Bournonit
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| Bournonit (Rädelerz) | |
| Bournit-Kristalle auf rosafarbenem Dolomit | |
| Chemische Formel | PbCuSbS3 |
| Mineralklasse | Sulfide und Sulfosalze 2.GA.50 (8. Aufl. II/E.16-20) (nach Strunz) 3.4.3.2 (nach Dana) |
| Kristallsystem | orthorhombisch |
| Kristallklasse | orthorhombisch-dipyramidal ![]() |
| Farbe | stahlgrau bis schwarz |
| Strichfarbe | stahlgrau bis schwarz |
| Mohshärte | 2,5 bis 3 |
| Dichte (g/cm³) | 5,8 |
| Glanz | Diamantglanz bis matt |
| Transparenz | undurchsichtig |
| Bruch | muschelig bis uneben |
| Spaltbarkeit | undeutlich |
| Habitus | prismatische, tafelige Kristalle; körnige, massige Aggregate |
| Häufige Kristallflächen | |
| Zwillingsbildung | überwiegend Vierlinge in Zahnradform (Rädelerz) |
| Weitere Eigenschaften | |
| Radioaktivität | nicht radioaktiv |
| Magnetismus | nicht magnetisch |
Bournonit (Rädelerz, Spießglanzbleierz, Schwarzspießglanzerz, Wölchit) ist ein häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze, genauer der Sulfoantimonide ohne zusätzlichen Schwefel, . Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Formel PbCuSbS3 und entwickelt kurze, prismatische oder tafelige Kristalle, aber auch körnige oder massige Aggregate in den Farben Stahlgrau bis Schwarz.
Bournonit enthält etwa 42% Blei, 13% Kupfer, 25% Antimon und 20% Schwefel.
Die bergmännische Bezeichnung Rädelerz entstand durch den häufigen Fund von Vierlingsverwachsungen der Bournonit-Kristalle, die einem Zahnrad ähnlich sehen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Das zunächst durch Ph. Rashleigh 1797 Endellionit benannte Mineral wurde nach der Bestimmung durch Bournon 1804 von Robert Jameson in Bournonit umbenannt.
[Bearbeiten] Bildung und Fundorte
Bournonit bildet sich hydrothermal in Zink-, Blei- und Kupfererzlagerstätten. Begleitmineralien sind Bleiglanz, Tetraedrit, Pyrit, Siderit und andere.
Fundorte in Deutschland sind unter anderem Freiberg im Erzgebirge, Neudorf, Wolfsberg und Clausthal im Harz, Horhausen im Westerwald. In Österreich sind die Fundorte in Kärnten und in Rumänien in Siebenbürgen. Ein Fundort in England ist Herodsfoot Mine bei Liskeard Cornwall. Ein Fundort in Tschechien ist Príbram.
[Bearbeiten] Struktur
Bournonit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem in der Raumgruppe
, den Gitterparametern a = 8,15 Å, b = 8,69 Å und c = 7,79 Å sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.
[Bearbeiten] Verwendung
Bournonit ist ein wichtiges Blei- und Kupfererz und dient als Rohstoff für die Gewinnung dieser Elemente.
[Bearbeiten] Literatur
- Edition Dörler: Mineralien Enzyklopädie, Nebel Verlag, ISBN 3-89555-076-0

