Vonovia Ruhrstadion

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Ruhrstadion ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Ruhrstadion (Begriffsklärung) aufgeführt.
Vonovia Ruhrstadion
Das Bochumer Ruhrstadion im Jahr 2004
Das Bochumer Ruhrstadion im Jahr 2004
Frühere Namen

Sportplatz an der Castroper Straße (1911–1921)
Stadion an der Castroper Straße (1921–1979)
Ruhrstadion (1979–2006)
rewirpowerSTADION (2006–2011)
FIFA Frauen-WM-Stadion Bochum (2011)
rewirpowerSTADION (2011–2016)
Stadion Bochum (2016)

Daten
Ort Castroper Str. 145
DeutschlandDeutschland 44791 Bochum, Deutschland
Koordinaten 51° 29′ 23,8″ N, 7° 14′ 11,4″ OKoordinaten: 51° 29′ 23,8″ N, 7° 14′ 11,4″ O
Eigentümer Stadt Bochum
Betreiber Stadt Bochum und VfL Bochum
Eröffnung 8. Oktober 1911
Erstes Spiel SuS 1908 Bochum – VfB Hamm
Erweiterungen 1921 (Stehplatzränge)
1950er (Sitzplatztribüne)
1972 (Flutlichtanlage)
1976–1979 (Tribünenumbau)
1997 (Sitzplätze Westkurve)
2003 (Stadioncenter)
2009–2010 (Aus- und Umbau)
Oberfläche Naturrasen
Kapazität 29.299 Plätze
Kapazität (internat.) 23.500 Plätze
Verein(e)
Veranstaltungen

Das Vonovia Ruhrstadion[1][2] (kurz: Ruhrstadion;[3] zuvor: rewirpowerSTADION) ist das Fußballstadion des Fußballvereins VfL Bochum. Es liegt im Stadtteil Grumme an der Castroper Straße unmittelbar nordöstlich der Bochumer Innenstadt und ist ein „reines“ Fußballstadion (ohne Laufbahn). Benannt ist es nach dem deutschen Wohnungsunternehmen Vonovia SE mit Sitz in Bochum und der am südlichen Stadtrand fließenden Ruhr, einem Nebenfluss des Rheins. In der Rangliste deutscher Fußballstadien steht es mit einer Zuschauerkapazität von 29.299 überdachten Plätzen (16.174 Sitzplätze und 13.125 Stehplätze) auf Platz 32. Der VfL und seine Vorgängervereine spielen an diesem Ort bereits seit 1911 Fußball. Der VfL Bochum verfügt damit über eine der traditionsreichsten Wettkampfstätten im deutschen Profifußball.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportplatz an der Castroper Straße (1911–1921)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1911 pachtete der SuS Bochum 08 eine Wiese außerhalb der damaligen Stadtgrenzen.[4] Die Wiese trug umgangssprachlich, nach dem Verpächter Bauer Dieckmann, den Namen Dieckmanns Wiese. Das erste offizielle Fußballspiel an der Castroper Straße fand vor 500 Zuschauern am 8. Oktober 1911 beim Spiel des SuS 08 und dem VfB Hamm statt.[4][5] Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Sportplatz zu einem Stadion ausgebaut.[4]

Stadion an der Castroper Straße (1921–1979)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der TuS 1848 Bochum, ein Fusionsverein, der 1919 aus dem SuS 1908 Bochum und dem TV Bochum 1848 entstand, errichtete 1921 ein Stadion mit Platz für etwa 50.000 Zuschauer an der Castroper Straße.[4] Zum ersten Spiel im neuen Stadion war der Düsseldorfer SC 99 zu Gast.[4][5] Zu diesem Zeitpunkt war das Bochumer Stadion eines der modernsten und größten Fußballstadien Deutschlands, sodass am 2. Juli 1922 die Deutsche Fußballnationalmannschaft hier die Ungarn zu einem Freundschaftsspiel empfing.[4][6][5] In den 1920er und 1930er Jahren war das Stadion an der Castroper Straße die Heimat der Gauligisten des TuS Bochum 08 (hervorgegangen aus dem TuS 1848 Bochum per Reinlicher Scheidung mit dem TV Bochum 1848 am 1. Februar 1924) und Germania Bochum und mehrmals Austragungsort von Spielen der Westdeutschen Fußballmeisterschaft. Seit der Saison 1938/39 der Gauliga Westfalen ist das Stadion die Heimstätte des VfL Bochum, einem Fusionsverein der am 14. April 1938 aus dem TV Bochum 1848, dem TuS 1908 Bochum und dem SV Germania Bochum 1906 entstand.

In den 1950er Jahren errichtete der VfL eine Sitzplatztribüne mit 2700 Plätzen von denen 1300 überdacht waren.[4][7] Nach dem Aufstieg in die Fußball-Bundesliga im Jahr 1971 musste auch das Stadion an die Anforderungen des Profifußballs angepasst werden. So wurde eine Flutlichtanlage benötigt, die am 7. Oktober 1972 im Heimspiel des VfL gegen Borussia Mönchengladbach erstmals zum Einsatz kam.[5] Ähnlich wie die Nachbarn aus Dortmund mit dem Westfalenstadion und Gelsenkirchen mit dem Parkstadion wollten auch die Bochumer in den 1970er Jahren ein neues Stadion bauen. Der Verein bekam allerdings keine Genehmigung für einen Neubau, sodass das Stadion an der Castroper Straße schließlich umgebaut wurde.[7]

Der Umbau fand zwischen März 1976 und Juli 1979 statt und wurde in vier Etappen einzelner Tribünenabschnitte realisiert. Der VfL Bochum spielte während des Umbaus in einer Baustelle.[7] Zum Ende der Bundesliga-Saison 1975/76 war der Rasen an der Castroper Straße aufgrund des Umbaus unbespielbar. Der VfL Bochum musste für die letzten sieben Heimspiele der Rückrunde in andere Stadien ausweichen. Sechsmal – die Spiele gegen den 1. FC Kaiserslautern,[8] den MSV Duisburg,[9] den 1. FC Köln,[10] Eintracht Frankfurt,[11] Hertha BSC[12] und den Karlsruher SC[13] – spielte der VfL im Stadion am Schloss Strünkede in Herne sowie am 2. April 1976 einmal im Dortmunder Westfalenstadion gegen den FC Schalke 04.[7][14]

Ruhrstadion (1979–2006)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ruhrstadion im Jahr 1988 (Südtribüne). Im Vordergrund die Castroper Straße.
Luftbild des Stadions während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 (links die Haupttribüne, oben die Osttribüne, rechts die Gegentribüne und unten die Westtribüne). Rechts vom Stadion die Castroper Straße.

Nach Ende der Umbauarbeiten wurde das Stadion am 21. Juli 1979 unter dem neuen Namen Ruhrstadion Bochum mit einem Spiel gegen die SG Wattenscheid 09 eingeweiht.[5][15] Die ursprüngliche Kapazität des Ruhrstadions betrug 49.522 Zuschauer. Diese Kapazität wurde jedoch durch zahlreiche Umbauten verringert. So wurde vor der Saison 1997/98 die Westtribüne, die ursprünglich eine reine Stehplatztribüne war, zu einer Sitzplatztribüne umgebaut. Die aktuelle Kapazität zur Saison 2012/13 beträgt 29.299 Plätze, davon 16.174 Sitz- und 13.125 Stehplätze.[5]

Die Deutsche Fußballnationalmannschaft spielte in diesem Zeitraum dreimal im Ruhrstadion: in der Qualifikation zur WM 1982 am 23. September 1981 gegen Finnland[16] und die Freundschaftsspiele gegen Jugoslawien am 11. Mai 1986[17] und Ghana am 14. April 1993.[18]

ZSKA Moskau trug sein Heimspiel in der UEFA Champions League 1992/93 gegen die Glasgow Rangers am 9. Dezember 1992 aufgrund der Witterungsverhältnisse in Russland im Ruhrstadion aus.[5]

Seit August 2003 verfügt der VfL Bochum über ein fünfstöckiges Stadioncenter hinter der Nordtribüne des Ruhrstadions.[5] Es bietet Räumlichkeiten für die Geschäftsstelle, Nachwuchsabteilung, den Vorstand, die Mannschaft sowie für die Betreuung von rund 1250 VIPs. Im Erdgeschoss des Stadioncenters sind ein Fanshop sowie eine Gastronomie („8zehn48“) eingerichtet, in der es möglich ist, Auswärtsspiele des VfL Bochum auf einer Leinwand sowie mehreren Monitoren anzuschauen.

Am 30. September 2004 – beim UEFA-Cup-Spiel gegen Standard Lüttich – wurde die Ostkurve, der Fanblock der VfL-Anhänger, mit Sitzplätzen bestückt, welche allerdings für den normalen Ligabetrieb wieder entfernt wurden.

Rewirpowerstadion (2006–2016)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadion während der Frauen-WM (2011)
Ostansicht mit Südtribüne und Namensschriftzug rewirpowerSTADION (2011)
Südansicht rewirpowerSTADION (2010)
Innenansicht 2007

Seit Beginn der Saison 2006/07 trug das Stadion den Namen von Rewirpower, einer Tochtergesellschaft der Stadtwerke Bochum und anderer Energieversorger.[5] Der Vertrag zwischen Verein und Unternehmen lief über fünf Jahre und wurde 2011 bis 2016 verlängert. Wie in vergleichbaren Fällen bei anderen traditionsreichen Namen von Stadien und Arenen, wurde die Umbenennung vom Großteil der Bochumer Fanszene kritisiert.

Bochum war Spielort bei der Europameisterschaft der U21-Junioren 2004, unter anderem auch des Endspiels.[5][15] Während der U-20-Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2010 und der Weltmeisterschaft der Frauen im Jahr 2011 war das Ruhrstadion unter dem Namen „FIFA Frauen-WM-Stadion Bochum“ Austragungsort.[5] Um den FIFA-Normen zu entsprechen, wurde das Stadion bis 2011 renoviert. Auch das Stadioncenter wurde aus Anlass der WM erweitert. So entstand dort das Medienzentrum, es wurden neue Räume für die Betreuung von VIPs geschaffen, und auch die von den Spielern genutzten Räumlichkeiten beispielsweise für Fitness und Physiotherapie wurden vergrößert.[19]

Der Musiker Herbert Grönemeyer, der seine Kindheit und Jugendzeit in Bochum verbrachte und dort auch Fußball spielte, gibt immer wieder ausverkaufte Open-Air-Konzerte im Stadion. Dies war bisher 1985, 1994, 1998, 2003, 2007, 2009, 2012 und zuletzt 2015 der Fall. Einer der Höhepunkte seiner Auftritte ist das Lied „Bochum“ aus dem Album 4630 Bochum, das traditionell auch vor jedem Heimspiel des VfL im Stadion kurz vor dem Anpfiff gespielt wird. Es genießt bei VfL-Fans Kultstatus. Vom 4. bis 9. Oktober 2011 feierte der VfL Bochum die Jubiläumswoche „100 Jahre Fußball an der Castroper Straße“.[20]

Nachdem der Sponsoringvertrag von Rewirpower nicht verlängert wurde und zum 30. Juni 2016 auslief, trug die Spielstätte ab 1. Juli 2016 für wenige Tage den schlichten Namen Stadion Bochum. Es war zunächst nicht gelungen, einen neuen Namensgeber zu finden.[21]

Vonovia Ruhrstadion (seit 2016)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. Juli 2016 gab der VfL Bochum auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vonovia und der Stadt Bochum bekannt, dass das Stadion zukünftig den Namen des Wohnungsunternehmens Vonovia in Verbindung mit dem traditionsreichen und bei den Fans beliebten Namen Ruhrstadion tragen wird.[22] Der Vertrag hat zunächst eine Laufzeit von fünf Jahren.[23] Am 26. August 2016 wurde die Nordwestseite des Stadions als erste der vier Ecken mit dem neuen Namensschriftzug versehen.[24]

Anfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Choreografie beim Einlauf der Mannschaften
  • Anfahrt mit dem PKW: A 40, Anschlussstelle Bochum-Stadion
  • ÖPNV: Haltestelle rewirpowerSTADION (Bogestra-Straßenbahnlinien 308 und 318, bei besonderen Anlässen auch 306, sowie Bus 360)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vonovia Ruhrstadion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Konzernmeldung Vonovia Abgerufen: 8. Juli 2016
  2. Neuer Name im Revier: Vonovia Ruhrstadion Abgerufen: 8. Juli 2016
  3. Für immer Ruhrstadion WAZ vom 8. Juli 2016. Abgerufen: 8. Juli 2016.
  4. a b c d e f g Die Anfänge: Seit fast 100 Jahren – VfL kickt „anne Castroper“ auf vfl-bochum.de, abgerufen am 21. November 2012
  5. a b c d e f g h i j k Rewirpowerstadion auf vfl-bochum.de, abgerufen am 21. November 2012
  6. Alle Spiele: Bochum 02.07.1922 auf dfb.de, abgerufen am 21. November 2012
  7. a b c d Der Umbau: Kein Heimvorteil im Westfalenstadion auf vfl-bochum.de, abgerufen am 21. November 2012
  8. 1. Bundesliga 1975/76, 25. Spieltag: VfL Bochum - 1. FC Kaiserslautern auf kicker.de, abgerufen am 21. November 2012
  9. 1. Bundesliga 1975/76, 27. Spieltag: VfL Bochum - MSV Duisburg auf kicker.de, abgerufen am 21. November 2012
  10. 1. Bundesliga 1975/76, 29. Spieltag: VfL Bochum - 1. FC Köln auf kicker.de, abgerufen am 21. November 2012
  11. 1. Bundesliga 1975/76, 30. Spieltag: VfL Bochum - Eintracht Frankfurt auf kicker.de abgerufen am 21. November 2012
  12. 1. Bundesliga 1975/76, 32. Spieltag: VfL Bochum - Hertha BSC auf kicker.de, abgerufen am 21. November 2012
  13. 1. Bundesliga 1975/76, 34. Spieltag: VfL Bochum - Karlsruher SC auf kicker.de, abgerufen am 21. November 2012
  14. 1. Bundesliga 1975/76, 21. Spieltag: VfL Bochum - FC Schalke 04 auf kicker.de, abgerufen am 21. November 2012
  15. a b Altes Eisen auch heute noch ein Schmuckkästchen auf vfl-bochum.de, abgerufen am 21. November 2012
  16. Alle Spiele: Bochum 23.09.1981 auf dfb.de, abgerufen am 21. November 2012
  17. Alle Spiele: Bochum 11.05.1986 auf dfb.de, abgerufen am 21. November 2012
  18. Alle Spiele: Bochum 14.04.1993 auf dfb.de, abgerufen am 21.November 2012
  19. VfL-Vorstand stellt Baupläne vor auf vfl-bochum.de, abgerufen am 4. Februar 2010
  20. So läuft die Jubiläumswoche 100 Jahre Fußball an der Castroper Straße auf westline.de, abgerufen am 21. November 2012
  21. westline.de: Das "rewirpowerSTADION" ist seit heute Geschichte Artikel vom 1. Juli 2016
  22. Die Rückkehr des Ruhrstadions Handelsblatt vom 7. Juli 2016. Abgerufen: 12. Juli 2016.
  23. derwesten.de: Neuer Name des VfL-Stadions lautet: Vonovia Ruhrstadion Artikel vom 7. Juli 2016
  24. Vonovia Ruhrstadion – Neues Logo enthüllt Abgerufen: 30. August 2016.