Île de Sein

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Île de Sein (Begriffsklärung) aufgeführt.
Île-de-Sein (Enez Sun)
Wappen von Île-de-Sein
Île-de-Sein (Frankreich)
Île-de-Sein
Region Bretagne
Département Finistère
Arrondissement Quimper
Kanton Pont-Croix
Koordinaten 48° 2′ N, 4° 51′ W48.036111111111-4.85111111111111Koordinaten: 48° 2′ N, 4° 51′ W
Höhe 0–9 m
Fläche 0,60 km²
Einwohner 189 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 315 Einw./km²
Postleitzahl 29990
INSEE-Code
Website http://www.enezsun.com/

Die Kirche der Gemeinde Île-de-Sein mit den "Menhirs ar Brigourien" oder "Les Causeurs"

Die Île de Sein (bretonisch: Enez Sun) ist eine französische Insel und Gemeinde im Département Finistère in der Bretagne. Die Bewohner der Insel nennen sich Sénans (bretonisch: Suniz). Mit einigen benachbarten kleinen Inseln bildet sie die Gemeinde Île-de-Sein mit 189 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011).

Geographie[Bearbeiten]

Plan der Île de Sein

Die etwa acht Kilometer vor der Pointe du Raz an der französischen Atlantikküste gelegene Insel gehört zur Cornouaille. Ihre Fläche beträgt gut 60 ha. Sie wird per Schiff von Saint-Evette bei Audierne aus angefahren. Die Überfahrt dauert 60 Minuten.

Sie ist gut sechs Kilometer lang und zwischen 100 und 800 Metern breit. Die felsige Île de Sein ist sehr flach, die höchste Stelle liegt lediglich neun Meter hoch, so dass die Insel bei Hochwasser häufig von Überschwemmungen bedroht wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Insel wurde seit der prähistorischen Zeit bewohnt und war die letzte Zuflucht der Druiden in der Bretagne. Die Einwohner der Insel engagierten sich besonders zahlreich in der Résistance: Als Charles de Gaulle am 18. Juni 1940 seinen berühmten Appell über BBC verlas, war die Île de Sein anders als die übrige Bretagne noch nicht von der deutschen Wehrmacht besetzt. Vom 19. bis 26. Juni legten alle männlichen Bewohner im wehrfähigen Alter, die im Zivilberuf Fischer waren, mit ihren Schiffen ab und schlossen sich den Streitkräften des Freien Frankreich an. Sie machten anfangs ein Viertel der Forces Navales Françaises libres ("Freie Französische Marine", kurz FNFL) aus und veranlassten de Gaulle zu der Bemerkung: "Die Insel Sein ist ein Viertel Frankreichs". Am Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte die Île de Sein zu den fünf Städten, die durch das Dekret vom 1. Januar 1946 General de Gaulles die Auszeichnung Ordre de la Libération erhielt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Blick von der Pointe du Raz auf die Île de Sein und den Raz de Sein

Da auf der kleinen Insel keine Landwirtschaft möglich ist, leben die fast alle im gleichnamigen Dorf heimischen Einwohner vom Fischfang und zunehmend von Tourismus. Besonders in den Sommermonaten gibt es mehrmals täglich regelmäßige Fährverbindungen zum Festland.

Auch wenn es schon zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten gibt, besuchen gerade im Sommer zahlreiche Tagestouristen die Insel. Auf der Insel selbst und den umliegenden Felsriffen befinden sich mehrere Leuchttürme.

Die Insel und ihre Umgebung sind inzwischen ein Naturpark, nicht zuletzt auf Grund der hier brütenden Seevögel.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Île de Sein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien