Hallbergmoos

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hallbergmoos
Hallbergmoos
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hallbergmoos hervorgehoben
48.32440111.749814460Koordinaten: 48° 19′ N, 11° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Freising
Höhe: 460 m ü. NHN
Fläche: 35,06 km²
Einwohner: 9765 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 279 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 85399,
85737 (Zwillingshof)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 0811,
089 (Zwillingshof)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: FS
Gemeindeschlüssel: 09 1 78 130
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Theresienstraße 76
85399 Hallbergmoos
Webpräsenz: www.hallbergmoos.de
Bürgermeister: Harald Reents (CSU)
Lage der Gemeinde Hallbergmoos im Landkreis Freising
Landkreis Dachau Landkreis Erding Landkreis Kelheim Landshut Landkreis Landshut Landkreis München Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Allershausen Attenkirchen Au in der Hallertau Eching (Landkreis Freising) Fahrenzhausen Freising Gammelsdorf Haag an der Amper Hallbergmoos Hörgertshausen Hohenkammer Kirchdorf an der Amper Kranzberg Langenbach (Oberbayern) Marzling Mauern Moosburg an der Isar Nandlstadt Neufahrn bei Freising Rudelzhausen Wang (Oberbayern) Wolfersdorf Paunzhausen ZollingKarte
Über dieses Bild
Luftbild von Hallbergmoos

Hallbergmoos ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Freising. Sie liegt etwa 25 km nördlich von München in unmittelbarer Nähe des 1992 eröffneten Flughafen München Franz Josef Strauß. Ein Teil des Flughafengeländes liegt auf ihrer Gemarkung. Ortsteile sind Birkeneck, Brandstadl, Erching, Fischerhof, Goldach, Mariabrunn und Zwillingshof.

Geographie[Bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die folgenden Gemeinden grenzen an Hallbergmoos: Im Norden Freising, im Osten die Ortsteile Schwaig, Oberding und Notzing, die zur Verwaltungsgemeinschaft Oberding gehören, im Süden die Moosinninger Ortsteile Eichenried und Zengermoos, der Ismaninger Ortsteil Fischerhäuser und im Westen die Gemeinden Eching und Neufahrn bei Freising.

Klima[Bearbeiten]

Bis zur schrittweisen Trockenlegung des Erdinger Mooses (vor allem im Zuge des Flughafenbaus) lag der Ort früher im Herbst häufig im dichten Nebel.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet Hallbergmoos war bis zur Säkularisation 1803 Territorium des Hochstift Freising. Aus dieser Zeit sind von den Freisinger Fürstbischöfen noch Schloss Birkeneck und Schloss Erching erhalten. Reichsfreiherr Theodor von Hallberg-Broich kaufte 1825 Schloss Birkeneck mit 921 Tagwerk (entsprechend 3.138.768 m²) Grund. Seinem Unternehmungsgeist ist die Entwässerung der Umgebung und die Ortsgründung zu verdanken. 1831 wurde die Siedlung eine selbständige Gemeinde.

Um 1833 errichtete der Architekt Joseph Daniel Ohlmüller die Theresienkirche in italienischem Stil.

Südlich von Hallbergmoos waren seit 1865 etwa 20 Häuser erbaut worden. Die neue Ansiedlung wurde dem Namen des Baches entsprechend Goldach genannt. Nach 1945 wuchs die Einwohnerzahl von Hallbergmoos und Goldach durch den Zuzug vieler Heimatvertriebener auf rund 2600 an und blieb bis 1970 fast unverändert. 1953 nahm der Sender Stimme Amerikas in Erching einen 1000 Kilowatt starken Langwellensender in Betrieb. Er nutzte als Sendemast einen 252 Meter hohen, gegen Erde isolierten abgespannten Stahlfachwerkmast als Antenne. 1973 wurde diese Anlage, über die auch der RIAS zeitweise sendete, im Zuge der Entspannungspolitik stillgelegt. Die Reaktivierung erfolgte 1979 für eine Nutzung durch den Deutschlandfunk. Am 1. Januar 1989 wurde der Sender Erching nach Fertigstellung des Senders Aholming stillgelegt und kurz darauf die Sendeeinrichtungen demontiert.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform erfolgte am 1. Mai 1978 die Eingliederung des Ortsteils Goldach der aufgelösten Gemeinde Notzing.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Seit der Eröffnung des Flughafens in direkter Nachbarschaft entwickelte sich die Gemeinde rasant und wurde zur am schnellsten wachsenden Gemeinde im Landkreis Freising. Zwischen 1988 und 2008 wuchs die Gemeinde um 107% auf über 9.000 Einwohner an.

Einwohnerzahlen am 31. Dezember
Jahr Einwohner
1960 2.771
1970 2.903
1980 3.534
1990 4.822
2000 7.287
2005 9.100 (8341 Hauptwohnsitz, 759 Nebenwohnsitz)
2010 9.922 (9248 Hauptwohnsitz, 674 Nebenwohnsitz)
2011 10.171 (9483 Hauptwohnsitz, 688 Nebenwohnsitz)
2012 10.464 (9847 Hauptwohnsitz, 617 Nebenwohnsitz)

Mit einem Durchschnittsalter von 37,83 Jahren war Hallbergmoos 2011 eine der jüngsten Gemeinden in Bayern (Durchschnittsalter im Jahr 2010: 43,06 Jahre).

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014
 %
40
30
20
10
0
32,7 %
24,3 %
18,4 %
15,3 %
9,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+4,0 %p
-11,1 %p
+4,0 %p
-0,5 %p
+3,6 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat. Wie in der vergangenen Legislaturperiode gehören auch diesmal wieder fünf Parteien und überparteiliche Gruppierungen dem Gemeinderat an:[3]

Partei / Wählergruppe 2002 2008 2014
CSU 4 6 6
SPD 2 3 3
Grüne - 1 2
Freie Wähler Hallbergmoos/Goldach 11 7 5
Einigkeit 3 3 4
Gesamt 20 20 20

Nach Prozenten wurde folgendermaßen abgestimmt:

Partei / Wählergruppe 2002 2008 2014
CSU 51,3 28.7 32.7
SPD 48,7 15.8 15.3
Grüne - 5.7 9.3
Freie Wähler Hallbergmoos/Goldach 53.0 35.4 24.3
Einigkeit 13.3 14.4 18.4
Gesamt 100 100 100

Bürgermeister[Bearbeiten]

In der Stichwahl am 30. März 2014 wurde Harald Reents von der CSU mit 60 % der Stimmen zum Ersten Bürgermeister gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen zeigt in Silber auf grünem Boden eine grüne Eiche, rechts und links davon je ein schwebender grüner Rohrkolben mit schwarzem Kolben. Bedeutung: Die Eiche ist das Familienwappen des Ortsgründers, das der Freiherren von Hallberg-Broich. Die Rohrkolben, eine typische Sumpfpflanze, stehen für die Lage des Ortes im Erdinger Moos. Das Wappen wurde im Januar 1965 erteilt.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Hallbergmoos ist über die Autobahnausfahrt Hallbergmoos von der Flughafenautobahn erreichbar.

S-Bahnhof von Hallbergmoos

Hallbergmoos ist durch die S-Bahn-Linie S8 des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV) mit Herrsching, der Landeshauptstadt München und dem Münchner Flughafen verbunden. Die S8 benötigt vom Münchner Hauptbahnhof (Richtung Flughafen) zum Bahnhof Hallbergmoos etwa 30 Minuten und verkehrt zwischen München und dem Münchner Flughafen im 20-Minuten-Takt.

Da der Haltepunkt Hallbergmoos an der Bahnstrecke München Ost–München Flughafen mehrere Kilometer von der Ortschaft Hallbergmoos entfernt liegt, besteht eine Verbindung durch eine Bus-Ringlinie, deren Abfahrtszeiten auf den S-Bahn-Fahrplan abgestimmt ist. Zusätzlich verkehrt morgens, mittags und abends eine Buslinie von Freising über Hallbergmoos nach Neufahrn bei Freising.

Bildung[Bearbeiten]

In Hallbergmoos gibt es

  • eine Grundschule
  • eine Mittelschule (seit dem Schuljahr 2011/2012)
  • fünf Kindergärten
  • zwei Kinderkrippen
  • zwei Horte

Die Volkshochschulen der Gemeinden Hallbergmoos, Neufahrn bei Freising, Eching und Allershausen veröffentlichen zweimal im Jahr ein gemeinsames Kursprogramm.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Das ursprünglich bäuerlich geprägte Dorf mit 900 Einwohnern ist heute, bedingt durch die Nähe des Flughafens, ein Hochtechnologie-Standort mit dem großen Gewerbegebiet Munich Airport Business Park.

Luftbild von CISCO Systems GmbH im Munich Airport Business Park

Ehemalige ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Seit 2001 ringen die Ringer des SV Siegfried Hallbergmoos in der 1. Bundesliga. In der Bundesligasaison 2005/2006 wurden sie Vizemeister. Das ortsansässige Baseballteam trägt den Namen Hallbergmoos Red Sharks.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Reichsfreiherr Theodor von Hallberg-Broich war der Gründer von Hallbergmoos in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
  • Der exilrussische Journalist und Kirchenhistoriker Gleb Rahr (1922-2006) lebte von 1991 bis 2000 im Ortsteil Goldach und von 2000 bis zu seinem Tode in Hallbergmoos.[4]

Sonstiges[Bearbeiten]

Hallbergmoos ist die erste Gemeinde in Deutschland, die im Jahr 2002 ihre kommunale Haushaltsführung von der Kameralistik auf die kaufmännische Buchhaltung (Doppik) umgestellt hat.

Hallbergmoos ist Mitglied der Nordallianz, einem informellen Zusammenschluss von acht Kommunen im Norden Münchens.

Hallbergmoos unterhält seit dem Jahr 1994 eine Partnerschaft mit der Gemeinde Predazzo im Val di Fiemme in der autonomen Region Trentino in Südtirol.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 573.
  3. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/index.php
  4. Das russische München. Verlag Mir e. V., München 2010. ISBN 978-3-98-05300-9-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hallbergmoos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien