Castricum

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Gemeinde Castricum
Flagge der Gemeinde Castricum
Flagge
Wappen der Gemeinde Castricum
Wappen
Provinz  Noord-Holland
Bürgermeister Toon Mans (VVD)
Sitz der Gemeinde Castricum
Fläche
 – Land
 – Wasser
60,4 km2
49,51 km2
10,89 km2
CBS-Code 0383
Einwohner 36.249 (1. Jan. 2022[1])
Bevölkerungsdichte 600 Einwohner/km2
Koordinaten 52° 33′ N, 4° 40′ OKoordinaten: 52° 33′ N, 4° 40′ O
Bedeutender Verkehrsweg A9 N203 N512 N513
Vorwahl 0251, 072, 075
Postleitzahlen 1489, 1901–1902, 1906, 1911, 1921
Website Homepage von Castricum
LocatieCastricum.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte
Castricum

Castricum ( anhören?/i) ist eine Gemeinde in der niederländischen Provinz Nordholland. Die Gemeinde hatte am 1. Januar 2022 eine Einwohnerzahl von 36.249. Ihre Gesamtfläche beträgt 60,4 km², davon 10,89 km² Wasser.

Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören folgende Dörfer:

  • der Hauptort Castricum, in dem sich die Gemeindeverwaltung befindet (knapp 20.000 Einwohner)
  • Limmen, inmitten der Tulpenfelder
  • Bakkum, ein Vorort des Hauptortes Castricum
  • Castricum aan Zee, ein Seebad an der Nordsee
  • Akersloot, inmitten von Wiesen, am Ufer der See „Alkmaardermeer“
  • der kleine Weiler Wouden

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Nordseeküste und in den Dünen südlich von Alkmaar und Heiloo. Das Dorf Castricum hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Nieuwediep–Amsterdam. Akersloot liegt an der Autobahn zwischen Amsterdam und Alkmaar.

Die Nähe des Meeres, des Strandes und der zum Teil schön bewaldeten Dünen machte Castricum ab etwa 1920 zu einem beliebten Wohnsitz für Pendler aus den benachbarten Städten. Es gibt auch schon lange einige kleine Sanatorien für Menschen, die Heilung ihrer Krankheiten durch Einatmung der Meeresluft suchen. Auch der Tourismus ist bedeutend. Der Boden von Limmen ermöglicht den Anbau von Tulpen, Nelken, Hyazinthen und anderen Blumenzwiebelgewächsen. In den Poldern um Akersloot überwiegt die Rinderzucht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Akersloot war im Mittelalter ein weitaus wichtigeres Dorf als heutzutage; es hatte eine eigene Gerichtsbarkeit.

Castricum soll seinem Namen einem römischen Heereslager (Castra) verdanken; wahrscheinlich ist das nicht richtig. Tatsache ist aber, dass Siedlungsspuren aus römischer Zeit und älter gefunden worden sind. Wegen Überschwemmungen und des rauen Klimas war die Gegend von etwa 250 n. Chr. bis etwa 750 unbewohnt. Im Achtzigjährigen Krieg wurde es 1573, wie auch Akersloot, von den Spaniern verwüstet, die Alkmaar belagerten.

Bakkum kam erst um 1812 an diese Gemeinde, Limmen 2003. Das zwar ebenfalls schon sehr alte Limmen entwickelte sich erst richtig ab etwa 1900, als durch die Anwesenheit guter Verbindungen (Eisenbahnanschluss 1870) der Anbau und Export von Blumenzwiebeln lohnend und gewinnbringend wurde.

Bei Castricum gab es am 6. Oktober 1799 eine Schlacht während des Zweiten Koalitionskrieges zwischen Truppen aus England und Russland auf der einen und dem Frankreich des Napoléon Bonaparte auf der anderen Seite. Die Holländer der Region standen damals noch mehrheitlich auf französischer Seite und viele halfen den französischen Truppen. Nachdem die Russen und Briten Alkmaar erobert hatten, in einer Offensive zur Schaffung eines Brückenkopfes jenseits der Nordsee, wurden sie bei Castricum in einer achtstündigen Schlacht von den Franzosen vernichtend geschlagen, was den Misserfolg des alliierten Einmarsches in Holland besiegelte. Nach den Gefechten wurden die Dörfer verheerend geplündert. Der Sieg der Franzosen wurde auf dem Arc de Triomphe in Paris dargestellt mit dem Vermerk: „Alkmaer“.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl am 16. März 2022[2]
Wahlbeteiligung: 63,44 %
 %
30
20
10
0
23,96
16,92
15,6
10,47
8,84
8,69
8,47
7,05
LVa
DVLd
Sonst.h
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2018
 %p
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-25
-30
+23,96
−0,25
+3,32
+1,38
+3,12
+0,10
−4,90
−26,74
LVa
DVLd
Sonst.h
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Lokaal Vitaal
d De VrijeLijst
h Forza! Castricum 7,05 % (+1,26 %), Castricum Kern(en) Gezond 0 % (–14,99 %), Gemeente- en Dorpsbelang 0 % (–8,04 %), SP 0 % (–4,97 %)

Der Gemeinderat wird seit 1982 wie folgt gebildet:

Partei Sitze[2]
1982 1986 1990 1994 1998 2001a 2006 2010 2014 2018 2022
Lokaal Vitaal 6
VVD 6 5 3 3 5 4 6 5 4 5 4
GroenLinks 2 1 3 3 2 2 2 3 4
De VrijeLijst 2 1 1 2 3
PvdA 6 5 3 3 3 3 5 3 2 1 2
PPR
D66 1 1 3 2 1 1 0 2 3 2 2
CDA 6 6 4 3 3 4 3 3 3 4 2
Forza! Castricum 1 2
Castricum Kern(en) Gezond 3 4 4 4
Gemeente- en Dorpsbelangb 8 4 3 2 2
SP 2 1
Castricum Aktiefbc 0 2 4 7 4
Gesamt 19 19 19 19 19 23 25 23 23 25 25
Anmerkungen
a Aufgrund der Eingemeindung von Akersloot und Limmen zum 1. Januar 2002 fand eine außerplanmäßige Kommunalwahl im Jahre 2001 statt.
b Zur Kommunalwahl 2001 ging Castricum Aktief in Gemeente- en Dorpsbelang auf.
c Castricum Aktief kandidierte im Jahr 1982 unter dem Namen Gemeentebelangen Castricum.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Strand bei Bakkum, auch Castricum aan Zee genannt (FKK-Tourismus und Strandbesuch für Behinderte beschränkt möglich)
  • Dünen, in denen man Wanderungen machen kann
  • Das Alkmaardermeer, auf dem man Wassersport betreiben kann (Akersloot hat einen Jachthafen)
  • Die alte Kirche (15. Jahrhundert) im Ortskern von Castricum
  • Das archäologische Zentrum Huis van Hilde
  • Die Blumenfelder um Limmen mit dem von Ostern bis etwa zum 15. Mai geöffneten „Hortus bulborum“ (Garten mit historischen, seltenen Tulpenarten).

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Castricum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand. In: StatLine. Centraal Bureau voor de Statistiek, 28. Februar 2022 (niederländisch).
  2. a b Ergebnisse der Kommunalwahlen: 1982–2002 2006 2010 2014 2018 2022, abgerufen am 10. April 2022 (niederländisch)