Zürcher Kammerorchester

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Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1]
Journey to Mozart (mit Daniel Hope)
  DE 31 23.02.2018 (3 Wo.)

Das Zürcher Kammerorchester (ZKO, international Zurich Chamber Orchestra) ist ein in Zürich beheimatetes Kammerorchester. Es wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von Edmond de Stoutz gegründet und von ihm während eines halben Jahrhunderts geleitet.

Das ZKO besteht aus 28 festen Mitgliedern (Streicher, Flöte, Oboe, Horn, Cembalo), gelegentlich werden weitere Spieler hinzugezogen (z. B. Streicher, Holzbläser, Blechbläser, Harfe und Schlagzeug). Das Orchester spielt häufig mit international bekannten Solisten zusammen und ging mehrmals auf Welttournee. Auch hat es zahlreiche Werke eingespielt. 2017 wurden zwei Aufnahmen des Zürcher Kammerorchester mit je einem Echo Klassik in der Kategorie «Klassik ohne Grenzen» ausgezeichnet. Es handelt sich dabei um For Seasons mit Daniel Hope als Solist und ÜberBach mit Sebastian Knauer am Klavier.[2]

Jährlich gibt das Orchester in Zürich rund 40 Konzerte. Dazu kommen rund 40 Kinderkonzerte sowie zahlreiche Auftritte in anderen Städten der Schweiz sowie im Ausland. In der Saison 2016/17 stieg die totale Konzertzahl auf 151, was für das Orchester einen Rekord darstellte.

1996 übernahm Howard Griffiths die Leitung des Zürcher Kammerorchesters. Von 2006 bis 2011 wurde es vom chinesischen Dirigenten Tang Muhai geleitet. Ab der Saison 2011/2012 war Roger Norrington als Principal Conductor des Orchesters tätig, er wurde am 27. September 2016 von Daniel Hope abgelöst.[3] Im Bereich des Barock arbeitet das Zürcher Kammerorchester u. a. mit dem Alte-Musik-Spezialisten Maurice Steger zusammen.

Spielstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2002 sind die Musiker des Zürcher Kammerorchester und die Administration im ZKO-Haus in der Nähe des Bahnhofs Zürich Tiefenbrunnen zuhause. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein ehemaliges Starkstromlabor. Dort finden sämtliche Proben des ZKO sowie Kammermusik- und Kinderkonzerte, CD-Aufnahmen und private Konzerte statt. Der Konzertsaal bietet Platz für ca. 200 Besucher.[4]

Grössere Konzerte mit bis zu 1200 Besuchern veranstaltet das Zürcher Kammerorchester in der Tonhalle bzw. während deren Umbau in der «Tonhalle Maag», im Schauspielhaus Zürich sowie in verschiedene Kirchen.

Crossover-Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Jahren hat das Zürcher Kammerorchester zahlreiche Crossover-Projekte durchgeführt. Spartenfremde Künstler wie etwa die indische Sitar-Spielerin Anoushka Shankar, die Schweizer Hard-Rock-Band Gotthard, der Liedermacher Pippo Pollina und die Band Lunik[5] liessen sich auf eine Zusammenarbeit ein, bei der klassische Musik mit Rock, Pop oder World Music verschmolz. 2017 spielte das ZKO an der Eiskunstlaufgala Art on Ice in Zürich.[6] Im selben Jahr vereinte es am Digital Festival 2017 klassische Musik mit den Techno-Beats von Pantha du Prince, Tanz und 3D-Videoprojektionen.[7]

Das Interesse des ZKO an experimentellen Konzertformaten zeigt sich auch an den Schwerpunkten, welche das Orchester in den letzten Saisons gesetzt hat. Mit der Wahl des Schauspielers Klaus Maria Brandauer als «Artist in Residence» in der Konzertsaison 2016/17 wurde der Verbindung von klassischer Musik mit dem gesprochenen Wort eine grosse Bedeutung beigemessen.[8] Die darauffolgende Saison stand unter dem Motto «Art is in Residence». Dabei wurden verschiedene Kunstformen wie beispielsweise Action Painting oder Fotografie in die Konzerte integriert.[9] Die neuen Formate sollen nicht zuletzt ein jüngeres Publikum für klassische Konzerte begeistern.

Diskographie der neueren Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zurich Chamber Orchestra in den deutschen Charts
  2. Johann Buddecke: Champions League der Klassik Concerti, 30. Oktober 2017. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  3. Julia Spinola: Eine Heimkehr nach Zürich. In: NZZ, 10. September 2016, S. 26.
  4. Das ZKO-Haus Website des Zürcher Kammerorchesters. Abgerufen am 6. Juli 2018.
  5. Fernsehbeitrag über Konzert mit Lunik Website des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF). Abgerufen am 6. Juli 2018.
  6. Das ZKO bei Art on Ice (Videos) Website von Art on Ice. Abgerufen am 6. Juli 2018.
  7. Video zum Digital Festival 2017 (inkl. Auftritt ZKO) Website von Art on Ice. Abgerufen am 6. Juli 2018.
  8. Thomas Schacher: «Toll, kommen Sie nochmals!» NZZ Online, 14. April 2016. Abgerufen am 6. Juli 2018.
  9. Thomas Schacher: Zeit des Umbaus NZZ Online, 9. Mai 2017. Abgerufen am 6. Juli 2018.