Spengler Cup

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Logo des Spengler Cups
Früheres Logo des Spengler Cups

Der Spengler Cup (französisch Coupe Spengler) gilt als das älteste internationale Eishockey-Mannschaftsturnier. Die gleichnamige Siegertrophäe wurde 1923 das erste Mal vergeben. Die teilnehmenden Mannschaften aus der ganzen Welt werden vom Gastgeber HC Davos eingeladen. Seit 1984 spielt auch das Team Canada in einer Formation mit, die nicht der üblichen kanadischen Nationalmannschaft entspricht, sondern kanadische Spieler aus europäischen Klubs umfasst. Das Turnier findet in der Regel jährlich zwischen dem Stephanstag und Silvester im Eisstadion von Davos in der Schweiz statt. 1939, 1940, 1949 und 1956 fand das Turnier nicht statt. 2020 wurde das Turnier wegen der Coronapandemie abgesagt.[1] Auch 2021 musste des Turnier, aufgrund 17 Neuansteckungen mit dem Coronavirus beim Gastgeber, kurzfristig abgesagt werden.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Stiftung des Wanderpreises ging es laut Stiftungsurkunde darum, „die Jugend der durch den Ersten Weltkrieg verfeindeten Nationen in sportlichen Kontakten wieder zusammenzuführen“. Das gegenseitige Verständnis und Vertrauen sollte in fairem, freundschaftlichem Kräftemessen gefunden und gefördert werden.[3]

Der Name des Turniers geht auf den eishockeybegeisterten Gründer Carl Spengler zurück, den Sohn von Alexander Spengler, der Davos als Kurort bekannt machte.

Fakten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr nehmen sechs Mannschaften am Turnier teil. Gesetzt ist der Gastgeber HC Davos sowie seit 1984 das Team Canada – ein All-Star-Team bestehend aus in Europa tätigen kanadischen Spielern. Zu den beiden Mannschaften kommen vier, in der Regel von Jahr zu Jahr unterschiedliche, Teams hinzu. Seit der Erweiterung des Teilnehmerfelds auf sechs Mannschaften im Jahr 2010 waren dies jeweils ein Schweizer sowie drei ausländische Teams.

Der Spengler Cup ausgestellt in der Hockey Hall of Fame

Der Spengler Cup ist, nach dem Swiss Indoors in Basel, der zweitgrösste jährlich stattfindende Schweizer Sportanlass. Er hat ein Budget von circa 10.5 Millionen Schweizer Franken (Stand 2021), davon sind 30 Prozent Sponsoringanteil. Der Hauptsponsor des Turniers ist seit 1985 die UBS.[4][5]

Das Turnier wird in fünf Ländern live im Fernsehen übertragen, unter anderem auf dem kanadischen Sender TSN.[6] Zwischen 150 und 200 Medienschaffende sind akkreditiert. Dank eines meistens ausverkauften Stadions erreicht der Spengler Cup in diesen sechs Tagen mehr als 80.000 Zuschauer.

Modus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fredi Pargätzi (links) organisierte 26 Jahre lang den Spengler Cup, seit 2016 hat Marc Gianola (rechts) das Amt des OK-Präsidenten inne.

Traditionell wurde bis 2009 eine einfache Runde mit fünf Mannschaften gespielt, das heisst, jede Mannschaft spielte einmal gegen jede andere Mannschaft. Ab 1986 traten die beiden bestplatzierten Teams der Qualifikationsrunde zu einem Finalspiel gegeneinander an, um den Turniersieger zu ermitteln.

Um das fünftägige Turnier auch bis zum letzten Vorrundentag spannend halten zu können, wurde der Modus im Jahr 2010 modifiziert. Das Turnier wurde auf sechs Mannschaften erweitert und dabei um eine zweite Schweizer Mannschaft ergänzt. Die Teams werden in zwei Gruppen à drei Mannschaften aufgeteilt. Nach der Vorrunde sind die Gruppenersten für das Halbfinale qualifiziert, die Mannschaften auf den Plätzen zwei und drei spielen über Kreuz die weiteren Halbfinalisten aus.[7] Die beiden Halbfinalsieger ermitteln schliesslich den Turniersieger. Das Finale wird weiterhin – wie seit seiner Einführung im Jahr 1986 – traditionell am 31. Dezember um 12:00 Uhr angepfiffen.

Punktevergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Vorrunde erhält der Sieger einer Partie jeweils drei Punkte, der Verlierer keinen. Falls das Spiel nach 60 Spielminuten unentschieden ausgeht, wird eine Verlängerung von fünf Minuten Länge gespielt. Seit dem Spengler Cup 2015 spielt man in der Verlängerung 3 gegen 3. Ist das Spiel danach immer noch unentschieden, wird der Sieger durch ein Penaltyschiessen ermittelt. In diesem Fall erhält das unterlegene Team noch einen Punkt, ebenso wenn es in der fünfminütigen Verlängerung verliert.

Siegerliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rekordsieger ist das Team Canada mit 16 Erfolgen.[8]

Jahr Sieger Finalgegner
1923 England Oxford University Deutsches Reich Berliner SC
1924 Deutsches Reich Berliner SC Schweiz HC Davos
1925 England Oxford University Schweiz HC Davos
1926 Deutsches Reich Berliner SC Schweiz HC Davos
1927 Schweiz HC Davos Deutsches Reich Berliner SC
1928 Deutsches Reich Berliner SC England Cambridge University
1929 Tschechoslowakei 1920 LTC Prag Schweiz HC Davos
1930 Tschechoslowakei 1920 LTC Prag Schweiz HC Davos
1931 England Oxford University Deutsches Reich Berliner SC
1932 England Oxford University
Tschechoslowakei 1920 LTC Prag (im Finale 0:0 n. V.)
1933 Schweiz HC Davos FrankreichFrankreich Rapides de Paris
1934 Italien 1861 HC Diavoli Rossoneri Milano England Oxford University
1935 Italien 1861 HC Diavoli Rossoneri Milano Schweiz HC Davos
1936 Schweiz HC Davos Tschechoslowakei 1920 LTC Prag
1937 Tschechoslowakei 1920 LTC Prag Schweiz HC Davos
1938 Schweiz HC Davos Tschechoslowakei 1920 LTC Prag
1939 nicht ausgetragen
1940 nicht ausgetragen
1941 Schweiz HC Davos Deutsches Reich NS Berliner SC
1942 Schweiz HC Davos Schweiz Zürcher SC
1943 Schweiz HC Davos Schweiz Zürcher SC
1944 Schweiz Zürcher SC Schweiz Montchoisi Lausanne
1945 Schweiz Zürcher SC Schweiz HC Davos
1946 Tschechoslowakei LTC Prag Schweiz HC Davos
1947 Tschechoslowakei LTC Prag Schweiz HC Davos
1948 Tschechoslowakei LTC Prag Schweiz HC Davos
1949 nicht ausgetragen
1950 Italien HC Diavoli Rossoneri Milano Schweden AIK Stockholm
1951 Schweiz HC Davos Deutschland Bundesrepublik Preussen Krefeld
1952 Deutschland Bundesrepublik EV Füssen Schweiz Zürcher SC
1953 Italien HC Milano Inter Schweiz HC Davos
1954 Italien HC Milano Inter Deutschland Bundesrepublik EV Füssen
1955 Tschechoslowakei Rudá hvězda Brno Schweiz HC Davos
1956 nicht ausgetragen
1957 Schweiz HC Davos Tschechoslowakei Rudá hvězda Brno
1958 Schweiz HC Davos Italien Milan Inter HC
1959 Frankreich Athletic Club de Boulogne-Billancourt Deutschland Bundesrepublik EV Füssen
1960 Frankreich Athletic Club de Boulogne-Billancourt Schweiz HC Davos
1961 Frankreich Athletic Club de Boulogne-Billancourt Deutschland Bundesrepublik EV Füssen
1962 Tschechoslowakei TJ Spartak Prag Sokolovo Deutschland Bundesrepublik EV Füssen
1963 Tschechoslowakei TJ Spartak Prag Sokolovo Osterreich Klagenfurt
1964 Deutschland Bundesrepublik EV Füssen Schweden MoDo Alfredshem IK
1965 Tschechoslowakei ASD Dukla Jihlava SchwedenSchweden Västerås IK
1966 Tschechoslowakei ASD Dukla Jihlava Belgien Lüttich
1967 Sowjetunion 1955 HK Lokomotive Moskau Kanada Kingston Aces
1968 Tschechoslowakei ASD Dukla Jihlava SchwedenSchweden Rögle BK
1969 Sowjetunion 1955 HK Lokomotive Moskau Tschechoslowakei ASD Dukla Jihlava
1970 Sowjetunion 1955 SKA Leningrad Tschechoslowakei ASD Dukla Jihlava
1971 Sowjetunion 1955 SKA Leningrad Tschechoslowakei Slovan ChZJD Bratislava
1972 Tschechoslowakei Slovan ChZJD Bratislava Sowjetunion 1955 Torpedo Gorki
1973 Tschechoslowakei Slovan ChZJD Bratislava Sowjetunion 1955 HK Traktor Tscheljabinsk
1974 Tschechoslowakei Slovan ChZJD Bratislava Polen Team Polen
1975 Tschechoslowakei Olympiateam Tschechoslowakei Finnland Team Finnland
1976 Sowjetunion 1955 B-Nationalteam UdSSR Tschechien B-Nationalteam Tschechoslowakei
1977 Sowjetunion 1955 SKA Leningrad Tschechoslowakei ASD Dukla Jihlava
1978 Tschechoslowakei ASD Dukla Jihlava Schweden AIK Stockholm
1979 Sowjetunion 1955 Krylja Sowetow Moskau Deutschland Bundesrepublik Düsseldorfer EG
1980 Sowjetunion HK Spartak Moskau Tschechoslowakei HC Vítkovice
1981 Sowjetunion HK Spartak Moskau Schweiz HC Davos
1982 Tschechoslowakei ASD Dukla Jihlava Sowjetunion HK Spartak Moskau
1983 Sowjetunion HK Dynamo Moskau Tschechoslowakei ASD Dukla Jihlava
1984 Kanada Team Canada Tschechoslowakei ASD Dukla Jihlava
1985 Sowjetunion HK Spartak Moskau Kanada Team Canada
1986 Kanada Team Canada Sowjetunion Sokol Kiew
1987 Kanada Team Canada Sowjetunion Krylja Sowetow Moskau
1988 Vereinigte Staaten Team USA Kanada Team Canada
1989 Sowjetunion HK Spartak Moskau SchwedenSchweden Färjestad BK
1990 Sowjetunion HK Spartak Moskau Kanada Team Canada
1991 Russland 1991 HK ZSKA Moskau Schweiz HC Lugano
1992 Kanada Team Canada SchwedenSchweden Färjestad BK
1993 SchwedenSchweden Färjestad BK Schweiz HC Davos
1994 SchwedenSchweden Färjestad BK Schweiz HC Davos
1995 Kanada Team Canada RusslandRussland HK Lada Toljatti
1996 Kanada Team Canada Schweiz HC Davos
1997 Kanada Team Canada SchwedenSchweden Färjestad BK
1998 Kanada Team Canada Schweiz HC Davos
1999 Deutschland Kölner Haie RusslandRussland HK Metallurg Magnitogorsk
2000 Schweiz HC Davos Kanada Team Canada
2001 Schweiz HC Davos Kanada Team Canada
2002 Kanada Team Canada Schweiz HC Davos
2003 Kanada Team Canada Schweiz HC Davos
2004 Schweiz HC Davos Tschechien HC Sparta Prag
2005 RusslandRussland HK Metallurg Magnitogorsk Kanada Team Canada
2006 Schweiz HC Davos Kanada Team Canada
2007 Kanada Team Canada RusslandRussland Salawat Julajew Ufa
2008 RusslandRussland HK Dynamo Moskau Kanada Team Canada
2009 Belarus HK Dinamo Minsk Schweiz HC Davos
2010 RusslandRussland SKA Sankt Petersburg Kanada Team Canada
2011 Schweiz HC Davos Lettland Dinamo Riga
2012 Kanada Team Canada Schweiz HC Davos
2013 Schweiz Genève-Servette HC RusslandRussland HK ZSKA Moskau
2014 Schweiz Genève-Servette HC RusslandRussland Salawat Julajew Ufa
2015 Kanada Team Canada Schweiz HC Lugano
2016 Kanada Team Canada Schweiz HC Lugano
2017 Kanada Team Canada Schweiz Schweiz
2018 Finnland KalPa Kuopio Kanada Team Canada
2019 Kanada Team Canada Tschechien HC Oceláři Třinec
2020 nicht ausgetragen
2021 nicht ausgetragen

Rekordsieger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1923: Oxford University 1 Sieg
  • 1924: Oxford University und Berliner SC je 1 Sieg
  • 1925: Oxford University 2 Siege
  • 1926/27: Oxford University und Berliner SC je 2 Siege
  • 1928-30: Berliner SC 3 Siege
  • 1931: Oxford University und Berliner SC je 3 Siege
  • 1932-36: Oxford University 4 Siege
  • 1937: Oxford University und LTC Prag je 4 Siege
  • 1938-40: Oxford University, LTC Prag und HC Davos je 4 Siege
  • 1941-47: HC Davos 5-7 Siege
  • 1948-50: HC Davos und LTC Prag 7 Siege
  • 1951-2016: HC Davos 8-15 Siege
  • 2017-2018: HC Davos und Team Canada je 15 Siege
  • 2019-: Team Canada 16 Siege

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Spengler Cup – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Medienmitteilung der Hockey Club Davos AG vom 29. September 2020. Abgerufen am 30. September 2020.
  2. 17 Covid-Fälle bei Davos – Spengler Cup findet nicht statt. Abgerufen am 25. Dezember 2021.
  3. Davoser Revue, Dezember 2003
  4. Spengler Cup Davos. Abgerufen am 8. Mai 2017.
  5. Presenting und Gold Partner | Spengler Cup. Abgerufen am 8. Mai 2017.
  6. Klaus Zaugg: Der Spengler Cup ist in Kanada ein TV-Hit. In: 20 Minuten. 29. Dezember 2011, abgerufen am 11. November 2020.
  7. topsport.com Welches ist das zweite Schweizer Team?
  8. Siegerliste. Abgerufen am 31. Dezember 2012.