Sankt Goarshausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Sankt Goarshausen
Sankt Goarshausen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Sankt Goarshausen hervorgehoben
50.1546055555567.7163055555556100Koordinaten: 50° 9′ N, 7° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Loreley
Höhe: 100 m ü. NHN
Fläche: 7 km²
Einwohner: 1306 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 187 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56346
Vorwahl: 06771
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 121
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Dolkstraße 3
56346 St. Goarshausen
Webpräsenz: www.sankt-goarshausen.de
Stadtbürgermeister: Heinz-Peter Mertens (CDU)
Lage der Stadt Sankt Goarshausen im Rhein-Lahn-Kreis
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Über dieses Bild
St. Goarshausen - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Stadtansicht um 1850
Stahlstich nach Tombleson
Burg Maus um 1830, Stich von Christian Meichelt
Blick auf St. Goarshausen (vorne) und den Rhein; im Hintergrund St. Goar mit Burg Rheinfels

Die Loreleystadt Sankt Goarshausen liegt im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Die Stadt ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Loreley. Bis 1969 war Sankt Goarshausen Kreisstadt des Loreleykreises (bis 1961 Landkreis Sankt Goarshausen). Sankt Goarshausen ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2] Die Stadt gehört seit 2002 zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

St. Goarshausen liegt am rechten Ufer des Rheins gegenüber von Sankt Goar und ist etwa 30 Kilometer von Koblenz entfernt. Sankt Goarshausen liegt am Fuße der Loreley.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zu Sankt Goarshausen gehören die Stadtteile Ehrenthal, Wellmich und Heide.

Geschichte[Bearbeiten]

Urkundlich erwähnt wird St. Goarshausen erstmals im Jahr 1222. St. Goarshausen unterstand ab Ende des 13. Jahrhunderts der Grafschaft Katzenelnbogen und erhielt 1324 durch König Ludwig IV. die Stadtrechte. Die über der Stadt liegende Burg Katz (eigentlich Burg Neu-Katzenelnbogen) wurde um 1371 durch Graf Wilhelm II. von Katzenelnbogen als Reaktion auf den Bau von Burg Maus (damals unter dem Namen Burg Peterseck) durch die Trierer Erzbischöfe erbaut. St. Goarshausen fiel mit dem Ende des Grafengeschlechts 1479 an die Landgrafschaft Hessen. Nach Erbteilungen war es von 1583 bis 1806 Teil von Hessen-Kassel und sicherte mit St. Goar als einziges hessisches Gebiet beidseits des Rheins den Landgrafen einträgliche Rheinzölle.

Vorübergehend von französischen Truppen besetzt („pays reserve“), kam der Ort nach dem Wiener Kongress (1815) zum Herzogtum Nassau und wurde am 4. April 1816 Sitz des herzoglich nassauischen Amtes St. Goarshausen.

Nach der Annexion des Herzogtums Nassau durch Preußen (1866) wurde St. Goarshausen am 1. April 1886 Kreisstadt des durch Teilung des Rheingaukreises neu geschaffenen Landkreises Sankt Goarshausen.

Nach dem Ersten Weltkrieg lag die Stadt am Südrand des Brückenkopfes Koblenz und war so in den 1920er Jahren der Alliierten Rheinlandbesetzung unterworfen. Die Stadt verblieb bis 1945 im Regierungsbezirk Wiesbaden der Provinz Hessen-Nassau.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Stadt mit dem ganzen Landkreis in die Französische Besatzungszone und wurde so aus der hessen-nassauischen Verwaltungsstruktur heraus gelöst. Sie wurde Teil von Rheinland-Pfalz.

Weinbau[Bearbeiten]

Eine der frühesten Nennung von Weinlagen ist der 1315 schriftlich dokumentierte katzenelnbogener Hetzgenstein (Heiderstein). Im Jahre 1395 wurde dann die Loreley in den Urkunden Graf Johanns IV. von Katzenelnbogen, des ersten Rieslingwinzers der Welt, als Weinberg dokumentiert. Die besondere Unzugänglichkeit der Weinberge im Mittelrheingraben war schon damals ein Grund, die Weinbergsarbeiter besonders zu entlohnen oder den Zugang zu bestimmten Lagen bei großer Hitze einfach zu verbieten.

Bergbau[Bearbeiten]

Der Bergbau in den Ortsteilen Ehrenthal und Wellmich als prägendes Element der Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal geht zurück auf das 18. Jahrhundert. In der Grube Gute Hoffnung wurden bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein Blei- und Zinkerze abgebaut. Siehe auch: Liste von Bergwerken im Taunus

Eingemeindung und Namensänderung[Bearbeiten]

Am 7. Juni 1969 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Wellmich eingemeindet.[3] Am 27. September 1993 wurde der Name von St. Goarshausen in Loreleystadt Sankt Goarshausen geändert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von St. Goarshausen, bezogen auf das heutige Stadtgebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 992
1835 1.459
1871 1.889
1905 2.187
1939 2.373
Jahr Einwohner
1950 2.677
1961 2.518
1970 2.210
1987 1.585
2005 1.486

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Sankt Goarshausen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden. Bei den vorhergehenden Wahlen wurde der Stadtrat in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[4]

Wahl CDU FWG WGR Gesamt
2014 per Mehrheitswahl 16 Sitze
2009 6 2 8 16 Sitze
2004 8 2 6 16 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Sankt Goarshausen
Blasonierung:

„In geteiltem Schild oben in Gold wachsend ein herschauender blaubewehrter roter Löwe, unten in Blau zwischen drei goldenen Lilien ein goldener Sparren.“

Beschreibung:

Der rote Löwe verweist auf die frühere Herrschaft der Grafen von Katzenelnbogen, die Lilien sind als Mariensymbol auch im Wappen der gegenüber liegenden Stadt St. Goar enthalten. Das Wappen wurde 1906 genehmigt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit Juni 1992 besteht eine Partnerschaft mit der japanischen Stadt Inuyama.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Lage der Burg Katz oberhalb von St. Goarshausen

Oberhalb der Stadt liegen die Ruinen der 1806 von den Truppen Napoléon Bonapartes gesprengten Burg Katz (ehemals Burg Neu-Katzenelnbogen), über dem Stadtteil Wellmich die Burg Maus (auch Deuernburg oder Thurnberg genannt). Burg Katz ist nicht zur Besichtigung freigegeben, wohingegen auf Burg Maus regelmäßig eine Vogelflugschau stattfindet. Von dort aus hat man auch einen guten Ausblick auf die gegenüberliegende Ruine der Burg Rheinfels. Erreichbar ist Burg Rheinfels von St. Goarshausen aus mit der Fähre, die nächste Brücke ist 30 km entfernt.

Die Evangelische Kirche in St. Goarshausen wurde 1863 von Eduard Zais erbaut. Sie beherbergt eine Orgel aus dem gleichen Jahr von Christian Friedrich Voigt aus Igstadt, die 2006 restauriert wurde.

Die kath. Kirche St. Johannes von Hans und Christoph Rummel stammt aus dem Jahr 1923-25.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Bei Sankt Goarshausen liegt der Loreley-Felsen. Ein Besucherzentrum mit Museum informiert vor Ort über Kultur und Wirtschaft der Region.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Hauptwirtschaftszweige sind Tourismus und Weinbau. Von der früheren Bedeutung als Fischer- und Schifferstadt und als Umschlagplatz am Rhein, von dem heute noch der Häuser Kran zeugt, hat St. Goarshausen vieles verloren. Nach dem mit der Verwaltungsreform verbundenen Verlust des Status als Kreisstadt an Bad Ems (siehe Geschichte des Rhein-Lahn-Kreises) übernahm die nahe gelegene und um einiges größere Stadt Nastätten einige Infrastrukturleistungen von St. Goarshausen. Im November 2005 wurde die Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle, die sich im ehemaligen Landratsamt befand, nach Nastätten verlegt. Auch die Auflösung der Polizeidienststelle St. Goarshausen (und eine eventuelle Verlegung nach Nastätten) ist in der Diskussion.

Im touristischen Bereich emanzipiert sich St. Goarshausen von der Schwesterstadt St. Goar gemeinsam mit der Nachbargemeinde Bornich als Träger des auf der Loreley errichteten Besucherzentrums.[5] Ebenfalls auf dem Loreleyplateau in der Gemarkung Bornich befindet sich die im Jahr 1939 errichtete Freilichtbühne Loreley.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ortsteil Wellmich mit Burg Maus

Sankt Goarshausen wird über die Bundesstraße 42, die am Rhein entlang verläuft, mit den Großstädten Koblenz und Wiesbaden verbunden. Außerdem beginnt in Sankt Goarshausen die Bundesstraße 274, die über die Hochflächen des Hintertaunus ins Aartal führt.

Die Verbindung zwischen Sankt Goar und Sankt Goarshausen wird durch die Fähre Loreley aufrechterhalten. Über das Für und Wider, diese Fähre durch eine Brücke zu ersetzen, wird seit Jahrzehnten gestritten. Das Raumordnungsverfahren für diese Brücke wurde im Januar 2011 eingeleitet und sie wird in den Medien Mittelrheinbrücke genannt. Das Hauptargument für den Bau der Brücke ist ein möglicher wirtschaftlicher Aufschwung. Kritiker weisen darauf hin, dass zur Stärkung der Infrastruktur ein durchgehender 24-Stunden-Fährverkehr ausreicht. Dieser kann aber durch eine private Fährgesellschaft ohne öffentliche Förderung nicht kostendeckend betrieben werden. Eine staatlich betriebene und kostenlose Rhein-Fähre wie in Plittersdorf wird derzeit nicht in Betracht gezogen.

Der Bahnhof Sankt Goarshausen liegt an der rechten Rheinstrecke und bindet den Ort mit Zügen über Wiesbaden nach Frankfurt am Main und nach Koblenz an. Bis 1956/57 endete einer der Äste der nassauischen Kleinbahn am Hafenbahnhof und verband den Ort mit Nastätten.

Rad- und Wanderwege[Bearbeiten]

Der neue rechtsrheinische Wanderweg über die Höhen des Rheintales, der Rheinsteig, führt über die Loreley.

St. Goarshausen ist Startpunkt des Loreley-Aar-Radweges, der am Bahnhof beginnt und über die alte Trasse der Nassauischen Kleinbahn führt.

Bildung[Bearbeiten]

St. Goarshausen mit dem Schulgebäude des Wilhelm-Hofmann-Gymnasiums

Fest mit der Geschichte St. Goarshausens verwurzelt ist die Tradition des „Institut Hofmann“, heute „Wilhelm-Hofmann-Gymnasium“, das seit nunmehr 150 Jahren das Stadtbild St. Goarshausens prägt.

Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das alte Institut zerstört und das heutige Gymnasium errichtet. 1984 wurde in St. Goarshausen die Loreleyhalle errichtet, die vor allem als Schulsporthalle benutzt wird, aber auch von der Stadt St. Goarshausen und von Vereinen mitbenutzt werden darf. 1991 fand mit dem Aufstocken des rheinseitigen Querbaus die letzte große Erweiterung des Wilhelm-Hofmann-Gymnasiums statt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Dokumente[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sankt Goarshausen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 195 (PDF; 2,50 MB)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Loreley Besucherzentrum im Internet