Armin Schuster

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Armin Schuster (2020)

Armin Schuster (* 20. Mai 1961 in Andernach) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 2009 bis 2020 Mitglied des Deutschen Bundestages und von 2020 bis 2022 Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn. Seit dem 25. April 2022 ist er Staatsminister des Innern in Sachsen.

Studium und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuster besuchte von 1980 bis 1983 die Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Köln und Lübeck. Von 1983 bis 1986 war er für den Bundesgrenzschutz in Braunschweig tätig. Von 1986 bis 1992 studierte er an der Fernuniversität Hagen Wirtschaftswissenschaften und erlangte anschließend an der Hochschule der Polizei in Münster die Laufbahnbefähigung für den höheren Dienst. Gleichzeitig war er zwischen 1985 und 1989 im Bundesinnenministerium tätig. Nach verschiedenen beruflichen Stationen war er von 1999 bis 2002 Dozent an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung und Leiter Qualitätsmanagement in Lübeck. Im Anschluss war er stellvertretender Leiter der Bundespolizeiinspektion Frankfurt (Oder). Von 2004 bis 2009 leitete Schuster anschließend als Polizeidirektor die Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein.[1]

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuster ist seit 1987 Mitglied der CDU, war von Oktober 2009 bis 2012 stellvertretender und von 2012 bis Februar 2018 Vorsitzender des Lörracher CDU-Kreisverbandes.[2][3][4]

Während der Flüchtlingskrise in Deutschland ab 2015 wurde Schuster zu einem der wichtigsten CDU-internen Kritiker von Bundeskanzlerin Angela Merkel.[5] Diese parteiinterne Gegnerschaft zur Bundeskanzlerin soll Ende November 2018 dazu geführt haben, dass Bundesinnenminister Horst Seehofer die von ihm vorgesehene Berufung Schusters zum Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz nach einem Veto von Merkel fallen ließ und stattdessen Thomas Haldenwang (CDU) berief, der seit 2013 Vizepräsident des Bundesamts war.[6]

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2009 bis 2020 gehörte Schuster dem Deutschen Bundestag als Abgeordneter des Wahlkreises Lörrach – Müllheim an, wo er jeweils das Direktmandat gewann.[7]

Ab 2009 war Schuster auch Mitglied des Innenausschusses und ab 2013 der dortige Obmann der CDU/CSU-Fraktion. Er war zudem von 2015 bis 2017 Obmann im Zweiten NSU-Untersuchungsausschuss.

In der 19. Wahlperiode wurde Schuster zum Vorsitzenden des 1. Untersuchungsausschuss der 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages zum Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche (Anis Amri) gewählt. Er zog sich wegen zu hoher Belastung von diesem Amt zurück.

Von 2013 bis 2020 war Schuster Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr)[8], zu dessen Vorsitzenden für die 19. Wahlperiode er am 18. Januar 2018 mit 557 Stimmen gewählt wurde.[9]

Schuster legte mit Ablauf des 9. November 2020 sein Bundestagsmandat nieder, um sein neues Amt als Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe anzutreten.[10] Als Abgeordneter folgte ihm Christian Natterer nach.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. November 2020 wurde er von Bundesinnenminister Horst Seehofer als Nachfolger von Christoph Unger (SPD) zum Präsidenten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ernannt.[11][12] Aus diesem Amt schied er mit Annahme des Ministerpostens in Sachsen im April 2022 aus.

Am 22. April 2022 wurde er vom sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer als Nachfolger von Roland Wöller für das Amt des Innenministers im Kabinett Kretschmer II nominiert. Er trat sein Amt am 25. April 2022 an.[13]

Sonstiges Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuster vergibt jedes Jahr ein Stipendium im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms an Schüler oder junge Berufstätige in seinem Wahlkreis.[14]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuster ist verheiratet, hat mit seiner Frau eine erwachsene Tochter und lebt in Weil am Rhein-Haltingen. Er ist römisch-katholischer Konfession.[15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Armin Schuster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lebenslauf von Armin Schuster. Abgerufen am 14. Januar 2018.
  2. „Wir sind gekommen, um zu bleiben“. In: badische-zeitung.de
  3. CDU sieht sich im Aufwind. In: badische-zeitung.de
  4. Badische Zeitung: Bundestagsabgeordneter Schuster gibt Kreisvorsitz in Lörrach ab – Lörrach – Badische Zeitung. (badische-zeitung.de [abgerufen am 5. März 2018]).
  5. Daniel Gräber: „Und wer sagt das Frau Merkel?“ – „Ich!“ Armin Schuster: CDU-Rebell gegen die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel. In: welt.de. 7. Dezember 2015, abgerufen am 23. Januar 2017.
  6. Frankfurter Allgemeine: Merkel soll Kritiker als Maaßen-Nachfolger verhindert haben, vom 30. November 2018, abgerufen 14. Juli 2020
  7. Zur Person. In: badische-zeitung.de, 19. November 2009, online
  8. 18. Wahlperiode – Parlamentarisches Kontrollgremium (PKGr). In: https://www.bundestag.de/. Bundestag, abgerufen am 6. Januar 2019.
  9. Armin Schuster leitet das Parlamentarische Kontrollgremium. In: www.bundestag.de. Bundestag, 18. Januar 2018, abgerufen am 6. Januar 2019.
  10. Deutscher Bundestag - Ausgeschiedene Abgeordnete der 19. Wahlperiode. In: bundestag.de. Abgerufen am 10. November 2020.
  11. Nach Fehlschlag beim Warntag: Neuer Katastrophenschutz-Chef kommt aus dem Südwesten. In: Stuttgarter Zeitung. 19. September 2020, abgerufen am 10. November 2020.
  12. Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe - Meldungen - Armin Schuster ist neuer Präsident des BBK. Abgerufen am 10. November 2020.
  13. Armin Schuster soll neuer Innenminister in Sachsen werden. In: saechsische.de. Abgerufen am 22. April 2022.
  14. STIPENDIUM / PPP. In: armin-schuster.de. Abgerufen am 14. Januar 2018.
  15. Deutscher Bundestag - Abgeordnete. Abgerufen am 25. Dezember 2020.