Faulbach

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Wappen Deutschlandkarte
Faulbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Faulbach hervorgehoben

Koordinaten: 49° 47′ N, 9° 27′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Miltenberg
Höhe: 142 m ü. NHN
Fläche: 10,99 km2
Einwohner: 2588 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 235 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97906
Vorwahl: 09392
Kfz-Kennzeichen: MIL, OBB
Gemeindeschlüssel: 09 6 76 124
Gemeindegliederung: 3 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 121
97906 Faulbach
Website: www.faulbach.de
Erster Bürgermeister: Wolfgang Hörnig (SPD)
Lage der Gemeinde Faulbach im Landkreis Miltenberg
AschaffenburgLandkreis AschaffenburgLandkreis Main-SpessartHohe Wart (gemeindefreies Gebiet)Gemeindefreies Gebiet ForstwaldGemeindefreies Gebiet Hohe BergCollenbergDorfprozeltenAltenbuchWörth am MainWeilbach (Bayern)Sulzbach am MainStadtprozeltenSchneeberg (Unterfranken)RüdenauRöllbachObernburg am MainNiedernbergNeunkirchen (Unterfranken)MönchbergMömlingenMiltenbergLeidersbachLaudenbach (Unterfranken)Klingenberg am MainKleinwallstadtKleinheubachKirchzellHausen (bei Aschaffenburg)GroßwallstadtGroßheubachFaulbachEschau (Unterfranken)Erlenbach am MainElsenfeldEichenbühlBürgstadtAmorbachAmorbachHessenBaden-WürttembergKarte
Über dieses Bild
Faulbach, Blick auf das Dorf
zwischen Faulbach und Hasloch, Blick auf den Main

Faulbach ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptort Faulbach liegt in der Region Bayerischer Untermain und ist Teil des Naturparks Bayerischer Spessart. Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit 405 m ü. NHN (Lage) am Osthang des Hohen Berges, der niedrigste liegt im Main auf 129 m ü. NHN (Lage). Durch Faulbach führt der Fränkische Marienweg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt drei Gemeindeteile (in Klammern jeweils der Siedlungstyp):[2][3]

Es gibt die Gemarkungen Breitenbrunn und Faulbach.[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde
Altenbuch
Stadt
Stadtprozelten
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Gemeinde
Hasloch
Stadt
Wertheim

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname stammt vom gleichnamigen Faulbach ab,[5] der dem Main im Gemeindegebiet zufließt.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[5]

  • 1248 „Fulinbach“
  • 1283 „Fulenbach“
  • 1319 „Vulenbach“
  • 1329 „Faulnpach“
  • 1379 „Fulnbach“
  • 1444 „Fawlnbach“
  • 1594 „Faülbach“
  • 1625 „Faulbach“

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Ende des Alten Reiches lag Faulbach auf dem Verwaltungsgebiet der Amtsvogtei Prodzelten im Oberstift des Erzstifts Mainz. Mit der Amtsvogtei Prodzelten wurde Faulbach 1803 im Reichsdeputationshauptschluss zugunsten des Fürstentums Aschaffenburg des Fürstprimas von Dalberg säkularisiert.

Ab 1810 lag Faulbach als Mairie in der Districtsmairie Stadt Prodselten des Departements Aschaffenburg des Großherzogtums Frankfurt. 1812 hatte Faulbach 120 Feuerstellen und 789 Einwohner. Maire wie auch Land- und Guldenzöllner war Joseph Krebs, sein Adjunkt hieß Michael Grehn. Pfarrer in Faulbach war damals Franz Anton Ühlein.

Mit dem Departement Aschaffenburg fiel Faulbach 1814 an die Krone Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1839 lag Faulbach im Landgerichtsbezirk Klingenberg. Im Jahre 1862 wurde das Bezirksamt Marktheidenfeld gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Faulbach fortan lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Faulbach war nun eine der 47 Gemeinden im Landkreis Marktheidenfeld. Mit der Auflösung des Landkreises Marktheidenfeld kam Faulbach am 1. Juli 1972 in den neu gebildeten Landkreis Miltenberg.

Faulbacher Kerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Faulbach gibt es eine der ältesten Kerben (Kirchweih) der Region. Belegbar seit 1870, wahrscheinlich aber um einiges älter, wird einmal im Jahr Anfang September die Kirchweih im Dorf gefeiert. Die Junggesellen des Dorfes stellen nach den fränkischen Traditionen zum Beispiel einen Kirchweihbaum auf.[6]

Seit dem Jahr 2010 wird die Kirchweih vom dafür gegründeten Verein Faulbacher Kerb seit 1870 e. V. ausgerichtet und organisiert.[7]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1976 die Gemeinde Breitenbrunn eingegliedert.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1812: 789 Einwohner
  • 1961: 2151 Einwohner[8]
  • 1970: 2466 Einwohner[8]
  • 1987: 2502 Einwohner
  • 1991: 2678 Einwohner
  • 1995: 2834 Einwohner
  • 2000: 2795 Einwohner
  • 2005: 2769 Einwohner
  • 2010: 2693 Einwohner
  • 2015: 2588 Einwohner
  • 2016: 2576 Einwohner

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stagnierte die Einwohnerzahl bei rund 2550 Einwohner. Um 2000 zählte die Gemeinde gut 2800 Einwohner. Quelle: BayLfStat

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit Mai 2014 Wolfgang Hörnig (SPD); dieser wurde am 15. März 2020 mit 88,0 % der Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören 14 Personen an. Bei der Kommunalwahl 2020 ergab sich folgende Sitzverteilung (siehe Diagramm rechts):

5
6
3
Insgesamt 14 Sitze
  • SPD/WG: 5
  • CSU: 6
  • IGF: 3

Gegenüber der vorausgehenden Amtszeit verlor die SPD/WG einen Sitz an die IGF. Die Wahlbeteiligung betrug 63,86 %.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Faulbach
Blasonierung:Geteilt von Rot und Silber; oben ein sechsspeichiges goldenes Rad, unten über grünem Rasen ein blauer Schrägbach.“[9]

Dieses Wappen wird seit 1956 geführt.

Wappenbegründung: Das Wappen ist von einem Dorfgerichtssiegel aus dem Beginn des 17. Jahrhunderts abgeleitet. Faulbach kam 1484 durch Tausch vom Deutschherrenorden an den Kurstaat Mainz und blieb dort bis zum Ende des Alten Reichs 1803. Daran erinnern das sechsspeichige Rad, das so genannte Mainzer Rad, sowie die Farben Silber und Rot. Der Schrägbach und der Rasen stehen redend für den Ortsnamen.

Europawahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Wahl beteiligten sich 60,66 % der Stimmberechtigten.[10]

Bei der Europawahl errangen die CSU 41,85 %, die SPD 16,29 %, die Grünen 12,70 %, die AfD 8,95 %, die Freien Wähler 6,15 % und sonstige 14,08 %.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 gab es in der Gemeinde 840 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1197 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 357 Personen größer als die der Einpendler. 28 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es acht landwirtschaftliche Betriebe.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schleuse Faulbach. Am linken Ufer liegt Faulbach.

In unmittelbarer Nähe des Ortes befindet sich bei Mainkilometer 147,1 die Schifffahrtsschleuse Faulbach. Diese hat eine Länge von 299,8 und eine Breite von 12,1 Metern. Die Fallhöhe beträgt 4,51 Meter.[11]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2018):

  • Eine Kindertageseinrichtung mit 99 genehmigten Plätzen und 103 Kindern
  • Eine Grund- und Mittelschule mit 11 Klassen, 18 Lehrern und 231 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Störmer (* 1928 in Faulbach; † 2015), deutscher Historiker und Hochschullehrer

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinde Faulbach (Hrsg.): Faulbach am Main, Festschrift zur 700-Jahrfeier der Erstnennung des Dorfes, Schelhaas Druck, Wertheim, 1983
  • Anton Rottmayer (Hrsg.): Statistisch-topographisches Handbuch für den Unter-Mainkreis des Königreichs Bayern. Sartorius’sche Buchdruckerei, Würzburg 1830, S. 255 (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Faulbach (Landkreis Miltenberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Faulbach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 14. Juni 2020.
  3. Gemeinde Faulbach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 6. Dezember 2021.
  4. Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 17. Februar 2022, abgerufen am 7. Mai 2022.
  5. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 70 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Kerbeverein Faulbach seit 1870 e.V.: Kerbeverein Faulbach seit 1870 e.V. Abgerufen am 7. September 2018.
  7. Kerbeverein Faulbach seit 1870 e.V.: Kerbeverein Faulbach seit 1870 e.V. Abgerufen am 7. September 2018.
  8. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 751.
  9. Eintrag zum Wappen von Faulbach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  10. Europawahl – Europawahl 2019 der Gemeinde Faulbach – Gesamtergebnis. Abgerufen am 3. Juni 2019.
  11. Binnenwasserstraßen der Bundesrepublik Deutschland, ABSCHNITT III: Binnenwasserstraßen im Bereich der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Süd (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.elwis.de abgerufen am 31. Juli 2010