Sankt Goarshausen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Rhein-Lahn-Kreis | |
| Verbandsgemeinde: | Loreley | |
| Höhe: | 100 m ü. NN | |
| Fläche: | 7 km² | |
| Einwohner: |
1306 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 187 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 56346 | |
| Vorwahl: | 06771 | |
| Kfz-Kennzeichen: | EMS (alt: GOH) | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 1 41 121 | |
| Stadtgliederung: | 4 Stadtteile | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Dolkstraße 3 56346 St. Goarshausen |
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| Webpräsenz: | ||
| Stadtbürgermeister: | Bernhard Roth (CDU) | |
| Lage der Stadt Sankt Goarshausen im Rhein-Lahn-Kreis | ||
Die Loreleystadt Sankt Goarshausen liegt im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Die Stadt ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Loreley. Bis 1969 war Sankt Goarshausen Kreisstadt des Loreleykreises (bis 1961 Landkreis Sankt Goarshausen). Sankt Goarshausen ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2] Die Stadt gehört seit 2002 zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Geographische Lage [Bearbeiten]
St. Goarshausen liegt am rechten Ufer des Rheins gegenüber von Sankt Goar und ist etwa 30 Kilometer von Koblenz entfernt. Sankt Goarshausen liegt am Fuße der Loreley.
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Zu Sankt Goarshausen gehören die Stadtteile Ehrenthal, Wellmich und Heide.
Geschichte [Bearbeiten]
Urkundlich erwähnt wird St. Goarshausen erstmals im Jahr 1222. St. Goarshausen unterstand ab Ende des 13. Jahrhunderts der Grafschaft Katzenelnbogen und erhielt 1324 durch König Ludwig IV. die Stadtrechte. Die über der Stadt liegende Burg Katz (eigentlich Burg Neu-Katzenelnbogen) wurde um 1371 durch Graf Wilhelm II. von Katzenelnbogen als Reaktion auf den Bau von Burg Maus (damals unter dem Namen Burg Peterseck) durch die Trierer Erzbischöfe erbaut. St. Goarshausen fiel mit dem Ende des Grafengeschlechts 1479 an die Landgrafschaft Hessen. Nach Erbteilungen war es von 1583 bis 1806 Teil von Hessen-Kassel und sicherte mit St. Goar als einziges hessisches Gebiet beidseits des Rheins den Landgrafen einträgliche Rheinzölle.
Vorübergehend von französischen Truppen besetzt („pays reserve“), kam der Ort nach dem Wiener Kongress (1815) zum Herzogtum Nassau und wurde am 4. April 1816 Sitz des herzoglich nassauischen Amtes St. Goarshausen.
Nach der Annexion des Herzogtums Nassau durch Preußen (1866) wurde St. Goarshausen am 1. April 1886 Kreisstadt des durch Teilung des Rheingaukreises neu geschaffenen Landkreises Sankt Goarshausen.
Nach dem Ersten Weltkrieg lag die Stadt am Südrand des Brückenkopfes Koblenz und war so in den 1920er Jahren der Alliierten Rheinlandbesetzung unterworfen. Die Stadt verblieb bis 1945 im Regierungsbezirk Wiesbaden der Provinz Hessen-Nassau.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Stadt mit dem ganzen Landkreis in die Französische Besatzungszone und wurde so aus der hessen-nassauischen Verwaltungsstruktur heraus gelöst. Sie wurde Teil von Rheinland-Pfalz.
Weinbau [Bearbeiten]
Eine der frühesten Nennung von Weinlagen ist der 1315 schriftlich dokumentierte katzenelnbogener Hetzgenstein (Heiderstein). Im Jahre 1395 wurde dann die Loreley in den Urkunden Graf Johanns IV. von Katzenelnbogen, des ersten Rieslingwinzers der Welt, als Weinberg dokumentiert. Die besondere Unzugänglichkeit der Weinberge im Mittelrheingraben war schon damals ein Grund, die Weinbergsarbeiter besonders zu entlohnen oder den Zugang zu bestimmten Lagen bei großer Hitze einfach zu verbieten.
Bergbau [Bearbeiten]
Der Bergbau in den Ortsteilen Ehrenthal und Wellmich als prägendes Element der Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal geht zurück auf das 18. Jahrhundert. In der Grube Gute Hoffnung wurden bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein Blei- und Zinkerze abgebaut.
Eingemeindung und Namensänderung [Bearbeiten]
Am 7. Juni 1969 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Wellmich eingemeindet.[3] Am 27. September 1993 wurde der Name von St. Goarshausen in Loreleystadt Sankt Goarshausen geändert.
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Die Entwicklung der Einwohnerzahl von St. Goarshausen, bezogen auf das heutige Stadtgebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]
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Politik [Bearbeiten]
Stadtrat [Bearbeiten]
Der Stadtrat in Sankt Goarshausen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.
Sitzverteilung im Stadtrat:[4]
| Wahl | CDU | FWG 1 | FWG 2 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| 2009 | 6 | 2 | 8 | 16 Sitze |
| 2004 | 8 | 2 | 6 | 16 Sitze |
Wappen [Bearbeiten]
| Blasonierung:
„In geteiltem Schild oben in Gold wachsend ein herschauender blaubewehrter roter Löwe, unten in Blau zwischen drei goldenen Lilien ein goldener Sparren.“ |
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| Beschreibung:
Der rote Löwe verweist auf die frühere Herrschaft der Grafen von Katzenelnbogen, die Lilien sind als Mariensymbol auch im Wappen der gegenüber liegenden Stadt St. Goar enthalten. Das Wappen wurde 1906 genehmigt. |
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Seit Juni 1992 besteht eine Partnerschaft mit der japanischen Stadt Inuyama.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Bauwerke [Bearbeiten]
Oberhalb der Stadt liegen die Ruinen der 1806 von den Truppen Napoléon Bonapartes gesprengten Burg Katz (ehemals Burg Neu-Katzenelnbogen), über dem Stadtteil Wellmich die Burg Maus (auch Deuernburg oder Thurnberg genannt). Burg Katz ist nicht zur Besichtigung freigegeben, wohingegen auf Burg Maus regelmäßig eine Vogelflugschau stattfindet. Von dort aus hat man auch einen guten Ausblick auf die gegenüberliegende Ruine der Burg Rheinfels. Erreichbar ist Burg Rheinfels von St. Goarshausen aus mit der Fähre, die nächste Brücke ist 30 km entfernt.
Die Evangelische Kirche in St. Goarshausen wurde 1863 von Eduard Zais erbaut. Sie beherbergt eine Orgel aus dem gleichen Jahr von Christian Friedrich Voigt aus Igstadt, die 2006 restauriert wurde.
Die kath. Kirche St. Johannes von Hans und Christoph Rummel stammt aus dem Jahr 1923-25.
Naturdenkmäler [Bearbeiten]
Bei Sankt Goarshausen liegt der Loreley-Felsen. Ein Besucherzentrum mit Museum informiert vor Ort über Kultur und Wirtschaft der Region.
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- 3. Wochenende im September: Rhein in Flammen Großfeuerwerke von Burg Katz bei Sankt Goarshausen, Burg Rheinfels bei Sankt Goar und von der Rheinmitte aus.
- Ende Juni: Tal total. Autofreier Tag auf beiden Rheinseiten von Koblenz bis Rüdesheim zum Fahrradfahren.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Hauptwirtschaftszweige sind Tourismus und Weinbau. Von der früheren Bedeutung als Fischer- und Schifferstadt und als Umschlagplatz am Rhein, von dem heute noch der Häuser Kran zeugt, hat St. Goarshausen vieles verloren. Nach dem mit der Verwaltungsreform verbundenen Verlust des Status als Kreisstadt an Bad Ems (siehe Geschichte des Rhein-Lahn-Kreises) übernahm die nahe gelegene und um einiges größere Stadt Nastätten einige Infrastrukturleistungen von St. Goarshausen. Im November 2005 wurde die Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle, die sich im ehemaligen Landratsamt befand, nach Nastätten verlegt. Auch die Auflösung der Polizeidienststelle St. Goarshausen (und eine eventuelle Verlegung nach Nastätten) ist in der Diskussion.
Im touristischen Bereich emanzipiert sich St. Goarshausen von der Schwesterstadt St. Goar gemeinsam mit der Nachbargemeinde Bornich als Träger des auf der Loreley errichteten Besucherzentrums.[5] Ebenfalls auf dem Loreleyplateau in der Gemarkung Bornich befindet sich die im Jahr 1939 errichtete Freilichtbühne Loreley.
Verkehr [Bearbeiten]
Sankt Goarshausen wird über die Bundesstraße 42, die am Rhein entlang verläuft, mit den Großstädten Koblenz und Wiesbaden verbunden. Außerdem beginnt in Sankt Goarshausen die Bundesstraße 274, die über die Hochflächen des Hintertaunus ins Aartal führt.
Die Verbindung zwischen Sankt Goar und Sankt Goarshausen wird durch die Fähre Loreley aufrechterhalten. Über das Für und Wider, diese Fähre durch eine Brücke zu ersetzen, wird seit Jahrzehnten gestritten. Das Raumordnungsverfahren für diese Brücke wurde im Januar 2011 eingeleitet und sie wird in den Medien Mittelrheinbrücke genannt. Das Hauptargument für den Bau der Brücke ist ein möglicher wirtschaftlicher Aufschwung. Kritiker weisen darauf hin, dass zur Stärkung der Infrastruktur ein durchgehender 24-Stunden-Fährverkehr ausreicht. Dieser kann aber durch eine private Fährgesellschaft ohne öffentliche Förderung nicht kostendeckend betrieben werden. Eine staatlich betriebene und kostenlose Rhein-Fähre wie in Plittersdorf wird derzeit nicht in Betracht gezogen.
Der Bahnhof Sankt Goarshausen liegt an der rechten Rheinstrecke und bindet den Ort mit Zügen über Wiesbaden nach Frankfurt am Main und nach Koblenz an. Bis 1956/57 endete einer der Äste der nassauischen Kleinbahn am Hafenbahnhof und verband den Ort mit Nastätten.
Rad- und Wanderwege [Bearbeiten]
Der neue rechtsrheinische Wanderweg über die Höhen des Rheintales, der Rheinsteig, führt über die Loreley.
St. Goarshausen ist Startpunkt des Loreley-Aar-Radweges, der am Bahnhof beginnt und über die alte Trasse der Nassauischen Kleinbahn führt.
Bildung [Bearbeiten]
Fest mit der Geschichte St. Goarshausens verwurzelt ist die Tradition des „Institut Hofmann“, heute „Wilhelm-Hofmann-Gymnasium“, das seit nunmehr 150 Jahren das Stadtbild St. Goarshausens prägt.
Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das alte Institut zerstört und das heutige Gymnasium errichtet. 1984 wurde in St. Goarshausen die Loreleyhalle errichtet, die vor allem als Schulsporthalle benutzt wird, aber auch von der Stadt St. Goarshausen und von Vereinen mitbenutzt werden darf. 1991 fand mit dem Aufstocken des rheinseitigen Querbaus die letzte große Erweiterung des Wilhelm-Hofmann-Gymnasiums statt.
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Klaus Linkenbach (1932–2000), Komponist und Kirchenmusiker
- Karl Lotichius (1819-1892), Bankier und Politiker
- Eduard Lotichius (1847-1908), Unternehmer und Politiker
- Franz Preuschen von Liebenstein (1845-1908), Gynäkologe
Siehe auch [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Adolf Schneider: Geschichte der Loreley-Stadt St. Goarshausen. 1989, ISBN 3-922604-13-7
Dokumente [Bearbeiten]
- Bild von Sankt Goarshausen aus J.F. Dielmann, A. Fay, J. Becker (Zeichner): F.C. Vogels Panorama des Rheins, Bilder des rechten und linken Rheinufers, Lithographische Anstalt F.C. Vogel, Frankfurt 1833
- Bild von Sankt Goarshausen 2, dito
- Bild von Sankt Goarshausen 3, dito
- Bild von Wellmich aus J.F. Dielmann, A. Fay, J. Becker (Zeichner): F.C. Vogels Panorama des Rheins, Bilder des rechten und linken Rheinufers, Lithographische Anstalt F.C. Vogel, Frankfurt 1833
- Bild von Ehrenthal aus J.F. Dielmann, A. Fay, J. Becker (Zeichner): F.C. Vogels Panorama des Rheins, Bilder des rechten und linken Rheinufers, Lithographische Anstalt F.C. Vogel, Frankfurt 1833
- Bild von Ehrenthal 2, dito
- Bild von Ehrenthal 3, dito
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2011 (PDF; 755 kB) (Hilfe dazu)
- ↑ a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 195 (PDF; 2,50 MB)
- ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
- ↑ Loreley Besucherzentrum im Internet
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