Franzensfeste

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Franzensfeste
(ital.: Fortezza)
Wappen von Franzensfeste
Franzensfeste (Südtirol)
Franzensfeste
Franzensfeste
Lage von Franzensfeste in Südtirol
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Wipptal
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2013)
971/972
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
59,63 % deutsch
38,51 % italienisch
1,86 % ladinisch
Koordinaten 46° 47′ N, 11° 37′ O46.78333333333311.616666666667749Koordinaten: 46° 47′ N, 11° 37′ O
Meereshöhe: 723–2708 m s.l.m. (Zentrum: 749 m s.l.m.)
Fläche: 61,74 km²
Dauersiedlungsraum: 2,4 km²
Fraktionen: Grasstein, Mittewald
Nachbargemeinden: Freienfeld, Mühlbach, Natz-Schabs, Sarntal, Vahrn
Partnerschaft mit: Zeitlarn (D)
Postleitzahl: 39045
Vorwahl: 0472
ISTAT-Nummer: 021032
Steuernummer: 00246310213
Bürgermeister (2010): Richard Amort (SVP)

Franzensfeste (italienisch Fortezza) ist eine Gemeinde mit 972 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in Südtirol (Italien) in der Nähe von Brixen. Benannt ist die Gemeinde nach der von 1833 bis 1838 erbauten Festung Franzensfeste.

Im örtlichen Dialekt werden die Einwohner „Feschtinga“ (Festinger) genannt.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Franzensfeste befindet sich im Süden des Wipptals in Südtirol. Das vom Eisack durchflossene Wipptal ist hier, bevor es im Brixner Becken im Süden aufgeht, sehr eng, von steilen Talflanken umrahmt und bietet auf seinem von Nordwesten nach Südosten ziehenden Verlauf nur wenig Platz für Siedlungen.

Im Südosten liegt der Hauptort der Gemeinde, Franzensfeste (730–750 m s.l.m.), nahe an der namensgebenden Festung Franzensfeste und direkt am Franzensfester Stausee (723 m) gelegen, dessen Südostende bereits zur Nachbargemeinde Natz-Schabs gehört. Weiter talaufwärts befinden sich die Fraktionen Mittewald (800 m) und – an der Nordgrenze zur Gemeinde FreienfeldGrasstein (850 m). Zwischen den beiden Ortschaften liegt die Sachsenklemme, ein besonders enger Talabschnitt.

Zum 61,74 km² großen Gemeindegebiet gehören auch die das Wipptal auf beiden Seiten begrenzenden Gebirgszüge. Nordöstlich ragen die südlichen Ausläufer der Zillertaler Alpen auf, die das Wipptal vom unteren Valler Tal (Gemeinde Mühlbach) trennen, jedoch kaum über die Baumgrenze hinaufreichen. Deutlich höhere Gipfel umfasst das Franzensfester Gemeindegebiet auf der südwestlichen Talseite in den Sarntaler Alpen. Gegliedert werden diese vom Wipptal aus durch das bei Grasstein abzweigende Bergltal und das knapp südlich von Mittewald seinen Anfang nehmende Flaggertal, dessen oberer Abschnitt jedoch schon zur südlichen Nachbargemeinde Vahrn gehört. Die bedeutendsten Franzensfester Gipfel finden sich in dem Kamm, der die Westgrenze zur Gemeinde Sarntal trägt: Tagewaldhorn (2708 m), Sulzspitze (2577 m) und Tatschspitze (2526 m).

Geologie[Bearbeiten]

Brixner Granit mit mafischer Enklave. Handstück stammt aus Franzensfeste

Charakteristisch für das Gebiet um Franzensfeste ist der Brixner Granit. Es handelt sich hierbei um ein mittelkörniges, helles, plutonisches Gestein, bestehend hauptsächlich aus Feldspat, Quarz und Biotit. Petrographisch ist das Gestein als Granodiorit einzuordnen. Am Rand des Plutons kann eine eindeutige Kontaktmetamorphose festgestellt werden. Der Intrusivkörper bildete sich im Perm und ist somit ca. 280 Ma alt.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: Eine eingebogene weißgerandete grüne Spitze teilt den Wappenschild in Rot und Blau. Die Gabelung weist die Gemeinde als Verkehrsknoten aus. Rot steht für den Fels, Blau für den Eisack-Stausee, Grün für die Unterau.

Geschichte[Bearbeiten]

Bahnhof Franzensfeste

Bereits 2.500 v. Chr. befand sich eine kleine Siedlung beim heutigen Franzensfeste (durch Funde von Hausgeschirr belegt). Sie lag an der Route der Bernsteinstraße. Um 15 v. Chr. besiegten die Römer unter Tiberius und Drusus die Räter in einer Schlacht bei Bozen. Der Ort wurde dadurch Teil des römischen Reichs. In mehreren archäologischen Grabungen wurde eine 140 m lange Strecke der Via Raetia freigelegt.[1]

Während der Koalitionskriege rückte während des Tiroler Freiheitskampfes am 4. und 5. August 1809 General Lefebvre mit 2.500 Franzosen, Sachsen und Bayern in Richtung Süden durch das Eisacktal vor. In der Nähe von Franzensfeste wurde der Verband von 500 Tiroler Schützen unter Andreas Hofer in einem Hinterhalt, der später nach dem Ereignis benannten Sachsenklemme, aufgerieben.

In den Jahren von 1833 bis 1838 erfolgte der Bau der Festung Franzensfeste.

Im Jahr 1889 wurde auf Franzensfeste ein kleiner Obelisk aufgestellt, der einen geodätischen Fixpunkt markiert. An dieser Stelle treffen ein Breitengrad und ein Meridian aufeinander. Die Urmarke liegt auf 736,4520 Meter über Adria.[2]

Durch den Vertrag von Saint-Germain wurde Franzensfeste als Teil Südtirols 1919 italienisch.

Die Ortschaft Franzensfeste stellt seit Jahrhunderten einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt im Brennerverkehr dar. Früher und zum Teil immer noch aufgrund der Brennerbahn und der Pustertalbahn, heute besonders durch die Autobahn-Ausfahrt für Brixen und das Pustertal. Zunächst war die Ortschaft Teil der Gemeinde Mittewald. 1940 wurde Franzensfeste zum Hauptort erklärt und Mittewald wurde zur Fraktion von Franzensfeste.

In Franzensfeste ist der südliche Austrittspunkt des Brennerbasistunnels geplant. Dazu wird bei Aicha in der Gemeinde Natz-Schabs ein Erkundungsstollen erstellt. Zur Unterbringung der Arbeiter wurde in der Ortschaft Franzensfeste in der Nähe des im Jahre 2008 renovierten historischen Bahnhofs (aus der Zeit der Habsburger Monarchie) eine große Containersiedlung errichtet. Am 15. August 1998 löste sich eine Schlamm- und Gerölllawine und verschüttete die Brennerautobahn A22. Fünf Menschen kamen ums Leben. Weitere Muren gingen im Sommer 2009 ab, dabei verlor ein weiterer Mensch sein Leben.

Zwischen Franzensfeste und der Ortschaft Aicha wurde ein Viadukt des Abzweigs der Eisenbahnlinie ins Pustertal über den Eisack hinweg errichtet. Die Länge des Viaduktes betrug ursprünglich 203,9 Meter. Die Brücke lief über sieben bis zu 32 Meter hohen Bogenöffnungen in einer Geraden. Zwei hohe Pfeiler sind heute noch erhalten. Der mittlere Stahlträger war und ist ein Gitterwerksbau, die seitlichen waren Vollblechträger. Auf der Seite der Franzensfeste konnte der dortige Seitenträger zur Sperrung der Linie eingezogen werden.

Bildung[Bearbeiten]

Im Hauptort Franzensfeste und in der Fraktion Mittewald befinden sich zwei deutschsprachige Grundschulen, die dem Schulsprengel der Nachbargemeinde Vahrn angehören.[3] Die italienischsprachige Grundschule „Collodi“ befindet sich im Hauptort und wird vom Sprengel Brixen verwaltet.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Festung Franzensfeste

Literatur[Bearbeiten]

  • Flavio Schimenti, Laura Facchinelli: Fortezza Franzensfeste, Die Festung, die Eisenbahn, das Dorf, La Fortificazione, La Ferrovia, Il Paese, Gemeinde Franzensfeste, Comune di Fortezza, Vahrn, 1998.
  • Werner Friedrich Thöny, Stefan Wyhlidal: Die permische Kontaktmetamorphose im Südalpin: Intrusivkomplexe und Geochronologie. Dissertation, Universität Innsbruck.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.gemeindefranzensfeste.eu/system/web/zusatzseite.aspx?menuonr=218608919&detailonr=218291062 Seite der Gemeinde Franzensfeste
  2.  Josef Rohrer, Autonome Provinz Bozen, Amt für Bau- und Kunstdenkmäler (Hrsg.): die franzensfeste. Für einen Feind, der nie kam – Geschichte eines imposanten Bauwerks. Bozen Juli 2008, S. 30 (Online als PDF; 2,0 MiB, abgerufen am 12. Juli 2013).
  3. Grundschulsprengel Vahrn. Südtiroler Bürgernetz, abgerufen am 25. Oktober 2014.
  4. Schulsprengel Brixen. Südtiroler Bürgernetz, abgerufen am 25. Oktober 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Franzensfeste – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien