Vals (Tirol)

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Vals
Wappen Österreichkarte
Wappen von Vals
Vals (Tirol) (Österreich)
Vals (Tirol)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck-Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Hauptort: St. Jodok
Fläche: 48,71 km²
Koordinaten: 47° 4′ N, 11° 30′ OKoordinaten: 47° 3′ 45″ N, 11° 30′ 6″ O
Höhe: 1129 m ü. A.
Einwohner: 537 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 6154
Vorwahl: 05279
Gemeindekennziffer: 7 03 62
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schmiedanger 1
6154 Vals
Website: www.vals.at
Politik
Bürgermeister: Klaus Ungerank (Alternative Vals-St. Jodok)
Gemeinderat: (2016)
(11 Mitglieder)

5 Alternative Vals-St. Jodok, Bgm. Klaus Ungerank,
4 Bauern - Allgemeine Liste,
2 Heimatliste Vals-St. Jodok

Lage der Gemeinde Vals im Bezirk Innsbruck-Land
AbsamAldransAmpassAxamsBaumkirchenBirgitzEllbögenFlaurlingFritzensFulpmesGnadenwaldGötzensGries am BrennerGries im SellrainGrinzensGschnitzHall in TirolHattingInzingKematenInnsbruckKolsassKolsassbergLansLeutaschMatrei am BrennerMiedersMilsMühlbachlMuttersNattersNavisNeustift im StubaitalOberhofen im InntalObernberg am BrennerOberperfussPatschPettnauPfaffenhofenPfonsPolling in TirolRanggenReith bei SeefeldRinnRumSt. Sigmund im SellrainScharnitzSchmirnSchönberg im StubaitalSeefeldSellrainSistransSteinach am BrennerTelfes im StubaiTelfsThaurTrinsTulfesUnterperfussValsVölsVoldersWattenbergWattensWildermiemingZirlTirolLage der Gemeinde Vals (Tirol) im Bezirk Innsbruck-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
St. Jodok von Südosten
St. Jodok von Südosten
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Innenansicht der Pfarrkirche Hl. Jodok

Vals [fals] ist eine Gemeinde mit 537 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Innsbruck Land in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Innsbruck.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vals umfasst das gesamte sechs Kilometer lange Valsertal, das sich bei St. Jodok mit dem Schmirntal vereint und bei Stafflach in das Wipptal mündet. Ebenfalls zu Vals zählt Padaun.

Das Gemeindegebiet reicht dabei bis zum Tuxer Hauptkamm auf eine Höhe von über 3000 m. Im Südosten bildet die Gemeinde zugleich die Grenze nach Südtirol (Italien).

Das Tal wird westwärts vom Valser Bach durchflossen, der in St. Jodok von rechts den Schmirnbach aufnimmt und bei Stafflach von rechts in die nordwärts dem Inn zufließende Sill mündet.

Hauptort ist St. Jodok, dessen gleichnamige nördliche Hälfte allerdings zur Gemeinde Schmirn gehört. Bei St. Jodok gewinnt die Brennerbahn mit einer Schleife an Höhe.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei der fünf Nachbargemeinden liegen im Bezirk Innsbruck Land, je eine im Bezirk Schwaz bzw. in Südtirol.

Steinach am Brenner Schmirn
Gries am Brenner Nachbargemeinden Finkenberg (Bezirk Schwaz)
Gries am Brenner Pfitsch (Südtirol) ItalienItalien

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung findet sich 1313 als „Valles“.[1] Der Name leitet sich von vallis (lat. für Tal) ab, da das Gebiet einst von romanisch sprechenden Bauern des Wipptals als Almgebiet genutzt wurde.

Im Mittelalter wurde im Valser Tal Marmor abgebaut, unter anderem stammen die Böden der Hofburg in Innsbruck und des Innsbrucker Doms von hier.[1]

1809 war Vals Kampfgebiet im Zuge der Schlacht am Bergisel.[1]

1942 wurde das gesamte Tal unter Naturschutz gestellt, 2001 erfolgte eine Neuverordnung von 35,19 km² des hinteren Valsertales[2] als Natura 2000-Gebiet.[3]

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden in Vals Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter für den geplanten Abbau von Molybdän bis auf 2950 m Seehöhe nahe der Alpeiner Scharte eingesetzt und viele starben dabei. Dazu wurden dort Zwangsarbeiterlager errichtet. Der Abbau von Molybdän gelang nicht.[4]

Felssturz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 24. Dezember 2017 ereignete sich ab 18:17 Uhr MEZ ein mehrere 10.000 Tonnen Felsgestein umfassender Felssturz, der vom nördlichen Talhang abbrach und zusammen mit mitgerissenen Erdmassen und Baumstämmen die Valser Landesstraße (L 230) im Bereich Wiesle auf einer Länge von 150 m meterhoch verschüttete. Der fragliche Abschnitt (Erioll world.svg) beginnt wenige Meter westlich des Jörglerhofs und läuft talauswärts. Wohngebäude wurden nicht berührt, waren jedoch von aufgewirbeltem Staub betroffen. Die Ausläufer der Sturzmassen gelangten bis in das Bett des Valserbachs, Staubniederschlag färbte die Schneeoberfläche bis zu 150 m weit grau. Infolge der zunächst unklaren weiteren Gefährdungslage wurden 12 Gebäude mit 36 Bewohnern im Bereich Tummelers Sand vorläufig evakuiert, konnten jedoch bis auf drei Gebäude bereits am Folgetag wieder freigegeben werden. Da sich ein Spalt in der Abbruchzone im Laufe des 25. Dezembers weitete, ist mit weiteren Rutschungen zu rechnen. Vom Jörglerhof bis Talschluss waren etwa 70 Personen landesstraßenmäßig abgeschnitten, jedoch über einen Wirtschaftsweg erreichbar. Eine Umfahrung des gesperrten Straßenabschnitts der L 230 wurde mit 26. Dezember eingerichtet, kann jedoch bei entsprechenden Schneeverhältnissen voraussichtlich von Lawinengefahr betroffen sein.[5][6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen am 28. Februar 2016 statt.[7]

Klaus Ungerank (Alternative Vals-St. Jodok) wurde zum Bürgermeister und Josef Mair (Bauern – Allgemeine Liste) zum Vizebürgermeister gewählt.

Gemeinderat Vals nach der Wahl 2016
Partei Stimmenanteil Stimmen Sitze
Alternative Vals-St. Jodok, Bgm. Klaus Ungerank 44,99 % 166 5
Bauern – Allgemeine Liste 39,02 % 144 4
Heimatliste Vals-St. Jodok 15,99 % 059 2
Summen 100,00 % 369 11

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung:

„In Rot eine gestürzte halbe schwarze Spitze mit einer goldenen Krone.“

Das Wappen besteht aus einem stilisierten V, das die Struktur des Tales symbolisiert, sowie der Krone des heiligen Jodok.[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Vals

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vals – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d www.geschichte-tirol.com: Vals
  2. Naturschutzgebiete » Valsertal tiris: Karte des Naturschutzgebiets
  3. Naturschutzgebiet Valsertal (Land Tirol)
  4. Das Molybdänbergwerk Vals–Alpeinerscharte 1941–1945: Fotos und Dokumente (Memento vom 21. August 2011 im Webarchiv archive.is) Vortrag. Republikanischer Klub Neues Österreich. Programm März April 2009.
  5. ,,Ausweg“ für Bewohner in Vals: Tal über Notweg wieder erreichbar in der Tiroler Tageszeitung vom 26. Dezember 2017, abgerufen 26. Dezember 2017.
  6. Vals: Felswand weiterhin in Bewegung. Abklärungen zum Ausbau eines Notwegs laufen. Pressemeldung des Landes Tirol, 25. Dezember 2017, abgerufen 25. Dezember 2017.
  7. Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen 2016 | Gemeinde Vals. In: wahlen.tirol.gv.at. Land Tirol; abgerufen am 13. September 2016.