Steinach am Brenner

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Steinach am Brenner
Wappen Österreichkarte
Wappen von Steinach am Brenner
Steinach am Brenner (Österreich)
Steinach am Brenner
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck-Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 28,04 km²
Koordinaten: 47° 6′ N, 11° 28′ OKoordinaten: 47° 5′ 34″ N, 11° 28′ 0″ O
Höhe: 1048 m ü. A.
Einwohner: 3.622 (1. Jän. 2018)
Postleitzahl: 6150
Vorwahl: 05272
Gemeindekennziffer: 7 03 55
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
6150 Steinach am Brenner
Website: www.steinach.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Josef Hautz (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(14 Mitglieder)

10 Allgemeine Heimatliste
1 Gemeinsam für Steinach
1 FPÖ – Mehr für Steinach
2 Die Neue Kraft

Lage der Marktgemeinde Steinach am Brenner im Bezirk Innsbruck-Land
AbsamAldransAmpassAxamsBaumkirchenBirgitzEllbögenFlaurlingFritzensFulpmesGnadenwaldGötzensGries am BrennerGries im SellrainGrinzensGschnitzHall in TirolHattingInzingKematenInnsbruckKolsassKolsassbergLansLeutaschMatrei am BrennerMiedersMilsMühlbachlMuttersNattersNavisNeustift im StubaitalOberhofen im InntalObernberg am BrennerOberperfussPatschPettnauPfaffenhofenPfonsPolling in TirolRanggenReith bei SeefeldRinnRumSt. Sigmund im SellrainScharnitzSchmirnSchönberg im StubaitalSeefeldSellrainSistransSteinach am BrennerTelfes im StubaiTelfsThaurTrinsTulfesUnterperfussValsVölsVoldersWattenbergWattensWildermiemingZirlTirolLage der Gemeinde Steinach am Brenner im Bezirk Innsbruck-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Steinach am Brenner von Süden
Steinach am Brenner von Süden
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Steinach am Brenner ist eine Marktgemeinde mit 3622 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018) im Bezirk Innsbruck Land in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Innsbruck.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinach liegt im nördlichen Teil des Wipptals an der Mündung des Gschnitztals, am Fluss Sill, etwa 20 km südlich von Innsbruck. Dominierend ist die barocke Pfarrkirche mit mächtiger Doppelturmfassade und neuromanischer Vorhalle.

Der geschlossene Ortskern liegt an der Brennerstraße B 182, daneben verteilt sich die Besiedlung auf zahlreiche Weiler und Höfe, mit Neubauten, die in den letzten Jahren entstanden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Januar 2018[1]):

  • Mauern (572)
  • Stafflach (334)
  • Steinach am Brenner (2716)

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Steinach.

Neue Siedlungen befinden sich am Höhenweg, Hochacker, Schlurnweg und in Erlach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmalgeschütztes Aufnahmsgebäude des Bahnhofes Steinach am Brenner

Der Name Steinach (früher „Steina“) stammt von den vielen großen Steinen („Bachfindlinge“). Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Siedlung, die damals noch zum Gericht Matrei gehörte, im Jahr 1242: In den Imbreviaturen des Bozener Notars Jakob Haas aus diesem Jahr belehnte Heinrich von Welsberg den Kuno von Matrei mit einer „hůabe ad Stainach“.[2] Der Gerichtssitz wurde später nach Aufenstein am Eingang des Navistals und 1349 nach Steinach verlegt, wo bis 1977 das Bezirksgericht bestand.

Bereits 1407 wurde Steinach als Markt bezeichnet, die offizielle Markterhebung erfolgte erst 1936. Im Zweiten Weltkrieg erlitt der Ort größere Bombenschäden (Bombardements der Eisenbahnstrecke, Zerstörung mehrerer Wohnhäuser und der Lederfabrik Kirchebner). In Steinach verweilten auch einige bekannte Persönlichkeiten wie der Kurfürst Max Emanuel, und auch Andreas Hofer schlug mehrere Male sein Hauptquartier in der Marktgemeinde auf.[3]

Die Lage an der wichtigen Nord-Süd-Achse über die Alpen machte Steinach zum Hauptort des Nordtiroler Wipptals. Dadurch war der Ort besonders in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vom Durchgangsverkehr belastet. Der Bau der Brennerautobahn 1971 konnte eine gewisse Abhilfe schaffen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen am 28. Feber 2016 statt.[4] Josef Hautz wurde zum Bürgermeister und Thomas Stockhammer zum Vizebürgermeister gewählt.

Partei Prozent Stimmen Sitze im Gemeinderat
Allgemeine Heimatliste 58,86 % 1182 10
Gemeinsam für Steinach-SPÖ 8,52 % 171 1
FPÖ – Mehr für Steinach 13,10 % 263 2
Die Neue Kraft 15,24 % 306 2
Walfrieds Heimatliste Neu 4,28 % 86

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Bezirksgericht, heute Polizeistation

Steinach hat einen Anschluss an die Brennerautobahn A 13 und an die Brennerbahn mit einem Bahnhof. Bemerkenswerterweise wurde der Bahnhof von den Österreichischen Bundesbahnen als „Steinach in Tirol“ bezeichnet. So liest man es auf den Schildern am Bahnhof und auch im Liniennetz des VVT, im Fahrplan indessen Steinach a. Br. Bahnhaltestelle und im ÖBB-Fahrplan Steinach am Brenner Bahnhof.

Steinach ist südlicher Endpunkt der Linie S-Bahn Tirol der S-Bahn Tirol und liegt auf der Linie S-Bahn Tirol der S-Bahn Tirol zwischen Innsbruck und Brenner. Vom Bahnhof Steinach gibt es sehr gute Busverbindungen in die Seitentäler Gschnitztal, Obernbergtal, Schmirn- und Valsertal.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einen Schießstand, ein beheiztes Freischwimmbad, öffentlich zugängliche Hallenbäder, eine Eishalle, Fußball-/Tennisanlagen und ein sehr modernes Skigebiet.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Steinach gehört zum Tourismusverband Wipptal, dessen Verbandsgebiet neben der Orte im Haupttal auch noch die Seitentäler des nördlichen Wipptals umfasst. Im Rathaus in Steinach befindet sich das Hauptbüro des Verbandes und das größte Info-Büro für Gäste. Steinach ist vor allem geprägt von der Ski- und Freizeitarena Bergeralm, dem einzigen Skigebiet im nördlichen Wipptal. Zahlreiche Wanderwege, Almen und Berghütten in der Umgebung, der Eingang zum Gschnitztal und vor allem die Ski- und Freizeitarena Bergeralm machen den Ort zu einer Sommer- und Wintertourismusgemeinde. Im Ortskern befinden sich mehrere Hotels mit Übernachtungsmöglichkeit: Aktivhotel Zur Rose, Hotel Wilder Mann, Hotel Post sowie Hotel Wipptaler Hof an der Brennerautobahn, das JUFA Hotel gegenüber der Talstation Bergeralm und das Gasthaus Schützenwirt in Plon. Dazu kommen noch einige Ferienwohnungen und Privatvermieter in Steinach und Umgebung. Weiters gibt es noch Gastronomiebetriebe aller Art. Seit April 2016 gibt es auch ein interaktiv aufgebautes Informationszentrum zum Bau des Brenner Basistunnels, die „Tunnelwelten“, wo anschaulich alles rund um den Tunnelbau erklärt wird. Die Baustelle des Brenner Basistunnels und die größte Deponie im Padastertal kann man im Rahmen von Führungen des Tourismusverbandes besichtigen. Im Winter kommt die ganze Familie beim Eislaufen in der Indoor-Eishalle auf ihre Kosten oder kann sich bei einer Partie Eisstockschießen versuchen.

Winter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Skigebiet Bergeralm garantiert durch die hohe Dichte an Schneekanonen perfekte Pistenverhältnisse von November bis April für die rund 30 Pistenkilometer. Das vergleichsweise kleine Skigebiet hat sich vor allem auf Familien und Sportskifahrer konzentriert. Auf der Mittelstation gibt es ein eigenes Kinderland mit Zauberteppich und Übungspiste sowie eine kostenlose Kinderbetreuung im Panoramarestaurant. In ausgewählten Zeiträumen gibt es einen kostenlosen Kinderskikurs für 3 bis 5-Jährige. An drei Tagen in der Woche (Mittwoch, Freitag und Samstag) bietet das Skigebiet Nachtskifahren an. Außerdem gibt es eine beleuchtete Rodelbahn von der Mittelstation zur Talstation. An der Talstation gibt es eine Skischule, ein kleines Cafés, Après-Ski-Bars und auf der Mittelstation das Panoramarestaurant, das Restaurant Bärenfalle sowie die alte Bergeralm Hütte. Seit Herbst 2017 gibt es eine neue Kombibahn mit beheizten Sesseln und Gondeln von der Mittelstation zur Bergstation am Nösslachjoch. Sie ist die zweitschnellste Kombibahn Europas.

Neben dem Skigebiet gibt es noch schöne Winterwanderwege und eine Indoor-Eishalle mit Schlittschuhverleih.

Sommer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bergeralm Bergbahnen betreiben im Sommer den Bikepark Tirol mit der Bikeschaukel und verschiedenen Downhillstrecken ins Tal. An der Talstation befindet sich ein Radverleih mit Service und Verkauf (wipprad) für MTB, Downhillbikes und E-Bikes. Für Familien ist die „Wasser- und Erlebniswelt Bärenbachl“ mit dem Waldthemenweg bei der Mittelstation ein ideales Ausflugsziel. Wanderer können gemütlich mit der Gondelbahn den Aufstieg zur Mittelstation abkürzen und seit 2017 mit der neuen Kombibahn bis zum Nösslachjoch auf ca. 2000 m aufsteigen. Rund um das Gebiet Bergeralm befinden sich viele schöne Wanderwege und Einkehrmöglichkeiten in Hütten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Erasmus in Steinach am Brenner
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Steinach am Brenner

Neben der dem Hl. Erasmus geweihten Pfarrkirche kann man mehrere kleinere Kapellen sowie die Filialkirchen zur Hl. Ursula und zum Hl. Ulrich besichtigen.

Weitere sehenswerte Gebäude sind das Gerichtsgebäude (ein ehemaliges Jagdschloss Kaiser Maximilians – der Flurname „Schlossanger“ zeugt noch davon) und das neugotische Widum.

Erwähnenswert sind weiters die Villen der Jahrhundertwende, von denen manche jedoch Neubauten weichen mussten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steinach am Brenner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2018 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2018), (Excel)
  2. Hans von Voltelini, Franz Huter: Die Südtiroler Notariats-Imbreviaturen des 13. Jahrhunderts. Teil 2 (Acta Tirolensia 4). Innsbruck: Wagner 1951, S. 44–46, Nr. 83b.
  3. Pinzer, Egon.: Das Wipptal und seine Seitentäler : eine Reise von Innsbruck bis zum Brenner in Wort und Bild. Löwenzahn, Innsbruck 2002, ISBN 3-7066-2266-1.
  4. tirol Unser Land