AVR (Jülich)

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AVR (Jülich)
AVR Jülich (2009) mit Materialschleuse zum Rückbau
AVR Jülich (2009) mit Materialschleuse zum Rückbau
Lage
AVR (Jülich) (Nordrhein-Westfalen)
AVR (Jülich)
Koordinaten 50° 54′ 10,6″ N, 6° 25′ 16,3″ O50.9029361111116.4212083333333Koordinaten: 50° 54′ 10,6″ N, 6° 25′ 16,3″ O
Land: Deutschland
Daten
Eigentümer: Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor GmbH
Betreiber: Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor GmbH
Projektbeginn: 1961
Kommerzieller Betrieb: 19. Mai 1969
Stilllegung: 31. Dez. 1988

Stillgelegte Reaktoren (Brutto):

1  (15 MW)
Eingespeiste Energie seit Inbetriebnahme: 1.506 GWh
Stand: 25. Juli 2007
Die Datenquelle der jeweiligen Einträge findet sich in der Dokumentation.
Reaktor (sichtbar nur Materialschleuse)

Das Kernkraftwerk AVR Jülich (Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor Jülich), ein Versuchskernkraftwerk[1] war der erste deutsche Hochtemperaturreaktor (HTR). Es handelte sich also nicht um einen Forschungsreaktor, sondern die Anlage diente der Stromerzeugung. Als geistiger Vater der Anlage wird zwar häufig Rudolf Schulten bezeichnet, aber der AVR lehnt sich stark an das Konzept des Daniels pile[2] nach Farrington Daniels, dem Erfinder von Kugelhaufenreaktoren, an.

Die Anlage steht in Jülich unmittelbar benachbart zum Gelände des Forschungszentrums Jülich (FZJ) auf einer vom Land NRW als Erbpacht zur Verfügung gestellten Fläche. Betreiber und Eigentümer war ein Konsortium verschiedener Elektrizitätsversorger. Der AVR hatte eine elektrische Nettoleistung von 13 Megawatt und wurde von 1966-88 betrieben, wobei mehrere Pannen und Störfälle auftraten. Nach Einschätzung von Kritikern ist der Reaktor sogar havariert. Der AVR-Rückbau erweist sich als außergewöhnlich schwierig, langwierig und teuer. Da die Betreiber sich überfordert zeigten, werden Rückbau und Entsorgung durch die öffentliche Hand gewährleistet.

Geschichte[Bearbeiten]

Gebaut wurde der AVR ab 1961 von BBC und Krupp. Die AVR-Planung sowie der Bau erfolgten auf fast rein industrieller Basis, bis 1964 unter Leitung von Rudolf Schulten. Es gab allerdings finanzielle Unterstützung der Bundesregierung. Die Voraussetzungen zum Bau des AVR wurden wesentlich vom NRW-Forschungspolitiker Leo Brandt geschaffen.[3] Erst ab 1964 begann das FZJ, nachdem Schulten dort Institutsleiter geworden war, sich verstärkt dem Kugelhaufenreaktor zu widmen. 1966 wurde der AVR erstmals kritisch, 1967 speiste das Kraftwerk erstmals Strom in das öffentliche Netz. Bauherr und Betreiber war ein Konsortium aus lokalen Elektrizitätsversorgern unter Führung der Stadtwerke Düsseldorf, welche dazu 1957 die AVR GmbH gegründet hatten. Angaben zu den Baukosten schwanken zwischen 85 und 125 Mio DM.[4] Die AVR GmbH war bis 2003 zwar formal eine eigenständige Gesellschaft, de facto aber ab ca. 1970 abhängig vom FZJ: Das FZJ zahlte hohe Betriebskostenzuschüsse an die AVR GmbH, um den Weiterbetrieb zu sichern, da der im AVR erzeugte Strom nur einen kleinen Teil der Betriebskosten deckte. Mitte der 1970er Jahre etwa standen 3 Mio DM Stromerlös/Jahr Betriebskosten ohne Brennstoffver- und entsorgung von 11 Mio DM/Jahr gegenüber.[5] Zur Unterstützung des AVR durch FZJ gehörte auch die Beschaffung und die Rücknahme der Brennelementkugeln: FZJ war und ist Besitzer der AVR-Brennelemente. In Verträgen zwischen AVR GmbH und FZJ wurden Einzelheiten des AVR-Betriebs festgelegt. Außerdem wurde der AVR-Betrieb vom FZJ wissenschaftlich begleitet.

In den ersten Jahren wurde der AVR mit Kühlgasaustrittstemperaturen von 650 °C bis 850 °C, von Februar 1974 bis Ende 1987 nominell bis 950 °C betrieben.[6] Die letztgenannten hohen Temperaturen werden in Jülich als Weltrekord für Nuklearanlagen bezeichnet,[7] wurden aber im US-amerikanischen Testreaktor UHTREX weit übertroffen.[8] Sie sollten die AVR-Eignung für Kohlevergasung demonstrieren und damit zu einer längerfristigen Perspektive für die Kohleförderung in NRW beitragen.[9] Der geplante elektrische Wirkungsgrad von 38 % konnte trotz der erzielten hohen Gastemperaturen nicht erreicht werden (realer Wirkungsgrad brutto 32 %, netto 29 %), vermutlich aufgrund von Gasbypässen um den Dampferzeuger. Nach Entdeckung von AVR-Kernbereichen mit stark überhöhten Temperaturen durften im letzten Betriebsjahr allerdings 810 °C nicht mehr überschritten werden, sodass die Eignung zur Kohlevergasung in Zweifel gezogen werden muss. Die geplante Umwandlung des AVR in eine Anlage zur Kohlevergasung[10] wurde nicht bewilligt, ebenso wenig wie der Bau eines fortgeschrittenen AVR-II in Jülich. Nach 21 Betriebsjahren wurde der Reaktor am 31. Dezember 1988 abgeschaltet. Insgesamt produzierte er rund 1,7 Milliarden Kilowattstunden Strom (brutto)[11] und speiste 1,5 Milliarden Kilowattstunden Strom ins öffentliche Netz ein. Eine Rückschau zum Versuchsbetrieb des AVR aus Sicht der Befürworter dieser Technologie legte der Verein Deutscher Ingenieure VDI 1990 vor.[6] Nach Einschätzung von Kritikern entspricht der Zustand des AVR zu Betriebsende dem eines havarierten Reaktors mit Kernschaden - als einziger Reaktor in Deutschland. Die Strontiumkontamination im Reaktorbehälter ist danach vergleichbar derjenigen des TMI-Reaktors nach dessen Kernschmelze.[12]

Das Stillegungskonzept wurde in den Folgejahren von „Sicherer Einschluss“ über „Entkernung“ in „vollständiger Abbau“ geändert. Dazu wurde die AVR im Jahr 2003 in das bundeseigene Rückbau-Unternehmen Energiewerke Nord EWN integriert, welches sich auf schwierige Rückbauprobleme spezialisiert hat. Vorausgegangen war dem ein Gutachten des Bundesrechnungshofs, welches massive Kritik am mangelnden Fortschritt des AVR-Entsorgungsprojekts 1989–2002 unter Jülicher Leitung übte und andere Projektverantwortliche als FZJ und AVR empfahl.[13] Der EWN-Vorstandsvorsitzende sah mit dem AVR-Abriss eine der bisher schwierigsten Aufgaben auf seine Firma zukommen.[14] Derzeit laufen Vorbereitungen für die vollständige Beseitigung der Anlage. Im Jahr 2006 wurde eine 60 × 40 Meter große Materialschleuse aus Stahl vor dem Reaktorgebäude errichtet, um das Ausschleusen des Reaktorbehälters zu ermöglichen. Laut Zeitplänen aus dem Jahr 2009 sollten bis zum Jahr 2015 die Rückbauarbeiten beendet und der Zustand „Grüne Wiese“ hergestellt sein,[15] während der Reaktorbehälter 200 m entfernt für mindestens 60 Jahre zwischengelagert wird. Aktuell (2014) wird erst 2022 mit Beendigung der Sanierung des AVR-Geländes gerechnet.[16] Aufgrund der hohen Kontamination des Kühlkreislaufs bereitet der Rückbau nämlich erhebliche Probleme. Im Jahr 2000 räumten die Betreiber ein, dass die β-Kontamination (90Sr) des AVR-Reaktors sogar die höchste aller Reaktoren und Nuklearanlagen weltweit ist und zudem noch in der ungünstigsten Form, nämlich staubgebunden vorliegt.[17][18] Ebenfalls außergewöhnlich hoch und hinderlich bei der Entsorgung ist der Gehalt an langlebigem 14C, welcher durch umfangreiche Verwendung verunreinigten, aber billigen Kohlesteins statt Graphit und durch einen sorglosen Umgang mit Stickstoff im Reaktorbetrieb entstand (s. hier), sowie an 137Cs, 60Co und Tritium.

Aufbau[Bearbeiten]

Aufbau des AVR-Reaktors

Abweichend von der normalerweise genutzten Anordnung des Dampferzeugers neben dem Reaktorkern wurde der Dampferzeuger beim AVR oberhalb des Reaktorkerns angeordnet, was einen besonders kleinen Flächenverbrauch zur Folge hat. Die Abschaltstäbe werden in separaten Graphitsäulen, die den Reaktorkern durchdringen, von der Unterseite des Reaktors eingefahren. Ebenfalls auf der Unterseite des Reaktors befinden sich die Kühlgebläse und die Kugelabzugsvorrichtung.[19] Abgeleitet von der vertikalen Anordnung und dem kleinen Flächenverbrauch gab es bei BBC/HRB Pläne für ein HTR-100-Industriekraftwerk, das direkt in Industrieanlagen für Prozesswärme- und Stromerzeugung genutzt werden sollte. Im Betrieb des AVR zeigte sich jedoch, dass konstruktiv auf jeden Fall verhindert werden muss, dass Wasser in den Reaktorkern dringen kann und eine vertikale Anordnung demzufolge risikobehaftet ist.[20] Beim Bau des kommerziellen Prototyps THTR-300 in Hamm-Uentrop wurden die Dampferzeuger daher neben dem Kern angeordnet und die Kernstäbe ohne Graphitsäulen direkt von oben in den Kugelhaufen gefahren, was einen kompakteren Kernaufbau ermöglicht. Diese direkt in den Kugelhaufen einfahrenden Kernstäbe erwiesen sich jedoch als Fehlkonstruktion, da zu viele Brennelemente zerstört wurden, sodass neuere Konzepte diesbezüglich wieder auf dem AVR aufbauen. Die Anordnung von Dampferzeugern in separaten Behältern neben dem Kernbehälter verringert zwar die Wahrscheinlichkeit des Eindringens von flüssigem Wasser in den Kern, erhöht aber das Risiko von Lufteinbrüchen mit Graphitbrand wegen der Verbindungsleitung zwischen den Behältern als Schwachstelle. Daher wurde das integrierte Behälterkonzept des AVR auch nicht vollständig aufgegeben, sondern lebt in einigen Projektvorschlägen weiter.

Der AVR-Reaktorbehälter hat etwa die gleiche Größe wie derjenige des Kernkraftwerk Krümmel, dessen elektrische Leistung aber 100-fach größer war.

Technische Daten[19] AVR-Versuchsreaktor
thermische Leistung
46 MW
elektrische Nettoleistung
13 MW
Mittlere Leistungsdichte
2,6 MW/m³
Reaktorkern Höhe/Durchmesser
2,8 m / 3 m
Spaltstoff
235U
Höhe Reaktordruckbehälter
24,9 m
Durchmesser Reaktordruckbehälter
5,8 m
Material Reaktordruckbehälter
Stahl
Kühlmittel
He
Eintrittstemperatur
275 °C
Austrittstemperatur
bis 950 °C
Druck
10,8 bar
Frischdampftemperatur
505 °C

Störfälle[Bearbeiten]

Kugelhaufenreaktoren haben den prinzipiellen Nachteil, dass zeitnahe Messungen im Reaktorkern nicht vorgenommen werden können - anders als in konventionellen AKW. Soweit das Störfallgeschehen den AVR-Kern betraf, konnte es daher nur mit zeitlicher Verzögerung und nur ungenau detektiert werden. Nach Meinung von Kritikern wurde und wird dieser Umstand dazu benutzt, Störfälle zu verheimlichen oder zu verschleiern.[12]

Am 1. Juli 1973 wurde „Erhöhte Ableitung von radioaktivem Tritium in die Atmosphäre“ als meldepflichtiges Ereignis beim Bundesamt für Strahlenschutz registriert.[21][22] Von 1967 bis 1973 funktionierte nämlich das Tritiumfilter im Abluftstrom nicht, und das Tritium gelangte in die Umgebung. Konkrete Zahlen wurden nicht veröffentlicht. Die Tritiumproduktion im AVR war wegen Lithiumverunreinigungen in einigen Komponenten (Kohlestein) aber ungewöhnlich hoch, sodass es zu erheblichen Emissionen gekommen sein könnte. Ein umfangreicher Turbinenölbrand ereignete sich am 11. Februar 1971, nachdem ein Leck in einer Ölleitung nur provisorisch abgedichtet worden war.[23] Als vermutliche Folge eines Lufteinbruchs (100 m³) am 10. Mai 1971 kam es Mitte der 1970er Jahre zu Brennelementschäden (sog. Pellkartoffeleffekt).[23] Am 7. September 1971 gelangten 50 l korrosive Salzsäure in das Speisewasser des Sekundärkreislaufs.[23] 1974 wurde entdeckt, dass aufgrund fehlender Strahlenabschirmung nach oben – ein schwerer Auslegungsfehler der BBC – erhebliche Strahlenbelastungen durch Skyshine (an Luft reflektierte Gammastrahlen und Neutronen) bis ca. 100 m außerhalb des Zauns auftraten (s. Bioschild 1 in der Abbildung Aufbau des AVR-Reaktors, der in der oberen Kugelkalotte fehlt). Innerhalb des Geländes wurden Gesamtdosisraten von mehr als 10 mSv/y, am Zaun bis 4 mSv/y gemessen. Auf dem Dach des Reaktors betrugen die Dosisleistungen sogar bis 2 mSv/h = 17 Sv/y. Nachdem die Aufsichtsbehörde Mitte 1975 mit Stilllegung des Reaktors gedroht hatte, wurden provisorische Abschirmmassnahmen ergriffen, mit denen die Neutronenstrahlung um bis einen Faktor 2 reduziert werden konnte. Aufgrund der verbleibenden Belastung musste jedoch ein Teil des Forstes außerhalb des AVR-Geländes für die Öffentlichkeit gesperrt werden.[24][25][26][27] Im ersten Halbjahr 1976 stieg die Freisetzung von Cäsium und Strontium aus den Brennelementen in den Kühlkreislauf um mehr als 3 Grössenordnungen an.[6] Eine befriedigende Erklärung dafür gibt es noch nicht. Von Seiten kritischer Beobachter wird ein bisher verheimlichter Störfall vermutet, bei dem der Reaktor aufgrund zu hoher Spaltstoffkonzentrationen im äußeren Kernbereich nicht hinreichend unter Kontrolle war, was zu sehr hohen Temperaturen führte. Am 31. Oktober 1980 klemmte ein Abschaltstab bei einer testweisen Reaktorschnellabschaltung.[23] 1982 strömten 120 l Öl aus den Heliumgebläsen in den Hauptkühlkreislauf, wo sich durch Zersetzung des Öls große Mengen Ruß und Ablagerungen bildeten. Durch ein undichtes Entwässerungsventil des Sicherheitsbehälters gelangte am 11. Juni 1987 Radioaktivität in die Umgebung.[22]

Bis 1982 funktionierte die Abbrandmessanlage im Reaktor, mit welcher der Restspaltstoffgehalt der entnommenen Kugeln bestimmt werden sollte, faktisch nicht, danach nur unbefriedigend. Daher konnte die Spaltstoffverteilung im Reaktor, die durch gezielte Rückführung von Kugeln geeigneten Abbrands in Rand- bzw. Innenbereich beeinflusst werden sollte, nur schlecht gesteuert werden. Außerdem zeigte sich 1984, dass der Reaktorkern aufgrund eines Auslegungsfehlers bei der Kugelzugabeeinrichtung unsymmetrisch beladen wurde, was eine Schieflast zur Folge hatte. Beides dürfte zu erheblichen Abweichungen von vorgesehenen Betriebsparametern geführt haben. Da aber Kugelhaufenreaktoren nicht mit kontinuierlich arbeitenden Messeinrichtungen im Kern bestückt werden können, lassen sich keine genauen Angaben machen. Die Fehler der Abbrandmessung haben auch zur Folge, dass die Inhalte der einzelnen Castoren mit verbrauchten AVR-Brennelementen nur ungenau bekannt sind.

Vom 13. bis 22. Mai 1978[26][27][28] traten infolge eines Lecks im Überhitzerteil des Dampferzeugers 27,5 t Wasser in den He-Primärkreislauf und damit in den Reaktorkern ein.[29] Obwohl dieser Störfall nur in die damals niedrigste Kategorie C (keine oder nur geringe sicherheitstechnische Bedeutung) eingeordnet wurde, stellt er wegen des positiven Reaktivitätseffekts des Wassers (Möglichkeit einer prompten Überkritikalität des Reaktors) und der möglichen chemischen Reaktion des Wassers mit dem Graphit mit Bildung explosionsfähiger Gase einen der gefährlichsten Störfälle für einen Hochtemperaturreaktor dar. Der Störfall blieb wahrscheinlich nur deshalb ohne schwere Folgen, weil der Kern nur Temperaturen unter 500 °C aufwies und weil das Leck klein blieb.[30] Trotzdem musste der Reaktor fast ein Jahr lang durch das Fahren mit verringerter Temperatur „getrocknet“ werden, um die mit Spaltprodukten kontaminierten Wasserreste zu entfernen.[31] Unter dem Reaktor befindet sich seitdem durch den Störfall radioaktiv belastetes Erdreich und Grundwasser. Durch den Störfall wurde nämlich das Fundamentkammerwasser, welches mit der Umgebung in direktem Kontakt steht, mit 90Sr und Tritium erheblich radioaktiv kontaminiert.[11][32] Während Strontium noch im Bereich des Reaktors vorhanden ist, hat sich Tritium vermutlich mit dem Grundwasser schnell entfernt, was aber nicht mehr nachvollziehbar ist. Die Aktivität an Tritium im Störfallwasser war um einen Faktor von 70 bis 300 höher als diejenige von Strontium.[23] Diese Grundwasserkontamination durch Tritium beim AVR dürfte nach Einschätzung von Rainer Moormann, früherer Mitarbeiter des FZJ, die bisher größte radioaktive Grundwasserverseuchung durch eine zivile Nuklearanlage in Westeuropa gewesen sein. Infolge dieses Störfalles wurden bei nachfolgenden Designs von Hochtemperaturreaktoren Vorkehrungen getroffen, die eine Flutung des Kerns mit flüssigem Sekundärkühlmittel verhindern sollen. Diese Vorkehrungen erhöhen aber das Risiko von Leckagen an der Primärkreisumschliessung und damit von Lufteinbrüchen mit Reaktorbrand.

Im Jahr 2008 wurde ein FZJ-Bericht von Moormann veröffentlicht, in dem die übermäßig starke radioaktive Kontamination des Reaktors auf eine unzureichende Überwachung des Reaktorkerns sowie auf einen länger andauernden Betrieb bei unzulässig hohen Temperaturen zurückzuführen ist. Dies habe u. a. dazu geführt, dass Spaltprodukte aus den Graphitkugeln austreten konnten. Moormann betont, dass es sich dabei um inhärente Probleme von Kugelhaufenreaktoren handelt (also nicht nur um ein AVR-Problem) und stellt die Frage, ob das Kugelhaufenprinzip überhaupt machbar bzw. verantwortbar ist.[33][34]

Erst im Jahr 1999 wurde entdeckt, dass der AVR-Bodenreflektor, auf dem der Kugelhaufen ruht, im Betrieb zerbrochen war und dass sich etwa einige hundert Brennelemente im gebildeten Riss verklemmt haben[18] bzw. als Bruchstücke hindurchgefallen sind. Diese Brennelemente konnten großenteils nicht entfernt werden. Zu eventuellen sicherheitstechnischen Auswirkungen dieses Ereignisses gibt es bisher keine Untersuchungen.

Der ehemalige leitende Mitarbeiter des damaligen Bau-Konsortiums Urban Cleve, welcher heute mit der umstrittenen LaRouche-Bewegung eng zusammenarbeitet[35], verweist hingegen auf den ursprünglichen Sicherheitsbericht, der diese Störfälle angeblich bereits mit betrachtete; er verneint daher jegliche Gefährdung.[36] Auf Tagungen, unter anderem der LaRouche-Bewegung, behauptete Cleve weiterhin, im AVR-Reaktor sei absichtlich zweimal der GAU[37] bzw. sogar der Super-GAU[38] herbeigeführt worden, ohne dass etwas passiert sei. Moormann hält dem entgegen, dass im AVR zwar bei laufendem Reaktor die Kühlung gedrosselt sowie die Abschaltstäbe nicht eingefahren worden seien, und der Reaktor sich für einen begrenzten Zeitraum selbsttätig abgeschaltet habe; dieses Experiment aber nur bei kleinen Versuchs-Kugelhaufenreaktoren (wie AVR oder HTR-10) mit sehr niedriger Leistung und Leistungsdichte durchführbar sei, nicht jedoch bei kommerziellen Kugelhaufenreaktoren, da es dann zu schwersten Schäden käme. Außerdem sei der von der Aufsichtsbehörde definierte GAU beim AVR keineswegs das von Cleve genannte Szenario, sondern ein massiver Wassereinbruchstörfall in den unter Volllast laufenden Reaktor. Die erheblichen Folgen des realen Wassereinbruchs von 1978 im AVR zeigen Moormanns Ansicht nach, dass der GAU beim Kugelhaufenreaktor keinesfalls harmlos ist. Verstärkt gälte das für den Super-GAU, also etwa den Graphitbrand. Wie Cleve bezeichnete auch der Leiter der Reaktortechnik des FZJ, Allelein, den AVR im April 2011 als hinreichend sicher.[39][40] Cleve sieht allerdings die derzeitigen Konzepte von Kugelhaufenreaktoren, wie sie in Südafrika und China entwickelt wurden, als wenig erfolgversprechend an.[38]

Seit 2011 ist ein Gutachten für die NRW-Landesregierung von 1988 zugänglich, welches gravierende Sicherheitsmängel bei Kugelhaufenreaktoren – speziell beim AVR – benennt.[41] Dazu gehört vor allem das oben diskutierte Risiko prompter Überkritikalitäten bei Störfällen mit Einbruch von flüssigem Wasser in den Kern bei kritischem Reaktor, welches eine katastrophale Zerstörung der Anlage zur Folge haben kann. Das Risiko prompter Überkritikalitäten wird von anderen Autoren bestätigt.[42][43] In diesem Sicherheitsgutachten wird vom Chernobyl-Syndrom des Kugelhaufenreaktors gesprochen und darauf verwiesen, dass die Betriebsmannschaft den AVR-Reaktor, als während des vorgenannten Störfalls von 1978 flüssiges Wasser in den Reaktor strömte, für drei Tage sogar dadurch nuklear kritisch gemacht hat, dass sie das Reaktorschutzsystem unzulässig manipulierte. Obwohl es sich dabei um einen schwerwiegenden Vorgang handelte, wurde die AVR GmbH von der NRW-Atomaufsicht nur verwarnt.[44] Des Weiteren kritisiert das Gutachten das unzureichende Abschaltsystem des AVR: Die außerhalb des Kugelhaufens installierten Abschaltstäbe allein reichten nicht zur Abschaltung aus, sondern es musste zusätzlich über einen elektrisch beheizten Hilfskessel eine Mindesttemperatur von 130 °C im Reaktorkern aufrechterhalten werden, oder es mussten einige tausend Brennelemente entnommen werden, um unkontrollierte Rekritikalität zu verhindern: Am 28. März 1977 wurde der AVR durch übermäßige Abkühlung des Kugelhaufens bei abgeschalteten Reaktor trotz vollständig eingefahrener Abschaltstäbe ungewollt kritisch, konnte jedoch – ohne Schaden zu verursachen – in einen kontrollierbaren Zustand zurückgeführt werden. Andere Sicherheitsmängel betreffen einen völlig unzureichenden Schutz gegen Flugzeugabsturz und terroristische Angriffe. Vermutlich hat dieses Sicherheitsgutachten wesentlich zur Entscheidung beigetragen, den Reaktor Ende 1988 stillzulegen.

Die Einlassungen von Rainer Moormann werden von Kugelhaufenbefürwortern überwiegend als destruktiv angesehen,[45] vereinzelt aber auch mit der Begründung als hilfreich bezeichnet, dass alle am Versuchskernkraftwerk AVR gewonnenen Erkenntnisse dazu beitragen können, für die Zukunft zu einer besseren Konzeption des Hochtemperaturreaktors zu kommen.[46] Für seine gegen erheblichen Widerstand der Kugelhaufenbefürworter und zum Teil des FZJ vorgenommenen Enthüllungen erhielt Moormann den Whistleblowerpreis 2011.

Eine Aufarbeitung der AVR-Vergangenheit durch FZJ und AVR GmbH fand trotz der sich spätestens seit Anfang 2006 verdichtenden Hinweise auf verheimlichte massive Unregelmäßigkeiten lange Zeit nicht statt. Erst unmittelbar nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima [47] setzten das FZJ und die AVR GmbH eine unabhängige Expertengruppe ein, welche die Historie des AVR aufarbeiten und insbesondere zu den Enthüllungen von Moormann Stellung nehmen soll.[48] Im April 2014 soll ein Bericht vorliegen, der auch öffentlich zugänglich sein soll und im zweiten Quartal 2014 mit den Autoren öffentlich diskutiert werden kann.

Leukämiefälle bei Kindern in der Region Jülich[Bearbeiten]

Um 1990 kam es in den Jülich benachbarten Orten Titz und Niederzier zu einem sehr signifikanten Anstieg von Leukämieerkrankungen bei Kindern.[49][50] Das FZJ schloss damals radioaktive Emissionen aus FZJ und AVR als Ursache aus. Die Aufarbeitung des AVR-Wassereinbruchstörfalls von 1978 sowie des AVR-Betriebs deuten jedoch darauf hin, dass unkontrollierte radioaktive Tritiumemissionen vor allem über das Grundwasser in großem Umfang vorgekommen sind (s. hier), und dass es vor 1995 weder an den Grundwassermessstellen noch in den Wasserwerken Analysen auf Tritium gegeben hat, sodass die damalige Tritiumbelastung der Bevölkerung nicht mehr nachvollziehbar ist. Daraus wäre zwar ein kausaler Zusammenhang zwischen den Leukämiefällen und den Tritiumemissionen noch nicht ableitbar, andererseits geriete der Ausschluss von radioaktiven Emissionen aus AVR/FZJ als Verursacher der Leukämie ins Wanken.

Rückbau, Entsorgung[Bearbeiten]

Der Reaktorbehälter wird zunächst nicht zerlegt, da das wegen seiner hohen Kontamination für die nächsten Jahrzehnte als praktisch unmöglich gilt. Im November 2008 wurde er stattdessen mit 500 Kubikmeter Porenleichtbeton verfüllt, um so die radioaktiv hoch kontaminierten Graphitstaubteilchen zu fixieren und den Behälter zu stabilisieren. Dieses Verfahren hatte EWN bei der Sicherung maroder russischer Atom-U-Boote in Murmansk bereits vielfach erprobt. Ursprünglich 2011, nach aktuellen Planungen (von April 2014) im September 2014[16], soll der 2100 Tonnen schwere Behälter mittels 7 Kränen aus seiner Position gehoben werden [51] und dann im Januar 2015 mit einem Vielrad-Transportschlitten zur Zwischenlagerung über einige Umwege in eine 300 Meter entfernte, neu errichtete Halle transportiert werden, damit der mit 90Sr radioaktiv kontaminierte Boden bzw. das Grundwasser unter dem Reaktor gereinigt werden können. Die Verzögerungen beim Rückbau schlagen derzeit mit etwa 1,3 Mio €/Monat allein an Personalkosten zu Buche. Nach Beseitigung der oberirdischen Bauten müssen vor Abbruch des Reaktorfundaments Spundwände 17 m tief in den Boden gerammt werden und danach das Grundwasser im Reaktorbereich abgepumpt werden, um eine Ausbreitung der radioaktiven Kontamination während der Abbrucharbeiten am Fundament zu verhindern.[52] Über das eigentliche Verfahren zur Boden-Grundwasserreinigung kann erst entschieden werden, wenn nach Abbruch des Fundaments detailliertere Informationen über die Kontaminationssituation vorliegen. Erst dann kann auch ein entsprechendes Genehmigungsverfahren begonnen werden. Bisherige Messungen an weniger kontaminierten Bereichen zeigten schon, dass die Strontium-Konzentration mit 1200 Bq/kg um bis einen Faktor 2 über der Unbedenklichkeitsschwelle (Freigabewert für Bodenaushub nach Strahlenschutzverordnung, seit Oktober 2011: 0.6 Bq(Sr)/g) liegt.[32] 2008 wurde in Fachkreisen diskutiert, aus Kostengründen eventuell nicht das gesamte Erdreich vollständig zu reinigen, sondern nur die oberen Schichten. Für die tieferen Schichten soll ggf. nur durch Rechnungen gezeigt werden, dass von ihnen keine Gefahr ausgeht. Dabei spielt eine Rolle, dass eine ausreichende Zahl von Analysen zum Nachweis der Strontiumbeseitigung mit unvertretbar hohem Aufwand verbunden wäre.[52] Das wäre zwar rechtlich zulässig, stünde aber in Widerspruch zu öffentlichen Versprechungen von AVR/EWN. In diesem Zusammenhang sind auch die niedrigen Eingreifrichtwerte für Strontium in Wasser (3 Bq 90Sr/l)[32] und für Bodenoberflächen nach Strahlenschutzverordnung (2 Bq 90Sr/kg Boden) zu berücksichtigen. Nach Auffassung von Kritikern bleibt der AVR-Standort damit trotz Sanierung langfristig eine radioaktive Altlastfläche.[12]

Problematisch ist auch die sehr starke Strahlung des Reaktorbehälters, die in der Transportphase nach Berechnungen die zulässigen Grenzwerte am Zaun der Anlage praktisch erreichen wird. Vorläufige Messungen am mit Beton verfüllten Behälter ergaben, dass die Strahlung um bis zum Faktor 130 höher sein könnte.[52] Neuere Ergebnisse zeigen, dass die letztgenannte starke Strahlung nicht aus dem Behälter, sondern von Komponenten außerhalb des Behälters emittiert wurde. Im Januar 2011 hat die AVR GmbH eine Änderung der Transportgenehmigung des Reaktorbehälters beantragt, mit dem Ziel, statt eines Luftkissenschlittens ein Vielradfahrzeug verwenden zu dürfen. Da dieses ferngelenkt werden könnte und die Transportzeit verringert würde, erhofft man sich davon eine Verkleinerung der Strahlenbelastung. Kosten für den ursprünglich bis 2015 zu beendenden Teilrückbau werden von der Bundesregierung auf mehr als 600 Millionen Euro geschätzt.[53][54] 1988 ging man von nur 39 Mio DM aus, was etwa den Rücklagen der Betreiber für die Entsorgung entsprach. Es stellte sich aber bald heraus, dass die Entsorgungskosten erheblich höher sein würden und die Finanzkraft der AVR-Eigentümer übersteigen würden; daher übernahmen Bund (90 %) und Land NRW (10 %) die Entsorgungskosten schon in der ersten Rückbauphase. In dieser Zeit von 1988-2003, also vor der Übernahme des AVR durch EWN, sind bereits Rückbaukosten von 200 Mio € angefallen, ohne dass entscheidende Fortschritte erzielt werden konnten. Diese älteren Kosten sind in aktuellen Kostenaufstellungen der EWN in der Regel nicht enthalten, was zu gelegentlichen Fehlinterpretationen bezüglich der Gesamtkosten geführt hat. Ab 2003, dem Zeitpunkt der Übernahme des AVR durch EWN, wurde die Kostenübernahme auf 70 % Bund und 30 % NRW geändert. Die Rückbaukosten werden diejenigen des AKW Stade, welches die 40-fache Leistung aufwies und etwa die 100-fache Strommenge erzeugte, deutlich übersteigen: Das 2002 stillgelegte AKW Stade wird bis 2015 mit Kosten von unter 500 Mio € zurückgebaut. Erst nach einer weiteren Abklingzeit von mindestens 60 Jahren soll der AVR-Behälter schließlich von Robotern zerlegt werden und in ein Endlager überführt werden.[11] Problematisch bzgl. Endlagerung des Reaktorbehälters ist der sehr hohe Gehalt der Graphit- und Kohlesteineinbauten an 14C (Halbwertszeit = 5730 Jahre), da dieser die im Endlager Schacht Konrad zulässige Gesamtaktivität an 14C zu mindestens 75 % ausschöpfen würde. Quelle von 14C ist überwiegend Stickstoff, der als Verunreinigung vor allem im Kohlestein vorlag und auch zur Reaktorabschaltung benutzt wurde: Stickstoff reagiert durch (n,p)-Reaktion (Neutroneneinfang und Protonenabgabe) mit hoher Ausbeute zu 14C. Eine Endlagerung des Behälters in Schacht Konrad kommt damit praktisch nicht in Frage.[55] Das 14C-Problem[56] wurde erst im Jahr 2000 nach Probennahmen offenkundig: Die auf Rechnungen basierenden Jülicher Angaben zum AVR-Inventar hatten die 14C-Menge vorher um den Faktor 25 unterschätzt. Kritiker sehen darin einen Beleg für eine nicht ausreichend intensive und sorgfältige Beschäftigung des FZJ mit Entsorgungsfragen von Kugelhaufenreaktoren.[12] Eine Verbringung des zerlegten AVR-Behälters (500 m³ ohne Verpackung) in das in Deutschland geplante Endlager für wärmeentwickelnden Abfall würde die Endlagerkosten im Vergleich zu Schacht Konrad aber nach vorläufigen Schätzungen mindestens verfünffachen. Diskutiert wird daher auch ein separates, oberflächen- und standortnahes Endlager für den AVR-Reaktorbehälter nach Vorbild geplanter französischer Endlager für 14C-Atommüll. Daneben wird derzeit vom FZJ mit Unterstützung des BMBF im Rahmen des Projekts CarboDISP geprüft, ob der genehmigte Grenzwert für 14C in Schacht Konrad (400 TBq) noch nachträglich angehoben werden kann.[57] Die ab 2015 (2022) anfallenden Kosten wurden noch nicht abgeschätzt.

AVR-Atommüll im havarierten Versuchsendlager Asse-II[Bearbeiten]

101 Fässer mit ca. 50.000 bis 55.000 bestrahlten AVR-Graphitkugeln ohne Kernbrennstoff (nur die Anzahl der Fässer wurde dokumentiert, die darin insgesamt enthaltene Kugelzahl wurde vom FZJ nachträglich 2010 geschätzt) und 8 Fässer, die unter anderem in Forschungsreaktoren testweise bestrahlte AVR-Brennelementkugeln enthielten (Anzahl der Brennelementkugeln noch unbekannt), wurden bereits 1973–78 im Versuchsendlager Asse eingelagert.[58][59] Die eingelagerten AVR-Graphitkugeln enthielten weit mehr Tritium und langlebiges 14C als in der Asse zulässig war. Dieses hat Jülich bei der Einlagerung jedoch nicht korrekt deklariert, sondern es hat die Graphitkugelgebinde als schwachradioaktiv in der Asse entsorgt.[58] Als das unzulässig hohe Radioaktivitätsinventar ab 2008 durch ausgasendes Tritium auffiel, musste FZJ Nachmeldungen für die in die Asse entsorgte Radioaktivität vornehmen.[60] Damit erhöhte sich das insgesamt bekannte Tritiuminventar der Asse um mehr als den Faktor 10.[61] FZJ rechtfertigte das 2010 damit, man habe bei der Einlagerung Tritium und 14C noch nicht messen können.[60] Mittlerweile wurden jedoch Dokumente bekannt, die belegen, dass Jülich vor der Asse-Einlagerung seines Atommülls genaue Kenntnisse über dessen hohes Aktivitätsinventar hatte und daher möglicherweise gezielt und in großem Umfang unzulässige Einlagerungen in die Asse vorgenommen hat.[61] Darüber hinaus gibt es den Verdacht, dass zerbrochene AVR-Brennelemente in die Asse verbracht worden sein könnten, möglicherweise als Inhalt der vorgenannten 8 Fässer mit mittelaktivem Abfall.[62] Bereits während der Einlagerung in die Asse war Jülich bei Stichproben durch falsch deklarierte Fässer aufgefallen.[60]

Da ab 1974 klar war, dass die ursprünglich geplante Wiederaufarbeitung der AVR-Brennelemente in der Jülicher Anlage JUPITER nicht durchführbar sein würde, andererseits aber keine ausreichenden Lagermöglichkeiten für die anfallenden abgebrannten Brennelemente vorgesehen waren, versuchte Jülich, eine Entsorgung durch Einlagerung in die Asse zu erreichen.[63][64] Am 6. Oktober 1975 wurde eine Einlagerungsgenehmigung beantragt und am 4. März 1976 wurde die Genehmigung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt und des Oberbergamtes Clausthal zur Einlagerung von 100.000 AVR-Brennelementen mit einer Gesamtaktivität von maximal 81.000 TBq in der Asse rechtskräftig, die erst am 30. Juni 1978 auslief. Eine Genehmigung für weitere 60.000 AVR-Brennelemente wurde beantragt. Die Kugelgebinde sollten dabei so zusammengesetzt sein, dass sie nach damaliger Rechtslage an der oberen Grenze von mittelaktivem Abfall lagen. Zur Einlagerung der AVR-Brennelemente in großem Umfang kam es seinerzeit nur deshalb nicht, weil die Bevölkerung um die Asse sich unter Führung des stellvertretenden Landrates von Wolfenbüttel, Reinhold Stoevesandt, auf politischem und rechtlichen Wege, sowie durch öffentlichkeitswirksame Aktionen zur Wehr setzte.[65] Die Einlagerung hätte das radioaktive Inventar in der Asse vervielfacht.

Weitere Details zu AVR-Atommüll in der Asse finden sich in den Ergebnisberichten des Untersuchungsausschusses des Niedersächsischen Landtags zur Asse (2012).[66]

AVR-Castoren: Zwischenlagerung und weiteres Vorgehen[Bearbeiten]

Seit 1993 werden ca. 290.000 verbrauchte Brennelementekugeln in 152 Castor-Behältern in einem Zwischenlager auf dem FZJ-Gelände gelagert. Dessen Genehmigung lief, wie seit langem voraussehbar, Mitte 2013 ab, da erforderliche Sicherheitsnachweise für eine Verlängerung sich schwierig gestalten; außerdem befürchtete die FZJ-Aufsichtsratsmehrheit, dass der weitere Verbleib nuklearer Altlasten im FZJ dessen Ruf schaden könne.[67] Deshalb beabsichtigte das Forschungszentrum, die Castor-Behälter (per LKW oder Bahn) in das Zwischenlager Ahaus zu überführen. Das führte ab 2010 zu massiven Protesten in ganz NRW. Auch in Jülich bildete sich eine Bürgerinitiative gegen diese Pläne.[68] Im März 2012 wurde bekannt, dass die Genehmigung zur Einlagerung in Ahaus nicht rechtzeitig erteilt werden kann, da die Qualität der Antragsunterlagen aus Jülich unzureichend ist.[69] Das FZJ beschloss daher, einen Antrag auf Verlängerung des Jülicher Lagers bis 2016 zu stellen.[70] Im Juli 2012 wurden Pläne des FZJ öffentlich, die 152 Castoren in den USA zu entsorgen.[71] Hintergrund ist die Bereitschaft der USA, aus Proliferationssicht problematischen Kernbrennstoff zurückzunehmen, wenn er aus den USA geliefert wurde. Das gilt vor allem für typisch niedrig abgebrannte Brennstoffe aus Materialtestreaktoren, deren verbrauchte Brennelemente noch größere Mengen an hochangereichertem Uran enthalten. Bei den relativ hohen Abbränden des AVR-Brennstoffs ist es allerdings fraglich, ob überhaupt noch ein wesentliches Proliferationsrisiko vorliegt und ob dieses Argument evtl. nur zur Rechtfertigung eines Atommüllexports vorgeschoben wird. Ein unstrittig höheres Proliferationsrisisiko haben demgegenüber die nur niedrig abgebrannten Brennelementkugeln aus dem THTR-300, die sich in Ahaus befinden. Im November 2012 beschloss der Aufsichtsrat des FZJ auch formal, auf die bis Mitte 2013 geplante Verlagerung der Castoren nach Ahaus zu verzichten und mit den Planungen für ein neues Zwischenlager in Jülich zu beginnen. An den Transportplänen in die USA als Alternative wird aber mit hoher Priorität festgehalten.[72] Die 152 Castoren enthalten fast den gesamten Brennelement-Atommüll der AVR-Elektrizitätserzeugung (1.5 Mrd kWh); diese Elektrizitätserzeugung entspricht jedoch nur knapp einem aktuellen deutschen Tagesbedarf (2011). Das unterstreicht das außerordentlich hohe Aufkommen an radioaktivem Abfall bei Kugelhaufenreaktoren. Einen Stresstest bestand das Jülicher Castorenlager als einziges deutsches Zwischenlager 2013 nicht. Seit dem Auslaufen der Genehmigung des Zwischenlagers am 30.06.2013 wird die Lagerung aufgrund einer atomrechtlichen Anordnung der Düsseldorfer Aufsichtsbehörde befristet geduldet. Weitere Versuche von FZJ, die Sicherheit des Zwischenlagers nachzuweisen, verliefen innerhalb einer gesetzten Frist bis Jahresende 2013 ergebnislos. Zur Erfüllung der Mindest-Sicherheitsanforderungen soll daher das Zwischenlager Anfang 2014 mit einer massiven Betonmauer zum Schutz gegen terroristische Flugzeugabstürze versehen werden.[73] Damit könnte sich die Möglichkeit einer längerfristigen Verlängerung der Lagergenehmigung ergeben.

Soweit die vorgenannte USA-Option nicht zum Tragen kommt, ist Folgendes zu berücksichtigen: Die Castor-Behälter sind nur als Transport- und Zwischenlagerbehälter mit einer Nutzungsdauer von ca. 40 Jahren zugelassen, nicht als Endlagerbehälter. Vor Endlagerung müssen die Kugeln daher in einen endlagergeeigneten Behälter umgeladen werden. Wegen der Brennbarkeit und der Auslaugbarkeit müssen die Kugeln vor der Endlagerung außerdem konditioniert werden, d.h. in eine endlagergeeignete Form gebracht werden. Die früher dazu vorgeschlagene Einbettung in Beton dürfte den gewachsenen Sicherheitsansprüchen nicht mehr genügen. Daher wurde die Einbettung in SiC-Keramik vorgeschlagen.[74] Diese Konditionierung muss auch für die in Ahaus befindlichen 600.000 THTR-Brennelemente durchgeführt werden, sodass Planungen einer gemeinsamen Konditionierungsanlage für den gesamten Brennelementabfall aus Kugelhaufenreaktoren erforderlich sind. Als Konditionierungsanlage für die Kugelbrennelemente ist nach Aussagen des BMU auch die in Gorleben gebaute PKA (Pilotkonditionierungsanlage) denkbar, was bei dortigen Bürgerinitiativen auf Widerstand stößt.[75][76] Nach Informationen aus dem BMBF verlangen die USA ca. 450 Mio € für die Übernahme der AVR-Castoren.[77]

„Atomkugelaffäre“ 2011[Bearbeiten]

Im April 2011 wurde durch eine kleine Anfrage der Grünen bekannt, dass 2285 radioaktive Brennelementekugeln abhandengekommen sein sollen. Das führte zu einem erheblichen Medienecho in ganz Deutschland und wurde unter dem Namen „Atomkugelaffäre“ bekannt. Die NRW-Wirtschaftsministerin Svenja Schulze vermutete, dass diese Brennelementekugeln ebenfalls in das Versuchsendlager Asse gebracht worden sein könnten. Dies sei jedoch nicht mehr nachvollziehbar, da die im Versuchsendlager „eingelagerten Mengen nicht bekannt sind“. Es wurde weiterhin berichtet, dass im Versuchsendlager Asse keine Brennelemente eingelagert werden durften, da es nur für die Lagerung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle zugelassen war.[78][79] Die Unzulässigkeit der Einlagerung von AVR-Brennelementen in die Asse ist jedoch eine Fehleinschätzung, wie im Asse-Kapitel erläutert wird.

Das Forschungszentrum widersprach den Vorwürfen zu fehlenden Brennelementen und versicherte, dass der Bestand an Brennelementkugeln "bis auf das Milligramm genau" dokumentiert sei.[80] Harry Voigtsberger (SPD), Wirtschaftsminister im Kabinett Kraft I, räumte eine fehlerhafte Kommunikation seitens der Landesregierung ein und sagte: „Für die Atomaufsicht des Landes ist entscheidend, dass keine Menge spaltbaren Materials fehlen.“[81] Mitte Juli 2011 konstituierte sich ein Untersuchungsausschuss des NRW-Landtags zur Klärung der Fragen um die evtl. verschwundenen AVR-Brennelemente. Im Ausschuss wurden Dokumente bekannt, die belegen, dass es in Jülich zu Verwechselungen von AVR-Brennelementekannen gekommen ist und dass Stichproben einen anderen Inhalt von Brennelementekannen ergaben als deklariert. Des Weiteren wurde deutlich, dass eine genaue Dokumentation zum Verbleib einiger tausend bestrahlter Brennelemente, die zu Versuchszwecken oder im Reaktor zerstört worden waren, nicht existiert. Nur ungenau bekannt ist außerdem die Zahl der Brennelemente, die nicht aus dem Reaktor entfernt werden konnte (s. Störfälle). Sowohl von Landesministerien als auch von Vertretern des Bundesforschungsministeriums wurde vor dem Untersuchungsausschuss ein nachlässiges "nonchalantes" Vorgehen des Forschungszentrums bei der Dokumentation der Kugeln gerügt,[62] welches damit letztlich zur Unsicherheit beim Verbleib der Kugeln geführt habe. Ein im Ausschuss gesichtetes internes AVR-Dokument zur Spaltstoffbuchführung von AVR und FZJ für die IAEA schlussfolgert:[82] Die vorstehenden Ausführungen…mögen den Eindruck erwecken, als sei die Brennelementerkennung am AVR ein einziges Chaos gewesen. Es ist aber zu bedenken, dass der AVR-Reaktor der erste seiner Art war….

Insgesamt fand der Ausschuss zwar keine Belege für ein Verbringen von 2285 AVR-Brennelementen in die Asse, wohl aber für einen unangemessen sorglosen Jülicher Umgang mit den Brennelementen. Wegen der vorgezogenen NRW-Landtagswahlen 2012 endete der Untersuchungsausschuss ohne Abschlussbericht. Da die wesentlichen Aspekte aufgeklärt waren, wurde auch von der Opposition aus CDU und FDP, die diesen Ausschuss ins Leben gerufen hatte, auf eine Wiedereinsetzung in der neuen Legislaturperiode verzichtet.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. z.B. Versuchskraftwerk Jülich im Dezember 1969, spiegel.de, 24. Juli 2009
  2. Patent US2809931: Neutronic reactor system. Angemeldet am 11. Oktober 1945, veröffentlicht am 15. Oktober 1957, Erfinder: Farrington Daniels.
  3. B. Mittermaier, B. Rusinek: Leo Brandt (1908 – 1971) Ingenieur – Wissenschaftsförderer – Visionär Wissenschaftliche Konferenz zum 100. Geburtstag des nordrhein-westfälischen Forschungspolitikers und Gründers des Forschungszentrums Jülich S. 20 ff
  4. U. Kirchner Der Hochtemperaturrreaktor Campus Forschung Bd. 667 (1991)
  5. Wird Jülichs Reaktor zur Atomruine? Welt am Sonntag, 9. Juli 1978
  6. a b c VDI-Society for Energy Technologies (Publ.), AVR-Experimental High-Temperature Reaktor - 21 years of successful operation for a future technology, VDI-Verlag GmbH, Düsseldorf 1990
  7. PowerPoint-Präsentation - Zeitstrahl 1956-2006: 27. 2. 1974 Weltrekord: Der Jülicher Hochtemperaturreaktor AVR erreicht 950 ° C (PDF) fz-juelich.de. S. 15. Archiviert vom Original am 29. Januar 2012. Abgerufen am 26. Januar 2014.
  8. J. Elder, M. Salazar: Decommissioning the UHTREX Reactor Facility at Los Alamos, New Mexico; Chapter 1.1. osti.gov. 1. August 1992. Abgerufen am 26. Januar 2014.
  9. Schulten will die Kohle retten. 1980 wird das 'Schwarze Gold' mit Reaktorwärme zu Industriegas werden. Westfälische Nachrichten 3. Juli 1968
  10. Umbau des AVR Reaktors zu einer Prozesswärmeanlage: Ergebnisse der Vorplanung. Interner Bericht KFA Jülich (1985)
  11. a b c Heinsberger Nachrichten, 26. November 2008
  12. a b c d R.Moormann: Das Jülicher Atomdebakel 08. März 2014 pdf
  13. Kosten für Abriss des Atomreaktors Jülich explodieren. vista verde news. 24. Juni 2002. Abgerufen am 26. Januar 2014.
  14. Atommeilerabriss in Jülich. (Version vom 15. April 2013 im Webarchiv Archive.today) Süddeutsche Zeitung vom 15. Februar 2003
  15. Deutsches Atomforum e. V.: Jahresbericht 2008 – Zeit für Energieverantwortung. Berlin 2009, ISSN 1868-3630. Seite 32
  16. a b Rene Benden: Atomreaktor ist bereit für den Umzug. Aachener Nachrichten 4. April 2014; Kurzfassung: https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/juelich/avr-reaktor-vor-umzug-ins-zwischenlager-1.798583
  17. Mark Hibbs, Decommissioning costs for German Pebble Bed Reactor escalating, NUCLEONICS WEEK, Vol. 43, No. 27, S. 7 (July 2002)
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  19. a b Broschüre Hochtemperaturreaktoren BBC/HRB Druckschrift Nr. D HRB 1033 87 D
  20. Sicherheitstechnische Neubewertung des AVR-Kugelhaufenreaktors, Moormann, R. (2008) A safety re-evaluation of the AVR pebble bed reactor operation and its consequences for future HTR concepts. Berichte des Forschungszentrums Jülich JUEL-4275, Forschungszentrum Jülich (Hrsg.) (dort PDF, englisch)
  21. Meldepflichtige Ereignisse mit erhöhten Aktivitätsangaben ohne Überschreitung von Grenzwerten (PDF) bfs.de. 3. August 2009. Abgerufen am 26. Januar 2014.
  22. a b Besondere Vorfälle in Kernkraftwerken in der Bundesrepublik Deutschland (PDF) bfs.de. S. 12. Abgerufen am 28. Januar 2014.
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  26. a b Andreas Langen: Gebt uns die Kugel. kontext-wochenzeitung.de. Dezember 2011. Abgerufen am 28. Januar 2014.
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  29. Bericht Safety-Related Experiences With The AVR Reactor K.J. Krüger, G.P. Invens, Arbeitsgemeinschaft Versuchs-Reaktor G.m.b.H.
  30. Dipl.-Ing. Reiner Priggen: Die beinahe Atom-Katastrophe im „inhärent sicheren“ Reaktor in Jülich (PDF; 382 kB)
  31. Veröffentlichung Fission Product Transport and Source Terms in HTRs: Experience from AVR Pebble Bed Reactor (2008) Rainer Moormann, FZJ, Jülich
  32. a b c Sonderbericht der NRW-Landesregierung zur AVR Boden/Grundwasserkontamination (2001)
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  35. http://www.solidaritaet.com/neuesol/2013/17/konferenz.htm
  36. Die Technik der Hochtemperaturreaktoren, beschrieben von Dr.-Ing. Urban Cleve, Dortmund
  37. „Der Betrieb des AVR war eine wohl einmalige Erfolgsgeschichte“. In: Neue Solidarität. 10. November 2010. Abgerufen am 28. Januar 2014.
  38. a b Vortrag U.Cleve bei RWTH Aachen / Eisenhüttenkunde, Festkolloquium zum 75. Geburtstag von Prof. Gudenau, 15.07.2011. Der Vortragstext ist auf der Webseite der umstrittenen EIKE-Organisation zu finden, die in Wikipedia als Spam gilt und daher nicht zitierfähig ist
  39. WDR3-Fernsehen, Aktuelle Stunde, Beiträge zum AVR von Astrid Houben und Martin Herzog, 6. April, 7. April, 8. April 2011
  40. ARD-Tagesthemen, 8. April 2011
  41. J.Benecke, P.Breitenlohner, D. Maison, M.Reimann, E.Sailer: Überprüfung kerntechnischer Anlagen in NRW: Kritik der Sicherheitseinrichtungen und der Sicherheitskonzepte des THTR-300 und des Versuchsreaktors Jülich (AVR), Gutachten für die NRW Landesregierung, März (1988). Das Gutachten war lange Zeit vertraulich, kann aber jetzt gemäß Umweltinformationsgesetz bei der Atomaufsicht im NRW-Wirtschaftsministerium in Düsseldorf eingesehen werden.
  42. J.Szabo et al.: Reactivity effects of water ingress in HTGRs – a review. In: Technical committee on reactivity transient accidents. Proc. of the first technical committee meeting organized by the IAEA and held in Vienna, 17.–20.11.1987. Document IAEA-TC-610
  43. J.Szabo et al., Nuclear safety implications of water ingress accidents in HTGRs, Nuclear Society of Israel, Transactions 1987, IV-13 ff
  44. Vermerk III C 4–8944 AVR–3.12.1, MAGS, Düsseldorf, 21. Juli 1978
  45. M.Täubner, Kann denn Wahrheit Sünde sein ? Brand eins, Mai 2012 S. 106–109
  46. Majorie Mazel Hecht: Modular High-Temperature-Reactors Can Change The World, 21st Century Science & Technology, Fall 2008, Seite 51 (Digitalisat)
  47. sie veranlasste Kanzlerin Merkel zur Rückbnahme der kurz zuvor beschlossenen Laufzeitverlängerung, zu einem Atom-Moratorium und zur dauerhaften Abschaltung von acht der bis dahin 17 deutschen Kernreaktoren ("Atomausstieg", "Energiewende")
  48. AVR-Expertengruppe
  49. Jülich: 12 Kinder an Leukämie erkrankt. http://www.focus.de/magazin/archiv/juelich-12-kinder-an-leukaemie-erkrankt_aid_142002.html 05. April 1993
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  51. Forschungszentrum Jülich: Atomreaktor-Rückbau verzögert sich. In: RP ONLINE. 22. Juli 2013. Abgerufen am 28. Januar 2014.
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  53. Bundesministerium für Bildung und Forschung: Antwort des Bundesministeriums auf eine Anfrage auf einen Abgeordneten (PDF; 42 kB)
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  74. J. Knorr et al: SiC encapsulation of (V)HTR components and waste by laser beam joining of ceramics. Nuclear Engineering and Design 238 (2008) 3129-3135
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  79. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAntwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage 583 vom 24. Februar 2011 des Abgeordneten Hans Christian Markert (Bündnis 90/Die Grünen), Drucksache 15/1429. Landtag Nordrhein-Westfalen, 31. März 2011, abgerufen am 3. April 2011 (PDF; 99 kB).
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