms, in: Notizblatt des Vereins für Erdkunde und der Hessischen Geologischen Landesanstalt zu Darmstadt F.5 H. 13 (1931), S. 124–145, darin S. 124 f.
  11. Gwendolyn Peters, p. 85, Tab. 3.1.
  12. Hartmut Leser, 1967, S. 73–206, S. 346–353, S. 372–377, mit Beilage Tab. 24. Zusammengefasst: H. Leser, 1969, S. 18, und Peters, S. 247, Tab. A4.2.
  13. Hartmut Leser, 1967, S. 79.
  14. Hartmut Leser, 1967, S. 63 f., S. 372–376, mit Beilage Tab. 24., Peters, p. 86p, p. 131p.
  15. a b Wolf-Dieter Egli: Spuren der Pfrimm-Mühlen reichen zurück bis in die Antike. In: Wormser Zeitung. 23. Juni 2012.
  16. Friedrich Wilhelm Weber: Geschichte der Mühlen, S. 53.
  17. Lorscher Codex Nr. 912 (Geplante Mühle in Harxheim). Abgerufen am 24. August 2012.
  18. Friedrich Wilhelm Weber: Geschichte der Mühlen, S. 307 und 310.
  19. Friedrich Wilhelm Weber: Eine der wenigen Mühlen, die noch mahlen – die Dorf- oder Bannmühle in Dreisen. In: Donnersberg-Jahrbuch. Band 4, 1981, S. 76–78.
  20. a b Heinrich Boos: Geschichte der rheinischen Städtekultur von ihren Anfängen bis zur Gegenwart mit bes. Berücksichtigung der Stadt Worms. Band 3. Berlin 1899, S. 79.
  21. Philipp Walter Fabry: Das St. Cyriacusstift zu Neuhausen bei Worms (= Der Wormsgau. Band 17). Worms 1958, S. 165–168 (Beiheft 17).
  22. Heinrich Boos: Urkundenbuch der Stadt Worms, Bd. 2, S. 507 f., Nr. 783.
  23. Heinrich Boos: Urkundenbuch der Stadt Worms, Bd. 2, S. 613, Nr. 937 (4. März 1390).
  24. Heinrich Boos: Urkundenbuch der Stadt Worms, Bd. 2, S. 629 f., Nr. 961 (18. Juli 1391).
  25. Heinrich Boos: Geschichte der rheinischen Städtekultur von ihren Anfängen bis zur Gegenwart mit bes. Berücksichtigung der Stadt Worms. Band 2. Berlin 1897, S. 220.
  26. Ein dem Urteil von 1391 widersprechendes Privileg König Wenzels von 1397 erlaubte der Stadt Worms, die Pfrimm zur Verbesserung der Stadtbefestigung an die Stadt und in die Stadt umzuleiten: Boos: Geschichte der rheinischen Städtekultur, Bd. 2, S. 232, und Boos: Urkundenbuch der Stadt Worms, Bd. 2, S. 674 f., Nr. 1020 (3. Januar 1397). Dieses Privileg wurde von König Wenzel aber bereits 1398 wieder zurückgenommen. (Johann Friedrich Schannat: Historia Episcopatus Wormatiensis. Tomus 2. Frankfurt/Main 1734, S. 211.)
  27. Ludwig Baur: Hessische Urkunden. Band 3. Darmstadt 1863, S. 564–566., Nr. 1490, 5. April 1391.
  28. Zu Bachordnungen allgemein vgl. Friedrich Wilhelm Weber: Geschichte der Mühlen, S. 118–120.
  29. Angeln in der Pfrimm WO 67. In: angler-glueck.de. Abgerufen am 19. Oktober 2014.
  30. a b Internet-Archive: Wie das „Ochsenklavier“ vor über 100 Jahren entstand und schließlich zu seinem Namen gekommen ist (Memento vom 21. Oktober 2007 im Internet Archive) (Infos zum Ochsenklavier zwischen Pfiffligheim und Hochheim) und Ochsenklavier-Foto mit Fischtreppe (Memento vom 9. Januar 2004 im Internet Archive), Original aus: Heimatverein Worms-Pfiffligheim e. V.
  31. Fischtreppe im Karl-Bittel-Park.
  32. Heinrich Beyer: Mittelrheinisches Urkundenbuch (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive), Bd. I, Coblenz 1860, S. 198, Nr. CXVI. Dazu: Franz Staab, Untersuchungen zur Gesellschaft am Mittelrhein in der Karolingerzeit, Wiesbaden 1975, S. 106–112.
  33. Martin Eckoldt: Schiffahrt auf kleinen Flüssen, 3. Teil, in: Deutsches Schiffahrtsarchiv 9, 1986, S. 59–88, darin S. 69.