Zakopane

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zakopane
Wappen von Zakopane
Zakopane (Polen)
Zakopane
Zakopane
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kleinpolen
Powiat: Tatra
Fläche: 84,35 km²
Geographische Lage: 49° 18′ N, 19° 58′ OKoordinaten: 49° 18′ 0″ N, 19° 58′ 0″ O
Höhe: 833–1130 m n.p.m.
Einwohner: 27.305
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 34-500 bis 34-504
Telefonvorwahl: (+48) 18
Kfz-Kennzeichen: KTT
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Krakau-Balice
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Einwohner: 27.305
(31. Dez. 2016)[1]
Gemeindenummer (GUS): 1217011
Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Leszek Dorula[2]
Adresse: ul. Kościuszki 13
34-500 Zakopane
Webpräsenz: www.zakopane.eu



Vortatragraben mit Zakopane von der Gubałówka
Linienbus
Bahnhof
Holzarchitektur
Wielka Krokiew (Große Krokiew)
Skisprungschanze Zakopane im Winter bei Nebel
Czarny Staw Gąsienicowy in der Tatra
Gubałówka (Aussicht)

Zakopane ([zakɔ'panɛ] Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) ist eine Stadt in der Woiwodschaft Kleinpolen im südlichsten Teil Polens, rund 90 Kilometer südlich der Stadt Krakau in einem weiten Talbecken der Westtatra und der Hohen Tatra nahe der slowakischen Grenze. Die Stadt ist Sitz des Kreises Powiat Tatrzański und das größte Wintersportzentrum des Landes.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zakopane ist eine der südlichsten Städte und die höchstgelegene Stadt Polens. Die höchsten Berge Polens (bis 2499 m ü.N.N.) gehören teilweise zur Gemeinde. Der höchte Gipfel, der zum Gemeindegebiet gehört ist die Świnica mit 2301 m ü.N.N.. Das Stadtgebiet selbst reicht von 750 bis zu 1000 m ü.N.N.. Die Stadtmitte (Kreuzung von Krupowkistraße und Kosciuszkostraße) befindet sich in einer Höhe von 838 m ü.N.N.. Südlich an die Stadt grenzt der Nationalpark Hohe Tatra. Über der Stadt befinden sich die vier Hausberge Zakopanes: Nosal, Giewont und Kasprowy Wierch südlich des Zentrums in der Westtatra sowie Gubałówka nördlich des Zentrums im Pogórze Gubałowskie. Auf die letzen beiden Gipfel führen Seilbahnen. Das Stadtzentrum liegt im Vortatragraben.

Zakopane hat eine Fläche von 84,35 km², wovon: 31 % landwirtschaftlich genutzt wird und Wälder 57 % der Fläche ausmachen. Die Stadtinnenbereich macht 17,89 % der Fläche aus.

Die Nachbargemeinden sind: Bukowina Tatrzańska im Osten, Kościelisko im Westen und Poronin im Norden. Über den Hauptkamm der Tatra grenzt Zakopane auch an die Slowakei im Süden.

Stadtteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klimadiagramm

Zakopane besitzt wegen seiner Höhenlage etwas niedrigere Temperaturen und deutlich höhere Niederschläge, insbesondere Schneefall, als Orte im Flachland oder auf der Südseite der Tatra. Winde mit feuchten Luftmassen, die in Form von Regen und Schnee auf der Nord- und Westseite der Tatra hoche Niederschlagsmengen verursachen, wehen vor allem von Norden und Nordwesten im Winter. Sie werden von den Zakopanern Orawski genannt. Trockene und warme Südwinde kommen als Föhn, der in Zakopane Halny genannt wird, über den Hauptkamm der Tatra im Herbst und Frühjahr. Der Winter dauert in der Stadt Zakopane von November bis Ende März sowie von Oktober bis April auf dem Hausberg Kasprowy Wierch. Im Sommer kommt es oft zu Wärmegewittern. Der wärmste Monat ist in der Regel der Juli, der kälteste der Februar.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: In Blau ein grauer spitzer Schildfuß mit einem darauf stehenden weißen Endrautenkreuz mit Strahlen zwischen den Kreuzarmen. Hinter dem Kreuzfuß zwei goldene mit den Bärten nach außen zeigende gekreuzte Schlüssel mit Kreuzeinschnitt in den Bärten und herzförmigen Durchbruch in der Schlüsselreite.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region Podhale wurde im Mittelalte von Norden nach Süden besiedelt. Die ersten Siedlungen wurden von Zisterziensern Anfang des 13. Jahrhunderts am unteren Lauf des Czarny Dunajec angelegt. Im Laufe der Zeit wurden der Wald in den Flusstälern gerodet und neue Siedlungsfläche in immer höher gelegenen Gebieten an Oberläufen der Quellflüsse des Dunajec erschlossen. Aufgrund des kühlen Klimas in der hoch gelegenen Region wurde vor allem Almwirtschaft und Viehzucht betrieben. Es ist nicht bekannt, wann die ersten Siedler auf das Gebiet des heutigen Zakopane kamen. Im Spätmittelalter befanden sich mehrere saisonale Hirtensiedlungen im Vortatragraben. Seinerzeit siedelten sich hier die ersten Hirten, Bauern und Holzfäller an.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1578 verlieh König Stephan Báthory das Siedlungsprivileg für Zakopisko. Das Gebiet gehörte seither zu den Königsgütern, was man mit der Reichsunmittelbarkeit im Heiligen Römischen Reich vergleichen kann. Im 17. Jahrhundert wohnten im Dorf Zakopane nur wenige Hirtenfamilien dauerhaft. Der Aufschwung des Ortes kam mit der Entwicklung des Bergbaus in der Tatra, insbesondere der Westtatra, im 18. Jahrhundert. Verschiedene Erze, insbesondere Eisenerz wurden in der Tatra gewonnen und zunächst noch in den Tälern verarbeitet. Das Hüttenwesen aus den Tatratälern wurde später im heutigen Stadtteil Zakopanes Kuźnice (in deutscher Übersetzung: Schmiede) zentriert. Als Zakopane im Zuge der Ersten Polnischen Teilung 1772 an die Habsburger kam, war Kuźnice bereits der größte metallurgische Standort in Galizien.

Galizien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zakopane gehörte von 1772 bis 1918 zum habsburgerischen Königreich Galizien und Lodomerien. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Ort zu einer beliebten Touristen- und Künstlerstadt. Um 1900 begann der Tourismus in der Tatra. Der Sherpa Sabała begleitete zahlreiche Bergsteiger bei den Erstbesteigungen vieler Gipfel der Hohen Tatra. In der zweiten Jahrhunderthälfte hatte der Ort bereits mehr als 3000 Einwohner. 1873 wurde in Zakopane die Galizische Tatra-Gesellschaft gegründet, die sich um die Erschließung der Tatra für die Bergsteiger, die Förderung der regionalen Podhalanie-Kultur sowie für den Naturschutz einsetzte. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts propagierte der Arzt Tytus Chałubiński Zakopane als Luftkurort und gründete hier ein Sanatorium für Tuberkulosekranke. 1886 erhielt Zakopane dann den Kurort-Status. Stanisław Witkiewicz schuf in den 1880er Jahren in der Architektur den Zakopane-Stil, eine Mischung des Jugendstils mit der Folklore der Podhalanie. Die zum 1889 gegründeten Tatra-Museum gehörende Villa Koliba widmet sich dem Zakopane-Stil. In dieser Zeit entwickelte sich Zakopane immer mehr zu einem beliebten Urlaubsziel, insbesondere für Künstler, die hier Inspiration und Schaffenskraft suchten. Es entstanden zahlreiche Hotels und Pensionen. Als die bisherigen Eigentümerfamilien Eichborn und Pelz den Raubbau in der Tatra fortsetzten, entschloss sich Władysław Zamoyski, der sich sehr um die Entwicklung Zakopanes mit der Anlegung einer Kanalisation und zahlreichen öffentlichen Einrichtungen (Post, Schulen, Museen) verdient gemacht hat, 1889 Zakopane und einen Großteil der Tatra zu erwerben, was die Grundlage für den heutigen Tatra-Nationalpark schuf. Auf Zamoyskis Betreiben erhielt Zakopane am 25. Oktober 1899 einen Eisenbahnanschluss durch die Lokalbahn Chabówka–Zakopane an Krakau sowie eine Verbindungsstraße. 1902 erstritt er vor einem Grazer Gericht für Zakopane die Gegend um das Meerauge. Um die Jahrhundertwende hatte Zakopane rund 6000 Einwohner.

Zweite Polnische Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. Oktober 1918 riefen die Bürger Zakopanes unter Berufung auf die 14. Punkte Woodrow Wilsons die unabhängige Republik Zakopane aus. Zum Staatsoberhaupt wurde Stefan Żeromski gewählt. Am 16. November 1918 trat die Republik Zakopane dem neuentstehenden polnischen Staat bei. Bereits zu dieser Zeit lebte die Stadt vor allem vom Tourismus. Die Einwohnerzahl kletterte auf fast 20.000. Zakopane war auch in der Zweiten Polnischen Republik Anziehungspunkt für Künstler. Karol Szymanowski ließ sich 1932 in Zakopane nieder. Zahlreiche Museen wurden gegründet. Das Stadtrecht wurde Zakopane 1935 verliehen. [3] Die Ferienregion um Zakopane wurde zu einem der ehrgeizigsten Projekte der polnischen Touristenvereine. 1925 wurde die Wielka Krokiew Sprungschanze eröffnet, 1939 startete die erste Seilbahn auf den Kasprowy Wierch. Auch die Nordischen Skiweltmeisterschaften 1929 und 1939 fanden hier statt.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Bildung des Generalgouvernements nach der militärischen Niederlage Polens im Zweiten Weltkrieg wurde Zakopane der Kreishauptmannschaft Neumarkt einverleibt. Von Oktober 1939 bis Sommer 1941 war Hans Malsfey Stadtkommissar von Zakopane, danach wurde er Kreishauptmann von Neumarkt. Im ersten Quartal 1940 trafen sich Vertreter der Gestapo und des NKWD in Zakopane, um über gemeinsame Maßnahmen zur Unterdrückung der polnischen Widerstandsbewegung zu beraten. Im Sommer desselben Jahres sperrten die deutschen Behörden Zakopane für Juden und erklärten es zugleich zum Erholungsgebiet für Deutsche. Im folgenden Jahr wurde der jüdische Sperrbezirk bis Neumarkt ausgedehnt. Für die polnische Widerstandsbewegung wiederum war Zakopane eine wichtige Zwischenstation im Nachrichtennetz, das sich von Warschau und Krakau über die Slowakei nach Budapest spannte. Seine Bewohner fungierten nicht nur als Kuriere, die Nachrichten über die Berge brachten, sondern waren auch auf vielfältige Weise in die Widerstandshandlungen gegen die deutschen Besatzer integriert. Im Hotel Palace war die Gestapo untergebraucht, die in dem Gebäude zahlreiche Widerstandskämfer verhört und gefoltert hat. Das Hotel Palace wird daher in Zakopane auch als die Folterkammer des Podhale bezeichnet. Der Folterkeller ist zugänglich.

Tourismusprojekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg fandeb 1962 die Nordische Skiweltmeisterschaften 1962 und die Biathlon-Weltmeisterschaften 1969 in Zakopane statt. Seit 1980 findet auf der Sprungschanze Wielka Krokiew regelmäßig der Weltcup statt. Zakopane bewarb sich auch für die Olympischen Winterspiele im Jahr 2006, die Nordischen Skiweltmeisterschaften 2015 und die Olympischen Winterspiele im Jahr 2022. Die letzte Bewerbung scheiterte am Widerstand der Einwohner.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende des 19. Jahrhunderts wurde Zakopane ein wichtiger Ort in der polnischen Kulturlandschaft. Die Epoche des Jungen Polens ist stark mit der Stadt verbunden. In dieser Zeit lebten dauerhaft oder zeitweilig in Zakopane: Henryk Sienkiewicz, Władysław Orkan, Stanisław Witkiewicz, Stefan Żeromski, Kazimierz Przerwa-Tetmajer, Jan Kasprowicz, Mieczysław Karłowicz, Karol Szymanowski, Stanisław Ignacy Witkiewicz und andere. Stanisław Witkiewicz hat in den 1880er Jahren den Zakopane-Stil in der Architektur entwickelt. 1892 wurde ein Theater in Zakopane gegründet. Der Verein der Freunde Zakopanes hat schließlich ein dauerhaftes Theater in Zakopane etabliert, in dem unter anderem auftraten: Helena Modrzejewska, Antonina Hoffman, Irena und Ludwik Solscy. In Zakopane gibt es barocke Holzkirchen im Stil der Podhalanie sowie zahlreiche sakrale Bauten und profane Villen im Zakopane-Stil, wie zum Beispiel die Villa Koliba, Villa Pod Jedlami oder Villa Atma. Die Personen, die sich um Zakopane am verdientesten gemacht haben, sind auf dem Ehrenfriedhof Cmentarz Zasłużonych na Pęksowym Brzyzku bestattet.

Mueseen und Galerien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regionale Zeitungen sind:

Radio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regionale Radiosender sind:

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zakopane liegt an der Zakopianka, einer 102 km langen Schnellstraße, die es mit Krakau verbindet und aus den Teilstücken S 7 und der DK 47 besteht. Die Panoramastraße Oswald-Balzer-Weg führt zum ehemaligen Grenzübergang auf der Alm Łysa Polana zur Slowakei. Die DW 958 führt nach Chabówka bei Rabka-Zdrój.

Östlich des Zentrums befindet sich der Bahnhof Zakopane. Es ist der Endbahnhof der Eisenbahntrecken Krakau-Zakopane sowie Kattowitz-Zakopane.

In der Nähe des Bahnhofs befindet sich auch der Zentrale Omnibusbahnhof Zakopane. Zahlreiche Omnisbusgesellschaften bieten Verbindungen zwischen Zakopane und Krakau sowie anderen Städten in Polen und im Ausland an.

Minibusse verkehren vom Zentrum Zakopanes zu den verschiedenen Ortschaften in der nähren Umgebung, zu den Eingängen des Tatra Nationalparks sowie den Skigebieten in der Wintersaison.

Seit 2014 besitz Zakopane einen Hubschrauberlandeplatz.

Seit 2016 hat Zakopane ein Linienbusnetz. Es wird von dem Unternehmen Tesco betrieben, das mit Solaris-Bussen fährt.

Fremdenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zakopane trägt zwei inoffizielle Bezeichnungen, die bereits die Bedeutung der Ferienregion treffend bezeichnen: Hauptstadt der Tatra und Winterhauptstadt Polens. Die Stadt zählt jährlich rund drei Millionen Besucher, damit kommen auf einen Einwohner etwa 100 Touristen.

Im Vordergrund steht der Skisport. Sportler finden aber auch andere Möglichkeiten wie Snowboarden oder Gleitschirmfliegen vor. Der Ausbau von Seilbahnen und Schneekanonen wurde stetig vorangetrieben, Hotelnetze verdichteten sich und fernab der Pisten entstanden in den Straßen der Stadt traditionelle, mit der Kultur der Goralen verbundene Märkte. Die Stadt bietet zudem etliche Restaurants, Kaffeehäuser und Diskotheken.

Ein bekannter Berg von Zakopane ist der Gubałówka, auf den eine Standseilbahn führt; auf dem Antałówka befindet sich ein Skilift. Auf der Skisprungschanze Wielka Krokiew (übersetzt: Großer Sparren) finden regelmäßig Weltcup-Skispringen statt. Zudem war die Schanze 1929, 1939 und 1962 Austragungsort der nordischen Skiweltmeisterschaften. Neben der Wielka Krokiew stehen ferner noch die Schanzen Średnia Krokiew, Mała Krokiew, Maleńka Krokiew und Adaś.

Durch Zakopane verläuft der Bergwanderweg Eisenach–Budapest.

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zakopane – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Zakopane – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. Website der Stadt, Burmistrz Miasta Zakopane, abgerufen am 9. Februar 2015
  3. Offizielle Webseite der Stadt Zakopane / Geschichte der Stadt