Trier-West/Pallien

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West/Pallien
Stadtteil von Trier
Koordinaten: 49° 45′ 16″ N, 6° 37′ 16″ O
Höhe: 135 m ü. NN
Fläche: 8,49 km²
Einwohner: 7005 (31. Dez. 2009)
Bevölkerungsdichte: 825 Einwohner/km²
Vorwahl: 0651
Biewer Ehrang/Quint Euren Feyen/Weismark Filsch Heiligkreuz Irsch Kernscheid Kürenz Mariahof Mitte/Gartenfeld Nord Olewig Pfalzel Ruwer/Eitelsbach Süd Tarforst West/Pallien ZewenKarte
Über dieses Bild
Lage in der Stadt Trier
Ansicht vom Zurlaubener Ufer aus

West/Pallien ist einer der 19 Ortsbezirke der Stadt Trier in Rheinland-Pfalz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk liegt am linken Ufer der Mosel gegenüber der Trierer Innenstadt. Im Westen wird der Stadtteil durch die zur Eifel zählenden Moselhöhen begrenzt, auf deren Rücken sich die zum Bezirk gehörende Siedlung Markusberg befindet. Im Süden grenzt Trier-West/Pallien an den Stadtbezirk Euren, im Norden an den Stadtbezirk Biewer. Der alte Ortskern von Pallien liegt auf einem schmalen Absatz zwischen roten Sandsteinfelsen auf der einen und dem Moselufer auf der anderen Seite. Höchste Erhebung im Stadtteil ist mit 373,5 m ü. NN der Mohrenkopf.

Aufgrund der topographischen Gegebenheiten befindet sich der Siedlungsschwerpunkt des Stadtteils im Moseltal, wo die verschiedenen Siedlungsbereiche von Pallien und Trier-West nahtlos ineinander übergehen und mit den südlich anschließenden Stadtteilen Euren und Zewen ein lang gestrecktes Siedlungsband bilden. Abseits dieses Siedlungsschwerpunkts zählen auch auf den Moselhöhen gelegene kleinere Siedlungseinheiten zum Stadtteil: Mohrenkopf, Markusberg und Busental (Bezirk Trier-West) sowie Auf der Jüngt, Gillenbachtal, Schneidershof (Hochschule Trier), Weißhaus, Kockelsberg und Sievenicher Hof (Bezirk Pallien).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil wurde im Jahr 1913 durch Eingemeindung des Dorfes Pallien und der Zusammenfassung mit dem vorstädtischen Trier-West gebildet. Die Abgrenzung der heutigen statistischen Bezirke Trier-West und Pallien geht auf die ehemals getrennten Siedlungen zurück.

Sanierungsbedürftiges Gebäude der Gneisenaukaserne
Winkelturmbunker aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gelände des Elektrizitätswerks

Der südliche Berich des Stadtteils war lange stark von Kasernenalangen geprägt. Die Hornkaserne wurde ab 1889 errichtet und in den 1970er Jahren zugunsten einer Wohnbebauung abgebrochen. Die Gneisenaukaserne, auch Städtische Kaserne genannt an der Gneisenaustraße wurde ab 1899 erbaut und in den 1930er Jahren aufgegeben. Die Gebäude sind weitgehend erhalten; sie sind 2017 teilweise saniert und teilweise Ruinen. In diesen wurde u. a. das Trierer Haus des Jugendrechts eingerichtet. Die ab 1910 an der Eurener Straße erbaute Jägerkaserne wurde zuletzt von der Bundeswehr benutzt und erst 2014 als Kaserne aufgegeben. Die Gebäude sind weitgehend erhalten und sind derzeit (2017) Konversionsobjekte.

Den Zweiten Weltkrieg hat Trier-West/Pallien ohne gravierende Zerstörungen überstanden. In den folgenden Jahrzehnten ist in Trier-West/Pallien, im Gegensatz zu vielen anderen Trierer Stadtteilen, keine nennenswerte städtebauliche Neuentwicklung zu verzeichnen. Dies liegt hauptsächlich daran, dass für städtebauliche Großprojekte, wie beispielsweise die Errichtung von zeitgenössischen Großwohnsiedlungen, keine freien Flächen mehr verfügbar waren. So konnte sich eine Entwicklung lediglich im Bestand vollziehen. Einzige Ausnahmen bilden das neue Wohngebiet zwischen Westfriedhof und Markusstraße, das dort in den 1970er Jahren an Stelle der Hornkaserne errichtet wurde, sowie der Campus der Hochschule Trier am Schneidershof, dessen Gebäudebestand aus dem Jahr 1938 in den 1970er Jahren komplettiert wurde.

Religiöse Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtbezirk befinden sich eine Vielzahl religiöser Einrichtungen, zum Teil mit einem Einzugsgebiet über die Stadt Trier hinaus.

Im Stadtbezirk gibt es derzeit (2016) drei katholische Kirchen und eine entweihte katholische Kirche. Die älteste dieser Kirchen ist die barocke Kirche St. Simon und Juda im Stadtteil Pallien. Da sie zu klein wurde, erfolge am 18. August 1957 die Grundsteinlegung der neuen Palliener Pfarrkirche Maria Königin. Sie wurde wegen Baufälligkeit und Einsturzgefahr im August 2016 entweiht, profaniert und aufgegeben, [1] sodass nun St. Simon und Juda wieder Pfarrkirche ist. Den Bereich von Trier-West teilen sich dertzeit noch die Pfarreien Christ König und St. Simeon mit jeweils einer eigenen Kirche aus dem 20. Jahrhundert. Im Frühjahr 2016 wurden Bestrebungen bekannt, St. Simeon zu profanieren und in ein Lager für kirchliche Gegenstände umzuwandeln.[2]

Die Evangelischen Christen gehören zur Kirchengemeinde Trier-Ehrang. Die Neuapostolische Kirche Trier unterhält an der Bitburger Straße ein Kirchengebäude, das nach der Fusion der beiden Trierer Gemeinden jedoch nur noch sporadisch genutzt wird.

In der Luxemburger Straße befindet sich das einzige islamische Kulturzentrum Triers (allerdings gibt es im benachbarten Konz zwei weitere Moscheen). In der Hornstraße befindet sich ein Buddhistisches Zentrum (Diamantweg-Buddhismus).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Von 15 Sitzen entfallen auf:

Ortsvorsteher ist Horst Erasmy (CDU), der sich bei der Kommunalwahl 2014 gegen Johannes Schölch-Mundorf mit 63,2 % durchsetzte. Die CDU ist mit 5 Sitzen stärkste Kraft, ebenso sind SPD, Grüne, Freie Wähler und Linke im Ortsbeirat vertreten.

Historische Ansichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Drachenhaus: Schlossartige Anlage am Weißhauswald, heute als Forsthaus genutzt.
  • Kockelsberg: Stattliche Villa in parkartigem Garten oberhalb des Weißhauswaldes, erbaut im späten 19. Jahrhundert,[3] Ausflugslokal und hundefreundliches Hotel mit Aussicht auf Trier.
  • Maria-Hilf-Kapelle: Kleine neugotische Kapelle am Berghang zwischen Westfriedhof und Mariensäule. Zuweg als Kreuzweg mit sechs Stationen.
  • Mariensäule: Hoher neugotischer Pfeiler mit bekrönender Marienfigur.
  • Markusberg: Ortsteil auf dem gleichnamigen Berg mit Panorama-Aussicht auf Trier und dem SWR-Sender Trier-Markusberg.
  • Markuskapelle: Denkmalgeschützte neugotische Kapelle in exponierter Lage auf dem Markusberg.
  • Pallien: Alter Ortskern mit ehem. kath. Pfarrkirche St. Simon und Juda, kleinem Friedhof und historischen Häusern.
  • Rosengarten: Parkanlage zwischen Drachenhaus und Weißhaus.
  • Wasserfall des Gillenbaches (Gutland) mit ca. 20 Metern freiem Sturz
  • Wasserfall des Sirzenicher Baches im oberen Busental mit ca. 5 Metern Höhe
  • Villa Weißhaus: Klassizistisches Gebäude mit angegliederter Orangerie oberhalb der Palliener Sandsteinfelsen. Ausflugslokal mit Aussicht auf Trier.
  • Weißhauswald: Ausgedehntes Naherholungsgebiet auf den Moselhöhen mit Waldlehrpfad und Wildfreigehege.

Kultur und Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Europäische Kunstakademie: Begegnungsstätte internationaler Künstler, in denkmalgeschützten Gebäuden des ehemaligen Schlachthofs, direkt an der Mosel.
  • Hochschule Trier: Campus Schneidershof als Teil der Hochschule Trier, am Rand des Weißhauswalds.
  • Katholische Akademie "Robert-Schuman-Haus": Begegnungs- und Bildungsstätte des Bistums Trier, oberhalb von Pallien.
  • Zivildienstschule Trier in der Villa Reverchon oberhalb des Moselufers.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptverkehrsachse ist die Bundesstraße 51, die von den Moselhöhen über die Bitburger Straße entlang des Moselufers über die Kölner, Aachener und Luxemburger Straße verläuft. Die Bundesstraße 53 erreicht aus nördlicher Richtung auf der Bonner Straße den Stadtteil. Weitere Hauptverkehrsstraßen sind die Eurener Straße und die Hornstraße, welche durch das Zentrum von Trier-West führen.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trier-West/Pallien gilt seit langem als sozialer Brennpunkt aufgrund vieler aus ehemaligen Kasernen entstandenen Sozialwohnungen und einem entsprechend hohem Anteil an Sozialhilfeempfängern. Horst Erasmy (CDU) ist Ortsvorsteher.[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Simon: Kurze Nachricht über die von dem Gymnasiallehrer Th. Simon in Trier in dem bei St. Paulin gelegenen de Baring’schen Hause eingerichtete Pensions- und Erziehungs-Anstalt für angehende das Gymnasium besuchende Zöglinge einheimischer und auswärtiger Aeltern, nebst einigen Winken über das Streben und Wirken der Anstalt. Hetzrodt, Trier 1824.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bischof hat Maria-Königin in Trier-Pallien entweiht - Gebäude akut einsturzgefährdet. volksfreund.de, abgerufen am 26. Januar 2017.
  2. St. Simeon soll zur Lagerstätte werden.
  3. Morgen et al.: Trierer Lokale gestern und heute. Band V, Trier 2009, S. 12/13
  4. http://cms.trier.de/stadt-trier/Integrale?SID=CRAWLER&MODULE=Frontend&ACTION=ViewPage&Page.PK=896