Durach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Durach
Durach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Durach hervorgehoben

Koordinaten: 47° 42′ N, 10° 21′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Höhe: 714 m ü. NHN
Fläche: 20,74 km2
Einwohner: 7244 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 349 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87471
Vorwahl: 0831
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 120
Gemeindegliederung: 27 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 1
87471 Durach
Website: www.durach-allgaeu.de
Bürgermeister: Gerhard Hock[2]
Lage der Gemeinde Durach im Landkreis Oberallgäu
ÖsterreichBaden-WürttembergLandkreis Lindau (Bodensee)Kempten (Allgäu)Landkreis UnterallgäuLandkreis OstallgäuKempter Wald (gemeindefreies Gebiet)WildpoldsriedWiggensbachWertachWeitnauWaltenhofenSulzberg (Landkreis Oberallgäu)SonthofenRettenbergOfterschwangOberstdorfOberstaufenObermaiselsteinOy-MittelbergMissen-WilhamsLauben (Landkreis Oberallgäu)Immenstadt im AllgäuBad HindelangHaldenwang (Landkreis Oberallgäu)Fischen im AllgäuDurachDietmannsriedBurgberg im AllgäuBuchenbergBolsterlangBlaichachBetzigauBalderschwangAltusriedKarte
Über dieses Bild

Durach ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Oberallgäu in Bayern. Der Ort liegt vier Kilometer südlich von Kempten (Allgäu).

Zur Gemeinde gehören auch die Einzelhöfe und Weiler vor dem Kempter Wald, der modernere Ortsteil Weidach sowie das stärker bäuerlich geprägte Bergdorf Bodelsberg (auf 900 m).

Vermutlich ist Durach – früher Duraha – keltischen Ursprungs und bedeutet „hindurchfließende Ach“.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durach liegt an der ehemaligen Bundesstraße 309 (jetzt Staatsstraße 2520), der Außerfernbahn und der Bundesautobahn 7.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Durach wird von dem gleichnamigen Nebenfluss der Iller, der Durach, durchflossen.

Die Höhenlage der Gemeinde reicht von 684 m ü. NHN an der Mündung der Durach in die Iller bis 964 m ü. NHN bei Bodelsberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durach hat 27 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im 1. Jahrhundert nach Christus führten die Römer eine Straße durch heutiges Duracher Gebiet und errichteten hier auch eine kleine Siedlung. Im Jahre 752 erfolgte die Gründung des Stiftes Kempten, mehr als ein Jahrtausend gehörte Durach bis zur Säkularisation von 1803 zu dessen Herrschaftsbereich.

Der „Ort Durach“ wurde erstmals 1170 urkundlich erwähnt. Etwa um 1300 wird ein Niedergericht errichtet, vermutlich stammt die Dorflinde aus dieser Zeit. Friedrich III. erneuert 1455 diese Niedergerichtsbarkeit durch einen kaiserlichen Erlass. Im Jahre 1525 ließ Georg Truchsess von Waldburg 18 Bauernführer auf einer Anhöhe in Durach hinrichten und beendete damit den oberschwäbischen Bauernkrieg.

Im Jahre 1527 wurde Durach erstmals eine selbständige Pfarrei. Die Pest wütete zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges zwischen 1628 und 1635 auch in Durach, die Einwohnerzahl sank dadurch auf etwa 100 bis 300 Personen. Im Königreich Bayern wurde Durach infolge des Gemeindeedikts von 1818 eine selbständige Gemeinde.

Im Jahre 1895 wurde die Bahnstrecke Kempten–Pfronten (Außerfernbahn) mit einem Bahnhof in Durach gebaut. Diese Bahnlinie führte bis ins benachbarte Tirol.

Zwischen 1943 und 1945 befand sich im Ortsteil Weidach der Gemeinde das Außenlager Kottern-Weidach, ein Außenlager des Konzentrationslagers Dachau.

Bei der Gebietsreform 1972 blieb Durach eine eigenständige Gemeinde, obwohl in den 1930er und 1940er Jahren seitens Kempten Bemühungen bestanden, Durach einzugemeinden.

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 5448 auf 7202 um 1754 Einwohner bzw. um 32,2 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2020 Gemeinderat Durach
Wahlbeteiligung: 64,9 % (2014: 66,72%)
 %
40
30
20
10
0
39,3 %
27,9 %
8,4 %
24,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-2,68 %p
+0,27 %p
-4,85 %p
+7,15 %p

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen seit 2008 führten zu folgenden Ergebnissen:

Partei 2020[4] 2014[5] 2008
% Sitze % Sitze Sitze
CSU 39,3 8 41,98 8 11
FW 27,9 5 27,63 6 5
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 24,3 5 17,15 3 2
SPD 8,4 2 13,25 3 2

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Ersten Bürgermeister wurde 2014 Gerhard Hock mit 65,8 % der gültigen Stimmen gewählt[6] und 2020 mit 58,9 % der Stimmen im Amt bestätigt.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Durach
Blasonierung: „Geviert; 1: Rot, 2: in Silber ein roter Torturm, 3: Blau, 4: in Gold ein schräger blauer Wellenbalken.“[8]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei Partnergemeinden Durachs sind Saint-Michel (Charente) in der französischen Region Nouvelle-Aquitaine (seit 1981), Faver, seit 2016 Bestandteil der neu geschaffenen italienischen Gemeinde Altavalle in der Region Trentino-Südtirol (seit 1986) und Pivka in Slowenien (seit 2000).[9]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landschaft mit den klimatischen Reizen der Höhenlage zwischen 660 und 936 Metern und vielen Naturschönheiten bietet zur Freizeitgestaltung ein vielfältiges Betätigungsfeld. Wanderungen im Bachteltobel der Durach z. B. zur Burg Neuenburg und in der Weite des Kempter Waldes sind möglich.

Sulzberger See[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Kilometer südlich vom Ort liegt im Gebiet des Marktes Sulzberg der Sulzberger See (Öschlesee). Dort findet man neben einem Strandbad auch freie Bademöglichkeiten und Liegewiesen zur Erholung. Der Sulzberger See ist, wie viele andere Seen im Oberallgäu auch, ein Toteissee, der aus einem liegengebliebenen großen Stück Gletschereis nach dem raschen Eiszerfall im ausgehenden Glazial langsam ausschmolz, während die Schmelzwässer des Illergletschers ihn ringsum mit Schotter umrahmten.

Flugplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugplatz Kempten-Durach

Der höchste Verkehrslandeplatz Deutschlands, der Flugplatz Kempten-Durach, bietet von einer 710 Meter langen Graspiste aus gute Möglichkeiten, das Hochgebirge und Voralpenland aus der Vogelperspektive anzuschauen.

Auf dem Flugplatz wurden Szenen des Films Quax, der Bruchpilot mit Heinz Rühmann in der Titelrolle gedreht.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur eher geruhsamen Tourismusindustrie gesellt sich in jüngster Zeit eine Teilhabe am Solarboom. Die zur Centrosolar-Gruppe gehörende Solarstocc AG hat hier ihren Hauptsitz.

Durch die gute Verkehrsanbindung der Gemeinde an die Bundesautobahn 7 die, Bundesautobahn 980 sowie die Bundesstraße 12 und die Nähe zu Kempten und den Allgäuer Alpen, haben sich viele Unternehmen hier niedergelassen. So haben Logistikunternehmen wie Noerpel oder Lebert hier Zweigstellen. Neben zahlreichen kleinen mittelständischen Handwerksbetrieben hat auch die Oberall Bau GmbH, hier ihren Sitz, die Landbäckerei Sinz, mit über 10 Filialen im gesamten Ober- und Ostallgäu, kommt ebenfalls aus Durach und gehört zur Lebensmittelkette Feneberg aus Kempten.

Auch produzierendes Gewerbe ist in Durach angesiedelt. Die PPS Pfennig Reinigungstechnik GmbH entwickelt, produziert und vertreibt Reinigungssysteme für die Reinigung in Kliniken, Industrie- oder öffentlichen Gebäuden. Seit 2016 wird auch Solidarische Landwirtschaft betrieben.[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Baptist Kuhn (1810–1871), Maler, Lithograf und Unternehmer, in Durach geboren
  • Lisa Brennauer (* 1988), Radrennfahrerin, aufgewachsen in Durach und lebt dort

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Durach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinderatsmitglieder. Gemeinde Durach, abgerufen am 11. Juni 2020.
  3. Gemeinde Durach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 15. August 2019.
  4. Gemeinderatswahl. Abgerufen am 8. November 2020.
  5. Gemeinderatswahl 2014 Durach
  6. Bürgermeisterwahl 2014 Durach
  7. Bürgermeisterwahl 2020 Gemeinde Durach. 30. März 2020, abgerufen am 8. November 2020.
  8. Eintrag zum Wappen von Durach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  9. Verein für Partnerschaft e.V. Durach, abgerufen am 16. März 2018
  10. Jochen Eichner, Viktoria Wagensommer: Erfolgsmodell: Solidarische Landwirtschaft in Durach. In: br.de. 9. Mai 2019, abgerufen am 10. Mai 2019.