Bansin

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53.96388888888914.13388888888925Koordinaten: 53° 57′ 50″ N, 14° 8′ 2″ O

Bansin
Gemeinde Heringsdorf
Höhe: 25 m
Einwohner: 2503 (31. Dez. 2003)
Eingemeindung: 1. Januar 2005
Eingemeindet nach: Dreikaiserbäder
Postleitzahl: 17429
Vorwahl: 038378
Bansin (Mecklenburg-Vorpommern)
Bansin

Lage von Bansin in Mecklenburg-Vorpommern

Bansin ist ein Seeheilbad und Ortsteil der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf auf der Insel Usedom im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Bansin gehört zu den so genannten drei Kaiserbädern, mit Heringsdorf und Ahlbeck.

Mit diesen und mit dem heute polnischen Seebad Swinemünde ist Bansin über die längste Strandpromenade Europas verbunden, welche sich auf einer Länge von über 12 km über die vier Seebäder erstreckt.[1]

Heute ist der Ort geprägt durch geschlossene Ensembles der Bäderarchitektur, die oftmals Hotels und Ferienwohnungen beherbergen.

Am 31. Dezember 2003 hatte Bansin als noch eigenständige Gemeinde 2503 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten]

Bansin liegt im Osten der Insel Usedom und bildet den westlichen Teil der Gemeinde Heringsdorf. Im Nordosten befindet sich die Ostseeküste, im Osten – zwischen Bansin und dem Heringsdorfer Zentrum – der Schloonsee, südlich der Gothensee und im Südwesten der Kleine und der Große Krebssee. Im Westen schließt sich stark bewaldetes Gebiet an, in dem sich der Mümmelkensee befindet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die älteste bekannte Nennung des Dorfes stammt aus dem Jahr 1256. Der damalige Name Banzino ist wendischen Ursprungs.

Das Seebad Bansin gehört zu den drei sogenannten Kaiserbädern der Insel Usedom. Es wurde 1897 eigens zu Zwecken des Badebetriebes gegründet. Davon zeugen noch heute viele Villen im Stile der Bäderarchitektur, die zunächst durch Einheimische und später durch zugewanderte Unternehmer errichtet wurden.

Bansiner Postkarte von 1912 mit Blick auf den Strand und den Langen Berg (Steilküstenabschnitt im Westen des Ortes). Schon damals gehörten Strandkörbe zur typischen Ansicht des Ostseebades.

Grund für diesen Bauboom war die in Deutschland erwachende Badekultur, für die der breite und weiße Sandstrand sehr gute Voraussetzungen bot. Der Berliner Hühneraugenoperateur Emil Wichmann, der Sallenthiner Schriftsteller Ernst Necker[2], der Lehrer und der Gastwirt des Dorfes zählen zu den Gründern des Seebades. Sie erbauten auch die erste Badeanstalt. Die ersten Gäste kamen vornehmlich aus dem benachbarten Heringsdorf, aber bald wurde der Bau von eigenen Hotels und Pensionen erforderlich.

Der neue Badeort wurde so gut angenommen, dass der Kaiser schon 1901 die kommunale Selbständigkeit und somit die Abspaltung vom Dorf Bansin bescheinigte. Die neue Souveränität wurde dann 1903 mit dem Bau des Gemeindeamtes und des Warmbades dokumentiert. Als am 31. Mai 1911 Bansin an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde, hatte dies eine Verfünffachung der Besucherzahlen zur Folge. Die auch als Badewanne Berlins bezeichnete Ortschaft war dadurch in weniger als drei Stunden von der Hauptstadt aus erreichbar. Aus diesem Grunde zählten Berliner immer zur wichtigsten Klientel unter den Badegästen.

Nach den wechselvollen Jahren des Ersten Weltkrieges, den goldenen zwanziger Jahren und schließlich dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Villenbesitzer im Frühjahr 1953 im Rahmen der Aktion Rose enteignet und die Gebäude dem Feriendienst der Gewerkschaften zur Verfügung gestellt, der zur Zeit der DDR die vorherrschende Stellung im staatlich gelenkten Massentourismus ausübte.

Zu DDR-Zeiten gab es im Ort vier oder fünf Betriebs-Ferienlager, die nach 1990 dem Verfall preisgegeben wurden.[3]

Nach 1991 wurden durch die Aufnahme des Seebades in das Städtebauförderungsprogramm immense Summen in die Modernisierung der Infrastruktur investiert. Pensionen, Gaststätten und Hotels gelangten wieder in private Hand und wurden weitgehend saniert, sodass das Ortsbild Bansins zunehmend seine traditionell anspruchsvolle Prägung zurückerlangte. 1997 wurde der Gemeinde das Prädikat Ostseeheilbad verliehen.


Eingemeindungen

Die Gemeinden Dorf Bansin, Sallenthin und Sellin wurden am 1. Juli 1950 in die Gemeinde Seebad Bansin eingegliedert.[4]

Am 1. Januar 2005 wurden die drei Ostseebadeorte Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin, die bisher selbständige Gemeinden waren, zur Gemeinde Dreikaiserbäder zusammengeschlossen.[5] Am 1. Januar 2006 wurde diese in Heringsdorf umbenannt.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 10. Februar 1936 durch Erlass des Oberpräsidenten der Provinz Pommern in Stettin genehmigt. Es wurde unter der Nr. 126 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Blau über silbernen Wellen, darin ein wachsender grüner Berg, darauf ein abfliegender goldener Falke.“

Das Wappen wurde 1997 von dem Neubrandenburger Andreas Meenke neu gezeichnet.

Nach der Eingemeindung nach Heringsdorf im Jahr 2004 wurde ein neues Wappen für die Gemeinde geschaffen, mit einer goldenen Krone über drei silbernen Wellen. Es wurde am 19. Mai 2008 offiziell eingeführt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Villen in Bäderarchitektur[Bearbeiten]

In der Bergstraße gibt es viele prächtige Bädervillen (Villa Sommerfreude, Nummer 21). Durch die erhöhte Lage und die versetzte Bauweise genießen auch die Häuser in der zweiten und dritten Reihe Ostseeblick.

In die nach der Wende 1990 sorgfältig sanierten – zumeist weißen – Villen im Stil der Bäderarchitektur aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert entlang der Strandpromenade und der Bergstraße mit ihrer großzügigen Ausstattung sind durchweg wieder Hotels oder Ferienwohnungen eingezogen. Die Bädervillen bilden weltweit einzigartige Ensembles historischer Urlaubsarchitektur.

Seebrücke[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu ihren Pendants in Ahlbeck und Heringsdorf ist die Seebrücke in Bansin ein Steg ohne Land- und Brückengebäude. Auf einer Länge von 285 Metern über den ca. 50 Meter breiten Sandstrand hinweg ins Meer exponiert, ist sie als Flaniermeile dennoch bei den Touristen beliebt.

Ursprünglich wurde bereits in der Gründerzeit ein Seesteg errichtet, dieser musste jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg witterungsbedingt abgetragen werden. Erst nach der Wende 1990 wurde eine neue Seebrücke gebaut. Dort halten u.a. die Adler-Schiffe, welche die Seebäder auf Usedom verbinden.

Waldkirche[Bearbeiten]

Die Kirche Bansin aus dem Jahr 1939 liegt am westlichen Ortsrand im Bansiner Wald. Am 12. Februar 1939 wurde die Kirche eröffnet. Bereits 1927 wurde die Kirchengemeinde Bansin gebildet, die Seebad Bansin und Dorf Bansin umfasst. Vorher gehörten die beiden Dörfer zum Kirchspiel Benz[6].

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Villa Irmgard (früher auch Maxim-Gorki-Museum genannt) ist ein Heimatmuseum und eine Gedenkstätte für den russischen Schriftsteller Maxim Gorki. [7]
  • Das Hans-Werner-Richter-Haus ist eine Gedenkstätte für den Usedomer Schriftsteller Hans Werner Richter. Dort befinden sich ebenfalls Teile des Nachlasses von Carola Stern. [8]
  • Das Café Asgard aus dem Jahr 1898 ist das älteste Café auf der Insel Usedom. Es befindet sich in einem Holzhaus und ist mit der typischen Inneneinrichtung der Zeit um 1900 ausgestattet. [9]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Bansin Seebad. Hier halten die Züge der Usedomer Bäderbahn (UBB).

Von Bansin aus führen Verbindungsstraßen über Heringsdorf und Ahlbeck nach Swinemünde (polnisch: Świnoujście), über Ückeritz an der Bundesstraße 111 nach Wolgast sowie über Mellenthin und die Bundesstraße 110 nach Usedom-Stadt und Anklam.

Die Eisenbahnanbindung erfolgt vom Bahnhof Seebad Bansin über die Bahnstrecke Ducherow–Heringsdorf–Wolgaster Fähre durch die Usedomer Bäderbahn (UBB). Diese verkehrt auf dem verbliebenen Teilstück zwischen Swinemünde und dem Festland über Wolgast. Von Mai bis Oktober verbinden regelmäßig auch als Usedom-Express bezeichnete Fernzüge Berlin mit Usedom, die ab Wolgast als reguläre UBB-Fahrten weiterverkehren und auch im Bahnhof Seebad Bansin halten.

Auf dem Luftweg ist Bansin über den Flughafen Heringsdorf im Südosten der Insel erreichbar.

Die 110-kV-Leitung Anklam–Bansin ist eine Stromleitung über die Peene, die durch die ungewöhnliche Konstruktion ihrer Masten mit Seilverspannung bemerkenswert ist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Egon Richter: Bansin, Die Geschichte eine Weltbades, Konrad Reich Verlag, Rostock, 1990, ISBN 3-86167-016-X
  • Gemeinde Seebad Bansin (Herausgeber): Seebad Bansin 100 Jahre 1897-1997, Neuendorf Verlag, Neubrandenburg, 1997, ISBN 3-931897-05-2
  • Egon Richter: Seebad Bansin - Die Entwicklung eines Badeortes, Rhino Verlag, 2008, S. 96, ISBN 978-3-939399-10-0.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Usedoms Europapromenade: Insel eröffnet grenzüberschreitende, klimaneutrale längste Strandpromenade Europas
  2. Vornamen aus Richter, Bansin, Die Geschichte eines Weltbades, Rostock, 1990
  3. Facebook-Eintrag
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005
  6. Seebad Bansin 100 Jahre, 1897- 1997, Neubrandenburg 1997, Seite 50
  7. Museum Villa Irmgard (Maxim Gorki Museum)
  8. Hans-Werner-Richter Haus
  9. Günter Köhler und Friedhold Birnstiel: Historische Gasthöfe in Mecklenburg-Vorpommern, be.bra verlag, 2009, ISBN 3-861-24625-2