Alarm im Weltall
| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel | Alarm im Weltall |
| Originaltitel | Forbidden Planet |
| Produktionsland | Vereinigte Staaten |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1956 |
| Länge | 99 Minuten |
| Altersfreigabe | FSK 12 |
| Stab | |
| Regie | Fred M. Wilcox |
| Drehbuch | Cyril Hume |
| Produktion | Nicholas Nayfack |
| Musik | Bebe Barron und Louis Barron |
| Kamera | George J. Folsey |
| Schnitt | Ferris Webster |
| Besetzung | |
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Alarm im Weltall (original Forbidden Planet, „verbotener Planet“) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film von 1956, basierend auf dem Theaterstück Der Sturm von William Shakespeare.
Inhaltsverzeichnis |
Handlung [Bearbeiten]
Der Raumkreuzer C57D ist auf einer Search-and-rescue-Mission unterwegs zum 4. Planeten des Altair-System. Zwanzig Jahre zuvor war dort das Raumschiff Bellerophon (benannt nach dem gleichnamigen Helden der griechischen Mythologie) mit einer Gruppe von Kolonisten an Bord verschwunden. Die Mannschaft des Kreuzers unter Kapitän Adams trifft dort jedoch nur einen Wissenschaftler namens Dr. Morbius an. Er und seine Tochter Altaira, die auf dem Planeten geboren wurde, sind die einzigen Überlebenden. Morbius erklärt Adams, dass die Anwesenheit der Rettungsmannschaft nicht erforderlich sei, da er und seine Tochter durch den von Morbius selbst konstruierten Roboter „Robby“ mit allem versorgt würden, was sie bräuchten. Die Kolonisten seien alle durch eine unerklärliche Kraft getötet worden. Nur Morbius und seine Frau seien gegen diese Kraft immun gewesen, die jedoch wenige Monate nach der Geburt der Tochter Altaira eines natürlichen Todes gestorben sei. Während Morbius darauf drängt, dass die Soldaten den Planeten wieder verlassen, wittert Adams hinter dem seltsamen Auftreten des Doktors und der unerklärlichen technologischen Errungenschaften, die Morbius ihnen vorführt, ein Geheimnis. Bald schon sieht sich Adams darin bestätigt, als wichtige Teile des Raumschiffs zerstört werden und der Antrieb des Schiffes sabotiert wird. Adams will Morbius zur Rede stellen und entdeckt dabei dessen geheime Forschungsunterlagen und einen Geheimgang, welcher sich in Morbius’ Labor befindet.
Widerstrebend gibt Dr. Morbius eine Erklärung: Der Planet war einst die Heimat der Krell, die den Menschen technologisch und ethisch überlegen waren, deren Zivilisation aber auf einen Schlag unerklärlicherweise vernichtet wurde. Auf der Oberfläche sind keine Zeichen ihrer Zivilisation zurückgeblieben – unter der Planetenoberfläche befinden sich jedoch riesige funktionierende Maschinenanlagen, Labore und gewaltige Bibliotheken, in denen das Wissen der Krell gespeichert ist. Morbius ist es gelungen, sich einiges Wissen der Krell anzueignen und die Maschinen zu bedienen. Während Adams Morbius drängt, seine Erkenntnisse der Erde mitzuteilen, wird die Crew des Raumkreuzers von einem unsichtbaren Lebewesen angegriffen. Die Mannschaft kann sich nur mit Mühe des Angriffs erwehren; mehrere Besatzungsmitglieder sterben. Adams entschließt sich, Altair 4 zu verlassen und Morbius und seine Tochter, die sich in ihn verliebt hat, zu deren Sicherheit mitzunehmen. Als Morbius sich weigert und Altaira sich entschließt, ihren Vater zu verlassen, greift das unsichtbare Monster Morbius’ Haus an. Adams kommt dahinter, dass es sich bei dem Monster um das wütende Unterbewusstsein des Professors handelt, das bei der Benutzung einer Maschine freigesetzt wurde, die Gedanken materialisieren kann, was auch die Vernichtung der Krellkultur erklärt. Erst jetzt erkennt Morbius die verdrängte Wahrheit, gesteht seine Schuld ein und besiegt so sein eigenes Monster. Er bittet Kapitän Adams, er solle seine Tochter retten. Durch die Kettenreaktion der Selbstzerstörung, die Morbius mit letzter Kraft aktiviert, verglüht Altair 4. Das Raumschiff mit der verbliebenen Mannschaft, Altaira und Robby an Bord beobachtet die Explosion aus sicherer Entfernung.
Kritiken [Bearbeiten]
Alarm im Weltall war in kommerzieller Hinsicht kein großer Erfolg, bei Science-Fiction-Fans jedoch äußerst beliebt. Die Spezialeffekte waren für die 1950er Jahre sensationell und die Geschichte realistisch.
- „Teils phantastisch-interessant, teils allzu naiv.“ – 6000 Filme, 1963[1]
- „(...) altmodisches SF-Abenteuer mit einem kuriosen Roboter.“ (Wertung: 2 Sterne = durchschnittlich) – Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“, 1990[2]
Hintergrund [Bearbeiten]
Entstehung [Bearbeiten]
Irving Block schrieb die Originalgeschichte zu Alarm im Weltall. Wie er selbst ankündigte, bediente er sich bei Shakespeares Der Sturm. Aus der Insel wurde Altair 4, Prospero wurde Morbius, Miranda wurde Altaira, und Ariel mutierte zum Roboter „Robby“. Nach der Originalgeschichte sollte der Film im (damals noch weit entfernten) Jahr 1972 spielen. Da die Macher es allerdings für unrealistisch hielten, dass man in den 1970er Jahren über derartige Technologien verfügen sollte, verlegte man die Handlung ins 23. Jahrhundert.
Produktion [Bearbeiten]
Der Film war der erste Film überhaupt, in dem ein von Menschen gesteuertes Raumschiff als Fliegende Untertasse dargestellt wurde. Für den Film wurde ein ungefähr 51 Meter großes Modell des Kreuzers C-57D gebaut. Dieses wurde von einer großen im Studio gebauten Oberfläche von Altair IV umgeben, die nahtlos in eine gezeichnete Darstellung des Horizonts des Planeten überging. Für Totalen, in denen das Raumschiff zu sehen war, gab es drei unterschiedlich große Modelle, zum Beispiel für Aufnahmen im All oder Landeanflug auf Altair IV. Die Modelle waren 50, 110 und 220 cm groß. Alle Szenen, die auf der Oberfläche des Planeten spielen, wurden also aus mehreren Spezialeffekten geschaffen. „Robby“ der Roboter war damals der teuerste Effekt aller Zeiten: bei 4.900.000 US-Dollar Kosten des Films verschlangen die Effekte von Robby allein 125.000 US-Dollar.
Ursprünglich hatte man MGM damit geködert, der Film werde billiger, da das Monster unsichtbar sei. Als man sich entschloss, die Umrisse des Wesens tricktechnisch anzudeuten, musste auf Hilfe von Zeichnern von der Walt Disney Company zurückgegriffen werden, da die MGM zu der Zeit kein eigenes Animationsstudio mehr besaß. In der Folge verteuerte sich die Produktion erheblich, was zum kommerziellen Misserfolg beitrug und das Science-Fiction-Genre auf Jahre hinaus bei Geldgebern diskreditierte. Jedoch sollte der Film viele nachfolgende Filme inspirieren und stellte somit einen Meilenstein im Science-Fiction-Genre dar.
Einfluss auf das Science-Fiction-Genre [Bearbeiten]
Der Film kam in dem Jahr in die deutschen Kinos, als der erste Satellit Sputnik 1 gestartet wurde. Es gab damals weder Raumfahrt noch lagen verwertbare Kenntnisse über den Weltraum vor. Alarm im Weltall hatte großen Einfluss auf die Science-Fiction, insbesondere auf Star Trek. Dessen Schöpfer Gene Roddenberry hat zugegeben, vom Film inspiriert gewesen zu sein. Ein Beispiel dafür ist die synthetische Herstellung von Nahrungsmitteln und Gebrauchsgegenständen. War in Alarm im Weltall noch Robby der Roboter dafür zuständig, gibt es bei Star Trek sogenannte Replikatoren. Dazu kommen unter anderem die Kommunikatoren, die „einfachen Strahlenwaffen“ und die „vereinten Planeten“. Auffallend ist zudem, dass hier wie dort der Kapitän, der Schiffsarzt und der erste Offizier an Außenmissionen teilnehmen – und die Geschichte mit der untergegangenen außerirdischen Zivilisation, bedrohlichen Energiewesen und der obligatorischen Liebschaft des Captains hätte auch eine typische Star Trek-Folge bilden können. Wie später in Star Trek sagte die Produktion das Ende des Kalten Kriegs voraus. So wird der Bordarzt Doktor Ostrow als russischer Arzt identifiziert.
Auch George Lucas wurde durch den Film und seine visuellen Effekte inspiriert. So bildeten die Maschinenhallen der Krell zum Beispiel das Vorbild für Innenaufnahmen des Todessterns in Krieg der Sterne und der Generatorhalle in Die dunkle Bedrohung. Auch die schmelzenden Panzertüren vom Ende des Films finden sich hier wieder. Weiterhin erinnert der Roboter Robby durch seine Vielzahl von Fremdsprachen an den Droiden C-3PO. Zusätzlich ähnelt die gelbe Schrift im Weltall am Anfang und am Ende des Films sehr an George Lucas' Star Wars. Der Trailer zu Alarm im Weltall begann, wie später die Star Wars Reihe, mit einem gelben Lauftext.
Der im Film erstmals auftretende Roboter Robby wurde zu einer eigenen Kultfigur und hatte noch Jahre später Gastauftritte in Filmen und Serien, u. a. Love Boat, Lost in Space, Gremlins, Columbo und bei den Simpsons. Im Jahr 2004 wurde er in die Robot Hall of Fame aufgenommen. Das Id-Monster wurde nach der Vorlage der bekannten Looney-Tunes-Figur "Gossamer" geschaffen.
Darsteller [Bearbeiten]
- Leslie Nielsen, der Jahrzehnte später als Slapstick-Darsteller (Die nackte Kanone) Weltruhm erlangte, spielte in diesem Film seine erste größere Rolle in einer Hollywoodproduktion.
- Der Koch Earl Holliman ist vor allem durch seine Rolle in James Deans Giganten bekannt. Er ist unter anderem auch als "Jack Flagg" aus der Serie Die Dornenvögel berühmt geworden.
Anmerkungen [Bearbeiten]
- Alarm im Weltall wurde am 1. April 1956 im Grauman’s Chinese Theatre in Hollywood uraufgeführt. Robby der Roboter trat unter anderem bei der Einweihung des Films in der Lobby des Kinos auf.
- Der Film wird in dem Eröffnungsong „Science Fiction/Double Feature“ der Rocky Horror Picture Show besungen. Bemerkenswert war auch der elektronische Soundtrack von Bebe Barron und Louis Barron, einer der ersten seiner Art.
- Viele Teile und Kostüme des Films befinden sich heute in einem Filmmuseum in Hollywood.
- Alarm im Weltall ist der erste Film überhaupt, in dem ein Computer namentlich erwähnt wird (in der deutschen Fassung wurde Computer allerdings mit Bildplatte übersetzt): Als Dr. Morbius der Crew das Krell-Labor zeigt, sagt er: "Dies ist ein Computerbildschirm, von wo aus ich das gesamte Wissen der Krell projizieren kann."
- Der Stern Altair ist keineswegs fiktiv: Er ist der hellste Stern im Sternbild Adler. (Ob ein Planet mit der Konstellation wie Altair 4 existiert, ist allerdings zweifelhaft, jedoch nicht unmöglich)
- Der Film nutzt die von Isaac Asimov formulierten Robotergesetze für eine Schlüsselszene: Beim Angriff des Monsters auf die Villa von Morbius wird Robby instruiert, die Bewohner gegen das Wesen zu verteidigen. Der Roboter bleibt allerdings handlungsunfähig, da er das Monster als eine Manifestation von Morbius erkennt und deshalb nicht angreift, stattdessen erleidet er einen „Kurzschluss“.
Synchronisation [Bearbeiten]
Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1957 im MGM-Synchronisations-Atelier Berlin-Tempelhof.[3]
| Rolle | Darsteller | Synchronsprecher |
|---|---|---|
| Dr. Morbius | Walter Pidgeon | Siegfried Schürenberg |
| Altaira Morbius | Anne Francis | Margot Leonard |
| Kapitän Adams | Leslie Nielsen | Wolfgang Kieling |
| Leutnant Dr. Ostrow | Warren Stevens | Herbert Stass |
| Leutnant Farman | Jack Kelly | Harald Juhnke |
| Koch | Earl Holliman | Wolfgang Gruner |
| Roboter Robby (Stimme) | Marvin Miller | Hans Hessling |
| Ingenieur Quinn | Richard Anderson | Ottokar Runze |
| Joe Strong | James Drury | Peter Schiff |
| Bootsmann (Bosun) | George D. Wallace | Kurt Waitzmann |
Auszeichnungen [Bearbeiten]
- 1956 Oscarnominierung (Beste Spezialeffekte) für A. Arnold Gillespie, Irving G. Ries und Wesley C. Miller. Er scheiterte allerdings gegen den Film Die Brücken von Toko-Ri.
DVD-Veröffentlichung [Bearbeiten]
- Alarm im Weltall. Special Edition. 2-Disc-Set. Warner Home Video 2006
Soundtrack [Bearbeiten]
- Forbidden Planet. Original MGM Soundtrack. Electronic Music by Louis and Bebe Barron. Small Planet, GNP, Crescendo Records, ZYX Music; Beverly Hills, Hollywood und Merenberg o.J., PRD-001
Weblinks [Bearbeiten]
- Alarm im Weltall in der Internet Movie Database (englisch)
- Andreas Zellhuber, Segnungen und Gefährdungen moderner Technologie. Forbidden Planet (1956), in: FilmGeschichte(n) des 19./20. Jahrhunderts (Universität Augsburg).
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ 6000 Filme. Kritische Notizen aus den Kinojahren 1945 bis 1958. Handbuch V der katholischen Filmkritik, 3. Auflage, Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1963, S. 15/16
- ↑ Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“. Erweiterte Neuausgabe. Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 26
- ↑ Alarm im Weltall (1955) in der Synchrondatenbank von Arne Kaul; abgerufen am 1. November 2008