Lubmin
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
![]() |
|
|
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | |
| Landkreis: | Ostvorpommern | |
| Amt: | Lubmin | |
| Höhe: | 5 m ü. NN | |
| Fläche: | 13,87 km² | |
| Einwohner: | 2052 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 148 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 17509 | |
| Vorwahl: | 038354 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OVP | |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 59 055 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Geschwister-Scholl-Weg 15 17509 Lubmin |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Axel Voigt | |
| Lage der Gemeinde Lubmin im Landkreis Ostvorpommern | ||
Lubmin ist eine Gemeinde im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns nahe der Stadt Greifswald und Verwaltungssitz des Amtes Lubmin, dem weitere neun Gemeinden angehören. Lubmin trägt das Prädikat „Seebad“.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Nördlich grenzt Lubmin unmittelbar an den Greifswalder Bodden, einem Nebengewässer der Ostsee. Den nordöstlichen Rand der Gemeinde bildet die (Halb-)insel Struck welche von der Mündung des Peenestromes begrenzt wird. Das Seebad verfügt über einen kilometerlangen Sandstrand mit seichtem Gewässer auf der einen und Dünen auf der anderen Seite. Das Hochufer ist weitgehend mit Kiefern bewaldet.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Die unmittelbaren Nachbargemeinden sind im Südosten Kröslin und Rubenow, im Süden Wusterhusen und im Südwesten Brünzow. Etwas weiter westlich befindet sich die Universitätsstadt Greifswald und südöstlich liegt Wolgast.
[Bearbeiten] Geschichte
Im Jahr 1271 wird Lubmin erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname „Lubemyn“ ist slawischen Ursprungs und gehörte bis zur Reformation zum Kloster Eldena. In Folge des Dreißigjährigen Krieges kommt Lubmin wie ganz Pommern unter Schwedische Herrschaft. Um 1700 wird der Ort Besitz des schwedischen Feldmarschall Wrangel. Nach dem Wiener Kongress 1815 kommt der Ort zu Preußen. Lubmin wird 1886 zum ersten Mal „Seebad“ genannt. Erst 1893 wird Lubmin an die Straße von Eldena nach Wolgast angeschlossen. Eine Kleinbahn, die von Greifswald über Lubmin nach Wolgast fährt, wird 1898 erschlossen. 1945 wird die Bahn abgebaut und als Reparation in die Sowjetunion gebracht. Die erste Seebrücke wird um 1900 gebaut. Ab 1967 beginnt, unter Federführung des VEB BMK Kohle und Energie, der Bau des Kernkraftwerk Nord, zentrales FDJ-Jugendobjekt 1967–1975. In folge dessen wurde eine Bahnlinie von Greifswald nach Lubmin gebaut. 1990 wurde das Kernkraftwerk unter Protesten der 5.500 Angestellten stillgelegt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Ort mit dem deutsch gebliebenen Teil Vorpommerns zum Land Mecklenburg(-Vorpommern). Seit der Verwaltungsreform in der DDR 1952 (Auflösung der Länder) gehörte Lubmin zum Bezirk Rostock. Seit 1990 gehört Lubmin zum Land Mecklenburg-Vorpommern.
1992 wurde die neue Seebrücke fertiggestellt. Mehrere Hotels und Gaststätten entstanden und der Ortskern wurde im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert. 1999 erhielt deshalb der Ort seine endgültige Anerkennung als Seebad.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Wappen
Blasonierung: „Gespalten von Blau und Silber; vorn ein silberner Wellenfaden, oben begleitet von einer strahlenden goldenen Sonne, unten von einem links steigenden silbernen Fisch; hinten eine blaue Kiefer.“
[Bearbeiten] Flagge
Die Flagge der Gemeinde ist gleichmäßig und quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Silber (Weiß) und Blau gestreift. In der Mitte des Flaggentuchs liegt auf jeweils ein Drittel der Länge der beiden Querstreifen übergreifend, das Wappen der Gemeinde. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 3:5.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Seebrücke
- Lubminer Teufelsstein (ein Findling mit 16,8 Meter Umfang)
- alte Villen in Bäderarchitektur
[Bearbeiten] Kultur
- Künstlergilde e.V.
- Maritimes Musikprogramm
- Kreative Sommerwoche
- Sportveranstaltungen (z.B. Nordic Walking, „Sebastian Fredrich“ Gedenklauf, Vorpommern Duathlon)
- World Championship Quadrathlon 1998/ 2000/ 2004/ 2007
- Deutsch-Polnisches Bildhauer-Plenar
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehr
Die Erschließung der Gemeinde erfolgt momentan über eine Landesstraße von Greifswald über Lubmin nach Wolgast. Eine weitere Landesstraße führt von Lubmin nach Wusterhusen. Außerdem besitzt Lubmin über die Bahnstrecke Greifswald–Lubmin einen Bahnanschluss, es findet aber kein Personenverkehr mehr statt.
Seit 2004 besitzt die Gemeinde einen Ostseehafen, dem im Januar 2006 die Betriebserlaubnis erteilt wurde. Dieser wurde am Auslaufkanal des ehemaligen Kernkraftwerkes errichtet und hat am Südkai fünf Liegeplätze mit sieben Meter Tiefgang. Zeitgleich wurde am Ende des Auslaufkanals eine kleine Marina errichtet, die aber (Stand 2008) von der Landstraße Lubmin – Wolgast abgehend nur provisorisch erschlossen ist.
[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen
Auf großen Teilen des Gemeindegebietes von Lubmin befand sich das Kernkraftwerk Lubmin. Es war mit seinen 4 Blöcken das größte der DDR. Der erste Reaktor ging 1973 in Betrieb. Zusätzlich waren vier Reaktoren im Bau, von denen jedoch 1989 lediglich Block 5 in Probebetrieb genommen werden konnte, bevor die Anlage 1990 stillgelegt wurde. Zur Zeit wird das KKW aufwendig von den Energiewerken Nord zurückgebaut. Für die atomaren Abfälle (Reaktorteile usw.) wurde ein Zwischenlager errichtet. Zu DDR-Zeiten arbeiteten rund 10.000 Arbeitnehmer für den Atomstandort, heute sind mit der Demontage noch ca. 1.000 beschäftigt. Die 380 Kilovolt-Leitung des ehemaligen Kernkraftwerks Lubmin zum Umspannwerk Wolmirstedt ist die längste Stromleitung in Deutschland.
Atomkraftgegner befürchten, dass damit das Zwischenlager des KKW vom Bund (betrieben durch die Energiewerke Nord GmbH) für Atomabfälle auch aus ganz Europa dienen könnte. Zugleich werden Eingriffe in die Küstenlandschaft befürchtet und die schlechte Verkehrsanbindung kritisiert.
Zur Industrieansiedlung auf dem Gelände des ehemaligen KKW wurde der ehemalige Kühlwasserauslaufkanal des KKW mit öffentlichen Mitteln zu einem Hafen ausgebaut. Zusätzlich soll ein Gasturbinenkraftwerk errichtet werden, das den Standort attraktiv für energieintensive Industrie (Holz, Papier, Metall) machen soll.
[Bearbeiten] Planungen
Die geplante Nordeuropäische Gasleitung, die von Russland nach Deutschland durch die Ostsee verlaufen soll, wird in Lubmin anlanden.[1] Außerdem planen zwei Investorengruppen mit dem Bau zweier Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerke Vorhaben von jeweils rund 500 Millionen Euro. Die Investoren von Concord Power Lubmin, deren Gesellschafterstruktur seit kurzem nach Firmenangaben „um ein Unternehmen aus der russischen Föderation“ erweitert wurde, streben für das späte Frühjahr 2006 den Baustart an.
Die Firma Premicon Biodiesel (ehemals Ecanol Lubmin GmbH & Co.) will eigenen Angaben zufolge mit einem 25 Millionen Euro teuren Biodiesel-Werk dieses Jahr (2008) die erste Rapsernte zu Biodiesel verarbeiten. Ziel sei es, pro Jahr aus 155.000 Tonnen Raps, rund 12 Prozent der Jahresmenge in Mecklenburg-Vorpommern, 60.000 Tonnen Biodiesel zu machen, sagt Firmenchef Heinrich Bettenhausen.
Der dänische Konzern Dong Energy plant in Lubmin die Errichtung eines Steinkohlekraftwerks mit zunächst zwei Kraftwerksblöcken, die jeweils 800 Megawatt Leistung erzeugen sollen. Man rechnete damit, den Bau im Jahr 2008 beginnen und 2012 fertigstellen zu können. [2] Vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadebatte und den Auswirkungen auf die Umwelt und Tourismus stoßen die Planungen bei Anwohnern, Tourismus- und Umweltverbänden auf Kritik.[3] Selbst die Politik ist sich bisher uneinig über das weitere Vorgehen.[4]
Zurzeit ist in Lubmin umstritten, ob sich die Anstrengungen der Gemeinde mehr auf die Gewerbeansiedlung oder eher auf Tourismus und Sporttourismus konzentrieren sollen.
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ MVregio – Industriehafen Lubmin offiziell in Betrieb
- ↑ DONG energy – Projektübersicht Steinkohlekraftwerk
- ↑ NDR Online – Lubmin: Bäderverband sieht Tourismus in Gefahr
- ↑ NDR Online – Lubmin: Experten vor Wirtschaftsausschuss
[Bearbeiten] Weblinks
- Lubmin24.de – Lubmin, der Urlaubsort am Greifswalder Bodden stellt sich vor
- Seite der Energiewerke Nord GmbH – Betreiber des stillgelegten Kernkraftwerkes
Anklam | Bandelin | Bargischow | Behrenhoff | Benz | Blesewitz | Boldekow | Brünzow | Buddenhagen | Bugewitz | Buggenhagen | Butzow | Dargelin | Dargen | Dersekow | Diedrichshagen | Ducherow | Garz | Gribow | Groß Kiesow | Groß Polzin | Gützkow | Hanshagen | Heringsdorf | Hinrichshagen | Hohendorf | Iven | Kamminke | Karlsburg | Karlshagen | Katzow | Kemnitz | Klein Bünzow | Kölzin | Korswandt | Koserow | Krien | Kröslin | Krummin | Krusenfelde | Lassan | Levenhagen | Liepen | Loddin | Loissin | Lubmin | Lühmannsdorf | Lüssow | Lütow | Medow | Mellenthin | Mesekenhagen | Mölschow | Murchin | Neetzow | Neu Boltenhagen | Neuendorf A | Neuendorf B | Neuenkirchen | Neuenkirchen | Neu Kosenow | Peenemünde | Pelsin | Postlow | Pudagla | Putzar | Rankwitz | Rossin | Rubenow | Rubkow | Sarnow | Sauzin | Schmatzin | Spantekow | Stolpe auf Usedom | Stolpe | Trassenheide | Ückeritz | Usedom | Wackerow | Weitenhagen | Wietstock | Wolgast | Wrangelsburg | Wusterhusen | Zemitz | Zempin | Ziethen | Zinnowitz | Zirchow | Züssow


