Einselthum

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Einselthum
Einselthum
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Einselthum hervorgehoben

Koordinaten: 49° 39′ N, 8° 7′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Donnersbergkreis
Verbandsgemeinde: Göllheim
Höhe: 200 m ü. NHN
Fläche: 5,51 km2
Einwohner: 803 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 146 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67308
Vorwahl: 06355
Kfz-Kennzeichen: KIB, ROK
Gemeindeschlüssel: 07 3 33 018
Adresse der Verbandsverwaltung: Freiherr-vom-Stein-Straße 1–3
67307 Göllheim
Website: www.einselthum.de
Ortsbürgermeisterin: Simone Rühl-Pfeiffer (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Einselthum im Donnersbergkreis
ObermoschelNiedermoschelUnkenbachFinkenbach-GersweilerWaldgrehweilerSchiersfeldSittersAlsenzOberndorf (Pfalz)Mannweiler-CöllnWinterborn (Pfalz)Kalkofen (Pfalz)Niederhausen an der AppelMünsterappelOberhausen an der AppelGaugrehweilerSeelenRathskirchenTeschenmoschelBisterschiedRansweilerStahlbergBayerfeld-SteckweilerSankt Alban (Pfalz)GerbachWürzweilerRuppertseckenDielkirchenKatzenbach (Donnersbergkreis)Schönborn (Pfalz)DörrmoschelReichsthalGundersweilerGehrweilerImsweilerRockenhausenHöringenSchweisweilerFalkenstein (Pfalz)WinnweilerLohnsfeldWartenberg-RohrbachMünchweiler an der AlsenzGonbachSippersfeldBreunigweilerImsbachBörrstadtSteinbach am DonnersbergRamsen (Pfalz)KerzenheimEisenberg (Pfalz)GöllheimDreisenStandenbühlLautersheimBiedesheimOttersheimBubenheim (Pfalz)ZellertalEinselthumImmesheimAlbisheim (Pfrimm)RüssingenWeitersweilerMarnheimBennhausenJakobsweilerDannenfelsBolandenKirchheimbolandenMörsfeldKriegsfeldOberwiesenOrbisMorschheimIlbesheim (Donnersbergkreis)Bischheim (Donnersberg)RittersheimStetten (Pfalz)GauersheimLandkreis Bad KreuznachLandkreis Alzey-WormsLandkreis KuselLandkreis KaiserslauternLandkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild
Landschaftsbild im Einzugsgebiet von Einselthum
Kriegerdenkmal 1870/71 von Gottfried Renn

Einselthum ist eine Ortsgemeinde im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Göllheim an. Im Jahre 2012 wurde die Gemeinde Landessieger in der Hauptklasse des Wettbewerbs Unser Dorf hat Zukunft.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weinort liegt über dem Zellertal innerhalb des sogenannten Alzeyer Hügelland, das wiederum Bestandteil des Rheinhessischen Tafel- und Hügellands ist., zwischen Kaiserslautern und Worms. Zu Einselthum gehört zusätzlichder Wohnplatz Wiesenmühle.[2] Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Ober-Flörsheim, Zellertal, Immesheim, Albisheim und Stetten. Die Pfrimm bildet im Süden die Gemarkungsgrenze. Vor Ort nimmt sie von links den Mühlbach auf, der mitten durch das Siedlungsgebiet verläuft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 791 im Lorscher Codex urkundlich erwähnt. Bis 1344 gehörten die Pfarrkirche St. Martin, sowie bedeutende Güter des Ortes der Abtei Neuweiler im Elsaß. In jenem Jahr kaufte das Kloster Liebenau bei Worms von der genannten Abtei das Patronatsrecht und den Zehnt der Einselthumer Kirche, ebenso einen dort befindlichen Klosterhof und das sogenannte Steinerne Haus. Der Kauf erfolgte von dem Vermögen, das Pfalzgräfin Irmengard ins Kloster einbrachte, nachdem sie als Witwe dort Ordensschwester geworden war.[3]

Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zur Kurpfalz und unterstand dort dem Oberamt Alzey.

Im Jahr 1794 besetzte Frankreich im Ersten Koalitionskrieg das Linke Rheinufer. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Einselthum in den Kanton Kirchheim im Departement Donnersberg eingegliedert und unterstand der Mairie Albisheim.[4] 1815 hatte der Ort insgesamt 418 Einwohner. Im selben Jahr wurde er Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte Einselthum dem Landkommissariat Kirchheim – später Kirchhheimbolanden an; aus diesem ging das Bezirksamt Kirchhheimbolanden hervor.

Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Kirchheimbolanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Ramsen innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte Einselthum 1969 in den neu gebildeten Donnersbergkreis; drei Jahre später wurde die Gemeinde in die ebenfalls neu entstandene Verbandsgemeinde Göllheim eingegliedert.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Einselthum besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD WEB FWG Gesamt
2019[5] 5 - 7 12 Sitze
2014[6] 5 4 3 12 Sitze
2009 5 4 3 12 Sitze
2004 7 3 2 12 Sitze
  • WEB = Wählervereinigung Einselthumer Bürger e. V.
  • FWG = Freie Wählergruppe Einselthum e. V.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeisterin ist Simone Rühl-Pfeiffer. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde sie mit einem Stimmenanteil von 57,34 % gewählt und folgt damit Marion Baumrucker, die nicht mehr angetreten war.[7][8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Einselthum
Blasonierung: „Durch eine aufsteigende eingebogene rote Spitze gespalten; rechts Weiß und Blau gerautet, links in Schwarz ein goldener Löwe, rot gezungt und rot bewehrt, in der Spitze über einem silbernen Andreaskreuz ein goldener sechszackiger Stern.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lange Stein

Vor Ort befinden sich insgesamt fünf Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter das Steinerne Haus. Es handelt sich dabei um das älteste Gebäude der Gemeinde und ist vermutlich 600 bis 700 Jahre alt. Vom Gewölbekeller aus führte einst ein unterirdischer Gang ins Nachbardorf Zell. Ebenfalls denkmalgeschützt ist der Lange Stein.

Die derzeitige katholische Martinskirche des Ortes wurde 1762 auf den Grundmauern des mittelalterlichen Vorgängerbaues errichtet; der Chor besitzt noch einen gotischen Grundriss. Hier hat sich eine der ältesten Glocken der Pfalz erhalten, die aus dem 14. Jahrhundert stammt.[9]

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einziges Naturdenkmal ist eine Rosskastanie.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einselthumer Weinkerwe findet jedes Jahr am dritten Wochenende im Juli statt. Eine weitere Kerwe – die jährlich letzte Kerwe des Donnersbergkreises – wird in Einselthum im November veranstaltet. Sie wird organisiert von den Einselthumer Kerweborsch. Im Ortsgeschehen haben ferner die regional vielbeachteten jährlichen Kappensitzungen einen besonderen Stellenwert, da die erzielten Einnahmen einen wesentlichen Beitrag zum Unterhalt der von den lokalen Vereinen und Gruppierungen getragenen Dorfgemeinschaftshalle leisten. Aktueller Sitzungspräsident ist Ulrich Schmeiser.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf 82 Hektar der Gemarkungsfläche wird Wein angebaut. Im Ort, der zum Weinanbaugebiet Pfalz gehört, befinden sich drei aktive Weingüter: das von der Familie BayerWeingut Martinspforte, Weingut Olaf Bescher und Wellers Weinhäusel. Alle Weingüter befinden sich an der Hauptstraße und bieten ihre Erzeugnisse in eigener Probierstube an. Vor Ort befinden sich die Einzellagen Klosterstück und Kreuzberg, die beide zur Großlage Schnepfenflug vom Zellertal gehören.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am südlichen Ortsrand verläuft die Bundesstraße 47. Die Kreisstraße 64 verbindet das Siedlungsgebiet mit Albisheim sowie Zell. In kurzer Entfernung befinden sich die A 63 im Westen, die A 6 im Süden und die A 61 im Osten.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Süden der Gemarkung verläuft für ein kurzes Stück der Zellertal-Radweg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theodor Berkmann (1802–1870), evangelischer Geistlicher und Politiker, von 1831 bis 1849 Pfarrer in Einselthum
  • Raymond Arnette (1923–2004), katholischer Priester, hielt in den Jahren vor seinem Tod vor Ort Gottesdienste ab

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Einselthum – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 90 (PDF; 2,2 MB).
  3. Franz Xaver Glasschröder: Urkunden zur Pfälzischen Kirchengeschichte im Mittelalter, München, 1903, Seiten 245 u. 246, Urkundenregeste Nr. 594 u. 597
  4. Statistisches Jahrbuch für das Departement von Donnersberg, 1811, S. 279 (Google Books)
  5. Der Landeswahlleiter RLP: Gemeinderatswahl 2019 Einselthum. Abgerufen am 31. August 2019.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Der Landeswahlleiter RLP: Direktwahlen 2019. siehe Göllheim, Verbandsgemeinde, fünfte Ergebniszeile. Abgerufen am 31. August 2019.
  8. Die Rheinpfalz: Einselthum: Rühl-Pfeiffer ins Amt eingeführt. 11. August 2019, abgerufen am 31. August 2019.
  9. Bernhard H. Bonkhoff: Pfälzisches Glockenbuch, Seite 30, Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, 2008, ISBN 3-927754-63-3; (Ausschnittscan)