Michail Alexandrowitsch Bakunin
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Michail Alexandrowitsch Bakunin (russisch Михаил Александрович Бакунин, wiss. Transliteration Michail Aleksandrovič Bakunin; * 18. Maijul./ 30. Mai 1814greg. in Prjamuchino bei Twer; † 19. Junijul./ 1. Juli 1876greg. in Bern) war ein europaweit aktiver russischer Revolutionär und gilt mit seiner Theorie des kollektivistischen Anarchismus als einer der einflussreichsten Denker der anarchistischen Bewegung weltweit.
Leben
Kindheit und Jugendzeit in Russland (1814-1840)
Michail Bakunin wurde am 18. Maijul./ 30. Mai 1814greg. als drittes von elf Kindern einer aristokratischen Familie im Dorf Prjamuchino im Gouvernement Twer zwischen St. Petersburg und Moskau geboren. Sein Vater lebte lange Zeit im Ausland und gehörte dem fortschrittlichen und westlich orientierten Teil der russischen Gesellschaft an. Wegen seiner Verwicklung im Dekabristenaufstand und der drohenden Repression sah er sich zu absoluter Loyalität gegenüber dem Zaren Nikolaus I. verpflichtet, was für den Sohn Michail bedeutete in den Militärdienst geschickt zu werden. Mit 14 Jahren trat er als Kadett in die Artillerieschule St. Petersburg ein und schlug da die Offizierslaufbahn ein. Bakunin war zutiefst unzufrieden mit dem Militär und den militärischen Umgangsformen. Als er 1832 im Alter von 18 Jahren als Leutnant nach Grodno geschickt wird, trifft er da kurz nach dem polnischen Aufstand ein, und die Brutalität, mit der das russische Reich bei der Niederschlagung vorging, schockte den jungen Bakunin. Sein Abscheu gegenüber dem Militär und dem Zaren wuchs und drei Jahre später schrieb er sich krank und verließ das Militär.
Daraufhin zog Michail Bakunin gegen den Willen seines Vaters nach Moskau und begann Philosophie zu studieren. Er schloss sich dort dem Stankewitsch-Zirkel an, einer literarischen und philosophischen Gruppe um Nikolai Stankewitsch, den er bereits während seiner Zeit im Militär kennengelernt hatte. Mehrere junge Studenten, später wichtige Persönlichkeiten des gesellschaftlichen und politischen Leben Russlands, gehörten dieser Gruppe an, darunter auch Wissarion Belinski mit dem er eine enge Freundschaft schloss. Er interessierte sich in dieser Zeit besonders für die deutsche Philosophie, las Kant, Fichte und Schelling und übersetzte einige Werke in die russische Sprache. Durch sein intensives Studium von Hegel galt er als größter Hegel-Kenner seiner Zeit in Russland.
In Moskau lernte Bakunin die Slawophilen Konstantin Aksakow - auch Mitglied der Gruppe um Stankewitsch - und Pjotr Tschaadajew kennen. Viele von Bakunins späteren Aktivitäten wurden angetrieben durch seine panslawistischen Ansichten, die er in dieser Zeit entwickelte und ihn für lange Zeit prägen würden. Eine weitere Inspiration war die Freundschaft mit dem Sozialisten Alexander Herzen und dessen Freund Nikolai Ogarjow, die sich in dieser Zeit bildete. Bakunin lernte Herzen 1839 in Moskau kennen und die beiden verbrachten dort ein Jahr zusammen, über welches Herzen später rückblickend schrieb:
„Bakunin trieb mich dazu an, mich immer mehr in das Studium Hegels zu vertiefen; ich bemühte mich, mehr revolutionäre Elemente in seine strenge Wissenschaft einzuführen.“
– Alexander Herzen an Jules Michelet: Brief vom November 1851.[1]
Beteiligung in den revolutionären Kreisen Europas (1840-1848)
Im Sommer 1840 begab sich Michail Bakunin dank finanzieller Unterstützung Herzens nach Berlin, um sich dort auf eine Professur in Moskau vorzubereiten. In Berlin lernte Bakunin unter anderem Varnhagen von Ense und Turgenew kennen, welcher ihn später in seinem Roman Rudin als großen Denker darstellt, der seine Ideen aber nie in die Tat umsetzt. Zwei Jahre später jedoch, schreibt Michail an seinen Bruder Nikolai, dass er nicht mehr nach Russland zurückkehren würde. Sein Aufenthalt in Deutschland hatte ihn stark verändert und in seiner Beichte an den Zaren schrieb er rückblickend:
„Im übrigen aber heilte mich Deutschland selbst von der philosophischen Krankheit, an der es litt; als ich mit den metaphysischen Fragen näher vertraut wurde, überzeugte ich mich ziemlich rasch von der Nichtigkeit und Eitelkeit der ganzen Methaphysik: ich suchte Leben in ihr, aber sie ist langweilig, wirkt tödlich; ich suchte Taten, sie aber ist die absolute Untätigkeit. Ich gab die Philosophie preis und ergab mich der Politik.“
– Michail Bakunin: Beichte an Zar Nikolaus I. vom Jahre 1851.[2]
In Deutschland kam er mit den Junghegelianern in Kontakt, die in dieser Zeit durch die Repression radikalisiert wurden und lernte Ludwig Feuerbach und Arnold Ruge in Dresden kennen. Letzterer war der Herausgeber der Zeitung Deutsche Jahrbücher für Wissenschaft und Kunst, das Organ der Junghegelianer, für welches Bakunin 1842 unter dem Pseudonym Jules Elysard den Artikel Die Reaction in Deutschland schrieb. Der dialektische Schlusssatz, der ihn in weiten Kreisen der Revolutionäre berühmt machte, „Die Lust der Zerstörung ist zugleich eine schaffende Lust!“[3] wurde später als Aufruf zum Terrorismus missverstanden (→ Propaganda der Tat). Weil sich Bakunin in Dresden nicht mehr sicher fühlte, verließ er gemeinsam mit Georg Herwegh das Sachsen in Richtung Zürich, welches damals zahlreichen politischen Emigranten Asyl gewährte und wo mit dem Literarischen Comptoir Zürich und Winterthur ein wichtiger Verlag für radikale deutsche Literatur entstanden war. Dort traf er den deutschen Frühkommunisten Wilhelm Weitling, der im gleichen Jahr festgenommen wurde und durch dessen Schriften die russische Polizei über die Aktivitäten Bakunins erfuhr. Der russische Konsul forderte daraufhin Bakunins sofortige Rückkehr und als er sich weigerte und nach Brüssel floh, wurde ihm sein Adelstitel aberkannt und er wurde in contumacia zu Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt.
1844 ließ er sich in Paris nieder, dem damaligen Zentrum des europäischen Radikalismus und traf dort Karl Marx, mit dem er einige Gespräche führte, die mehrfach im Streit endeten. Pierre Joseph Proudhon, der viel über Bakunin gehört hatte, wollte ihn kennenlernen und die beiden schlossen eine enge Freundschaft, die bis zum Tode Proudhons im Jahre 1865 anhielt. Bakunin schrieb einige Zeitungsartikel, in denen er mit den Polen sympathisierte und er kritisierte als erster russischer Revolutionär öffentlich den Zaren. Nachdem er im Jahre 1847 am Gedenktag für den polnischen Aufstand eine Rede hält („Rußland wie es wirklich ist!“), in der er sich für einen gemeinsamen Kampf der Russen und Polen gegen den russischen Zaren aussprach, wurde er europaweit bekannt. Auf Forderung Russlands wurde er aus Frankreich ausgewiesen und ging nach Brüssel.
Bakunin in den Revolutionen von 1848/49
Nach dem Ausbruch der Februarrevolution 1848, die zum Sturz des Bürgerkönigs Louis Philippe von Orléans und zur Ausrufung der zweiten französischen Republik führte, kehrte Bakunin wieder nach Paris zurück. Im März wollte er sich der polnischen Bauernarmee von Ludwik Mierosławski anschließen, der plante von Posen aus den russischen Teil Polens zu befreien (siehe Kongresspolen). Als Bakunin in Breslau ankam war der Aufstand bereits von der preußischen Armee niedergeschlagen worden. Daraufhin unterstützt er die Deutsche Demokratische Legion von Herwegh, die versuchte Friedrich Heckers Truppen in Baden zu verstärken (→ Badische Revolution). Auch dieser Versuch scheiterte, denn die Truppen Herweghs wurden auf dem Weg von württembergischen Truppen geschlagen, bevor die Legion in Baden ankommen konnte. Als Marx das Vorgehen Herweghs kritisierte, verteidigte ihn Bakunin und es kam zum Bruch mit Marx.
Michail Bakunin reiste Anfang Juni nach Prag, um dort als einziger Russe am Slawenkongress teilzunehmen. Die Forderung nach Gleichberechtigung der Völker in der Habsburgermonarchie stieß in Österreich auf offene Ablehnung und es kam zum Aufstand der Tschechen gegen die österreichische Fremdherrschaft. Diese Erhebung wurde nach fünf Tagen durch österreichische Truppen unter dem Befehl des Prager Stadtkommandanten Fürst Windisch-Grätz gewaltsam niedergeschlagen. Es war der erste entscheidende Sieg der Konterrevolution in den bis dahin in ganz Europa insgesamt erfolgreich verlaufenen Erhebungen gegen die herrschenden Kräfte der Restaurationsära.
Nach dem Scheitern des Aufstands begab sich Bakunin wieder nach Breslau, wo er in Marx` Rheinischer Zeitung einen Artikel las, in dem behauptet wurde, George Sand hätte Beweise in der Hand, dass Bakunin ein Agent des russischen Zaren sei. Als sich George Sand mit einem Brief bei der Zeitung meldete und der Behauptung widersprach, wurde der Fehler korrigiert. Der Ruf, ein russischer Agent zu sein begleitete Bakunin jedoch sein Leben lang und fand in der Person David Urquharts einen leidenschaftlichsten Verfechter.
Bakunin war enttäuscht vom Verlauf der 1848er Revolutionen, vor allem mit den Ergebnissen in Deutschland, wo die Frankfurter Nationalversammlung beschloss, von Polen und Tschechen bewohnte Gebiete unter deutsche Herrschaft zu stellen (siehe groß- und kleindeutsche Lösung). Ende 1848 erschien sein Appell an die Slawen, in dem er betonte, dass die nationale Frage untrennbar mit der sozialen Frage verbunden sei und in der er die Vorgänge in Deutschland kritisierte. Im Mai 1849 beteiligte er sich gemeinsam mit Richard Wagner an führender Stelle am Aufstand in Dresden zur Durchsetzung einer sächsischen Republik, dem so genannten Dresdner Maiaufstand. Anfangs verlief dieser zu Gunsten der Aufständischen, und König Friedrich August II., der zuvor das Parlament aufgelöst und die Verfassung abgelehnt hatte, musste flüchten. Doch mit Hilfe Preußens wurde Dresden belagert, und nach sieben Tagen endete der Aufstand mit einer Niederlage für die Revolutionäre.
Haft, Exil und Flucht (1849-1861)
Nach der Niederschlagung des Dresdner Aufstands konnte Bakunin zunächst entkommen, wurde aber am 10. Mai 1849 gemeinsam mit August Röckel und Otto Heubner in Chemnitz verhaftet und zuerst in Dresden, dann in der Festung Königstein inhaftiert. Im Königreich Sachsen wurde er nach der Festnahme zum Tode verurteilt, später wurde seine Strafe jedoch in lebenslange Haft umgewandelt. Kurz nach seiner Festnahme verlangten Russland und auch - wegen seiner Beteiligung am Slawenkongress in Prag und dem folgenden Prager Aufstand - Österreich seine Auslieferung.
Im Juni 1850 wurde der Bitte Österreichs Folge geleistet und Bakunin wurde anfangs in der Prager Burg festgesetzt, 1851 nach Olmütz transferiert und dort ein weiteres Mal zum Tode verurteilt. Kurz darauf wurde Bakunin auch hier zu lebenslanger Kerkerhaft begnadigt und in Olmütz an eine Kerkerwand geschmiedet; ein Suizidversuch durch das Schlucken von Phosphor scheiterte. Zu dieser Zeit wusste niemand genau wo sich Bakunin befand und ob er überhaupt noch am Leben war; Nachrichten über seinen Tod gingen durch die Presse Europas.
Am 17. Mai 1851 betrat Michail Bakunin als Gefangener wieder russischen Boden, nachdem Österreich einwilligte ihn auszuliefern. Er kam wie viele andere politische Gefangene Russlands in die berüchtigte Peter-und-Paul-Festung in St. Petersburg und wurde dort von Graf Orlow darüber informiert, dass Zar Nikolaus I. von ihm ein schriftliches Geständnis wünsche. In diesem Geständnis (bekannt als Beichte an den Zaren) schilderte er seine bisherigen revolutionären Aktivitäten, erhoffte sich eine Lockerung der Haftbedingungen und versuchte den Zaren für die Idee des Panslawismus zu gewinnen. Zar Nikolaus schätzte Bakunin immer noch als zu gefährlich ein und es veränderte sich wenig, bis er 1854 - wegen der Nähe zur Front im Krimkrieg - in die Schlüsselburg östlich von Petersburg gebracht wurde. Durch die schlechte Ernährung erkrankte Bakunin dort an Skorbut, litt dadurch an Zahnausfall und versuchte sich ein weiteres Mal das Leben zu nehmen. Als Zar Nikolaus 1855 starb, wurde Bakunin von seinem Nachfolger Alexander II. persönlich von der Amnestieliste gestrichen und seine lebenslange Haft wurde vom Zaren bestätigt.
Auf wiederholte Gnadengesuche der Familie Bakunin hin, wurde im März 1857 Michail Alexandrowitschs lebenslange Haftstrafe in lebenslange Verbannung nach Sibirien umgewandelt. Er wurde über Omsk nach Tomsk gebracht, wo er die Polin Antonia Kwiatkowska kennenlernte und 1858 heiratete. Ein Jahr später wurde er nach Irkutsk, der damaligen Hauptstadt Ost-Sibiriens, deportiert und genoss wieder gewisse Freiheiten, weil Murawjow-Amurski ein Verwandter von ihm zu dieser Zeit Gouverneur von Ost-Sibirien war. Mitte 1861 gab Michail Bakunin an, eine Forschungsreise am Amur zu unternehmen und konnte fliehen (Er schrieb später, formuliert als Wortspiel an seine Freunde: „L'Amour m'a sauvé“ - übersetzt: „Der Amur/Die Liebe hat mich gerettet“). Von Nikolajewsk aus entkam er und erreichte am 9. August 1861 mit einem amerikanischen Schiff Hakodate an der japanischen Küste.
Rückkehr nach Europa und Abkehr vom Panslawismus (1861-1868)
Über Yokohama, San Francisco, Panama und Boston erreichte er Ende 1861 wieder Europa und begab sich zu Alexander Herzen nach London „mehr denn je bereit zu jedem Versuch, zu jedem Opfer“.[4] Er nahm Kontakt auf mit Garibaldi, dessen Erfolge er bereits in Sibirien mitverfolgt hatte und schrieb für Herzens Kolokol (‘Die Glocke’). Durch seine spektakuläre Flucht in Russland bekannt, wurde er gemeinsam mit Herzen zum Feindbild der zaristischen und konservativen Öffentlichkeit Russlands. Kropotkin schrieb z.B., nach dem Brand in St. Petersburg, in seinen Memoiren dazu:
„Katkow, der Exliberale, der voller Hass gegen Herzen steckte und ganz besonders gegen Bakunin, [...] beschuldigte gleich am Tag nach dem Brand die Polen und die russischen Revolutionäre der Anstiftung, eine Ansicht, die in St. Peterburg und Moskau allgemein vorherrschte.“
– Peter Kropotkin: Memoiren eines Revolutionärs.[5]
Bakunin stand im Kontakt mit vielen Exilpolen und der Bewegung Semlja i wolja (‘Land und Freiheit’), die sich für die Unabhängigkeit Polens einsetzte. Als 1863 der Januaraufstand in Polen ausbrach, versuchte Bakunin sich über Kopenhagen nach Polen einzuschiffen, doch dies scheiterte. Enttäuscht durch das Fehlen einer sozialen Revolution, gegen die sich die Führer der Aufständischen stellten, kehrte er wieder nach London zurück und wandte sich definitiv vom Panslawismus ab.
Bakunin liess sich 1864 in Italien nieder, wo er Freundschaften mit italienischen Revolutionären schloss, wie Giuseppe Mazzini und Aurelio Saffi. Im gleichen Jahr gründete er die Fraternité Internationale (‘Internationale Bruderschaft’), eine Keimzelle der später einflussreichen anarchistischen Bewegung in Italien, in der auch Elisée Reclus Mitglied war. In dieser Zeit in Italien entwickelte er seine anarchistischen Auffassungen, die er in den Programmen der Internationalen Bruderschaft z.B. dem Revolutionären Katechismus festhielt. Ein Jahr später bezeichnete er sich erstmals in der italienischen Zeitung Libertà e Giustizia als Anarchist. Bakunin begab sich 1867 wieder nach Genf, um am Gründungskongress der Internationalen Liga für Frieden und Freiheit teilzunehmen. Bereits am zweiten Kongress im Jahr darauf trat er nach Meinungsverschiedenheiten mit 17 anderen Mitgliedern aus, die sich fortan in der Allianz organisierten.
Erste Internationale und Wachstum der anarchistischen Bewegung (1868-1873)
Zusammen mit einigen seiner Freunde entschloss sich Bakunin 1868, der Genfer Sektion der Internationalen Arbeiterassoziation (Erste Internationale) beizutreten und wurde Redakteur von Égalité, dem Organ der Genfer Sektion. Im gleichen Jahr plante er eine Agitationsreise nach Spanien, die von Giuseppe Fanelli in Angriff genommen wurde und zur Bildung einiger neuer Sektionen der Internationale in Spanien führte. Im Jahr darauf lernte er Sergei Netschajew kennen, von dem er anfangs begeistert war, doch dessen Methoden, wonach alle Mittel zulässig sind um das Ziel (d.h. die Revolution) zu erreichen, führten zum Bruch zwischen den Beiden. 1870 nahm Bakunin am Aufstand in Lyon teil, nachdem sich eine Niederlage Frankreichs im Deutsch-Französischen Krieg abzeichnete. Der Aufstand scheiterte zwar, aber diente der Pariser Kommune als Beispiel, an welcher Bakunin nicht teilnehmen konnte. In seinem, in Briefform gehaltenen, Appell Lettres à un français sur la crise actuelle (‘Briefe an einen Franzosen zur aktuellen Krise’) forderte er eine Allianz der Arbeiter und Bauern zu einer gemeinsamen revolutionären Kraft und formulierte erstmals die Idee, die später als Propaganda der Tat bekannt wurde:
„Wir müssen unsere Prinzipien nicht mit Worten, sondern mit Taten verbreiten, denn dies ist die populärste, wirksamste und unwiderstehlichste Form der Propaganda.“
– Michail Bakunin: Briefe an einen Franzosen zur aktuellen Krise.[6]
In der Internationale wuchsen die Konflikte zwischen den Anti-autoritären und dem Zentralrat in London mit Karl Marx und Friedrich Engels. Am Kongress in Den Haag wurde Bakunin schliesslich gemeinsam mit James Guillaume aus der Internationale ausgeschlossen. In der Folge spaltete sich der anti-autoritäre Teil ab und gründete eine eigene Internationale in St. Imier, die erste anarchistische Internationale. Bakunin beteiligte sich nun mit einigen seiner Mitstreiter, wie Guillaume und Adhémar Schwitzguébel an der Juraföderation, dem Kern der neuen Internationale und schrieb 1873 sein Werk Staatlichkeit und Anarchie, welches in hohen Stückzahlen nach Russland geschmuggelt wurde und dort die Bewegung der Narodniki stark beeinflusste. Ebenfalls in der Schweiz traf Bakunin den erst 18-jährigen Sozialrevolutionär Errico Malatesta, der in Italien steckbrieflich gesucht wurde und sich, von Bakunin beeinflusst, in den folgenden Jahrzehnten zu einem der Wortführer des italienischen Anarchismus entwickelte.
Rückzug und Tod (1873-1876)
Im Oktober 1873 beschloss Bakunin seinen Rückzug aus der anarchistischen Arbeiterbewegung und verließ die Juraföderation, im Glauben nichts mehr für die Bewegung tun zu können. Zu dieser Zeit war er von einer schweren Krankheit gezeichnet und resigniert, da sich seine Erwartung der nahen Revolution nicht erfüllte und der Glaube daran schwand. Von November 1869 an lebte Bakunin in Locarno und kaufte 1873 - mit finanzieller Unterstützung Carlo Cafieros - die Villa La Baronata in Minusio, die zum Zufluchtsort für polizeilich gesuchte Revolutionäre werden sollte. Später zog er sich nach Lugano zurück, denn da sich beide Orte im Kanton Tessin in der Schweiz befinden, waren sie durch ihre Nähe zu Italien ideal gelegen. Viele seiner engsten Freunde waren Italiener und er setzte die grössten Hoffnungen auf revolutionäre Umwälzungen in Italien, welches er aber nicht mehr betreten durfte. Bakunin versuchte 1875 trotz seiner Krankheit an einem Aufstand in Bologna teilzunehmen. Doch auch dieser letzte Versuch Bakunins scheiterte und er musste wieder in die Schweiz zurückkehren.
Als sich sein gesundheitlicher Zustand im Sommer 1876 weiter verschlechterte, war er dazu gezwungen in ärztliche Behandlung zu treten. In einer Krankenpension in Bern war er in der Obhut des Arztes Carl Vogt und wurde von Adolf Reichel gepflegt, beide waren langjährige Freunde Bakunins. Zu Adolf Reichel meinte Bakunin 10 Tage vor seinem Tod:
„Die Völker aller Nationen haben heute den revolutionären Instinkt verloren. Sie sind zu sehr mit ihrer Lage zufrieden, und die Furcht, auch noch das zu verlieren, was sie haben, macht sie harmlos und träge. Nein, wenn ich noch ein wenig zu Kräften komme, möchte ich eine Ethik schreiben, die auf den Grundlagen des Kollektivismus aufbaut, ohne philosophische und religiöse Phrasen.“
– Adolf Reichel an Carlo Gambuzzi: Brief vom 6. / 7. Juli 1876.[7]
Dieses Werk konnte er nicht mehr in Angriff nehmen, da sich sein Gesundheitszustand überraschend schnell verschlechterte. Am 1. Juli 1876 kurz vor Mittag erlag Michael Bakunin im Alter von 62 Jahren seiner Krankheit.
Denken Bakunins und politische Überzeugungen
Bakunins politische und philosophische Positionen veränderten sich im Laufe seines Lebens: Als junger Mann vertrat er noch stark religiös geprägte und panslawistische Ansichten, kehrte aber später davon ab und entwickelte auf der Basis des erkenntnistheoretischen Materialismus die Idee eines anti-autoritären Sozialismus und kollektivistischen Anarchismus, einem Gemeinschaftswesen, das sich darauf beschränkt dem Menschen die Arbeit und das Leben in größtmöglicher Autonomie und Chancengleichheit zu ermöglichen. Dieser Wandel zum Anarchisten zeichnet sich in den Schriften ab, die er von 1864-67 verfasste, also der Zeit Bakunins in Italien. In dieser Zeit formulierte er bereits alle seine Ideen, für die er in der Internationale einstand und die er in Gott und der Staat oder Staatlichkeit und Anarchie niederschrieb.[8] Für Bakunin sind Freiheit, Sozialismus und Föderalismus die Ideale und Prinzipien einer neuen Gesellschaftsordnung, die soziale Revolution und die freie Wissenschaft im Volk der Weg, die Prinzipien durchzusetzen und aus der Gültigkeit der drei Prinzipien ergibt sich für Bakunin eine Ablehnung der Religion (bzw. der Theologie) und des Autoritarismus (≠ Autorität).
Freiheit
Unter Freiheit versteht Bakunin kein abstraktes Ideal, sondern einen Zustand der gleichen Freiheit für jeden durch die Freiheit aller. In Anlehnung an Immanuel Kant definiert Bakunin einerseits die negative Freiheit (die Freiheit von) und die positive Freiheit (die Freiheit zu). Die negative Freiheit beschreibt Bakunin als die Auflehnung gegen die göttliche, kollektive oder individuelle Autorität[9] und schreibt in Gott und der Staat dazu:
„Die Freiheit des Menschen besteht einzig darin, daß er den Naturgesetzen gehorcht, weil er sie selbst als solche erkannt hat und nicht, weil sie ihm von außen her von irgend einem fremden Willen, sei er göttlich oder menschlich, kollektiv oder individuell, auferlegt sind.“
– Michail Bakunin: Gott und der Staat.[10]
Bakunin schreibt, dass die positive Freiheit darin besteht, die Möglichkeit zu haben, seine Fähigkeiten bestmöglich zu entwickeln und zwar durch Bildung und den nötigen materiellen Wohlstand.[11] Das Opfern der Freiheit unter dem Vorwand der Verteidigung der Freiheit oder für den Staat sieht Bakunin als gefährlich, denn man könne die Freiheit nur mit derselben erhalten.[12]
Sozialismus
Bakunin ist davon überzeugt, dass eine zukünftige Gesellschaft auf den Prinzipien des Sozialismus beruhen müsse, denn „jede bevorrechtete Stellung [hat] die Eigentümlichkeit, Geist und Herz der Menschen zu töten.“[10] Er versteht unter Sozialismus wirtschaftliche und soziale Gleichheit, d.h. eine Gesellschaft ohne Klassen und den gleichen Zugang zu Produktionsmitteln und Bildung.[13] Nur der Sozialismus kann Bakunin zufolge wirkliche Freiheit ermöglichen, genau so, wie nur die Freiheit den Sozialismus erstrebenswert macht.[12] Dazu schreibt Bakunin:
„Daß Freiheit ohne Sozialismus Privilegienwirtschaft und Ungerechtigkeit bedeutet; und daß Sozialismus ohne Freiheit Sklaverei und Brutalität ist.“
– Michail Bakunin: Föderalismus, Sozialismus, Antitheologismus.[14]
Föderalismus
Bakunin sieht den Föderalismus als Grundvoraussetzung einer Gesellschaft, die freiheitlich und sozialistisch aufgebaut ist, weil sich im anderen Falle Macht in einer zentralen Gewalt konzentriert, die Sozialismus und Freiheit unmöglich machen würde.[12] Unter Föderalismus versteht Bakunin gemäß dem Materialismus den Aufbau der Gesellschaft von unten nach oben, d.h. von der Basis zur Spitze. Diese Föderation soll auf freier Assoziation der Individuen, Produktionsgemeinschaften und Kommunen basieren und zur größtmöglichen Unabhängigkeit und Selbstbestimmung führen, zu einer Ordnung, „die keine andere Grundlage hat als die Interessen, Bedürfnisse und die natürliche Affinität der Bevölkerung.“[15] Im Programm der Slawischen Sektion der Internationale fasst er die föderalistische Idee folgendermassen zusammen:
„Allein die Vernichtung des Staats, des Eigentumsrechts und der juristischen Familie macht es möglich, das Leben des Volkes von unten nach oben auf der Basis der kollektiven Arbeit und des kollektiven Eigentums zu organisieren [...] und zwar durch die absolut freiheitliche Verbindung der Individuen in Assoziationen oder in unabhängigen Gemeinden oder, außer den Gemeinden und allen regionalen und nationalen Abgrenzungen, in großen, gleichartigen Assoziationen, die durch die Identität ihrer Interessen und ihrer sozialen Bestrebungen miteinander verknüpft sind, sowie durch die Föderation der Gemeinden in Nationen und der Nationen in der Menschheit.“
– Michail Bakunin: Programm der Slawischen Sektion in Zürich.[16]
Soziale Revolution
Revolutionen wie die Französische Revolution von 1789 oder die misslungene polnische Revolution von 1863, die bloß zu einem politischen Umsturz führten lehnt Bakunin ab. Er ist davon überzeugt, dass auch eine soziale Revolution stattfinden muss, mit der sich das Los der wirtschaftlich Benachteiligten direkt verbessern soll und nennt als Beispiele die Versuche Stenka Rasins und vor allem die Pariser Kommune.[17] Dabei rief er auf zum Kampf gegen alle alten Institutionen, die Privilegien schaffen, wie Staat und Kirche:
„Entfesselt die soziale Revolution! Macht, daß alle Bedürfnisse wirklich solidarisch werden; daß die materiellen und sozialen Interessen eines jeden seinen menschlichen Pflichten gleich werden! Hierzu gibt es nur ein einziges Mittel: Zerstört alle Einrichtungen der Ungleichheit, gründet die wirtschaftliche und soziale Gleichheit aller, und auf dieser Grundlage wird sich die Freiheit, die Sittlichkeit und die solidarische Menschlichkeit aller erheben.“
– Michail Bakunin: Gott und der Staat.[10]
Es darf aber keine Avantgarde oder Vorhut der Arbeiterklasse die Revolution anführen oder eine (Arbeiter-)Regierung gebildet werden, wie im Marxismus propagiert. Die Menschen selbst sollen die Verantwortung für die weitere Entwicklung ihrer lokalen Gemeinschaften und insbesondere den Verlauf der ökonomischen Umverteilung tragen. Durch eine spontane Volksrevolution können so die Arbeitergewerkschaften und Bauern die Produktionsmittel und das Land in Besitz nehmen, um dadurch eine gemeinschaftliche Produktion zu ermöglichen.[18] Dabei sieht Bakunin es als notwendig, dass ein Zusammenschluss von prinzipientreuen Revolutionären sich damit befasst, die Revolution vor der möglichen Machtübernahme von einzelnen Individuen oder Gruppen zu schützen.[19] Die soziale Revolution soll aber nicht die Einzelrevolution eines Volkes sein, sondern eine internationale Revolution.[20]
Freie Wissenschaft
Für Bakunin stellt die Forderung Auguste Comtes, dass das gesellschaftliche Leben den Gesetzen der Wissenschaft unterworfen sein müsse, eine Gefahr für die Gesellschaft dar. Bakunin sieht eben in dieser „Herrschaft der Wissenschaft“[10] das Problem, weil sie durch ihre privilegierte Stellung in der Gesellschaft nicht fähig ist und nicht gewillt ist den Menschen zu dienen, sondern den Privilegierten selbst. Bakunin beschreibt dies folgendermaßen:
„Bis jetzt war die ganze Geschichte der Menschheit nur ein beständiges und blutiges Opfern von Millionen armer menschlicher Wesen für irgendeine unerbittliche Abstraktion: Götter, Vaterland, Staatsmacht, nationale Ehre, geschichtliche Rechte, juristische Rechte, politische Freiheit, öffentliches Wohl. [...] Dass die Theologen, Politiker und Juristen dies sehr schön finden, ist klar. Als Priester dieser Abstraktionen leben sie nur von dieser beständigen Opferung der Volksmassen. [...] Dass aber selbst die positive Wissenschaft bis jetzt das gleiche Bestreben zeigte, müssen wir feststellen und beklagen. Sie konnte es nur aus zwei Ursachen tun: einmal, weil sie, außerhalb des Volkslebens stehend, von einer bevorrechteten Körperschaft vertreten wird, und dann, weil sie sich selbst bis jetzt als absolutes und letztes Ziel aller menschlichen Entwicklung aufgestellt hat, während sie aufgrund bedachter Kritik, die sie anzuwenden fähig ist und die sie sich letzten Endes gegen sich selbst anzuwenden gezwungen sehen wird, hätte verstehen müssen, dass sie nur ein notwendiges Mittel zur Verwirklichung eines viel höheren Zweckes ist: das der vollständigen Humanisierung der wirklichen Lage aller wirklichen Individuen, die auf der Erde geboren werden, leben und sterben.“
– Michail Bakunin: Gott und der Staat.[10]
Für Bakunin stellt also die privilegierte Wissenschaft eine Hürde dar, in der freien Wissenschaft jedoch sieht er den Schlüssel zur Befreiung der Lohnabhängigen, zu Freiheit und Gleichheit:
„Priester, Politiker, Juristen, Ökonomisten und Gelehrte müssen aufhören, die Volksmassen zu beherrschen. Der ganze Fortschritt der Zukunft liegt darin. [...] Und wie? Durch die weiteste Verbreitung der freien Wissenschaft im Volk.“
– Michail Bakunin: Gott und der Staat.[10]
Im Gegensatz zu Pjotr Lawrow sieht Bakunin aber in der wissenschaftlichen Bildung und Erziehung des Volkes nicht die Lösung des Problems, denn:
„Sie [die Lawristen] verstehen nicht, dass das Denken [...] sich aus dem Leben ergibt und dass man, um das Denken zu ändern, zunächst das Leben ändern muss. Gebt dem Volk die ganze Weite des menschlichen Lebens, und es wird Euch durch die tiefe Rationalität seines Denkens erstaunen.“
– Michail Bakunin: Staatlichkeit und Anarchie.[21]
Atheismus
Bakunin sieht Gott als Produkt menschlichen Denkens an, „das erste Erwachen der [menschlichen] Vernunft [...] in Gestalt der [göttlichen] Unvernunft.“[22] Somit erkennt er den Glauben an Gott als entwicklungsgeschichtliche Notwendigkeit an, die es jedoch zu überwinden gilt, um Freiheit zu erlangen. Die Religion und die Theologie lehnt er ab, weil diese den Menschen nicht als kreativen Schöpfer sehen und der menschlichen Vernunft und dem Gerechtigkeitssinn entgegengesetzt sind:
„So wird die menschliche Vernunft, das einzige Organ, das wir besitzen, um die Wahrheit zu erkennen, durch ihre Verwandlung in göttliche Vernunft unverständlich für uns und erscheint dem Gläubigen zwangsläufig als Offenbarung des Absurden. So äußert sich die Ehrfurcht vor dem Himmel in der Verachtung für die Erde und die Verehrung der Gottheit in der Herabwürdigung der Menschheit. Die menschliche Liebe, dieses unermessliche Band natürlicher Solidarität, das alle Individuen, alle Völker umspannt und die Freiheit und das Glück jedes einzelnen von der Freiheit und dem Glück aller anderen abhängig macht und die Menschen, allen Unterschieden der Rasse und Hautfarbe zum Trotz, früher oder später zu einer brüderlichen Gemeinschaft verbinden muß - diese Liebe wird, wenn sie sich in Liebe zu Gott und religiöse Nächstenliebe verwandelt, alsbald zu einer Geißel der Menschheit: Alles Blut, das seit Anbeginn der Geschichte im Namen der Religion vergossen wurde, die Millionen Menschen, die dem höchsten Ruhm der Götter geopfert wurden, legen davon Zeugnis ab...“
– Michail Bakunin: Föderalismus, Sozialismus, Antitheologismus.[23]
Der Auffassung Bakunins zufolge, dient die Kirche dem Staat als Herrschaftsinstrument und deshalb müssten beide zusammen gestürzt werden um die Menschen frei zu machen. In Gott und der Staat versucht er die Existenz Gottes zu widerlegen, was in einer berühmten Stelle des Buches in der Aussage gipfelt:
„Wenn Gott existiert, ist der Mensch ein Sklave; der Mensch kann und soll aber frei sein: Folglich existiert Gott nicht. Ich fordere jeden auf, diesem Kreis zu entgehen, und nun mag man wählen.“
– Michail Bakunin: Gott und der Staat.[10]
Anti-Autoritarismus
Bakunin lehnt den Staat und allgemein alle Formen institutionalisierter und zentralisierter Autorität ab, weil diese „stets auf gleiche Weise der Freiheit der Massen verhängnisvoll und feindlich sind, weil sie ihnen ein System äußerlicher und daher despotischer Gesetze aufzwingen. [...] sie würde, wie alle bestehenden Mächte, sich damit befassen, sich ewige Dauer zu verschaffen, indem sie die ihr anvertraute Gesellschaft immer dümmer und folglich ihrer Regierung und Leitung immer bedürftiger machen würde.“[10] Bakunin beschreibt in Gott und der Staat ausführlich, was er unter Autorität versteht:
„Folgt heraus, daß ich jede Autorität verwerfe? Dieser Gedanke liegt mir fern. Wenn es sich um Stiefel handelt, wende ich mich an die Autorität des Schusters; handelt es sich um ein Haus, einen Kanal oder eine Eisenbahn, so befrage ich die Autorität des Architekten oder des Ingenieurs. [...] Aber ich erkenne keine unfehlbare Autorität an, selbst nicht in ganz speziellen Fragen; folglich, welche Achtung ich auch immer für die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit einer Person habe, setze ich in niemanden unbedingten Glauben. Ein solcher Glaube wäre verhängnisvoll für meine Vernunft, meine Freiheit und den Erfolg meines Unternehmens, er würde mich sofort in einen dummen Sklaven und ein Werkzeug des Willens und der Interessen anderer verwandeln. Wenn ich mich vor der Autorität von Spezialisten beuge und bereit bin, ihren Angaben und selbst ihrer Leitung in gewissem Grade und, solange es mir notwendig erscheint, zu folgen, tue ich das, weil diese Autorität mir von niemand aufgezwungen ist, nicht von den Menschen und nicht von Gott. [...] Ich neige mich vor der Autorität von Spezialisten, weil sie mir von meiner eigenen Vernunft auferlegt wird. Ich bin mir bewußt, daß ich nur einen sehr kleinen Teil der menschlichen Wissenschaft in allen Einzelheiten und positiven Entwicklungen umfassen kann. Die größte Intelligenz genügt nicht, alles zu umfassen. Daraus folgt für die Wissenschaft wie für die Industrie die Notwendigkeit der Arbeitsteilung und Vereinigung. Ich empfange und ich gebe, so ist das menschliche Leben. Jeder ist abwechselnd leitende Autorität oder Geleiteter. Es gibt also keine stetige und feststehende Autorität, sondern einen beständigen Wechsel von gegenseitiger Autorität und Unterordnung, die vorübergehend und vor allem freiwillig ist.“
– Michail Bakunin: Gott und der Staat.[10]
Für Bakunin spielt es keine Rolle ob die Herrschaft eine königliche Herrschaft ist, die marxistische Diktatur des Proletariats oder auch die auf allgemeinem Wahlrecht basierende Volksherrschaft, denn:
„Kein Staat, wie demokratisch auch immer seine Formen sein mögen, und sei es die röteste politische Republik - was mit Volksrepublik ja nur im Sinne jener unter dem Namen Volksvertretung bekannten Lüge bezeichnet werden kann - kein Staat also kann dem Volke das geben, was es braucht, nämlich die freie Organisation der eigenen Interessen von unten nach oben, ohne jede Einmischung, Bevormundung oder Nötigung von oben, weil jeglicher Staat, selbst der republikanischste und demokratischste, und sogar der Pseudo-Volksstaat, wie ihn Marx geplant hat, letzten Endes nichts anderes darstellt als die Beherrschung der Massen von oben nach unten durch eine intellektuelle und eben dadurch privilegierte Minderheit, die angeblich die wahren Interessen des Volkes besser erkennt als das Volk selbst.“
– Michail Bakunin: Staatlichkeit und Anarchie.[24]
Weitere Überzeugungen
- Bakunin war überzeugter Kollektivist und Gegner des Privateigentums an Land und Produktionsmitteln.[12]
- In der Ersten Internationale trat er für die Abschaffung des Erbrechts ein.[25]
- Bakunin forderte in seinen Schriften die Emanzipation der Frau[26], insbesondere im patriarchalen Russland[27] und trat für die Abschaffung der Ehe ein.
- Bakunin war Materialist und Gegner des Idealismus und lehnte besonders die Ideen Jean-Jacques Rousseau ab, genau so wie die gesellschaftliche Vertragstheorie im Allgemeinen.[28]
- Bakunin sah sich als Gegner des Kommunismus bzw. des Staatssozialismus.[29]
Bakunins Rolle in der anarchistischen Bewegung
Michail Bakunin beeinflusste die anarchistische Bewegung in Theorie und Praxis äusserst stark und wird deshalb auch als Vater des Anarchismus bezeichnet.[30] Mit dem kollektivistischen Anarchismus grenzte er sich vom Mutualismus Pierre-Joseph Proudhons ab und schuf eine Theorie, die in der Anfangszeit der anarchistischen Bewegung die Theorie des Anarchismus schlechthin war und zum Beispiel in anarchosyndikalistischen Kreisen teilweise bis in die heutige Zeit vertreten wird. Bakunin gilt als erster Organisator der anarchistischen Bewegung, insbesondere in Italien[31] und Spanien[32], wo durch Bakunins direktes Wirken der Anarchismus eingeführt wurde und die Bewegung entstanden ist. Darüber hinaus beeinflussten seine Werke und Ideen überall auf der Welt neue anarchistische Bewegungen, bespielsweise die chinesischen Anarchisten[33] oder die Anarchisten auf Kuba[34]. Richtungsweisend für die gesamte sozialistische Bewegung war der Konflikt zwischen Karl Marx und Bakunin in der Ersten Internationale. Dieser Konflikt endete mit dem Ausschluss Bakunins aus der Internationale und einer definitiven Trennung der anarchistischen von der restlichen sozialistischen, speziell der staatskommunistischen Bewegung.
Bakunin und der spanische Anarchismus
Bakunin trat 1868 der Ersten Internationale bei und plante eine Reise nach Spanien, um dort die Ideen der Internationale bekannt zu machen. Spanien hatte zu dieser Zeit noch keine Sektionen der Internationale und war geprägt durch Ideen französischer Frühsozialisten, wie Charles Fourier oder Étienne Cabet. Die Reise nach Spanien unternahm schließlich Giuseppe Fanelli, ein enger Freund Bakunins. Im Winter 1868/69 begab er sich nach Barcelona und Madrid, wo als Resultat erste Sektionen entstanden. Weitere Sektionen bildeten sich kurz darauf in anderen großen Städten Spaniens wie Cádiz, Saragossa und Palma. Noch schneller als in den Städten verbreiteten sich die anarchistischen Ideen bei der Landbevölkerung, von denen viele durch weitreichende Landreformen in existenzielle Nöte geraten waren. Die Ideen Bakunins übten einen großen Einfluss auf die junge anarchistische Bewegung Spaniens aus, die von Anfang an beschloss, sich nicht an der bürgerlichen Politik zu beteiligen und stattdessen die soziale Revolution anzustreben. Am ersten spanischen Kongress dieser sogenannten Spanischen Föderation in Barcelona zeigte sich, dass die Reise ein voller Erfolg war: Nach 1½ Jahren gab es in Spanien bereits 150 Teilgesellschaften mit zirka 40'000 Mitgliedern.[32]
siehe auch: Beginn des Anarchismus in Spanien
Konflikt mit Marx
Der Konflikt zwischen Karl Marx und Bakunin bezeichnet allgemein die Differenzen in der Internationale zwischen einem Antiautoritären Teil, der jegliche Beteiligung an der Politik ablehnte und die soziale Revolution anstrebte, und auf der anderen Seite einem Teil, der auf politische Einflussnahme und Übernahme der Staatsmacht im Interesse des Proletariats setzte. Bakunin und Marx wurde dabei als wichtige Exponenten der jeweiligen Richtungen die grösste Rolle zugeschrieben.
Marx, der im Generalrat der Internationale war, sah im Eintritt Bakunins und der Allianz im Jahre 1868 einen Versuch Bakunins, die Macht in der Internationale an sich zu reissen und startete eine Verleumdungskampagne gegen Bakunin, um ihn zu diskreditieren und in der Internationale zu isolieren. Dieser Versuch gipfelte in der Confidentiellen Mittheilung an die deutsche Sozialdemokratie, wo Marx verschiedene Unwahrheiten aus zweiter Hand über Bakunin verbreitete und Bakunin selbst dadurch verärgerte.[32] Der Streit zwischen den Beiden wurde nicht direkt ausgetragen, eskalierte aber bei der Frage des Erbrechts auf dem Kongress in Basel im Jahr darauf: Bakunins Vorschlag zur Abschaffung des Erbrechts wurde mit 32 zu 23 Stimmen befürwortet, verpasste aber das nötige absolute Mehr von 35 Stimmen knapp. Der Gegenvorschlag von Marx dagegen, wurde mit 19 zu 37 Stimmen klar abgelehnt.[35] Marx war über dieses Ergebnis verärgert und schaffte es durchzusetzen, dass der nächste Kongress der Internationale in London stattfindet, wo die Bakunisten, wie er seine Gegner nannte, grösstenteils nicht teilnehmen konnten. Marx brachte in der Folge seinen Vorschlag zur Bildung von Arbeiterparteien durch, was von den Sektionen von Italien, Spanien, Frankreich, Belgien, Holland, England, den USA und dem Schweizer Jura aber abgelehnt und für ungültig erklärt wurde. Nach dem Ausschluss von James Guillaume und Bakunin aus der Internationale im Jahre 1872 traten mehrere Sektionen ebenfalls aus und organisierten sich fortan in einer eigenen Antiautoriären Internationale.
Damit spaltete der Konflikt die sozialistische Bewegung und führte zu einer Trennung des Anarchismus, vom marxistischen Kommunismus und der frühen Sozialdemokratie.
siehe auch: Anarchismus versus Marxismus
Kritik an Bakunin
Terrorismus und Gewaltverherrlichung
Bakunin wird vorgeworfen, dass er Gewalt und Zerstörung predigte. Der dialektische Schlusssatz seines Zeitungsartikels von 1842, „Die Lust der Zerstörung ist zugleich eine schaffende Lust!“[3] wird bis in die heutige Zeit als Beispiel und Beweis für Bakunins terroristische Gesinnung verwendet.[36][37][38] Seine Einstellung zur revolutionären Gewalt beschreibt Bakunin an anderer Stelle folgendermassen:
„Diese destruktive Leidenschaft reicht zwar als Grundlage einer revolutionären Tat bei weitem nicht aus, aber ohne sie ist eine Revolution undenkbar, unmöglich, denn es kann keine Revolution geben ohne weitreichende, leidenschaftliche Zerstörung, ohne rettende und fruchtbringende Zerstörung, weil nämlich aus ihr und nur durch sie neue Welten entstehen.“
– Michail Bakunin: Staatlichkeit und Anarchie.[39]
Bakunin war ein entschiedener Gegner von Methoden nach dem Motto Der Zweck heiligt die Mittel, die beispielsweise Sergei Netschajew propagierte und war auch kein Verfechter von politisch motivierten Attentaten, die nach Bakunins Tod eine Zeit lang die anarchistische Bewegung prägten. Dennoch sah er in der Gewalt das einzige Mittel zur sozialen Revolution, weil sie gegen die Gewalt des Staats durchgesetzt werden musste. Durch die Erfahrung mit der Pariser Kommune sah er sich bestätigt und schrieb:
„Um erfolgreich gegen militärische Gewalt kämpfen zu können, die künftig vor nichts mehr Achtung hat und zudem noch mit den schrecklichsten Vernichtungswaffen ausgerüstet und bereit ist, bei der Zerstörung nicht nur von Häusern und Strassen, sondern von ganzen Städten mit all ihren Bewohnern von ihnen Gebrauch zu machen, um also gegen eine so wilde Bestie ankämpfen zu können, muss man eine andere, nicht weniger wilde, dafür aber gerechtere Bestie haben: die organisierte Revolte des ganzen Volkes, die soziale Revolution, welche genauso erbarmungslos ist wie die militärische Reaktion und vor nichts zurückschreckt.“
– Michail Bakunin: Staatlichkeit und Anarchie.[40]
Antisemitismus, Nationalismus und Rassenbegriff
Bakunin wiederholte in seinen Schriften viele antisemitische Klischees seiner Zeit, wie z.B. die „Herrschaft der jüdischen Hochfinanz.“[41] Diese antisemitische Haltung verstärkte sich nach dem Konflikt mit Marx deutlich. Des Weiteren benutzte Bakunin auch den - im 19. Jahrhundert - populären Begriff der Rassen um Unterschiede in Charakter und Zusammenleben der Menschen zu erklären. Er schreibt beispielsweise in Staatlichkeit und Anarchie: „Es gibt [...] trotz aller Unterschiede in den Mundarten, Sitten und Bräuchen einen gemein-italienischen Charakter und Typ, wonach man sofort den Italiener von einem Menschen anderer Rasse [...] unterscheiden kann.“[42] An anderer Stelle schreibt Bakunin, dass „jeder Deutsche den Knüppel küsst, freiwillig und aus Überzeugung.“[43] Im Gegensatz zum Sozialdarwinismus sieht Bakunin aber in den Unterschieden der verschiedenen Rassen keine biologischen Ursachen und sieht sein Ideal in „einer Organisation, die auf freien wirtschaftlichen Bündnissen unter den Völkern, ungeachtet aller alten Staatsgrenzen und aller nationalen Unterschiede auf der einen Grundlage beruht, und zwar der Grundlage produktiver, ganz vermenschlichter und bei aller Vielfalt völlig solidarischer Arbeit.“[44] Seine Einstellung zum Nationalismus erklärt Bakunin folgendermassen:
„Es [gibt] nichts Unsinnigeres und zugleich Schädlicheres, nichts Verderblicheres für das Volk [...] als das Pseudoprinzip der Nationalität als Ideal aller Bestrebungen des Volkes aufzustellen. Die Nationalität ist kein allgemein menschliches Prinzip, sondern eine historische, lokale Tatsache, die wie alle wirklichen und harmlosen Tatsachen unbezweifelbar ein Anrecht auf allgemeine Anerkennung hat. Jedes Volk oder sogar jedes ganz kleine Volk hat seinen Charakter, seine besondere Art zu existieren, zu sprechen, zu fühlen, zu denken und zu handeln; und dieser Charakter, diese Art, die gerade das Wesen der Nationalität ausmachen, ergeben sich aus dem gesamten historischen Leben und aus allen Lebenbedingungen des Volkes. Jedes Volk ist genau wie jedes Individuum nolens volens das, was es ist, und hat das unbestreitbare Recht, es selbst zu sein. Darin besteht das ganze sogenannte nationale Recht. Wenn aber ein Volk oder ein Individuum nur auf eine Art und nicht anders existieren kann, so folgt daraus noch nicht, dass das Volk oder das Individuum das Recht oder gar einen Nutzen davon hätte, Nationalität beziehungsweise Individualität als besondere Prinzipien hinzustellen, und dass sie sich damit ewig herumschlagen müssten. Im Gegenteil, je weniger sie an sich selbst denken, und je mehr sie von allgemein-menschlicher Substanz durchdrungen sind, um so mehr belebt sich die Nationalität des einen und die Individualität des anderen und um so mehr bekommen beide Sinn.“
– Michail Bakunin: Staatlichkeit und Anarchie.[45]
Werke
Schriften Bakunins (Auswahl)
- 1842: Die Reaction in Deutschland. Ein Fragment von einem Franzosen, Zeitungsartikel. (Englisch)
- 1847: Rußland wie es wirklich ist!, Rede. (Ausgabe Mannheim 1848)
- 1848: Aufruf an die Slawen, Broschüre. (Englisch)
- 1851: Beichte an Zar Nikolaus I., Brief. ISBN 3-87956197-4 (Englisch)
- 1862: An meine russischen und polnischen Freunde, Zeitungsartikel. (Französisch)
- 1866: Revolutionärer Katechismus, Programm für die Internationale Bruderschaft. Nicht zu verwechseln mit Netschajews Revolutionärer Katechismus von 1869. (Englisch)
- 1867: Föderalismus, Sozialismus, Antitheologismus, Rede. ISBN 3-89771-903-7 (Englisch)
- 1870: Briefe an einen Franzosen zur aktuellen Krise, Brief. (Französisches Original)
- 1871: Sozialismus und Freiheit, Fragment. (Sozialismus und Freiheit)
- 1871: Antwort eines Mitglieds der Internationale an Giuseppe Mazzini, Zeitungsartikel.
- 1871: Das Knuto-germanische Kaiserreich und die soziale Revolution, Teil I. Soziale Revolution oder Militärdiktatur, Buch. (Französisches Original)
- 1871: Gott und der Staat, Buch, 1882 erstmals von Carlo Cafiero und Elisée Reclus veröffentlicht. ISBN 3-87956-222-9 (Gott und der Staat)
- 1873: Staatlichkeit und Anarchie, Buch. ISBN 978-3-87956-319-7
Sammelbände
- Wolfgang Eckhardt: Ausgewählte Schriften. Bände 1-5, Karin Kramer Verlag, Berlin, ab 1995.
- Bakounine: Oeuvres complètes (auf CD-ROM). Textes préparés à l’Institut international d’Histoire sociale. Edita-KNAW, Amsterdam, 2000. ISBN 90-6984-303-X
Literatur
- Fritz Brupbacher: Marx und Bakunin. Ein Beitrag zur Geschichte der Internationalen Arbeiterassoziation. Die Aktion, Berlin-Wilmersdorf, 1922. Neuauflage: Karin Kramer Verlag, Berlin 1976.
- Wolfgang Eckhardt / Bernd Kramer: BAKUNIN-ALMANACH, Band 1. Karin Kramer Verlag, Berlin, 2007. ISBN 978-3879563203. (enthält eine Weiterführung der Bakunin-Bibliographie; Berlin/Köln 1994)
- Wolfgang Eckhardt: Michail A. Bakunin (1814–1876). Bibliographie der Primär- und Sekundärliteratur in deutscher Sprache. Libertad Verlag, Berlin/Köln 1994. ISBN 3-922226-20-5
- Wolfgang Eckhardt: Von der Dresdner Mairevolution zur Ersten Internationalen. Untersuchungen zu Leben und Werk Michail Bakunins. Verlag Edition AV, Lich 2005. ISBN 3-936049-53-X
- Madeleine Grawitz: Bakunin. Ein Leben für die Freiheit. Edition Nautilus, Hamburg 1999. ISBN 3-89401-339-7
- Ricarda Huch: Michail Bakunin und die Anarchie. Suhrkamp Verlag, Frankfurt 1972. ISBN 3-518-37993-3
- Arthur Lehning: Unterhaltungen mit Bakunin. Franz Greno, Nördlingen 1987. ISBN 3-89190-228-X
- Georg Steklow: Michael Bakunin. Ein Lebensbild. Stuttgart 1913. (Kap. I-V & Kap. VI-XI)
- Wim van Dooren: Bakunin zur Einführung. Junius Verlag, Hamburg 1985. ISBN 3-88506-817-6
Weblinks
- Bakunin, Michail Aleksandrovič im Lexikon der Anarchie
- Wissenswertes über Bakunin
- Texte von und über Bakunin auf anarchismus.at
- Gesammelte Werke Bakunins in den Anarchy Archives (eng.)
- Bakunin, Michael. Artikel in: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Aufl. 1888–1890, Bd. 2, S. 278 f.
- Bakunin, Michail Aleksandrovič in der Sächsischen Biografie
- Bakunin, Michail im Historischen Lexikon der Schweiz
Einzelnachweise
- ↑ zitiert nach Lehning, Arthur: Unterhaltungen mit Bakunin. Nördlingen, 1987, S. 49.
- ↑ zitiert nach Bakunin, Michail. Beichte aus der Peter-Pauls-Festung an Zar Nikolaus I. Frankfurt a.M., 1973, S. 55
- ↑ a b zitiert nach Elysard, Jules (Michail Bakunin): Die Reaction in Deutschland. Ein Fragment von einem Franzosen. In: Deutsche Jahrbücher für Wissenschaft und Kunst, Nr. 247-251, 1842.
- ↑ zitiert nach Herzen, Alexander: Mein Leben, Bd. III, 1852-1868. Berlin 1962, S. 450.
- ↑ zitiert nach Kropotkin, Peter A.: Memoiren eines Revolutionärs, Band I. Münster, 2002, S. 187
- ↑ zitiert nach Bakunin, Michail: (Lettres à un Français sur la crise actuelle). Neuchâtel, 1870, S. 38.
- ↑ zitiert nach Lehning, Arthur: Unterhaltungen mit Bakunin. Nördlingen, 1987, S. 389.
- ↑ vgl. Angaut, Jean-Christophe: Liberté et histoire chez Michel Bakounine. Nancy, 2005, S. 364 ff. (Angaut: Bakounine 2.Teil)
- ↑ vgl. Bakunin, Michail: Das Knuto-germanische Kaiserreich und die soziale Revolution, Teil I. 1871.
- ↑ a b c d e f g h i zitiert nach Bakunin, Michail: (Gott und der Staat). 1882.
- ↑ vgl. Bakunin, Michail: Das Knuto-germanische Kaiserreich und die soziale Revolution, Teil I. 1871.
- ↑ a b c d vgl. Bakunin, Michail: Revolutionärer Katechismus. 1866. (Revolutionary Catechism)
- ↑ vgl. Bakunin, Michail: Die revolutionäre Frage. Föderalismus, Sozialismus, Antitheologismus. Münster, 2005, S. 60
- ↑ zitiert nach Bakunin, Michail: Die revolutionäre Frage. Föderalismus, Sozialismus, Antitheologismus. Münster, 2005, S. 62
- ↑ zitiert nach Bakunin, Michail: Die revolutionäre Frage. Föderalismus, Sozialismus, Antitheologismus. Münster, 2005, S. 32
- ↑ zitiert nach Bakunin, Michail: Staatlichkeit und Anarchie (1873). Berlin, 2007, S. 389ff.
- ↑ vgl. Bakunin, Michail: Staatlichkeit und Anarchie (1873). Berlin, 2007, S. 378.
- ↑ vgl. Bakunin, Michail: (Lettres à un Français sur la crise actuelle). Neuchâtel, 1870, S. 16ff.
- ↑ vgl. Bakunin, Michail: Letter to Nechayev on the role of secret revolutionary societies
- ↑ vgl. Bakunin, Michail: Staatlichkeit und Anarchie (1873). Berlin, 2007, S. 165.
- ↑ zitiert nach Bakunin, Michail: Staatlichkeit und Anarchie (1873). Berlin, 2007, S. 375.
- ↑ zitiert nach Bakunin, Michail: Die revolutionäre Frage. Föderalismus, Sozialismus, Antitheologismus. Münster, 2005, S. 89
- ↑ zitiert nach Bakunin, Michail: Die revolutionäre Frage. Föderalismus, Sozialismus, Antitheologismus. Münster, 2005, S. 89
- ↑ zitiert nach Bakunin, Michail: Staatlichkeit und Anarchie (1873). Berlin, 2007, S. 131.
- ↑ vgl. Eckhardt, Wolfgang: Konflikt mit Marx. Teil 1. Berlin, 2004, S. 174ff.
- ↑ vgl. Bakunin, Michail: Die revolutionäre Frage. Föderalismus, Sozialismus, Antitheologismus. Münster, 2005, S. 59
- ↑ vgl. Bakunin, Michail: Staatlichkeit und Anarchie (1873). Berlin, 2007, S. 378ff.
- ↑ vgl. Bakunin, Michail: (Gott und der Staat). 1882.
- ↑ vgl. Bakunin, Michail: Die revolutionäre Frage. Föderalismus, Sozialismus, Antitheologismus. Münster, 2005, S. 60
- ↑ vgl. Masters, Anthony: Bakunin, the father of anarchism. Saturday Review Press, New York, 1974.
- ↑ vgl. Nettlau, Max: Bakunin und die Internationale in Italien bis zum Herbst 1872. In: Grünberg, Carl (Hg.): Archiv für die Geschichte des Sozialismus und der Arbeiterbewegung. Nr. 04, 1914.
- ↑ a b c vgl. Nettlau, Max: Bakunin und die Internationale in Spanien 1868-1873. In: Grünberg, Carl (Hg.): Archiv für die Geschichte des Sozialismus und der Arbeiterbewegung. Nr. 02, 1912.
- ↑ vgl. Scalapino, R. und Yu. G.T.: The Chinese Anarchist Movement. University of California Press, Berkeley CA, 1969.
- ↑ vgl. Fernández, Frank: Anarchismus auf Kuba. Geschichte einer Bewegung. Norbert Hinrichs, 2006.
- ↑ vgl. Eckhardt, Wolfgang: Konflikt mit Marx. Teil 1. Berlin, 2004, S. 187ff.
- ↑ Brockhaus: http://www.brockhaus.de/aktuell/thema.php?t_id=93&jahr=2001. Stand: 5. Januar 2008. „Der Terrorismus ist hauptsächlich ein Phänomen der Neuzeit, dessen erster Theoretiker Michail Alexandrowitsch Bakunin (1814–1876) verkündete, dass die »Lust an der Zerstörung auch ein schöpferischer Drang« sei.“
- ↑ Der Spiegel: http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,296368,00.html. Stand: 5. Januar 2008. „Das Phänomen des Terrorismus, ist keineswegs neu. Bereits in der Antike philosophierten griechische und römische Denker über die Legitimation des Tyrannenmordes. Im Russland des 19. Jahrhunderts vertrat der Anarchist Michail A. Bakunin die Auffassung, dass die "Lust an der Zerstörung auch ein schöpferischer Drang" sei.“
- ↑ Das Gespräch aus der Ferne: http://www.gadf.de/. Heft Nr. 382, Stand: 5. Januar 2008. „Ein Wegbereiter war Michail Bakunin (1814- 1876), der russische Begründer des Anarchismus. Er predigte den radikalen Umsturz der „herrschenden Verhältnisse“ mittels Gewalt, nannte die „Lust an der Zerstörung“ selbst einen „schöpferischen Drang“.“
- ↑ zitiert nach Bakunin, Michail: Staatlichkeit und Anarchie (1873). Berlin, 2007, S. 131.
- ↑ zitiert nach Bakunin, Michail: Staatlichkeit und Anarchie (1873). Berlin, 2007, S. 313.
- ↑ vgl. Bakunin, Michail: Staatlichkeit und Anarchie (1873). Berlin, 2007, S. 116.
- ↑ vgl. Bakunin, Michail: Staatlichkeit und Anarchie (1873). Berlin, 2007, S. 140.
- ↑ vgl. Bakunin, Michail: Staatlichkeit und Anarchie (1873). Berlin, 2007, S. 144.
- ↑ zitiert nach Bakunin, Michail: Staatlichkeit und Anarchie (1873). Berlin, 2007, S. 161.
- ↑ zitiert nach Bakunin, Michail: Staatlichkeit und Anarchie (1873). Berlin, 2007, S. 161.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bakunin, Michail Alexandrowitsch |
| ALTERNATIVNAMEN | Michail Alexandrovič Bakunin |
| KURZBESCHREIBUNG | russischer Anarchist und Sozialrevolutionär |
| GEBURTSDATUM | 30. Mai 1814 |
| GEBURTSORT | Prjamuchino |
| STERBEDATUM | 1. Juli 1876 |
| STERBEORT | Bern |