Wertach

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Wertach (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Wertach
Wertach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Wertach hervorgehoben
Koordinaten: 47° 36′ N, 10° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Höhe: 915 m ü. NHN
Fläche: 45,63 km²
Einwohner: 2467 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87497
Vorwahl: 08365
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 145
Adresse der
Marktverwaltung:
Rathausstraße 3
87497 Wertach
Webpräsenz: www.wertach.de
Bürgermeister: Eberhard Jehle (Wsch.d.A./Fr.Wsch./Unabh.Fr.gr.)
Lage des Marktes Wertach im Landkreis Oberallgäu
Österreich Baden-Württemberg Landkreis Lindau (Bodensee) Kempten (Allgäu) Landkreis Unterallgäu Landkreis Ostallgäu Kempter Wald Wildpoldsried Wiggensbach Wertach Weitnau Waltenhofen Sulzberg (Oberallgäu) Sonthofen Rettenberg Ofterschwang Oberstdorf Oberstaufen Obermaiselstein Oy-Mittelberg Missen-Wilhams Lauben (Oberallgäu) Immenstadt im Allgäu Bad Hindelang Haldenwang (Allgäu) Fischen im Allgäu Durach Dietmannsried Burgberg im Allgäu Buchenberg Bolsterlang Blaichach Betzigau Balderschwang AltusriedKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Wertach im Oberallgäu

Wertach ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Oberallgäu und staatlich anerkannter Luftkurort.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wertach ist mit 915 Metern über dem Meeresspiegel die höchstgelegene Marktgemeinde Deutschlands und liegt in der Region Oberallgäu am Fuße des Grünten an der Wertach. Der nach der Ortschaft benannte Hausberg ist das Wertacher Hörnle.

Das Gemeindegebiet von Wertach besteht aus einer einzigen Gemarkung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wertach wurde bereits im Jahre 955 erwähnt und bekam 1423 das Marktrecht verliehen. Der Markt Wertach gehörte zum Hochstift Augsburg. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss und der Säkularisation von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der damaligen Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Im Jahre 1893 brannte der Ort bis auf wenige Häuser nieder.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung (Beschreibung): „In Grün ein schräglinker silberner Wellenbalken, der mit drei schwarzen Mühlrädern belegt ist.“

Wappengeschichte: Wertach wird bereits im 15. Jahrhundert als Markt bezeichnet. Es sind allerdings keine Gerichts- oder Gemeindesiegel bekannt. Der Wellenbalken stellt den Fluss Wertach und damit auch den Ortsnamen dar. Die drei Mühlräder weisen auf die Mühlen entlang der Wertach hin, die Obere und Untere Mühle sowie die Reutemühle.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1970 1990 2009 2013 2014
Einwohner 1558 2059 2390 2532 2467

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ergebnis der Kommunalwahl im März 2014 [2]

  • Erster Bürgermeister: Eberhard Jehle (parteilos)
  • Zweiter Bürgermeister: Norbert Gebhart (Freie Wählerschaft Wertach)
  • Dritter Bürgermeister: Alex Wittwer (Christlich-Soziale Union in Bayern, CSU)
  • Christlich-Soziale Union in Bayern e. V. (CSU): 32,45 %, 5 Sitze
  • Parteilose Wählerschaft Gewerbe und Tourismus: 21,49 %, 3 Sitze
  • Wählerschaft der Arbeitnehmer: 17,90 %, 2 Sitze
  • Unabhängige Frauengruppe Wertach: 14,39 %, 2 Sitze
  • Freie Wählerschaft Wertach: 13,77 %, 2 Sitze

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • St. Sebastianskapelle: Die St. Sebastianskapelle wurde 1512 erweitert und 1763 nach Plänen der berühmten Wieskirche von Dominikus Zimmermann neu errichtet und wird deshalb liebevoll Kleine Wies genannt.
  • Heimatmuseum: Das Heimatmuseum wurde im Jahre 1931 gegründet. Neben handwerklichen Geräten, Waffen und Tieren ist eine Gemäldegalerie von Franz Sales Lochbihler, der es bis zum königlich bayerischen Hofmaler gebracht hatte, enthalten.
  • In Wertach wurde 1874 von den Gebrüdern Kramer der Weißlacker-Käse weltweit erstmals produziert.
  • Bergkäse-Sennerei
  • „Wertacher Jodlar-Prob“ – Jodeln
  • Sebaldweg: Wanderweg mit Stelen zum Gedenken an den aus Wertach gebürtigen Autor W. G. Sebald

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft zwölf, im produzierenden Gewerbe 261 und im Bereich Handel und Verkehr 47 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 204 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 647. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 75 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1478 ha.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kindertagesstätte
  • Grundschule (1.–4. Klasse)

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Ortsansässiger Verein ist der SSV Wertach. Dort gibt es Sparten für Fußball, Volleyball, Laufsport, Mountainbike, Leichtathletik, Aerobic, Tischtennis, Nordic Walking, Ski Nordisch, Ski Alpin, Rodeln und Eisstocksport.

Seit November 2012 besteht ein Fitness-Studio.

Der älteste Verein ist die Kgl. priviligierte Schützengesellschaft 1505. 1505 gilt als Gründungsjahr, weil für dieses Jahr die erste Notiz über Schützen in Wertach überliefert ist.[3] Es ist jedoch anzunehmen, dass es dort schon vorher Schützen gegeben hatte. Während des Deutschen Bauernkrieges werden die Wertacher Schützen im Allgäuer Haufen erwähnt. Im Jahre 1530 waren sie bei einem großen Scheibenschießen im Tigau Rettenberg dabei. Die erste Schießstätte wurde 1552 erwähnt. Dass von den örtlichen Unterlagen wenig erhalten ist, hat mit der feurigen Geschichte Wertachs zu tun. Nach Bränden, Pest und Dreißigjährigem Krieg wurde erst ab 1720 wieder vom regen Vereinsleben bis um 1800 berichtet. Als Mitte des 19. Jahrhunderts die Zimmerstutzen eingeführt wurden, konnte man im Winter auch in Räumen schießen. 1863 gründeten 20 Wertacher einen Zimmerstutzenverein, der sich 1907 mit den Feuerschützen vereinigte und 1908 eine Schießstatt mit 18 Feuerstutzenständen in Betrieb nahm. Beide Weltkriege brachten das Vereinsleben zum Erliegen. Nach dem Zweiten Weltkrieg durfte erst ab Dezember 1950 wieder mit dem Luftgewehr geschossen werden. Bis dahin wurde die Gesellschaft als Kegelverein aufrechterhalten. Von 1981 bis 1983 wurde das Schützenhaus mit acht Kleinkaliber- und 18 Luftgewehrständen gebaut.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wertach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Oktober 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ergebnis der Kommunalwahl 2008
  3. Johann Baptist Haggenmüller: Geschichte der Stadt und der gefürsteten Grafschaft Kempten, Bd. 1. Dannheimer, Kempten 1840.