Rüdenau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rüdenau
Rüdenau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rüdenau hervorgehoben

Koordinaten: 49° 43′ N, 9° 11′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Miltenberg
Verwaltungs­gemeinschaft: Kleinheubach
Höhe: 193 m ü. NHN
Fläche: 4,01 km2
Einwohner: 740 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 185 Einwohner je km2
Postleitzahl: 63924
Vorwahl: 09371
Kfz-Kennzeichen: MIL, OBB
Gemeindeschlüssel: 09 6 76 153
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 2
63924 Rüdenau
Website: www.ruedenau.de
Erste Bürgermeisterin: Monika Wolf-Pleßmann (Freie Wählergemeinschaft Rüdenau)
Lage der Gemeinde Rüdenau im Landkreis Miltenberg
AschaffenburgLandkreis AschaffenburgLandkreis Main-SpessartHohe Wart (gemeindefreies Gebiet)Gemeindefreies Gebiet ForstwaldGemeindefreies Gebiet Hohe BergCollenbergDorfprozeltenAltenbuchWörth am MainWeilbach (Bayern)Sulzbach am MainStadtprozeltenSchneeberg (Unterfranken)RüdenauRöllbachObernburg am MainNiedernbergNeunkirchen (Unterfranken)MönchbergMömlingenMiltenbergLeidersbachLaudenbach (Unterfranken)Klingenberg am MainKleinwallstadtKleinheubachKirchzellHausen (bei Aschaffenburg)GroßwallstadtGroßheubachFaulbachEschau (Unterfranken)Erlenbach am MainElsenfeldEichenbühlBürgstadtAmorbachAmorbachHessenBaden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Rüdenau ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Kleinheubach.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rüdenau liegt in der Region Bayerischer Untermain. Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung befindet sich mit 410 m ü. NN am Osthang des Berges „Rauschen“, westlich von Rüdenau, der niedrigste liegt am Rüdenauer Bach auf 163 m ü. NN.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt nur den Ortsteil und die Gemarkung Rüdenau.[2]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Rüdenau besteht aus dem Personennamen Wipertus Rude (Wipert Rüd) und dem mittelhochdeutschen Wort ouwe, das Aue bedeutet.[3]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1285 Miles Wipertus Rude de Rudenawe
       (Ritter Wipert Rüd von Rüdenau)
  • 1302 Rudenowe
  • 1389 Rüdenawe
  • 1698 Rüdenaw
  • 1757 Rüdenau

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Mai des Jahres 1285 schenkte der Ritter Wipert Rüd von Rüdenau Zehnteinkünfte in Gönz und Weckbach dem Kloster Amorbach. Zu diesem Zeitpunkt bestand also bereits das Dorf, das bis 1635 im Besitz der Familie Rüd blieb, die hier das Tal roden und Weinberge anlegen ließ.

Das mainzische Amt wurde im Reichsdeputationshauptschluss 1803 den Fürsten von Leiningen zugesprochen, 1806 durch Baden mediatisiert und 1810 an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt abgetreten. Im Rezeß Hessen/Bayern (Frankfurt 1816) fiel es schließlich an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Miltenberg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Rüdenau lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Rüdenau war nun eine der 31 Gemeinden im Altkreis Miltenberg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Obernburg am Main zum neuen Landkreis Miltenberg zusammen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zahlen bis 1950 sind der Ortschronik entnommen. Die Einwohnerzahl um 1900 ist geschätzt.

Jahr Einwohner
1792 328
1832 432
1900 500
1939 555
1950 646
1970 745
1987 793
1991 811
1995 875
2000 868
2005 862
2010 811
2015 749

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Bürgermeisterin ist seit 1. Mai 2020 Monika Wolf-Pleßmann (FWG Rüdenau); diese wurde am 15. März 2020 mit 79,3 Prozent der Stimmen gewählt. Ihre Vorgänger waren Udo Käsmann (FW) von Mai 2002 bis April 2020 und Ludwig Heilmann (FW) bis April 2002.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Gemeinderatswahl am 15. März 2020 lag lediglich der Wahlvorschlag der Freien Wählergemeinschaft Rüdenau vor, deren Bewerber nach Mehrheitswahl alle acht Sitze erhielten.[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Gde. Rüdenau
Blasonierung: „In Rot drei durchgehende silberne Wellenbalken; darüber schwebend der silberne Kopf eines Rüden mit schwarzem Stachelhalsband, darunter ein schräg liegendes silbernes Schwert mit goldenem Griff.“[5]

Erläuterung: Das Richtschwert deutet auf die frühere Gerichtsbarkeit der Gemeinde hin, in der auch ein Galgen existierte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Ottilia Rüdenau
Innenansicht St. Ottilia Rüdenau

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 gab es in der Gemeinde 40 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 303 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 263 Personen größer als die der Einpendler. 9 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es noch 3 landwirtschaftliche Betriebe.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergarten: Der örtliche Kindergarten mit 47 Plätzen (Belegung 2018: 25 Kinder) wird von der Caritas getragen. Die Betreuung erfolgt vormittags.
  • Schulen: Die Grund- und Hauptschulversorgung für Rüdenau wird durch die Verbandsschule Kleinheubach mit Außenstellen in Rüdenau und Laudenbach erbracht. Zum Erwerb einer höheren Schulbildung wechseln die Schüler meist auf die Realschule in Miltenberg bzw. die Gymnasien in Miltenberg oder Amorbach.
  • Hochschulen: Hochschulbildung kann in der näheren Umgebung, an den Fachhochschulen in Aschaffenburg oder Darmstadt und den Universitäten in Würzburg oder Heidelberg, erworben werden.

Kurioses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit zu den ärmsten Ortschaften zählte in früherer Zeit Rüdenau. Sie hatten wenig Feld und Landwirtschaft. Deshalb waren die wenigen Nutztiere kränklich und ihre Hörner klein. Mitleidig, spöttisch wurden die Bewohner „Klammhörnli“ genannt. Die Miltenberger hatten für ihre Nachbarn einen Spottvers: „Kauf nie e Kuh von Rüdenau, kauf nie e Sau von Hebbach, heirat’ nie e Fraa aus Börschet“.[7][8][9][10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rüdenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111123/201940&attr=OBJ&val=1705
  3. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 195 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Ergebnis Gemeinderatswahl 2020, abgerufen am 19. Juni 2020
  5. Eintrag zum Wappen von Rüdenau in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  6. die größte Whisky-Destille in Kontinentaleuropa
  7. Werner Trost: Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer. Lkr. Miltenberg 2003
  8. Uz-Atlas – Primasonntag 11. November 2012
  9. Hebbach = Großheubach
  10. Börschet = Bürgstadt