Marnheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Marnheim
Marnheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Marnheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 38′ N, 8° 2′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Donnersbergkreis
Verbandsgemeinde: Kirchheimbolanden
Höhe: 207 m ü. NHN
Fläche: 9,95 km2
Einwohner: 1692 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 170 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67297
Vorwahlen: 06352, 06351
Kfz-Kennzeichen: KIB, ROK
Gemeindeschlüssel: 07 3 33 045
Adresse der Verbandsverwaltung: Neue Allee 2
67292 Kirchheimbolanden
Website: www.kirchheimbolanden.de
Ortsbürgermeister: Tim Mühlbach
Lage der Ortsgemeinde Marnheim im Donnersbergkreis
ObermoschelNiedermoschelUnkenbachFinkenbach-GersweilerWaldgrehweilerSchiersfeldSittersAlsenzOberndorf (Pfalz)Mannweiler-CöllnWinterborn (Pfalz)Kalkofen (Pfalz)Niederhausen an der AppelMünsterappelOberhausen an der AppelGaugrehweilerSeelenRathskirchenTeschenmoschelBisterschiedRansweilerStahlbergBayerfeld-SteckweilerSankt Alban (Pfalz)GerbachWürzweilerRuppertseckenDielkirchenKatzenbach (Donnersbergkreis)Schönborn (Pfalz)DörrmoschelReichsthalGundersweilerGehrweilerImsweilerRockenhausenHöringenSchweisweilerFalkenstein (Pfalz)WinnweilerLohnsfeldWartenberg-RohrbachMünchweiler an der AlsenzGonbachSippersfeldBreunigweilerImsbachBörrstadtSteinbach am DonnersbergRamsen (Pfalz)KerzenheimEisenberg (Pfalz)GöllheimDreisenStandenbühlLautersheimBiedesheimOttersheimBubenheim (Pfalz)ZellertalEinselthumImmesheimAlbisheim (Pfrimm)RüssingenWeitersweilerMarnheimBennhausenJakobsweilerDannenfelsBolandenKirchheimbolandenMörsfeldKriegsfeldOberwiesenOrbisMorschheimIlbesheim (Donnersbergkreis)Bischheim (Donnersberg)RittersheimStetten (Pfalz)GauersheimLandkreis Bad KreuznachLandkreis Alzey-WormsLandkreis KuselLandkreis KaiserslauternLandkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild
Ortsbild von Marnheim

Marnheim ist eine Ortsgemeinde im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden an. Volkstümlich wird sie oft als das Tor zum Zellertal bezeichnet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marnheim befindet sich in unmittelbarer Nähe von Kirchheimbolanden am Übergang des Rheinhessischen Tafel- und Hügellandes in das Nordpfälzer Bergland. Einige Kilometer weiter östlich liegt Worms. Zu Marnheim gehören zusätzlich die Weiler und Wohnplätze Berghof, Elbisheimerhof, Froschauerhof, Mittelmühle, Riedenmühle, Rothenbergermühle, Sandbrunner Häuschen sowie Steinmühle.[2]

Erhebungen und Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden der Gemarkung erstreckt sich die Hügelkette Hungerberg. Marnheim selbst liegt an der Pfrimm; letztere nimmt vor Ort von links den Gerbach auf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 774 wurde Marnheim erstmals urkundlich im Lorscher Codex als Mawenheim erwähnt. Wahrscheinlich ist der Ort aber als Siedlungsgegend noch älter, wie Funde in der Umgebung belegen. Im Jahre 1135 wird Marnheim dann Mouwenheim genannt, wie eine Urkunde eines gewissen Arnold von Mouwenheim bezeugt.

Im Mittelalter gehörte Marnheim längere Zeit zur Herrschaft Bolanden, später zur Kurpfalz und deren Amt Bolanden sowie anschließend bis Ende des 18. Jahrhunderts zu Nassau-Weilburg, wo es dem Oberamt Kirchheim unterstand.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Marnheim in den Kanton Kirchheim im Departement Donnersberg eingegliedert und bildete eine iegnee Mairie. 1815 hatte der Ort insgesamt 785 Einwohner. Im selben Jahr wurde er Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte Marnheim dem Landkommissariat Kirchheim – später Kirchhheimbolanden an; aus diesem ging das Bezirksamt Kirchhheimbolanden hervor.

Im Zusammenhang mit den Revolutionskämpfen von 1849 unterzeichnete hier der damalige Prinz von Preußen, spätere Kaiser Wilhelm I., die völkerrechtlich umstrittene „Erklärung der Rheinpfalz in den Kriegszustand“. Der Tisch, an dem dies geschah, ist als historisches Möbelstück im Heimatmuseum in Kirchheimbolanden erhalten.

Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Kirchheimbolanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Ramsen innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte Marnheim 1969 in den neu gebildeten Donnersbergkreis; drei Jahre später wurde die Gemeinde in die ebenfalls neu entstandene Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden eingegliedert.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 22. Oktober 1940 wurden die in Marnheim lebenden Juden im Zuge der Wagner-Bürckel-Aktion deportiert. Bis Ende 2015 bildete Marnheim katholischerseits eine Filiale der Pfarrei Bolanden. Seit 2016 gehört die Gemeinde zu der in Kirchheimbolanden ansässigen Pfarrei Hl. Anna.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Marnheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD CDU FWG WGB Gesamt
2019[3] 3 5 6 2 16 Sitze
2014[4] 3 4 7 2 16 Sitze
2009 3 4 7 2 16 Sitze
2004 3 4 5 4 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Marnheim e. V.
  • WGB = Wählergemeinschaft Becker

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Tim Mühlbach. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 59,7 % im ersten Wahlgang gewählt. Er folgt damit Klaus Duwensee, der nach 25 Jahren im Amt, nicht mehr bestätigt wurde.[5][6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Marnheim
Blasonierung: „In Silber über blauem Wellenschildfuß ein roter Balken, oben ein auf dem Balken stehendes achtspeichiges rotes Rad.“
Wappenbegründung: Gemäß einem zu 1626 belegten Siegel drückt das Wappen die Vogteirechten erwachsenen Ortsherrschaften der Herren von Bolanden und von Wartenberg aus. Der Wellenschildfuß stellt die Pfrimm dar, die durch Marnheim fließt.

Das Wappen wurde im Juli 1930 von dem Bayerischen Staatsministerium des Innern in München genehmigt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überrest des Pfrimmtalviaduktes

Die Hauptstraße ist als Denkmalzone ausgewiesen.

Hinzu kommen insgesamt 15 Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter folgende Bauwerke:

Am Ortsrand befinden sich die Überreste des Pfrimmtalviaduktes, einer 1945 gesprengten Eisenbahnbrücke, welche die Zellertalbahn mit der Donnersbergbahn verband. Das Ortsbild prägt der Graue Turm, ein freistehender ehemaliger Kirchturm aus dem 16. Jahrhundert, wobei die zugehörige Kirche Anfang des 20. Jahrhunderts abbrannte.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsgemeinde verfügt über ein Sport- und Freizeitzentrum mit Sauna, zwei Kegelbahnen, einem Sportplatz, drei Tennisplätzen und über eine Schießanlage.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kerwe findet am zweiten Wochenende im September statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verkehrsanbindung für das Auto ist mit der in der Nähe gelegenen A 63 mit Anschluss in Kirchheimbolanden sehr gut, darüber hinaus führt an dem Ort die B 47 vorbei. Durch die Gemeinde führt die Landesstraße 401. In Richtung Süden bis nach Kerzenheim führt die Landesstraße 449. Die Kreisstraße 54 verbindet die Gemeinde mit Bolanden. Marnheim besitzt einen Bahnhof an der Zellertalbahn LangmeilMonsheim. Bis 1945 führte außerdem die mittlerweile in Kirchheimbolanden endende Donnersbergbahn bis nach Marnheim, womit die Gemeinde einst einen Eisenbahnknotenpunkt bildete.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort verfügt über einen Kindergarten sowie Kinderspielplatz, einen Grillplatz, Bürgerraum sowie einer Bücherstube.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Marnheim gibt es eine Grundschule. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch das Gymnasium Weierhof.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marnheim ist westlicher Endpunkt des Zellertal-Radwegs, der bis nach Worms führt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die in der Gemeinde gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rafik Schami (* 1946), Schriftsteller, lebt und arbeitet in Marnheim.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Lessweng, Georg Hapke: Marnheim: 774 bis 2004 - 1230 Jahre - herausgegeben anlässlich der 1230-Jahr-Feier von Marnheim am 15. Mai 2004. Heimatverein Marnheim, Marnheim 2004, ISBN 3926306416

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Marnheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019[Version 2020 liegt vor.]. S. 143 (PDF; 3 MB).
  3. Der Landeswahlleiter RLP: Gemeinderatswahl 2019 Marnheim. Abgerufen am 31. August 2019.
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Ortsbürgermeisterwahl. Abgerufen am 1. September 2019.
  6. Die Rheinpfalz: Konstituierende Gemeinderatssitzung 2019 Marnheim. 28. August 2019, abgerufen am 31. August 2019.