Tréogat

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Tréogat
Tréogat (Frankreich)
Tréogat
Region Bretagne
Département Finistère
Arrondissement Quimper
Kanton Plogastel-Saint-Germain
Koordinaten 47° 55′ N, 4° 19′ W47.919444444444-4.323333333333331Koordinaten: 47° 55′ N, 4° 19′ W
Höhe 0–51 m
Fläche 9,85 km²
Einwohner 546 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 55 Einw./km²
Postleitzahl 29720
INSEE-Code

Tréogat (bretonisch Trêgad) ist eine französische Gemeinde mit 546 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Finistère. Die Bewohner werden Tréogatais[1] genannt.

Der Name Tréogat dürfte von dem bretonischen Wort für Ortschaft (treb) sowie dem Patron der örtlichen Kirche Saint-Boscat (Bozgat)[2] abgeleitet worden sein, welcher sich seinerseits wieder aus den Begriffen Beuz (für Sieg) und Kad (für Gefecht) zusammensetzt.

Geografie[Bearbeiten]

Der Ort befindet sich im Südwesten der Bretagne, gut 4 Kilometer von der Atlantikküste im Landesinneren. Plonéour-Lanvern, die größte Stadt des Kantons, liegt ebenso etwa 4 Kilometer südöstlich und die Préfecture des Departements, Quimper, liegt circa 18 km nordöstlich von Tréogat.

Über Quimper bestehen Verbindungen an die Europastraße 60 (E 60) und somit das internationale Fernstraßennetz. In Quimper findet sich auch der nächste größere Bahnhof, welcher in das Netz des TGV Atlantique eingebunden ist.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Tréogat
Jahr Einwohner



1962 594
1968 519
1975 416
1982 419
1990 420
1999 398

Die höchste Einwohnerzahl erreichte Tréogat am Anfang des 20. Jahrhunderts, als fast 800 Bewohner gezählt wurden.[3]

Rathaus von Tréogat, Rue de la Mer

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung der Ortes findet sich im 14. Jahrhundert, unter dem heute bekannten Namen scheint Tréogat erstmals am Ende des 16. Jahrhunderts auf. Früher gehörte die Gemeinde zum mittelalterlichen Königreich und Bistum Cornouaille mit der Hauptstadt Quimper.

Bauten[Bearbeiten]

Die Kirche Saint-Boscat stammt aus dem späten 14. und der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Neben prähistorischen Megalithen finden sich zahlreiche Reste von mittelalterlichen religiösen Symbolen, wie das Kreuz von Kerguenol von 1500 sowie das Manoir de Minven aus dem 16. Jahrhundert und das Lavoir de Ty-Poul.[4]

Auf dem Gebiet der Gemeinde Tréogar verläuft ein Teil der Tourismusstrasse "Route du Vent Solaire" (Strasse des Sonnnenwinds), genauer hinter den Dünen auf dem Weitwanderweg GR 34. Dieser wild gebliebene Landstriche wird grösstenteils verwaltet vom Küstenschutz Conservatoire du Littoral. Es wechseln Teiche und Sumpfgebiet einander ab.

Der Teich Etang de Trunvel[Bearbeiten]

Der Teich Trunvel ist ein bekanntester Teilbereich der Bucht von Audierne und gehört zu der Gemeinde Tréogat. Er ist sogar von internationaler Bedeutung, was den Vogelzug der Teichrohrsänger angeht, die durch die weiten Schilfgebiete angezogen werden. Sie könnten die Beringungsstation am Teich besuchen, sie ist jeden Morgen geöffnet. Der Vogelpfleger vor Ort wird Ihnen den Grund für die Vogelberingung und ihre Techniken erklären.

Der Teich Etang de Kergalan[Bearbeiten]

Auch er gehört zur Gemeinde Tréogat. Auch hierhin zieht es seltene Vogelarten, besonders im Herbst in Meeresnähe (Kieselsteinhügelkette und Strand).

Die Kieselsteinkette (Ero Vili)[Bearbeiten]

Eine 10 km lange Dünenkette schmückt die Bucht von Audierne zwischen Penhors und der Landspitze Pointe de la Torche. Ein Teilbereich liegt im Küstengebiet der Gemeinde Tréogat. Ursprünglich bestand dieser Küstenstreifen aus einer Kieselsteinkette, Rollkies und Sand. Die Höhe schwankte zwischen der Marke +8,00 und teilweise +7,00 im Vergleich zur Nullmarke der Seekarten von Penmarc'h. Die Kieselsteinkette war früher immerhin 50m breit. Schon lange Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg war die Anfälligkeit dieser Gegend erkannt worden. Ab März 1934 durfte an diesem Küstenstrich durch eine Anordnung der Präfektur nichts mehr abgebaut werden. Immer wieder durchbrechen schwere Stürme diesen schmalen Dünenstreifen aus Kieselsteinen und waschen Teile der Strände aus.

Moulin de Bondivy[Bearbeiten]

Die historische Moulin de Bondivy liegt an der Grenze der Gemeinden Tréogat und Plonéour-Lanvern nähe der D2. Sie wurde um 1828 als viereckiges, einstockiges Bauwerk mit Bruchsteinen und einem Schieferdach mit langen Dachschrägen errichtet. Der heute noch erhaltene, intakte Mechanismus der Mühle stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Ebenso wie der in der unmittelbaren Nachbarschaft liegende 3ha große Teich mit gutem Fischbestand zum Angeln ist der heute noch Privatbesitz. Der Eigentümer vermietet das renovierte Nebengebäude als Gites.[5][6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.geobreizh.com
  2. Infobretagne.com
  3. cassini.ehess.fr
  4. französisches Kulturministerium
  5. Moulin de Bondivy mit Étang
  6. Bildbeschreibung der Moulin de Bondivy

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tréogat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien