Stede Broec

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Gemeinde Stede Broec
Flagge der Gemeinde Stede Broec
Flagge
Wappen der Gemeinde Stede Broec
Wappen
Provinz Nordholland Nordholland
Bürgermeister Ronald Wortelboer (VVD)
Sitz der Gemeinde Bovenkarspel
Fläche
 – Land
 – Wasser
16,37 km2
14,55 km2
1,82 km2
CBS-Code 0532
Einwohner 21.581 (31. Aug. 2017[1])
Bevölkerungsdichte 1318 Einwohner/km2
Koordinaten 52° 42′ N, 5° 15′ OKoordinaten: 52° 42′ N, 5° 15′ O
Bedeutender Verkehrsweg N302 N506
Vorwahl 0228
Postleitzahlen 1611, 1613–1614, 1616
Website Homepage von Stede Broec
LocatieStedeBroec.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte

Stede Broec (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) (westfriesisch Steê Broek) ist eine niederländische Gemeinde in der Provinz Nordholland.

Name und Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stede Broec wurde 1979 nach der ehemaligen „Stadt Broek“ aus dem Mittelalter benannt. Die Gemeinde besteht aus drei, inzwischen durch Neubauviertel einigermaßen zusammengewachsenen, Dörfern: Grootebroek, Lutjebroek (was kleines Moor bedeutet) und Bovenkarspel, wo die Gemeindeverwaltung ihren Sitz hat.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt zwischen Hoorn und Enkhuizen, unmittelbar westlich dieser letzten Stadt und unweit des IJsselmeeres, das aber per Schiff von hier aus nicht erreicht werden kann. Grootebroek und Bovenkarspel haben Kleinbahnhöfe an der Eisenbahnlinie Amsterdam–Hoorn–Enkhuizen.

Die Hälfte der Einwohner pendelt nach Amsterdam, Hoorn oder Enkhuizen zur Arbeit. Aber die Land- und Gartenwirtschaft, insbesondere der Blumenanbau, sind auch sehr bedeutend. In Bovenkarspel steht ein Auktionsgebäude für Blumen und andere Gartenbauprodukte. Hier wird jedes Jahr im Februar eine auch für Touristen sehenswerte Messe mit Ausstellung gehalten, die Westfriese Flora.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 12. Jahrhundert entstanden die ersten permanenten Siedlungen, deren Bewohner erst sehr spät, nämlich im 13. Jahrhundert zum Christentum übergingen. Die „Stede Broek“ (Grootebroek) erhielt 1364 das Stadt- und Marktrecht. Da die Bevölkerung im Streit der „Hoeken und Kabeljauwen“ immer wieder unglücklich in der Parteienwahl war, entwickelte sich Broek nie zur richtigen Stadt: das Stadtrecht wurde z. B. einige Male vorübergehend wieder eingezogen; Broek hatte eine Schützengilde, wurde aber nie ummauert. Die Bewohner blieben Bauern oder Fischer.

Im 15., 16. und 17. Jahrhundert war der Ort verhältnismäßig wohlhabend. Im Jahr 1671 wurde sogar eine Klinkerstraße durch Broek fertiggestellt. Es war eine Landverbindung zwischen den damals wichtigen Handelsstädten Hoorn und Enkhuizen. Damit war die Blütezeit Grootebroeks vorüber. Brände, Missernten, Überschwemmungen und Epidemien suchten den Ort heim.

Erst im 20. Jahrhundert verbesserte sich die Lage, als der Gartenbau aufkam. Im Februar 1999 brach unter Besuchern der Gartenbau- und Verbrauchermesse „Westfriese Flora“ in Bovenkarspel eine Epidemie der Legionellose oder Legionärskrankheit aus. Einer der Aussteller hatte einen Whirlpool zur Schau gestellt, der (wie sich erst später herausstellte) mit dem Bakterium Legionella pneumophila infiziert war. Winzige Wassertröpfchen aus dem Gerät verseuchten die Besucher der Messe. Von den 230 an Legionellose erkrankten Besuchern verstarben 28 daran. Diese Katastrophe war für das niederländische Gesundheitsministerium Anlass, strenge Sicherheitsmaßnahmen zur Hygiene von Wasserleitungen zu verabschieden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen vom 21. März 2018 ergaben folgende Sitzverteilung:

Partei Sitze[3]
2006 2010 2014 2018
Open en Duidelijk Stede Broec 4 5 5 7
CDA 4 5 5 6
PvdA/GroenLinks 3 2 2
VVD 1 2 2 2
Gemeentebelangen Stede Broec 3 2 3 1
Onafhankelijke Partij 2 2 2 1
PvdA 4
GroenLinks 1
Gesamt 19 19 19 19

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 13. Juli 2017 ist Ronald Wortelboer (VVD) amtierender Bürgermeister der Gemeinde.[4] Zu seinem Kollegium zählen die Beigeordneten Lydia Groot (Open en Duidelijk Stede Broec), Nico Slagter (CDA), Bart Nootebos (PvdA/GroenLinks) sowie die Gemeindesekretärin Astrid Huisman.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stede Broec – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand August 2017Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Ergebnis der Kommunalwahlen, abgerufen am 18. Mai 2018 (niederländisch)
  3. Sitzverteilung im Gemeinderat: 2006 2010 2014–2018, abgerufen am 18. Mai 2018 (niederländisch)
  4. Stede Broec luidt klok voor nieuwe burgemeester. In: Noordhollands Dagblad. HDC Media, 13. Juli 2017, abgerufen am 18. Mai 2018 (niederländisch).
  5. College van burgemeester en wethouders Gemeente Stede Broec, abgerufen am 18. Mai 2018 (niederländisch)