Moosburg an der Isar

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Moosburg an der Isar
Moosburg an der Isar
Deutschlandkarte, Position der Stadt Moosburg an der Isar hervorgehoben
48.46666666666711.933333333333421Koordinaten: 48° 28′ N, 11° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Freising
Höhe: 421 m ü. NHN
Fläche: 43,86 km²
Einwohner: 17.363 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 396 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 85368,
85465 (Fürnsbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 08761
Kfz-Kennzeichen: FS
Gemeindeschlüssel: 09 1 78 143
Adresse der
Stadtverwaltung:
Stadtplatz 13
85368 Moosburg a.d.Isar
Webpräsenz: www.moosburg.de
Bürgermeisterin: Anita Meinelt (CSU)
Lage der Stadt Moosburg an der Isar im Landkreis Freising
Landkreis Dachau Landkreis Erding Landkreis Kelheim Landshut Landkreis Landshut Landkreis München Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Allershausen Attenkirchen Au in der Hallertau Eching (Landkreis Freising) Fahrenzhausen Freising Gammelsdorf Haag an der Amper Hallbergmoos Hörgertshausen Hohenkammer Kirchdorf an der Amper Kranzberg Langenbach (Oberbayern) Marzling Mauern Moosburg an der Isar Nandlstadt Neufahrn bei Freising Rudelzhausen Wang (Oberbayern) Wolfersdorf Paunzhausen ZollingKarte
Über dieses Bild
St. Johannes und St. Kastulus

Moosburg an der Isar (amtlich: Moosburg a.d.Isar) ist die älteste Stadt im oberbayerischen Landkreis Freising und liegt 45 km nordöstlich von München auf halber Strecke zwischen der Großen Kreisstadt Freising und der niederbayerischen Bezirkshauptstadt Landshut, eingebettet in einer Art Insellage zwischen den Flüssen Isar und Amper. Moosburg erhielt im Jahre 1331, vor Freising (1359), das Stadtrecht und ist ein Mittelzentrum in der Region München.

Der internationale Flughafen München Franz Josef Strauß ist 15 km entfernt und über die Autobahnausfahrt Moosburg-Süd an der A92 zu erreichen. Als Regionalexpress-Haltepunkt im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) ist die Stadt ein beliebter Wohnort für 4.755[2] Pendler nach München, Freising, Landshut und zum Flughafen. Andererseits ist die Stadt als Standort verschiedener Industriebetriebe aber auch das Ziel von 3.108[2] Pendlern aus dem Umland und hat selbst 1.718 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Es gibt neben chemischer, elektrotechnischer und der Nahrungsmittelindustrie auch eine Maschinenfabrik in der Stadt.

Geografie[Bearbeiten]

Moosburg liegt am nordöstlichsten Ende der Münchner Schotterebene am Übergang zum Donau-Isar-Hügelland sowie zum Isar-Inn-Hügelland. Während das alte Stadtzentrum sowie weitere Teile der Stadt auf einem tertiären Höhenzug zwischen der Isar und der nördlich der Stadt einmündenden Amper liegen, wird das restliche Stadtgebiet durch die Auwälder der beiden Flüsse begrenzt; so gibt es im Süden des Stadtgebietes das Naturschutzgebiet Isarauen zwischen Hangenham und Moosburg. Auch sonst ist das Stadtgebiet durch eine Vielzahl von Flüssen, Bächen und Kanälen geprägt. So fließen neben Isar und Amper auch die Sempt und der Mittlere-Isar-Kanal direkt an Moosburg vorbei. Hier befinden sich die Uppenbornwerke der Stadtwerke München. Die Speicherseen dieser Anlage bilden die Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen.

Stadtteile[Bearbeiten]

Das Kerngebiet der Stadt zwischen Isar und Amper gliedert sich in die Stadtteile Altstadt, Michaelivorstadt, Bonau, Westerberg und seit 1945 Neustadt. Zum Stadtgebiet gehören auch die eingegliederten Orte Thonstetten mit Grünseiboldsdorf und Moosham, Niederambach mit Oberambach, Feldkirchen und Kirchamper und Pfrombach mit Aich, welche zum Teil schon mitten im tertiären Hügelland liegen, so dass sich das Stadtgebiet von 14 auf über 43 km² vergrößerte.

25 Gemeindeteile wurden amtlich benannt: Aich, Berg, Eck, Feldkirchen, Fürnsbach, Grünseiboldsdorf, Kirchamper, Moos, Moosburg an der Isar, Moosham, Murr, Neumühl, Niederambach, Oberambach, Oberpolln, Oberreit, Pfrombach, Pfrombeck, Pillhofen, Sempt, Stießberg, Thonstetten, Troll, Unterreit und Weiglschwaig. Auf dem ehemaligen Gemeindegebiet Pfrombachs entstand zudem unmittelbar in Stadtnähe das Gewerbe- und Industriegebiet Degernpoint als neuer Stadtteil. Auch die Siedlung Uppenbornstraße gehört zum Stadtgebiet.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Die Stadt Moosburg an der Isar befindet sich in unmittelbarer Grenzlage zwischen Nieder- und Oberbayern, den Landkreisen Freising, Erding und Landshut. Im Norden und Nordosten wird das Stadtgebiet von der Gemeinde Wang umschlossen. Im Osten grenzen die im Landkreis Landshut (Niederbayern) gelegenen Gemeinden Eching und Buch am Erlbach an. Im Süden die im Landkreis Erding gelegene Gemeinden Langenpreising und Berglern. Im Westen schließlich noch die im Landkreis Freising gelegenen Gemeinden Langenbach und Haag an der Amper.

Mittelzentrum[Bearbeiten]

Moosburg an der Isar ist als im Landesentwicklungsprogramm ausgewiesenes Mittelzentrum laut dortiger Festlegung der zentrale Ort für die Umlandgemeinden Hörgertshausen, Gammelsdorf, Nandlstadt, Mauern, Wang und Langenpreising, also für insgesamt 33.646 Einwohner. Darüber hinaus ist es dies auch wegen der zentralen Einrichtungen wie der Schulen, der vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten und nicht zuletzt wegen der kurzen Entfernungen und der hervorragenden Straßenanbindungen für weitere 31.698 Einwohner der Gemeinden Bruckberg, Buch am Erlbach und Vilsheim im Landkreis Landshut, Kirchberg, Wartenberg, Fraunberg und Berglern im Landkreis Erding sowie Langenbach, Haag an der Amper und Attenkirchen im Landkreis Freising.

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

  • Terrasse bei Niederhummel (Geotop-Nummer 178A001)
  • Naturschutzgebiet Isarauen zwischen Hangenham und Moosburg (NSG-00246.01)

Geschichte[Bearbeiten]

Moosburg im Jahre 1644
Das Moosburger Rathaus

Die historische Altstadt liegt auf einer Landzunge, die von zwei in diesem Bereich fast parallel verlaufenden Flüssen – der Amper und der Isar – gebildet wird. Unmittelbar nordnordöstlich von Moosburg mündet die Amper in die zur Donau fließende Isar. Beide Flüsse waren über Jahrtausende wichtige natürliche Handelswege. Der natürliche Schutz, den die Flüsse mit ihren einst wesentlich größeren Auen bildeten, wurde durch den Moosburger Siedlungshügel verstärkt, auf dem sich die spätere Stadt entwickelte. Funde aus der Altstadt bezeugen die Anwesenheit von Menschen in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Auch aus dem Umland sind etliche, teils größere Gebiete mit vorgeschichtlichen Siedlungsspuren bekannt, die von der Jungsteinzeit bis in die keltische Latènezeit reichen. In römischer Zeit war das Gebiet ländlich geprägt, Siedlungsspuren, insbesondere mittelkaiserzeitliche Brandgräberfelder und eine mutmaßliche Villa Rustica, fanden sich unter anderem nördlich, westlich und südwestlich der modernen Stadt. Grabungen im Stadtgebiet haben die frühe Bedeutung der Moosburger Region bestätigt. Besonders südlich der Isar konnten durch Grabungsbefunde und Luftbildarchäologie Reste eines umfangreichen römischen Straßennetzes gesichert werden. Hier verlief entlang der Isar eine Straße von der Donau zur überregional bedeutenden Handelsstraße zwischen Salzburg und Augsburg.

Frühmittelalter[Bearbeiten]

Die Klostersiedlung „Mosabyrga” wurde um 770 erstmals urkundlich erwähnt. Die Mönche Albin und Rhenobot brachten um 800 die Reliquien des heiligen Kastulus nach Moosburg. 895 gelangte das bisherige Reichskloster in den Besitz des Bistums Freising.

Hochmittelalter[Bearbeiten]

1021 wurde das Benediktinerkloster aufgelöst und ein Chorherrenstift gegründet. Ein Großbrand vernichtete 1207 das gräfliche Schloss und große Teile des Münsters. Das Kastulusmünster wurde 1212 geweiht. 1281 erlosch das Grafengeschlecht der Moosburger.

Spätmittelalter[Bearbeiten]

Im Jahre 1331 erhielt Moosburg das Stadtrecht. 1403 war Baubeginn für Stadtmauer und Stadttore. 1599 wurde das Moosburger Chorherrenstift an die Landshuter Martinskirche verlegt. Am 26. April 1632 wurde Moosburg im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden erobert und 1634 geplündert. 1702 wurde fast die Hälfte der Stadt durch einen Großbrand zerstört, ein erneutes Feuer suchte die Stadt 1865 heim.

19. Jahrhundert bis zur Gegenwart[Bearbeiten]

Ansicht Mitte des 19. Jahrhunderts.

Nach der Säkularisation der Klöster wurde Moosburg 1803 zum Sitz eines Landgerichts und damit ein selbstständiger Verwaltungsbezirk im damaligen Isarkreis, der später zum Regierungsbezirk Oberbayern wurde. Das Landgericht Moosburg umfasste das Gebiet des heutigen nördlichen Landkreises Freising und die angrenzenden Gemeinden von Schweitenkirchen über Wolnzach und Obersüßbach bis Bruckberg. 1858 wurde Moosburg durch die Eröffnung der Eisenbahnstrecke München-Landshut an das Eisenbahnnetz angeschlossen. 1862 erfolgte der Zusammschluss mit dem Landgerichtsbezirk Kranzberg zum neu gebildeten Bezirksamt Freising (1939 umbenannt in Landkreis Freising). 1867 bis 1899 erfolgte der Abbruch der drei mittelalterlichen Stadttore. 1906 kam es zur Gründung des Tonwerks Moosburg, des Vorläufers der Süd-Chemie (jetzt „Clariant“).

Im September 1939, kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, wurde im Norden Moosburgs das Kriegsgefangenenlager STALAG VII A errichtet, das 1945 von US-amerikanischen Truppen befreit wurde. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs waren dort und in seinen Nebenlagern 80.000 Kriegsgefangene vieler Nationalitäten interniert, es gilt deshalb als größtes Kriegsgefangenenlager innerhalb Deutschlands. Nach Kriegsende wurde dort ein US-Zivilisten-Internierungslager für Deutsche eingerichtet, die für ihre Tätigkeit während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zur Rechenschaft gezogen werden sollten.[3] Ab 1948 entstand auf dem Gelände der Moosburger Stadtteil Neustadt, der zunächst überwiegend von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen besiedelt war. 1949 wurde der Neubau der 1945 von der Waffen-SS gesprengten Isarbrücke fertiggestellt.

1965 erhielt die Stadt den heutigen Namen „Moosburg an der Isar”. 1971 wurde vom damaligen Stadtrat im Rahmen der Gebietsreform in Bayern entschieden, auch weiterhin im Landkreis Freising und damit in Oberbayern zu verbleiben und nicht – wie das benachbarte Bruckberg – nach Niederbayern zu wechseln. 2002 erfolgte die Schließung des Kreiskrankenhauses Moosburg, 2006 die der Moosburger Zweigstelle des Amtsgerichts Freising.

Im Jahr 2010 wurde in Moosburg erstmals ein Festspiel aufgeführt („Die verbotene Stadt“), welches unter der Schirmherrschaft des bayerischen Ministerpräsidenten stand und sich mit der Geschichte der historisch bedeutsamen Stadt auseinandersetzte.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Thonstetten (mit Grünseiboldsdorf und Moosham) eingegliedert.[5] Am 1. Januar 1976 kam Niederambach (mit Oberambach, Feldkirchen und Kirchamper) hinzu.[6] Pfrombach (mit Aich) folgte am 1. Januar 1978. Die Siedlung Uppenbornstraße der Gemeinde Wang, vorher zur aufgelösten Gemeinde Volkmannsdorferau gehörend, rundete die Reihe der Eingliederungen am 1. Mai 1978 ab.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung von Moosburg (frühere Zahlen zur Vergleichbarkeit auf die heutigen Stadtgrenzen umgerechnet) hat sich seit der ersten Volkszählung von 1840 wie folgt entwickelt:

Jahr Einwohner
(V) 1840 2.643
(V) 1871 3.459
(V) 1900 3.970
(V) 1925 5.093
Jahr Einwohner
(V) 1939 6.169
(V) 1950 10.023
(V) 1961 11.310
(V) 1970 13.050
Jahr Einwohner
1980 13.236
(V) 1987 14.251
1990 15.243
2000 16.607
Jahr Einwohner
2005 17.276
2006 17.284
2007 17.492
2008 17.430
Jahr Einwohner
2009 17.487
2010 17.554
2011 17.696
Juli 2014 18.111

(jeweils zum 31. Dezember[2] / (V): Tag der Volkszählung)

Durch Ausweisung zweier Baugebiete (Am Mühlbachbogen Nord, Alte Thalbacher Str. I und II) ist ab 2010 ein deutlicher Einwohnerzuwachs zu verzeichnen. Nach Fertigstellung der Westumfahrung (F15 neu) ist die großzügige Ausweisung neuer Baugebiete (Moosburg-West) erfolgt, wodurch die Einwohnerzahl in den kommenden 10 Jahren nach Prognosen nochmals um mehr als 5000 Neubürger zunehmen wird.

Wappen[Bearbeiten]

Ursulakapelle

Das Moosburger Wappen zeigt geteilt von Silber und Rot oben zwei rote Rosen, unten eine silberne. Ursprünglich geht das Wappen auf die Grafen von Moosburg zurück, welche bis 1281 in Moosburg lebten. Nach Aussterben des Grafenhauses konnte die Stadt die drei Rosen für sich beanspruchen. Die älteste Abbildung des Wappens ist in der Ursulakapelle im Kastulusmünster zu sehen. Dort ziert es das Deckenfresko der ehemaligen Grabgelege der Grafen. Hier ist jedoch die Farbgebung umgekehrt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Auf dem Plan: St. Johannes und Kastulusmünster
Kastulusmünster: Innenraum

Das auf einer Anhöhe befindliche Stadtzentrum wird überragt von den Türmen des Kastulusmünsters und der Johanneskirche. Da beide Kirchtürme mit jeweils 50 Meter die gleiche Höhe aufweisen, äußerlich sehr ähnlich gestaltet wurden und beide Kirchen sehr eng zusammenstehen, hat man aus Richtung der Domstadt Freising kommend den Eindruck, dass auch die Stadt Moosburg an der Isar einen eigenen Dom mit zwei Türmen besitzt.

  • Kastulusmünster (Anfang des 19. Jahrhunderts berühmte Wallfahrtskirche): Einen besonderen Bekanntheitsgrad hat der im Jahre 1514 von dem Landshuter Bildhauer Hans Leinberger geschnitzte Hochaltar im Kastulusmünster. Diesen Altar zieren folgende Figuren: in der Mitte die Hl. Maria mit Kind, eingeschlossen vom Hl. Kastulus und vom Hl. Heinrich. Hinter dem Altarkreuz ist der Kastulusschrein zu sehen. Ein Großteil der Gebeine des Hl. Kastulus, die ursprünglich von Albin und Rhenobot nach Moosburg gebracht wurden, befinden sich heute in der Landshuter Martinskirche.
  • Johanniskirche: aus dem 15. Jh. Vom Altar von Hans Leinberger sind lediglich zwei Flügelreliefs erhalten, die sich in Museen befinden. 1980 wurden beim rechten Seitenportal mehrere Grabsteine und Fresken entdeckt. Der Turm der Johanniskirche diente lange Zeit als Stadtturm, in dem sich die Wohnung des Türmers befand. Deswegen befindet sich der Turm der Johanniskirche, im Gegensatz zum Turm des Kastulusmünsters, im Besitz der Stadt.[8]
  • Friedhofskirche St. Michael: Im 13. Jh erbaut. Teils gotisch, aber auch barocke Elemente
  • Piuskirche: Im Gebiet des ehemaligen Strafgefangenenlagers, vor allem für die Heimatvertriebenen. Finanziert wurde sie unter anderem durch eine große Spende von Papst Pius XII. Geplant von Architekt Friedrich Haindl, 1950 eingeweiht. Direkt neben der Kirche steht der Franzosenbrunnen, der 1942 von einem französischen Kriegsgefangenen im Stalag VII A gestaltet wurde und auf dem die vier größten französischen Flüsse dargestellt sind; er wurde 1963 hier aufgestellt.
  • Filialkirche St. Valentin (Thonstetten)
  • Heimatmuseum am Kastulusplatz in alter Klosterschule (Vor- und Frühgeschichte, Stadtgeschichte, Handwerk, Landwirtschaft, Volkskunst)

Gedenkstätten[Bearbeiten]

  • Gedenkstätte Oberreit, ein Holzkreuz erinnert an die hier zunächst bestatteten Toten des Kriegsgefangenenlagers
  • Gedenkstein mit Brunnen: Nördlich des Stadtgebietes wurde 1939 das Kriegsgefangenen-Stammlager VII A der Wehrmacht errichtet. Heute durch den Stadtteil Neustadt überbaut. Ein Gedenkbrunnen des französischen Bildhauers Antoniucci Volti erinnert seit 1963 an das Stalag VII A.[9]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Seit 2011 findet im Aquapark das Utopia Island Festival statt.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Stadtrat:

Partei / Wählergruppe 2002 2008 2014
CSU 9 10 7
SPD 6 5 3
Grüne 2 3 4
Freie Wähler 5 6 5
Unabhängige Moosburger Bürger 2 - 3
ÖDP - - 1
Die Linke - - 1
Gesamt 24 24 24

Nach Prozenten wurde folgendermaßen abgestimmt:

Partei / Wählergruppe 2002 2008 2014
CSU 37,8 41,2 29,2
SPD 25,1 19,3 12,5
Grüne 9,3 14,4 16,7
Freie Wähler 19,5 25,0 20,8
Unabhängige Moosburger Bürger 8,3 - 12,5
ÖDP - - 4,2
Die Linke - - 4,2
Gesamt 100 100 100

Bürgermeister[Bearbeiten]

Als erste Bürgermeisterin wurde Anita Meinelt von der CSU in der Stichwahl mit 55,8 % in ihrem Amt bestätigt, dass sie seit 2002 ausübt. Zweiter Bürgermeister ist Josef Dollinger von den Freien Wähler, Dritter Bürgermeister ist Dr. Michael Stanglmeier von den Grünen

Erste Bürgermeister seit 1933[Bearbeiten]

Name von bis Partei
Hermann Müller 1933 29. April 1945
Max Fertl 09.05.1945 13. August 1945
Richard Braun 13.08.1945 30. April 1956 CSU
Josef Erber 01.05.1956 19. Juli 1965 SPD
Oscar Hertel 01.10.1965 30. April 1978 SPD
Herbert Franz 01.05.1978 30. April 1984 CSU
Anton Neumeier 01.05.1984 30. April 2002 SPD
Anita Meinelt 01.05.2002 CSU

Partnerstädte[Bearbeiten]

Die Stadt Moosburg an der Isar verbinden drei Städtepartnerschaften und zwei Städtepatenschaften mit anderen Städten. Dies sind:

Städtepartnerschaften

  • FrankreichFrankreich seit 29. September 1973: Bry-sur-Marne, Frankreich
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten seit 18. Juli 1981: Rochester, USA
  • OsterreichÖsterreich seit 15. Juli 1991: Moosburg, Österreich

Städtepatenschaften

  • TschechienTschechien seit 8. April 1968: Kynšperk nad Ohří (Königsberg an der Eger), Tschechien
  • SerbienSerbien seit 9. Juli 1973: Odžaci (Hodschag), Serbien

Ehrenbürger[Bearbeiten]

siehe: Liste der Ehrenbürger von Moosburg an der Isar

Infrastruktur[Bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen und Freizeit[Bearbeiten]

Ämter und Behörden[Bearbeiten]

  • Stadtverwaltung
  • Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Erding, Dienststelle Moosburg
  • Polizeiinspektion

Schulen[Bearbeiten]

In Moosburg befinden sich insgesamt acht Bildungseinrichtungen.

Die Mehrzahl der Schüler kommt dabei aus umliegenden Gemeinden der Landkreise Freising, Erding und Landshut, so dass die Stadt das Bildungszentrum einer landkreisübergreifenden kleinen Region darstellt.

In letzter Zeit gab es bei den Moosburger Schulen wegen zunehmender Schülerzahlen, insbesondere durch die neuen Schulsysteme (R6 und G8), immer mehr Raumprobleme. Die Lösungen hierzu wurden unterschiedlich gehandhabt. Am Gymnasium wurde der lang umstrittene dreigeschossige Erweiterungsbau errichtet und zum Schuljahr 2007/08 eröffnet. Das von der Stadt Moosburg an der Isar an den Landkreis Freising verkaufte, direkt neben der Realschule liegende Gebäude der ehemaligen Landwirtschaftsschule wurde für die Realschule renoviert, umgebaut und im September 2007 bezogen. Auch die Hauptschule wurde durch einen Neubau erweitert.

Nachfolgend findet sich eine Auflistung der Schulen in Moosburg.

Volksschulen

  • Theresia-Gerhardinger-Grundschule (Nord)
  • Anton-Vitzthum-Grundschule [2]
  • Georg-Hummel-Mittelschule

weiterführende Schulen

weitere Schulen

Freizeit und Sportanlagen[Bearbeiten]

  • Freibad
  • Hallenbad
  • Eisstadion (Sparkassen-Arena, überdacht)
  • DAV Kletteranlage
  • Skateanlage
  • Kegelhalle
  • Jugendzentrum
  • Tennishalle mit Tennisplätzen (TC Moosburg)
  • Fußballanlage Bonau (Zusammenschluss zum FCM aus den Vereinen Real Bonau und SpVgg)
  • Fußballanlage Neustadt (TSV Moosburg Neustadt)
  • Fahrrad-Tricks Gelände und Bolzplatz
  • Zwei Dreifach-Turnhallen (Albinstraße und Realschule) sowie Zweifachturnhalle (Gymnasium), Stadthallen-Turnhalle und die SGM-Turnhalle neben dem Eisstadion

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Moosburg sind einige größere Industriebetriebe ansässig, die teilweise von internationaler Bedeutung sind. Nachfolgend eine nicht abschließende Auflistung der ansässigen Unternehmen und Betriebe:

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Bahn[Bearbeiten]

Donau-Isar-Express (DB-Baureihe 440)

Die Stadt Moosburg an der Isar durchläuft seit 1858 die Hauptbahn München-Landshut-Regensburg. Diese Strecke ist seit dem 25. November 1891 zweigleisig und wird bereits seit dem 3. Oktober 1925 elektrisch betrieben. Werktags halten am Bahnhof 82 (2009: 66) Regionalexpresszüge und Regionalbahnen nach München, Landshut, Regensburg, Nürnberg und Passau, am Samstag 66 und Sonntag 63 (2009: 48) Züge. Die Fahrzeit bis München Hbf. beträgt mit dem Regionalexpress nur 32 bis 34 Minuten und liegt damit sogar unter entsprechenden Werten einiger S-Bahnhöfe an den Außenästen. Mehr als 5.000 Reisende frequentieren den Bahnhof täglich, der damit der meistgenutzte Durchgangsbahnhof (außerhalb der S-Bahngebiete) ganz Bayerns ist. Am 28. Oktober 2007 wurde das Elektronische Stellwerk Moosburg in Betrieb genommen, welches (ferngesteuert aus der Betriebszentrale München) für den Bereich Landshut – Marzling die Betriebsabwicklung von 28 km Strecke, 2 Bahnhöfen und 18 verbliebenen Bahnübergängen übernimmt.

Im Dezember 2009 wurde das Zugangebot im Rahmen der Ausschreibung durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft insbesondere mit der Einführung des Donau-Isar-Express in der Relation München – Landshut – Passau neu geordnet. Es halten seitdem 24 % mehr Züge, also mindestens im Stundentakt.

Auch wird seit längerem darüber nachgedacht, die Münchner S-Bahn bis Moosburg an der Isar fahren zu lassen. (siehe: S-Bahn München unter „Planungen zum weiteren Ausbau” ). Hierfür haben zunächst die Zwischenhalte Marzling (2007) und Langenbach (2010) neue Bahnsteige und Zugangsanlagen erhalten. Während die Reisezeit der verlängerten S1 mit 56 Minuten zwar immer noch die 68 Minuten einer S-Bahnfahrt von München nach Altomünster unterbieten würde, wäre sie dennoch deutlich länger als die heutige Reisezeit mit dem Regionalexpress. Somit erscheint eine Verlängerung nur in Zusammenhang mit dem geplanten Express-S-Bahn-System sinnvoll, das durch den zweiten Münchner S-Bahn-Tunnel eingeführt werden soll und somit die Reisezeit der dann im Halbstundentakt verkehrenden S-Bahnen auf nur mehr 44 Minuten verkürzt. Im Vorlaufbetrieb verkehrt seit Dezember 2009 eine Regionalbahn meist im Zweistundentakt zwischen Freising und Landshut mit S-Bahn-ähnlichen Triebzügen der Baureihe 425.

Straße[Bearbeiten]

Moosburg ist überregional durch die Bundesautobahn 92 mit 2 Ausfahrten Nord und Süd angebunden. Im Stadtgebiet schneiden sich außerdem die Bundesstraße 11 sowie die Staatsstraßen 2054 (Zolling – Geisenhausen), 2085 (Mainburg – Langenpreising) und 2331 (nach Erding).

B11-Kreuzung in Moosburg

Von Juli 2005 bis Ende 2007 wurde nach 80-jähriger Planung für über 14 Mio. € der von täglich über 14.000 Kfz und 173 Zügen befahrene, im Bereich von 7 zusammenführenden Straßenästen liegende Bahnübergang der St 2085 durch einen mit Rampenbauwerken 250 m langen Straßentunnel ersetzt. Die Eröffnung war stadtauswärts am 7. September 2007, stadteinwärts am 13. Oktober 2007. Gleichzeitig wurde eine neue, verkehrsabhängig geschaltete Ampelanlage im großzügig gestalteten Einmündungsbereich der Industriestraße und der St. 2085 in Betrieb genommen. Da die Verkehrsführung im Innenstadtbereich, wie auch bereits mit Fertigstellung der Südumfahrung im Zuge der B11 im Jahre 1965 dabei jedoch weiterhin unverändert blieb und eine Ortsumgehung bislang fehlt, ist das historisch enge Stadtzentrum mit über 23.000 Fahrzeugen am Tag übermäßig stark verkehrsbelastet.

Von Ende Juni bis 10. September 2008 wurde zumindest als erste Maßnahme zum Bau der stark entlastend wirkenden Westumfahrung (Kreisstraße FS 15) an der unfallträchtigen Einfahrt West der Bundesstraße 11 mit der Staatsstraße 2054 ein Kreisverkehr errichtet.

Am 28. Juli 2008 beschloss der Stadtrat nach 20-jähriger Diskussion, die Vorfahrt an zwei Einmündungen der Stadion-, Westerberg- (St 2054) und Münchener Straße (St 2085) ändern zu lassen, damit zumindest eine Teilentlastung der Innenstadt vom Durchgangsverkehr erreicht wird. Der dafür notwendige Umbau beider Einmündungen kann durch das Staatliche Bauamt Freising allerdings erst nach Fertigstellung der Westumfahrung erfolgen. Die Westumfahrung führt vom Kreisverkehr der Bundesstraße 11 bei Strecken-km 56,16 über die Bahnstrecke München–Regensburg, in einem großzügigen Bogen, der die bestehende Wohnbebauung vom Lärm entlasten soll, zur St 2054, die mit einem Kreisverkehr gekreuzt wird. Der zweite Bauabschnitt verlief an der Amper entlang bis kurz vor der Amperbrücke die St 2085 erreicht wird, die ebenfalls mit einem Kreisverkehr angeschlossen ist. Der zugehörige Bebauungsplan wurde am 1. August 2009 in Kraft gesetzt.[11] Die Eröffnung der schnellen Anbindung der Hallertau an die B11 erfolgte am 28. November 2012.

Flughafen[Bearbeiten]

Vorfeld Terminal 1 I.JPG

Das nur 17 km südwestlich gelegene internationale Luftverkehrsdrehkreuz Flughafen München ist mit dem Auto in etwa 20 Minuten und mit Bahn und Flughafenbus 635 (Umsteigen in Freising) in etwa 45 bis 50 Minuten zu erreichen. Seit 2006 wird vom Freistaat Bayern mit der „Neufahrner Gegenkurve” eine mit nur 20 Minuten Fahrzeit direkte Bahnanbindung des Flughafens über Freising mit Fertigstellung im Jahr 2016 geplant. Dann soll neben einem Flughafenexpress ab Regensburg auch die ab Landshut verkehrende Regionalbahn über Moosburg und Freising zum Flughafen fahren. Das Planfeststellungsverfahren hierzu wurde im März 2010 beantragt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Geschichte der Stadt Moosburg
  • Moosburg/Isar – Geschichte und Kunst der Stadt

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung Bayern
  3. moosburg.de, Geschichte, Das Kriegsgefangenenlager „STALAG VII A” (1939 bis 1945), abgerufen am 25. November 2011
  4. [1]
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 464.
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens- Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 574.
  7.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 575.
  8. Franz Heilmann: Der Erwerb der Moosburger Johanniskirche durch die Stadt Moosburg. In: Amperland, 1968, S. 10-11.
  9. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 166
  10. Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium
  11. Bauablauf Westumfahrung

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Moosburg an der Isar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien