Allershausen

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde Allershausen in Bayern. Informationen zur 1974 nach Uslar eingemeindeten Gemeinde Allershausen in Niedersachsen finden sich unter Allershausen (Uslar).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Allershausen
Allershausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Allershausen hervorgehoben
48.43138888888911.599166666667442Koordinaten: 48° 26′ N, 11° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Freising
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Allershausen
Höhe: 442 m ü. NHN
Fläche: 26,56 km²
Einwohner: 5309 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 200 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85391
Vorwahl: 08166
Kfz-Kennzeichen: FS
Gemeindeschlüssel: 09 1 78 113
Gemeindegliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Johannes-Boos-Platz 6
85391 Allershausen
Webpräsenz: www.allershausen.de
Erster Bürgermeister: Rupert Popp (Parteifreie Wähler)
Lage der Gemeinde Allershausen im Landkreis Freising
Landkreis Dachau Landkreis Erding Landkreis Kelheim Landshut Landkreis Landshut Landkreis München Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Allershausen Attenkirchen Au in der Hallertau Eching (Landkreis Freising) Fahrenzhausen Freising Gammelsdorf Haag an der Amper Hallbergmoos Hörgertshausen Hohenkammer Kirchdorf an der Amper Kranzberg Langenbach (Oberbayern) Marzling Mauern Moosburg an der Isar Nandlstadt Neufahrn bei Freising Rudelzhausen Wang (Oberbayern) Wolfersdorf Paunzhausen ZollingKarte
Über dieses Bild

Allershausen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Freising und Sitz der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft.

Geografie[Bearbeiten]

Allershausen liegt am nördlichen Rand der Münchner Schotterebene an der Mündung der Glonn in die Amper. Im Westen durchquert die Autobahn A 9 das Gemeindegebiet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Gemeinden grenzen an die Gemeinde Allershausen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Paunzhausen (Lkrs. Freising), Schweitenkirchen (Lkrs. Pfaffenhofen/Ilm), Kirchdorf an der Amper (Lkrs. Freising), Kranzberg (Lkrs. Freising) und Hohenkammer (Lkrs. Freising).

Gliederung der Gemeinde[Bearbeiten]

Es existieren folgende Gemarkungen: Aiterbach, Allershausen, und Tünzhausen. Die Gemeinde Allershausen besteht darüber hinaus aus 11 weiteren amtlich benannten Ortsteilen:

  • Eggenberg
  • Göttschlag
  • Höckhof
  • Kreuth
  • Laimbach
  • Leonhardsbuch
  • Oberallershausen
  • Oberkienberg
  • Reckmühle
  • Schroßlach
  • Unterkienberg

Geschichte[Bearbeiten]

Die Kath. Pfarrkirche St. Joseph

Archäologische Funde lassen sich auf 2000 v. Chr. datieren und bestätigen, dass die Gemeinde zu einem uralten Siedlungsgebiet gehört.

Die Kelten besiedelten etwa 500 v. Chr. das Gebiet und gaben den beiden Flüssen Amper (Amba) und Glonn (Clana) ihre Namen.

Die Römer besetzten 15 n. Chr. das Gebiet ohne Widerstand der Noriker, des Keltenstammes, der zu dieser Zeit hier siedelte. 450 Jahre später drangen die germanischen Stämme in das Gebiet vor und zwangen die Römer zum Rückzug. Der Stamm der Bajuwaren teilte sich das Gebiet mit den verbliebenen Kelten. Die vielen Orte im Landkreis mit -ing und -hausen im Namen zeigen, dass die Siedlungsgründungen vor und während der Landnahme der Bajuwaren erfolgt sind.

Schriftlich erwähnt wurde der Ort erstmals im Jahr 814 in einer urkundlichen Niederschrift als Adalhareshusum, eine Zusammenziehung des Personennamens Adalhar mit dem Bestimmungswort hûs, was „bei den Häusern des Adalhar“ heißt. „Adalhar“ bedeutet so viel wie „edler Krieger“. Weitere Erwähnungen erfolgten 822 als Adlahareshusir und etwa 1140 als Adlhershusen. Der heutige Ortsname ist seit 1466 belegt.

Da der Ort seit 1190 an das Prämonstratenserkloster Neustift bei Freising geschenkt worden war, enthält das Gemeindewappen die Neustifter Schlüssel. In einer schweren Zeit am Ende des 18. Jahrhunderts ließ Abt Joseph von Neustift die Pfarrkirche neu erbauen.

Gedenktafel an den Erbauer der Pfarrkirche, Abt Joseph von Neustift

Sie wurde am 4. Oktober 1783 mit dem Patronat des heiligen Josef geweiht. 1872 wurde der Turm auf 64 Meter erhöht und das Kirchenschiff wurde 1892 um 10 Meter nach Westen verlängert. Der sogenannte „Dom des Ampertales“ wurde vor der 200-Jahr-Feier seines Bestehens im Jahre 1983 gründlich renoviert.

Allershausen gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Kranzberg des Kurfürstentums Bayern. Durch ein Edikt des bayerischen Königs von 1808/1818 siedelten sich hauptsächlich protestantische Einwanderer aus dem Rheinkreis (Pfalz) an. Sie bauten 1835 im Ortsteil Oberallershausen eine evangelische Kirche und gründeten eine der ersten protestantischen Gemeinden in Altbayern.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der kommunalen Neuordnung Bayerns wurde am 1. April 1971 die Gemeinde Aiterbach aufgelöst und nach Allershausen eingemeindet. Am 1. Januar 1972 kamen die Ortsteile Göttschlag, Kreuth und Tünzhausen der aufgelösten Gemeinde Tünzhausen sowie der Gemeindeteil Oberkienberg der aufgelösten Gemeinde Schlipps hinzu.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Auf rotem Grund ein Schlüssel mit zwei Barten über einem Seil.

Wappen50x50.gif

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014
 %
60
50
40
30
20
10
0
35,2 %
12,3 %
52,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   2
   0
  -2
  -4
+1,1 %p
+1,8 %p
-2,9 %p


Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat. Seit Mai 2014 gehören dem Gemeinderat drei Parteien und Gruppierungen an:

Partei / Wählergruppe 2002 2008 2014
CSU 6 6 7
SPD 2 1 2
Freie Wähler 6 9 11
Unabhängige Wählergemeinschaft 2 - -
Gesamt 16 16 20

Nach Prozenten wurde folgendermaßen abgestimmt:

Partei / Wählergruppe 2002 2008 2014
CSU 36.8 34.1 35.2
SPD 11.8 10.5 12.3
Parteifreie Wähler 39.7 55.4 52.5
Unabhängige Wählergemeinschaft 11.7 - -
Gesamt 100 100 100

Bürgermeister[Bearbeiten]

Als erster Bürgermeister wurde Rupert Popp von den Freien Wählern mit 74,1 % in seinem Amt bestätigt, das er seit 2008 ausübt.


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Brauchtum[Bearbeiten]

  • Leonhardiritt nach Leonhardsbuch
  • Volksfest Allershausen (jedes Jahr am letzten Juliwochenende)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 2.893.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 825.000 €.

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Die Nähe der Autobahn A 9 begünstigt die Ansiedlung von Gewerbe und Gaststätten. Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 9, im Produzierenden Gewerbe 430 und im Bereich Handel und Verkehr 648 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 238 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1761. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es 4 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 5 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 84 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1969 ha. Davon waren 1598 ha Ackerfläche und 367 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 1999):

  • Kindergärten: 150 Kindergartenplätze mit 162 Kindern
  • Volksschulen: Eine mit 32 Lehrern und 589 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Allershausen kann Personen, die sich in besonderem Maße um die Gemeinde verdient gemacht haben, die Ehrenbürgerschaft verleihen. Diese Ernennung ist mit keinen Privilegien verbunden. Eine posthume Verleihung ist nicht möglich.

Bislang wurden mindestens vier Personen zu Ehrenbürgern von Allershausen ernannt. Es sind jedoch nicht alle Protokolle der Gemeinderatssitzungen erhalten.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten die vor Ort wirkten[Bearbeiten]

  • Johann Martin Manl (1766–1835), Bischof von Speyer und von Eichstätt, war 1810/11 Pfarrer von Allershausen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Allershausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 464.