Poel

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Poel (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Insel Poel
Poel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Insel Poel hervorgehoben
53.99611111111111.4372222222228Koordinaten: 54° 0′ N, 11° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Nordwestmecklenburg
Höhe: 8 m ü. NHN
Fläche: 36,02 km²
Einwohner: 2503 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner je km²
Postleitzahl: 23999
Vorwahl: 038425
Kfz-Kennzeichen: NWM, GDB, GVM, WIS
Gemeindeschlüssel: 13 0 74 035
Gemeindegliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeindezentrum 13
23999 Kirchdorf/Poel
Webpräsenz: www.insel-poel.de
Bürgermeisterin: Gabriele Richter (parteilos)
Lage der Gemeinde Insel Poel im Landkreis Nordwestmecklenburg
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Über dieses Bild

Die Insel Poel [pøːl] liegt in der Wismarer Bucht in der Ostsee. Die amtsfreie Gemeinde Ostseebad Insel Poel umfasst die Insel sowie die nordöstlich vorgelagerte Insel Langenwerder. Sie gehört zum Landkreis Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Der Hauptort der Gemeinde ist Kirchdorf am Ende der tief von Süden einschneidenden Bucht des Kirchsees. Neben der Wismarer Bucht im Süden wird die Insel im Osten von der Zaufe und dem Breitling sowie im Nordosten durch die Kielung vom Festland getrennt. Die Insel ist mit 36 km² Fläche die siebtgrößte deutsche Insel.

Poel ist über einen befahrbaren Damm mit dem Festland (Gemeinde Blowatz, Ortsteil Groß Strömkendorf) verbunden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Insel Poel besteht aus den 15 Gemeindeteilen (Einwohner: 2012)[2]:

  • Brandenhusen (27 Einw.)
  • Fährdorf (171 Einw.)
  • Gollwitz (70 Einw.)
    mit den nördlich vorgelagerten kleinen unbewohnten Inseln, z. B. Langenwerder
  • Kaltenhof (139 Einw.)
  • Kirchdorf (1.045 Einw.)
  • Malchow (127 Einw.)
  • Neuhof (56 Einw.)
  • Niendorf (71 Einw.)
  • Oertzenhof (393 Einw.)
  • Am Schwarzen Busch (60 Einw.)
  • Seedorf (10 Einw.)
  • Timmendorf (177 Einw.)
  • Vorwerk (56 Einw.)
  • Wangern (124 Einw.)
    mit Hinter Wangern
  • Weitendorf (114 Einw.)
    mit Einhusen und Weitendorf-Hof

Geschichte[Bearbeiten]

Karte von 1850

Name[Bearbeiten]

Der Name Poel leitet sich wahrscheinlich aus dem altnordischen Phol ab, welcher in der germanischen Mythologie den Gott des Lichtes darstellt. Der Name Poel könnte sich aber auch aus der slawischen Bezeichnung für „flaches Feld“ herleiten lassen. [3]

12. Jahrhundert bis zum Dreißigjährigen Krieg[Bearbeiten]

1163 wurde Poel durch die Bestätigung der Schenkung des Zehnten der gesamten Insel und der Ortschaft Fährdorf in einer Urkunde des Erzbischofs Hartwig von Bremen erstmals urkundlich erwähnt. Diese Schenkung wurde 1173 von Kaiser Barbarossa bestätigt. Bereits 1210 wurde der Zehnte dann zwischen den Mecklenburgischen Herzögen und den Lübeckern geteilt. Um 1210 holte Heinrich Borwin I. von Mecklenburg deutsche Siedler auf die Insel, und in dieser Zeit begann man mit dem Bau der Kirchdorfer Dorfkirche, die in vier Etappen gebaut und um etwa 1350 vollendet wurde. Um 1316 erwarb das holsteinische Kloster Cismar neben Streubesitz um Wismar auch Land auf der Insel Poel. In Westergollwitz waren es von 1321 bis 1328 vierzehn Hufen, in Ostergollwitz von 1316 bis 1328 sieben Hufen, in Vorwerk von 1321 bis 1329 neun Hufen und in Malchow von 1321 bis 1329 sieben Hufen.[4] 1318 verkaufte der Herzog die gesamte Insel und dazu noch sieben Dörfer auf dem Festland an die Ritter von Plessen, Preen und Stralendorff. 1344 erwarb das Lübecker Heiligen-Geist-Hospital die Dörfer Seedorf, Brandenhusen, Weitendorf und Wangern. 1614 begannen die Bauarbeiten an der Poeler Festungsanlage mit Schloss. Auftraggeber war Herzog Adolf Friedrich I. (Mecklenburg), der 1598 nach einer langjährigen Auseinandersetzung mit dem Lübecker Domkapitel dessen Ländereien auf der Insel und dann im Jahre 1615 auch noch die Güter derer von Stralendorff erworben hat. Unter der Anleitung des Generalbaumeisters und Ingenieurs Gerhart Evert Pilooth entstand ein imposantes Bauwerk.

Dreißigjähriger Krieg und Schwedenzeit[Bearbeiten]

Grundriss der Festung Poel um 1700

Um 1618 waren die Bauarbeiten im Großen und Ganzen abgeschlossen. Im Juni 1620 traf sich König Gustav II. Adolf von Schweden mit Herzog Adolf Friedrich I. auf dem Poeler Schloss. Zwei Monate später wurde seine Braut, Prinzessin Maria Eleonora von Brandenburg, auf ihrem Weg zur Vermählung in Stockholm auf der Insel Poel mit einem Festgottesdienst in der Kirche und mit mehrtägigen Feierlichkeiten im Schloss vom Mecklenburgischen Herzog empfangen. 1627 besetzten Dänische Truppen auf dem Rückzug aus Mecklenburg für kurze Zeit die Poeler Festungsanlage. 1628 marschierten kaiserliche Truppen unter Wallenstein ins Land. Als die Mecklenburgischen Herzöge 1631 das Poeler Schloss wieder in Besitz nahmen, fanden sie es verwüstet vor. Es wurde zwar wieder instand gesetzt, aber schon um 1635 wurde es von den Schweden besetzt, nachdem Mecklenburg Frieden mit dem Kaiser geschlossen hatte. 1638 fielen die Kaiserlichen Horden wieder in die Festung ein. Als 1648 Mecklenburg den Westfälischen Friedensvertrag unterzeichnete, wurde die Insel Poel (mit Ausnahme der Hospitaldörfer) für die nächsten Jahrhunderte schwedisches Reichslehen, wenn auch immer wieder von Brandenburgern (1675), Dänen (1711), Preußen und Hannoveranern (1716) kurzzeitig besetzt. Während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) kamen die Preußen mehrmals plündernd vorbei. Da die Schweden ab 1648 die benachbarte Stadt Wismar zu einer Festung ausgebaut haben, hatten sie kein Interesse an der Poeler Festungsanlage und ließen das Schloss verfallen. Im Dezember 1703 brachte ein Orkan den Turm des Schlosses zum Einsturz. Wenige Jahrzehnte danach stand das Schloss nur noch als Ruine da. Im 19. Jahrhundert durften die Poeler die Ruinen als Steinbruch nutzen.

19. Jahrhundert bis heute[Bearbeiten]

1803 zahlte Herzog Friedrich Franz I. einen Kredit von 1,25 Millionen Reichstaler an Schweden und bekam aufgrund des Malmöer Pfandvertrages für 99 Jahre die Rechte an Poel zurück. Im Reichsdeputationshauptschluss desselben Jahres erhielt er auch die Lübecker Hospitaldörfer.

Die schwedische Krone verzichtete 1903 auf die Einlösung des Pfandes und Poel kehrte endgültig wieder nach Mecklenburg zurück. Seit 1927 gibt es eine feste Straßenverbindung zum Festland. Verwaltungsmäßig gehörte Poel zum Amt Wismar-Poel (–Mecklenburg), später zum Kreis Wismar.

Bestellung eines Kartoffelackers des Landesgutes Kaltenhof Frühjahr 1948

Am 3. Mai 1945 verdrängten sowjetische Truppen die britischen Einheiten von Poel. Am gleichen Tag versenkten britische Jagdflieger irrtümlich die Cap Arcona und drei weitere Schiffe mit über 7000 KZ-Insassen. 28 von ihnen wurden tot an Poeler Stränden angespült. Nach Kriegsende gehörte Poel zur sowjetisch besetzten Zone Deutschlands, ab 1949 zur Deutschen Demokratischen Republik.

Nach dem Fall der innerdeutschen Grenze konstituierte sich am 19. Dezember 1989 in Kirchdorf der Runde Tisch der Gemeinde. Im Mai 1990 fanden die ersten demokratischen Wahlen zur Gemeindevertretung statt.

1946 erreichte die Bevölkerungszahl Poels durch Flüchtlinge aus den Ostgebieten mit über 5100 Einwohnern ihren Höhepunkt nach 1905 Einwohnern im Jahr 1939.[5] 1990 ist mit 2590 Einwohnern seitdem der Tiefststand erreicht worden.

2003 wurden Partnerschaftsverträge mit der Gemeinde Hammarö in Schweden unterzeichnet.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertreter[Bearbeiten]

  • Bürgermeisterin Gabriele Richter (Parteilos) seit 2012
  • Gemeindevertretervorsteher Horst Gerath (CDU)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 16. September 1993 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 175 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Geteilt durch einen goldenen Faden; oben in Blau ein voll besegeltes silbernes Zeesenboot; unten in Grün eine goldene Rapsblüte.“

Das Wappen wurde von dem Kirchdorfer Joachim Saegebarth gestaltet.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Kirche in Kirchdorf auf der Insel Poel
Gedenkstätte für die Toten der Cap Arcona in Schwarzer Busch

Heimatmuseum[Bearbeiten]

Im Heimatmuseum der Insel Poel in der Nähe des Gemeindezentrums im Zentrum Kirchdorfs wird auf 250 m² das Leben und die Entwicklung der Insel dargestellt. Dabei wird sowohl die geologische wie auch die historische Entwicklung präsentiert. Dazu kommen wechselnde Sonderausstellungen.

Dorfkirche in Kirchdorf[Bearbeiten]

Wahrscheinlich ist die Kirche in Kirchdorf in vier oder fünf Etappen in der Zeit von 1210 bis etwa 1350 gebaut worden. Es gibt mehrere Indizien dafür, dass der im romanischen Stil gebaute Turm der älteste Teil der Kirche ist und neben seiner Funktion als Raum für Gottesdienste auch als Zufluchtsort, Speicher, Aussichts- und Glockenturm diente. An den Turm wurde das erste Langhaus wahrscheinlich um 1230/40 im romanischen Stil angebaut, etwa fünfzig Jahre später der Chor. Der Turm ist mit seinen 47 Metern Höhe ein weithin sichtbarer Punkt der Insel. In der Kirche befinden sich zwei Flügelaltäre aus dem 15. Jahrhundert. Die Orgel der Kirche wurde 1704 aus Neukloster erworben. Ihr Prospekt stammt aus dem 17. Jahrhundert, das Werk wurde 1875 durch Friedrich Albert Mehmel im romantischen Stil erneuert und in den 1980er Jahren erneut verändert. 1936 baute Richard Schwarz das Modell eines Zeesenbootes, das seitdem an der Nordwand der Kirche steht. In der Kirche finden neben den Gottesdiensten im Sommer auch einige Konzerte statt.

Schlosswall[Bearbeiten]

Der Schlosswall ist der Überrest der Wallanlagen.

1614 begannen die Bauarbeiten an der Poeler Festungsanlage mit Schloss. Auftraggeber war mecklenburgische Herzog Adolf Friedrich I. (Mecklenburg), der 1598 nach einer langjährigen Auseinandersetzung mit dem Lübecker Domkapitel dessen Ländereien auf der Insel und dann im Jahre 1615 auch noch die Güter derer von Stralendorff erworben hat. Unter der Anleitung des Generalbaumeisters und Ingenieurs Gerhart Evert Pilooth entstand ein imposantes Bauwerk, bestehend aus zwei Teilen: der Schlossanlage in Form eines fünfzackigen Sternes und dem sog. „Hornewerck“ in Form eines Sternschweifs, wo sich die Kirche, Soldatenunterkünfte, die Wohnung des Hauptmanns und Ställe befanden, umgeben von einem System von Wassergraben und elf Meter hohen Erdwällen.

Das Schloss verfiel nach dem Dreißigjährigen Krieg. Im 19. Jahrhundert wurden die letzten Reste abgetragen, es blieben nur noch die Fundamente der Gebäude. Ein Modell des Schlosses befindet sich im Heimatmuseum.

Gedenkstätte für die Toten der Cap Arcona[Bearbeiten]

Zwischen 1946 und 1950 wurde im Gemeindeteil Schwarzer Busch eine Gedenkstätte für die Toten der Cap Arcona angelegt, die an die 28 nach dem Untergang des Schiffes angeschwemmten toten Häftlinge aus dem KZ Neuengamme (nach anderen Angaben: aus dem KZ Stutthof) erinnert. 1979 wurde die Gedenkstätte umgestaltet. Das Heimatmuseum informiert in einer Ausstellung über die Umstände dieser Schiffstragödie.

Leuchttürme[Bearbeiten]

Timmendorfer Leuchtturm 2009

Auf Poel stehen zwei Leuchttürme in Timmendorf und Gollwitz. In Gollwitz steht zudem ein Leitfeuer. Alle Leuchtfeuer dienen der Navigation bei der Einsteuerung nach Wismar.

Bei Gollwitz stand seit 1929 ein Eisengitterturm. 1953 wurde dieser durch einen 7,6 Meter hohen Stahlbetonturm etwa einen Kilometer westlich des Ortes an der Poeler Nordküste ersetzt. 1956 wurde dort ein Richtfeuer für das Große Tief installiert, das man 1996 durch ein als Präzisionssektorenfeuer ausgeführtes Leitfeuer ersetzte. Es ist ein Gleichtaktfeuer (Iso/Glt. 4 Sekunden) mit schmalen weißen, roten und grünen Sektoren und einer Tragweite von 8,1 bis 6,5 Seemeilen.[6]

Das ursprünglich im gleichen Turm befindliche Leitfeuer leuchtet seit 1996 auf einem 23 Meter hohen Gitterstahlmast, der etwas westlich des Gebäudes am Strand steht. Es erreicht für den weißen, roten und grünen Sektor Tragweiten von 7,7 bis 6,1 Seemeilen und zeigt ein alle fünf Sekunden Unterbrochenes Feuer (Oc/Ubr. 5 sec).

Strände[Bearbeiten]

Strand bei Gollwitz im Winter
Winterliche Bucht bei Brandenhusen
  • Sandstrände mit Parkplatzangebot, sanitären Einrichtungen und Imbissmöglichkeiten befinden sich in Timmendorf Strand, am Schwarzen Busch sowie in Gollwitz.
  • Die schönen und eher ruhigen Naturstrände sind in Neuhof und in Seedorf zu finden. Beide Strände sind am besten mit dem Fahrrad zu erreichen und verfügen weder über Parkplätze, Toiletten noch über Imbissangebote.
  • Ein FKK-Strand befindet sich in Wangern. Bei diesem Strand handelt es sich ebenfalls um einen Naturstrand. Parkplätze sind vorhanden, sanitäre Anlagen sowie Imbissmöglichkeiten jedoch nicht. Aber auch an den anderen Stränden wird FKK toleriert.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Neben naturkundlichen Veranstaltungen finden insbesondere im Sommer zahlreiche Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Diavorträge, Feste und Kinderveranstaltungen statt. Ein besonderer Höhepunkt ist das historische Schwedenfest im Sommer, welches rund um die Kirche in Kirchdorf gefeiert wird.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Hans Lembke prüft Saatgut

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Im Jahre 1897 gründete der Poeler Bauernsohn Hans Lembke in Malchow einen Saatzuchtbetrieb. 1953 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG). In Niendorf lieferte 1968 eine Forellenzuchtstation 500 Tonnen Jahresproduktion. Ab 1972 bewirtschaftete das Volkseigene Gut Insel Poel (VEG) die gesamte Ackerfläche der Insel. Der Pflanzenanbau diente vorwiegend der Saatgutvermehrung. Die auf Poel gezüchteten Rapssorten deckten etwa 75 % des Saatgutbedarfs der DDR.

1992 kauften die Enkel des Saatzucht-Gründers Hans Lembke den Stammbetrieb zurück.

Im Jahre 2002 erhielt Peter Lüth für die Entwicklung biologischer Pflanzenschutzmittel mit seiner Malchower Firma Prophyta den Deutschen Umweltpreis.

Gesundheit[Bearbeiten]

1994 entstand am Schwarzen Busch die SANITAS Ostsee-Klinik für Mutter-Kind-Kuren, heute Ostseeklinik Poel, 1997 wurde Insel Poel staatlich anerkannter Erholungsort, seit 2004 trägt die Insel zudem den Titel Ostseebad.

Verkehr[Bearbeiten]

Damm von Groß Strömkendorf auf dem Festland zur Insel Poel

Poel ist über einen Damm, über den die Landesstraße 121 führt, mit dem Festland verbunden. Über diese Straße verbinden die Mecklenburger Verkehrsbetriebe (mvb) mit der Buslinie 430 mehrmals täglich die Insel mit Wismar. Haltestellen befinden sich in Fährdorf, Malchow, Gollwitz, Kirchdorf, Weitendorf, Wangen und Timmendorf. Im Sommer bedient der Bus auch Haltestellen in Schwarzer Busch.

Poel verfügt über drei Häfen: Kirchdorf, Niendorf und Timmendorf-Strand. Während der Hafen Kirchdorf von Mai bis September etwa drei Mal täglich mit Wismar durch ein kleines Personenschiff verbunden ist (Fahrtzeit eine Stunde), dient der Hafen Timmendorf-Strand überwiegend der Fischerei. Alle Häfen verfügen zudem über Liegeplätze für Sportboote.

Im Hafen an der Lotsenbrücke liegt das Seenotrettungsboot Günther Schöps der DGzRS, das eine Besatzung von 20 freiwilligen Rettungsmännern hat.

Freizeit und Sport[Bearbeiten]

An den Stränden kann auf öffentlichen Anlagen Volleyball gespielt werden. Des Weiteren werden folgende Sportarten angeboten:

  • Bogenschießen und Tennis in Gollwitz
  • Fußball in Kirchdorf beim Poeler SV 1923.
  • Golf, Kegeln, Minigolf im Am Schwarzen Busch und Timmendorf Strand
  • Reiten und Schießen in der Schießhalle Am Kickelberg.
  • Auf Poel gibt es auch einen Segelklub.

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Meyer-Scharffenberg: Wismar, die Insel Poel und der Klützer Winkel. Hinstorff, Rostock 1965 (3., veränderte Auflage. ebenda 1990, ISBN 3-356-00340-2).
  • Friedrich Wigger: Die Festung Pöl. In: Jahrbücher des Vereins für meklenburgische Geschichte und Alterthumskunde. Bd. 48, 1883, ISSN 0259-7772, S. 1–53, (Digitalisat).
  • Thorsten Müller: Poel – Insel und Meer. Edition Einblick, Berlin 2010, ISBN 978-3-00-030398-2 (Fotobildband).
  • Joachim Saegebarth, Heinrich Baudis, Gertrud Schröder-Lembke: "Insel Poel - Beiträge über Landschaft und Geschichte", Verlag Koch & Raum Wismar OHG, Wismar 2007, keine ISBN

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Poel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.ostseebad-insel-poel.de/ortsteile.html
  3. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 108.
  4. Anna-Therese Grabowsky: Das Kloster Cismar.Neumünster 1982 ISBN 3-529-02180-6 S. 34–35.
  5. www.verwaltungsgeschichte.de Stadt und Landkreis Wismar, abgerufen am 23. Mai 2011
  6. Website des Wasser- und Schifffahrtsamts Lübeck (abgerufen am 30. Juni 2013)