Random Access Memories

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Random Access Memories
Studioalbum von Daft Punk
Veröffentlichung 17. Mai 2013
Aufnahme 2008–2012
Label Daft Life, Columbia Records
Format CD, Schallplatte, Download
Genre Disco, Electronic Dance Music, Electro, Popmusik
Anzahl der Titel 13
Laufzeit 74:24
Chronologie
Tron: Legacy (Soundtrack)
(2010)
Random Access Memories
Singleauskopplungen
19. April 2013 Get Lucky
13. August 2013 Lose Yourself to Dance
3. September 2013 Doin’ It Right

Random Access Memories ist das vierte Studioalbum des französischen Electronic-Duos Daft Punk. Es wurde am 17. Mai 2013 veröffentlicht und erreichte in den USA und den meisten Ländern Europas die Spitze der Charts.[1] An der Produktion waren viele internationale Starmusiker beteiligt, darunter Panda Bear, Julian Casablancas, DJ Falcon, Chilly Gonzales, Giorgio Moroder, Nile Rodgers, Paul Williams und Pharrell Williams.[2]

Das Album beinhaltet zahlreiche Referenzen an die Sounds der 1970er- und 1980er Jahre. Daneben ist mit dem Track Giorgio by Moroder eine Interview-Montage, in dem der Begründer der Synthesizer-Disco-Musik Moroder sich über seine musikalischen Ursprünge äußert, auf dem Album enthalten.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Duo begann schon während der Produktion des Filmscores zu Tron: Legacy 2008 an neuem Material zu arbeiten, ohne jedoch ein Konzept oder Album vor Augen zu haben.[3] Die Aufnahmen fanden in fünf verschiedenen Studios statt, den Henson Recording Studios, Conway Recording Studios und Capitol Studios in Kalifornien, Electric Lady Studios in New York City und Gang Recording Studio in Paris. Vokal-Aufnahmen fanden hauptsächlich in Paris statt, während die Instrumental- beziehungsweise Percussion-Sitzungen in den USA vorgenommen wurden. Bei der Produktion verzichteten Daft Punk fast vollständig auf Samples und ließen entsprechend den Großteil der Instrumente live einspielen, eine Ausnahme bildet der Schluss-Track Contact. Es wurden viele begleitende Instrumente wie Holzblasinstrumente oder Streichorchester, aber auch Chor-Passagen aufgenommen, von denen später einige nicht auf dem endgültigen Album landeten.[4] Sie verwendeten auch für Musik untypische Klangeffekte, wie zum Beispiel Wassertropfen oder klirrendes Besteck, bei deren Umsetzung und Aufnahme sie Unterstützung von Filmexperten von Warner Bros erhielten.[5] Elektronische Elemente wurden auf ein Minimum reduziert, lediglich ein Modularer Synthesizer und ein Vocoder kamen noch zum Einsatz.[3]

Der Song Giorgio by Moroder zusammen mit Giorgio Moroder ist ein von ihm gesprochener Monolog über sein Leben sowie ein „vocal booth“, der drei[6] Mikrofone von den 1960ern bis heute beinhaltet. Der Tontechniker meinte, dass die einzelnen Mikros die jeweiligen Lebensabschnitte von Moroder darstellen sollten.[7] Die Nachfrage, ob man den Unterschied denn hören könne, verneinte der Tontechniker, weshalb Moroder nachhakte, warum man es dann so mache, woraufhin er antwortete, dass Thomas [Bangalter] den Unterschied höre.

Über die Hintergründe, warum so viele Gastmusiker an der Albumentstehung beteiligt waren, sagte Bangalter, dass es auch darum ging, mit den Leuten Musik zu machen, die sie selbst bewunderten.

The idea of working with musicians was way beyond making it sound better. It was an opportunity to create something on a very personal level with people that we admire the most.

Thomas Bangalter[8]

Titelliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Give Life Back to Music (4:36)
  2. The Game of Love (5:22)
  3. Giorgio by Moroder (featuring Giorgio Moroder) (9:05)
  4. Within (3:49)
  5. Instant Crush (featuring Julian Casablancas) (5:38)
  6. Lose Yourself to Dance (featuring Pharrell Williams) (5:54)
  7. Touch (featuring Paul Williams) (8:19)
  8. Get Lucky (featuring Pharrell Williams) (6:10)
  9. Beyond (4:51)
  10. Motherboard (5:42)
  11. Fragments of Time (featuring Todd Edwards) (4:40)
  12. Doin' It Right (featuring Panda Bear) (4:12)
  13. Contact (6:24)
  14. Horizon (Bonus Track nur auf dem Release in Japan) (4:24)[9]

Kritische Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Professionelle Bewertungen
Durchschnittsbewertung
Quelle Bewertung
Metacritic 87 %[10]
Weitere Bewertungen
Quelle Bewertung
Rolling Stone
Allmusic
The Telegraph
The Observer
The Guardian
The Independent
Billboard
PopMatters
Spin
NME
Laut
Plattentests
CD-Bewertungen
CDStarts

Das Album erhielt fast ausschließlich positive Kritiken. Mit einem aus 47 englischen Rezensionen errechneten Metascore von 87 Punkten ist es eines der höchstbewerteten Alben überhaupt und wohl das bestaufgenommene kommerziell erfolgreiche Album des Jahres 2013.

„Ganz schön gestrig – und dennoch ziemlich genial: Auf ihrem neuen Album plündern sich die Disco-Roboter von Daft Punk kreuz und quer durch die Pop-Geschichte, jeder Ton wirkt vertraut. Eben diese kunstvolle Verneigung vor der Vergangenheit macht "Random Access Memories" zum Meisterwerk. […] ‚Random Access Memories‘ ist über 70 Minuten lang, aber durchgehend unterhaltsam. Übervoll mit Anspielungen, bereichert durch Gäste, klingt es trotzdem immer nach Daft Punk. Ein als Meisterwerk inszeniertes Album hält seiner Inszenierung stand.“

Auszug aus der Rezension des Spiegels[11]

Sassan Niasseri von der deutschen Ausgabe des Musikmagazins Rolling Stone lobt den Gesamtklang, die Features von Giorgio Moroder und Pharrell Williams und besonders den Song Touch. Kritisiert werden lediglich die Kollaborationen mit Julian Casablancas, Panda Bear und Chilly Gonzales.

„Die Erträge sind bei jedem einzelnen der 13 neuen Stücke überraschend; oft sehr gut, in einigen Fällen verblüffend unspektakulär. […] So variabel und erzählerisch zeigten sich Guy-Manuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter zuletzt auf ihrem Zweitwerk „Discovery“ von 2001. […] Viel schöner ist, dass die zwei Franzosen – und das geht in Richtung ihrer besten Platte, „Discovery“ – wieder auf Expeditionskurs sind. Wenn auch in Richtung Vergangenheit. Sie tun zwar noch immer so, als bestünden sie nur aus Schaltkreisen, als kämen sie aus dem All und brächten uns fremde Klänge mit. Aber die besten dieser Klänge, und das geben Daft Punk mit dieser Platte zu, stammen ab: von den älteren lebenden Exemplaren der Gattung Homo Sapiens.“

Auszug aus der Rezension der deutschen Rolling Stone[12]

Für das Wochenmagazin Stern in Person von Verena Schurr begründet die Platte Daft Punks Stellung als „Schwergewicht der Musikszene“.

„Das Ergebnis sind 13 Tracks mit groovigen, eingängigen aber teils vielleicht auch etwas langen Momenten. Ob Daft Punk mit ‚Random Access Memories‘ ein ähnlich großer Wurf gelingt wie 2001 mit ihrem millionenfach verkauftem Album ‚Discovery‘ wird man sehen.“

Auszug aus dem Artikel des Sterns[13]

Die Redaktion der deutschen Internetseite Plattentests.de würdigt die Vereinigung von Prog, Disco, Funk, Soul und House, sowie die Huldigung der Altmeister. Positiv hervor hebt sie außerdem einen Großteil der Gastmusiker, im Speziellen die Beteiligung des Gitarristen Nile Rodgers.

„„Wird die neue Daft Punk wieder stilprägend?“, fragte man sich im Vorfeld oft angesichts der beispiellosen Pre-Album-Werbekampagne, die die Franzosen starteten. Die Antwort ist jein und gleichzeitig kackegal. ‚Random access memories‘ lebt vom analogen Klang, davon, dass die Drums gespielt und nicht programmiert werden, vom Soul im discoiden Funk, vom beseelten Atem der 70er. […] Acht Jahre haben Daft Punk daran gearbeitet, Venen wie Dränagen zu den Organen der Roboter zu legen. Jetzt pumpt das Herz auf Französisch. Der Schrittmacher sagt merci.“

Auszug aus der Rezension von Plattentests.de[14]

Auch ein Großteil anderer deutscher Internetplattformen bewertet Random Access Memories als gelungen, so bezeichnet CD-Bewertungen.de das Album als „abenteuerlichen Zeitreise durch die Geschichte der Musik“[15] und Mauricio Quinones von CDstarts.de meint, dass das Werk seinem Hype durchaus gerecht werde.[16] Das E-Zine Laut.de ließ zwei ihrer Redakteure gegeneinander argumentieren und bewertete es dementsprechend mit drei von fünf Sternen vergleichsweise mäßig,[17] listete es aber in ihrem Best of 2013 Ranking als achtbestes Album des Jahres.[18]

Das Album war demnach auch in vielen Listen der „besten Alben des Jahres“ zu finden. So listete das Musikmagazin Rolling Stone die Platte als das drittbeste Album des Jahres,[19] Spin auf Platz 19 ihrer Liste der 50 besten Alben,[20] der New Musical Express auf Position 6,[21] Pitchfork auf Platz 7[22] und die Musikredaktion des Complex Magazins als neuntbestes Album.[23]

Kommerzieller Erfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Album stieg in einem Großteil der europäischen Länder auf Platz 1 der Charts ein, darunter Großbritannien, die deutschsprachigen Länder, sowie ihr Heimatland Frankreich, wo es schon innerhalb einer Woche mit Platin ausgezeichnet wurde. Daneben konnte sich Random Access Memories auch die Spitzenposition in Mexiko, Australien, Neuseeland, Kanada und den USA sichern. In Deutschland erhielt das Album im Juli die Goldene Schallplatte, in den Vereinigten Staaten wurde es über 600.000 Mal abgesetzt (Stand 3. Juli 2013).[24]

Es wurden allein in der ersten Woche weltweit über eine Million Kopien des Albums verkauft,[25] am Jahresende belegte es mit 3,2 Millionen abgesetzten Einheiten Platz 5 der erfolgreichsten Alben des Jahres.[26]

Im deutschen iTunes Store war es 2013 das meistgekaufte Album des Jahres.[27]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land Zertifikation Verkäufe
AustralienAustralien Australien 2 × Platin 140.000
BelgienBelgien Belgien Platin 30.000
DanemarkDänemark Dänemark Gold 10.000
DeutschlandDeutschland Deutschland Platin 200.000
FinnlandFinnland Finnland Gold 10.000
FrankreichFrankreich Frankreich Diamant 500.000
IrlandIrland Irland Platin 15.000
ItalienItalien Italien Platin 60.000
JapanJapan Japan Gold 100.000
KanadaKanada Kanada 2 × Platin 160.000
MexikoMexiko Mexiko 2 × Platin 120.000
NeuseelandNeuseeland Neuseeland Platin 15.000
PolenPolen Polen 2 × Platin 40.000
OsterreichÖsterreich Österreich Platin 15.000
SchwedenSchweden Schweden Platin 30.000
SchweizSchweiz Schweiz Platin 20.000
SpanienSpanien Spanien Gold 20.000
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Platin 1.000.000
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Platin 300.000
insgesamt
  • 4 × Gold
  • 18 × Platin
  • 1 × Diamant
2.785.000

Darüber hinaus wurde das Album bei den Grammy Awards 2014 mit mehreren Grammys ausgezeichnet. Es gewann in den Kategorien Best Dance/Electronica Album, Best Engineered Album, Non-Classical und auch in der Kategorie Album of the Year. Die Single Get Lucky, die gemeinsam mit Pharrell Williams aufgenommen wurde, wurde zudem mit dem Best Pop Duo/Group Performance und dem Record of the Year ausgezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daft-Punk-Album bricht Streaming-Rekord Zeit Online, 27. Mai 2013
  2. Felix Bayer: Die fabelhaften Roboterboys Spiegel Online, 6. Mai 2013
  3. a b Jonah Weiner: Daft Punk Reveal Secrets of New Album - Exclusive Rolling Stone, 13. April 2013 (abgerufen am 25. September 2013)
  4. Nick Stevenson: Random Access Memories’ review Mixmag, 30. April 2013(abgerufen am 25. September 2013)
  5. Erwan Perron: Daft Punk, interview-fleuve pour la sortie de Random Access Memories (französisch) 7. Mai 2013 (abgerufen am 25. September 2013)
  6. Daft Punk | Random Access Memories | The Collaborators: Giorgio Moroder (A Series by The Creators Project), Interview mit G. Moroder, ab 5′34″, abgerufen am 7. Dezember 2013
  7. Giorgio Moroder Recorded With Daft Punk URB (abgerufen am 7. Dezember 2013)
  8. Ryan Dombal: Cover Story - Daft Punk Pitchfork, 14. Mai 2013 (abgerufen am 7. Dezember 2013)
  9. Fabian Soethof: Daft Punk: Random Access Memories in Japan mit Bonus-Track "Horizon" Musikexpress, 22. Mai 2013
  10. Critic Review- Random Access Memories Metacritic (abgerufen am 26. September 2013)
  11. Felix Bayer: Neues Daft-Punk-Album: Die fabelhaften Roboter-Boys Spiegel Online, 6. Mai 2013 (abgerufen am 26. September 2013)
  12. Sassan Niasseri: Rezension des Tonträgers. In: Rolling Stone, 14. Mai 2013 (abgerufen am 26. September 2013)
  13. Verena Schurr: Random Access Memories: Daft Punk bringt neues Album heraus. In: Stern, 16. Mai 2013 (abgerufen am 27. September 2013)
  14. Stephan Müller: Rezension des Tonträgers Plattentests.de (abgerufen am 26. September 2013)
  15. Rezension des Tonträgers CD-Bewertungen, 21. Mai 2013 (abgerufen am 26. September 2013)
  16. Mauricio Quinones: Rezension des Tonträgers CDstarts.de (abgerufen am 26. September 2013)
  17. Rezension des Albums laut.de (abgerufen am 26. März 2014)
  18. Best Of 2013: Die Alben des Jahres Laut.de, 6. Dezember 2013 (abgerufen am 26. März 2014)
  19. 50 Best Albums of 2013 Rolling Stone, 2. Dezember 2013 (abgerufen am 4. Dezember 2013)
  20. SPIN′s 50 Best Albums of 2013 Spin, 2. Dezember 2013 (abgerufen am 5. Dezember 2013)
  21. NME's 50 Best Albums Of 2013 New Musical Express (abgerufen am 5. Dezember 2013)
  22. The Top 50 Albums of 2013 Pitchfork (abgerufen am 26. März 2014)
  23. The Best Albums of 2013 (So Far) complex.com (abgerufen am 5. Dezember 2013)
  24. Paul Grein: Chart Watch Extra: The First Six Months music.yahoo.com, 3. Juli 2013 (abgerufen am 27. September 2013)
  25. Sarah Polonsky: Daft Punk Random Access Memories Sells Over A Million Copies In One Week. Vibe, 29. Mai 2013 (abgerufen am 27. September 2013)
  26. IFPI Digital Music Report 2014 ifpi.org (abgerufen am 3. Oktober 2014)
  27. Martina Gabric: iTunes Best Of 2013: Daft Punk und Robin Thicke liefern Jahres-Bestseller musikmarkt.de, 17. Dezember 2013 (abgerufen am 17. Dezember 2013)