Corigliano d’Otranto

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Geografie, Geschichte und Denkmäler vollständig unbelegt
Corigliano d’Otranto
Kein Wappen vorhanden.
Corigliano d’Otranto (Italien)
Corigliano d’Otranto
Staat: Italien
Region: Apulien
Provinz: Lecce (LE)
Koordinaten: 40° 10′ N, 18° 15′ O40.16666666666718.2576Koordinaten: 40° 10′ 0″ N, 18° 15′ 0″ O
Höhe: 76 m s.l.m.
Fläche: 28 km²
Einwohner: 5.854 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 209 Einw./km²
Postleitzahl: 73022
Vorwahl: 0836
ISTAT-Nummer: 075023
Volksbezeichnung: Coriglianesi oder chorianì (in griko)
Schutzpatron: San Nicola di Mira
Website: Corigliano d’Otranto

Corigliano d’Otranto ist eine süditalienische Gemeinde mit 5854 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Provinz Lecce in der italienischen Region Apulien.

Im zentralen Teil der unteren salentinischen Halbinsel und etwa 25 km südlich der Provinzhauptstadt gelegen, ist die Ortschaft Teil der Grecìa Salentina, einer Sprachinsel in der ein archaischer neugriechischer Dialekt mit alt- und mittelgriechischen und lateinischen Elementen gesprochen wird, auch Griko oder Greco genannt. In diesem Idiom heißt die Stadt Choriàna oder Koriàna[2]. Im salentinischen Dialekt hingegen ist der Name der Stadt Curiànu.

Geografie[Bearbeiten]

Il territorio del comune nella provincia

Das Gebiet der Gemeinde Corigliano d'Otranto, welches sich mit seinen 28 km² über den zentralen Teil des Provinzgebietes erstreckt, ist völlig eben.

Die Ortschaft erhebt sich auf 97 m ü.M, aber das Gemeindegebiet ist zwischen 73 und 109 m ü.M gelegen, bei einem gesamthaften Höhenunterschied von 36 Höhenmeter. Das Umland von Corigliano ist vorwiegend mit Olivenhainen bebaut. Die Pflanzenarten welche das Gebiet außerdem bedecken sind der Ölbaum, die Eiche und die Pinie.

Die Gemeindegrenzen stoßen im Norden an die Gemeinden Soleto, Zollino und Martano, im Osten an die Gemeinden Castrignano de' Greci und Melpignano, im Süden an die Gemeinden Maglie und Cutrofiano, und im Westen an die Gemeinden Sogliano Cavour und Galatina.

Klima[Bearbeiten]

Die nächstgelegene Wetterstation ist jene von Lecce Galatina. Das Klima von Corigliano d'Otranto ist typisch mediterran, aber mit kontinentalen Spitzen. Die meteorologischen Daten zeigen, dass die Winter nicht sehr kalt sind; dennoch kommen in den Monaten Januar und Februar häufig Fälle intensiver Kälte mit nächtlichem Frost vor. Die Sommer sind heiß, schwül und äußerst trocken. Die Niederschläge, welche sich vorwiegend innerhalb der Herbst- und der Winterzeit konzentrieren, belaufen sich auf durchschnittlich 639 mm jährlich.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ursprünge von Corigliano d'Otranto sind ungewiss. Die Ortschaft könnte griechische Wurzeln haben, da sie in der Zeit der Magna Graecia entstanden zu sein scheint; aber ihre Ursprünge könnten auch in der römischen Periode oder sogar ein Werk der Messapier, der ursprünglichen Bevölkerung dieser Region sein.

Tancred von Sizilien im Liber ad honorem Augusti, 1196

Dass in Corigliano die Träger einer frühgeschichtlichen Kultur siedelten, wird das durch die Reste einer Specchia in den Örtlichkeiten Serra und Murica bezeugt. Aus der römischen Periode stammt ein der Göttin Vesta geweihter Tempel und das raumplanerische Gefüge der Altstadt welches, wie zwischen Via Capiterra und Via Cavour gut ersichtlich, aus Baulosen welche auf dem römischen Actus aufgebaut sind, besteht. An der Entwicklung von Corigliano hatte das basilianische Kloster St. Georg, genannt Sinòdia, welches im 9. Jahrhundert erbaut wurde. Die Klosterschule unterrichtete griechische Sprache und Oströmische Kultur, und hinterließ zahlreiche griechische Codices. Es verfiel im Laufe des 16. Jahrhunderts als Folge der Zerstörung des Klosters San Nicola di Casole in Otranto, von dem es abhängig war. Die ersten historischen Belege stammen aus dem Jahre 1192, als König Tankred von Sizilien das Gebiet an Pietro Indini als Lehen vergab.

Toponomastik[Bearbeiten]

Der Name der Ortschaft wird fälschlicherweise vom Wort cuore (Herz), welches durch Assonanz als Symbol im städtischen Wappen auftaucht, abgeleitet. Einer anderen Theorie zufolge, leitet sich der Name der Stadt von einem hypothetischen Centurio Corelius ab, der das Territorium nach der römischen Eroberung zugeteilt bekommen haben soll. Wahrscheinlicher aber ist, dass sich aus dem mittelgriechischen Begriff χωρίον (choríon) für "Siedlung" oder "Dorf", sich später durch Alteration der Name Corigliano gebildet hat.

Denkmäler und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Religiöse Architektur[Bearbeiten]

Hauptkirche (Chiesa Madre)[Bearbeiten]

Chiesa Madre e Campanile

San Nicola, die Chiesa Madre von Corigliano d’Otranto, befindet sich direkt am nördlichen Ende der Via Chiesa, dort wo sich früher eines der antiken Zugangstore zur Stadt hin öffnete, im lokalen griechischen Dialekt "Obere Türe" oder "Anuporta" (aus dem Griechischen Ἀνωπόρτα) genannt, und nicht weit vom an der Kirchenfassade ausgerichteten Glockenturm entfernt. Dieser wurde, wie der auf dem Fenster der 2. Ordnung in griechischen Ziffern eingemeißelten Jahreszahl zu entnehmen, in den Jahren 1467-68 erbaut[3]. Ursprünglich diente der in die mittelalterlichen Stadtmauern eingefügt Turm als Wachturm. Typisch mittelalterlich sind die auf den vier Ecken des Rahmens der 2. Ordnung des Turmes befindlichen Löwen sowie die dreigepassten Bögen des Gurtgesimses, die blattförmigen Dekorationen und sämtliche andere Schmuckelemente der Fassade. In Höhe der letzten Ordnung, wo die Mittelstützen der Biforen nachträglich entfernt wurden, um den Glocken Platz zu machen, ist die Umwandlung des Wachturms zu einem Glockenturm am besten ersichtlich.

Die Chiesa Madre wurde im Jahre 1622 am Ort eines zuvor bestehenden Sakralbaus errichtet, von dem einige Bestandteile wie das auf 1573 datierte Eingangsportal mit den Statuen des Erlösers, der Mutter Gottes und des Stadtpatrons Nikolaus von Myra erhalten sind. Das Gebäude ist in Form eines lateinischen Kreuzes mit nach Osten gerichteter Apsis errichtet. Es wird durch eine beachtliche Bauhöhe charakterisiert, deren Eindruck verstärkt wird durch die Massivität der die Abdeckung des Mittelschiffs tragenden Säulen und die Geometrie des im lecceser Stil errichteten Gewölbes wiedergebenden blattförmigen Gesimses. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr die Kirche zahlreiche Umwandlungen, von denen eine der wichtigeren die im Jahre 1878 erfolgte Realisierung des Bodenmosaiks war. Analog dem Vorbild der Kathedrale von Otranto stellt es das Motiv des Lebensbaumes mit seinen verschiedenen biblischen Szenen dar. Neuerliche Reparaturarbeiten am Boden haben einen unterirdischen Friedhof ans Licht gebracht.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Corigliano d'Otranto – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Castello de’Monti

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Don Mauro Cassoni: Griko-Italiano, Vocabolario. Lecce 1999
  3. Angelo Campa-Vincenzo Peluso: Guida di Corigliano; Tra le case e la fortezza nella Grecìa Salentina. Galatina 1999