Endlösung der Judenfrage

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Auftrag Görings an Heydrich zum Erstellen eines organisatorischen Gesamtentwurfs für die Endlösung der Judenfrage vom 31. Juli 1941.

Als „Endlösung der Judenfrage“, kurz „Endlösung“, bezeichneten die Nationalsozialisten seit Juli 1941 ihr Ziel, alle von ihnen als Juden definierten Personen in Europa und darüber hinaus zu ermorden, das sie bis zum 8. Mai 1945 systematisch verfolgten.[1] Dieser Euphemismus sollte den Holocaust (die Shoah) nach außen tarnen, nach innen ideologisch rechtfertigen.

Zuvor und bis Sommer 1942 auch noch parallel bezeichnete der NS-Begriff die staatlich organisierte Vertreibung und Deportation („Umsiedelung“, „Evakuierung“) der osteuropäischen und deutschsprachigen Juden, die seit etwa 1880 von deutschen Antisemiten gefordert worden war.

Seit Mai 1945 wird „Endlösung“ fast nur noch als Kürzel für den Holocaust in der Sprache des Nationalsozialismus gebraucht; andere Bedeutungen spielen in der deutschen Alltagssprache keine Rolle mehr.[2] Viele Darstellungen des Holocaust zitieren den Ausdruck (englisch final solution, französisch solution finale), im Deutschen meist in distanzierenden Anführungszeichen.

Genese des Begriffs

„Judenfrage“

Hauptartikel: Judenfrage

Als „jüdische Frage“ bezeichnete man seit etwa 1750 zunächst in Großbritannien (Jewish Question), seit der Französischen Revolution 1789 auch in Frankreich (la question juive) umstrittene Schritte zur Jüdischen Emanzipation und der damit verbundenen Probleme.

In Deutschland erschien 1843 Bruno Bauers Aufsatz „Die Judenfrage“. Seither beschäftigten sich Hunderte von Traktaten, Pamphleten, Zeitungsartikeln und Büchern damit. Unter den vorgeschlagenen „Lösungen“ dieses „Problems“ waren Assimilations-, Umsiedelungs- und Ausweisungsvorschläge von Judengegnern ebenso wie Integrations-, Erziehungs- und Tolerierungskonzepte von Liberalen oder Philosemiten.[3] In dieser Debatte war also noch nicht entschieden, ob die „Judenfrage“ die Probleme der deutschen Juden mit ihren Gegnern beschrieb oder umgekehrt deren Problem mit ihrem Dasein.

Etwa seit 1860 erhielt der Begriff zunehmend antisemitischen Sinn: Juden wurden unter diesem Titel immer öfter als Hindernis für Identität und Zusammenhalt der Nation und als Fremde im eigenen Land definiert. Antisemiten wie Wilhelm Marr, Karl Eugen Dühring, Theodor Fritsch, Houston Stewart Chamberlain, Paul de Lagarde und andere erklärten die Judenfrage zum durch Integration unlösbaren Rassenproblem, um ihre Forderungen nach „Entjudung“ der Presse, von Bildung, Kultur, Staat und Wirtschaft, der Ächtung von „Mischehen“ usw. plausibel erscheinen zu lassen und die Juden aus vermeintlich dominierender gesellschaftlicher Stellung zu verdrängen.[4]

„Endlösung“

Frühe Antisemiten etablierten parallel zur allmählichen rechtlichen Gleichstellung der Juden eine Sprache der Entmenschlichung im öffentlichen Diskurs, in der mittels biologistischer Metaphern viel vom „Ausmerzen“, „Ausschalten“, „Beseitigen“, „Entfernen“, „Unschädlichmachen“, „Vertilgen“ oder sogar „Ausrotten“ der Juden – analog zum Umgang mit Krankheitserregern, Insekten oder Parasiten – die Rede war. Als Mittel dazu wurden u. a. Einwanderungs- und Berufsverbote, die Sterilisation zur Verhinderung von Nachwuchs, der Entzug aller Bürgerrechte und wirtschaftliche Unterdrückungsmaßnahmen erörtert und gefordert.[5]

1881 verlangte Eugen Dühring in seinem populären Aufsatz Die Judenfrage als Rassen-, Sitten- und Kulturfrage als einer der ersten Antisemiten eine „endgültige Lösung der Judenfrage“.[6] Dazu erwog er ihre „völkerrechtliche Internierung“ in einer für sie bestimmten Region, forderte ein Ausnahmerecht, Vermögenskontrolle, die Deportation von jüdischen Kriminellen und letztlich die „Ausscheidung des Judentums durch den modernen Völkergeist“, um der eigenen Zerstörung vorzubeugen.[7]

Der Zionismus reagierte auf den Antisemitismus mit Vorschlägen zur freiwilligen Auswanderung der jüdischen Minderheiten in ein außereuropäisches Land, um ihr langfristiges Überleben zu sichern. Theodor Herzl begann nach Lektüre Dührings 1881 sein Zionistisches Tagebuch (erstmals veröffentlicht 1920).[8] Sein programmatisches Buch Der Judenstaat von 1896 trug den Untertitel: Der Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage. Darin hieß es:[9]

Ich halte die Judenfrage weder für eine soziale noch für eine religiöse, wenn sie sich noch so oder anders färbt. Sie ist eine nationale Frage, und um sie zu lösen, müssen wir sie vor allem zu einer politischen Weltfrage machen, die im Rate der Kulturvölker zu lösen sein wird.

Ludwig Buechner dagegen befürwortete in einem Brief am 2. September 1884 eine Assimilation der Juden:[10]

[…] dass die Juden selbst sehr viel zur endlichen Lösung der leidigen Judenfrage beitragen könnten und würden, wenn sie ihre absonderlichen rituellen Einrichtungen […] aufgeben und sich bestreben würden, durch Beförderung der Heiraten zwischen Juden und Christen eine allmälige Amalgamirung herbeizuführen.

Der evangelische Theologe und Vorsitzende des Vereins „Freunde Israels“ Johann Friedrich Carl Heman (1839–1919)[11] vertrat schon 1882 die Ansicht, dass „gründlich, endgültig und befriedigend die Judenfrage von den Juden selbst gelöst werden muß“.[12] Er befürwortete wie Herzl einen „Judenstaat“ und veröffentlichte dazu 1897 das Buch Das Erwachen der jüdischen Nation: Der Weg zur endgültigen Lösung der Judenfrage.[13] Die meisten Juden zogen es jedoch vor, im Vertrauen auf die allmähliche Durchsetzung des Liberalismus in den europäischen Zivilgesellschaften zu bleiben und an ihrer Demokratisierung mitzuwirken.

Um 1890 radikalisierten und organisierten sich die Antisemiten zunehmend. Theodor Fritsch forderte in seinem Antisemitencatechismus von 1887, den Antisemitismus in alle Parteien und Organisationen zu tragen, um so im Reichstag mehrheitsfähig zu werden und den Ausschluss der Juden per Gesetz zu erzwingen. In der zum Handbuch der Judenfrage umbenannten 28. Auflage von 1910 hieß es:[14]

Die letzte Lösung des Judenproblems kann nur in einer völligen Ausscheidung aller Juden aus dem arischen Völkerleben gefunden werden. Ein Kompromiss ist unannehmbar.

Einen eigenen Staat der Juden in Palästina lehnte Fritsch ab. Der Zionismus treffe mit seiner Propaganda zur „Rückkehr der armen verfolgten Juden in die alte Heimat“ Palästina nur „die letzten Vorbereitungen zur Vollendung der jüdischen Weltherrschaft“.[15]

Das Programm der Deutschsozialen Reformpartei, die 1894 aus zwei Antisemitenparteien des Kaiserreichs hervorgegangen war, baute auf der Rassenlehre von Houston Stewart Chamberlain auf und sprach 1899 erstmals offen von der „Vernichtung“ der Juden, falls deren Ausschluss nicht realisierbar sei:[16]

Dank der Entwicklung unserer modernen Verkehrsmittel dürfte die Judenfrage im Laufe des 20. Jahrhunderts zur Weltfrage werden und als solche von den anderen Völkern gemeinsam und endgültig durch völlige Absonderung und (wenn die Notwehr es gebietet) schließliche Vernichtung des Judenvolkes gelöst werden.

Auch das Gründungsprogramm der Deutschvölkischen Partei 1914 proklamierte, die endgültige „Lösung der Judenfrage“ werde zur „Weltfrage des 20. Jahrhunderts“ werden.

Diese Ziele etablierten sich bis zum Ende des Ersten Weltkriegs als Konsens der meisten deutschen Antisemiten. Für dessen Ausbruch machten sie das fiktive Kollektiv „der Juden“ ebenso verantwortlich wie für die Kriegsniederlage und deren Folgen.[17]

Bedeutungswandel im Nationalsozialismus

Ideologie ab 1919

Das 25-Punkte-Programm der NSDAP von 1920 schrieb den Entzug der vollen Bürgerrechte, ein Berufsverbot für öffentliche Ämter und Presseleitung für die deutschen Juden, bei Erwerbslosigkeit ihre Ausweisung sowie die Vertreibung eines Großteils zugewanderter Juden fest. Damit übernahm es die Ziele der organisierten Antisemiten des Kaiserreichs. Die Methoden zur Umsetzung der antijüdischen Programmpunkte legte die NSDAP bis 1933 nicht fest.

Adolf Hitler hatte bereits 1919 in einem als Gutachten zur Judenfrage bestellten Brief an einen Parteifreund die „Entfernung des Juden überhaupt“ zu einem Ziel des Nationalsozialismus erklärt.[18] Dass „Entfernen“ für ihn das Ausrotten der Juden bedeutete, zeigte Hitler bereits in einer Rede vom 6. April 1920:[19]

„Wir wollen keine Gefühlsantisemiten sein, die Pogromstimmung erzeugen wollen, sondern es beseelt uns die unerbittliche Entschlossenheit, das Übel an der Wurzel zu packen und mit Stumpf und Stiel auszurotten. Um unser Ziel zu erreichen, muss uns jedes Mittel recht sein, selbst wenn wir uns mit dem Teufel verbinden müßten.“

Am 3. Juli 1920 schrieb Hitler in einem Brief an Konstantin Hierl:[20]

„Sowenig ich einer Tuberkelbazille einen Vorwurf machen kann einer Tätigkeit wegen, die für den Menschen Zerstörung bedeutet, für sie aber Leben heißt, so sehr bin ich aber auch gezwungen und berechtigt, um meiner persönlichen Existenz willen den Kampf gegen die Tuberkulose zu führen durch Vernichtung ihrer Erreger. Der Jude aber wird und wurde durch Jahrtausende hindurch in seinem Wirken zur Rassetuberkulose der Völker. Ihn bekämpfen heißt ihn entfernen.“

1922 zeichnete der Journalist Josef Hell ein Gespräch mit Hitler auf, in dem dieser sich wie folgt geäußert haben soll:[21]

„Wenn ich einmal wirklich an der Macht bin, dann wird die Vernichtung der Juden meine erste und wichtigste Aufgabe sein. Sobald ich die Macht dazu habe, werde ich zum Beispiel in München auf dem Marienplatz Galgen neben Galgen aufstellen lassen und zwar so viele, als es der Verkehr zuläßt. Dann werden die Juden gehängt, einer wie der andere, und sie bleiben solange hängen, bis sie stinken. So lange bleiben sie hängen, wie es nach den Gesetzen der Hygiene überhaupt möglich ist. Sobald man sie abgeknüpft hat, kommen die nächsten daran und das geschieht so lange, bis der letzte Jude in München ausgetilgt ist. Genauso wird in den anderen Städten verfahren, bis Deutschland vom letzten Juden gereinigt ist.“

1924 in „Mein Kampf“ entfaltete Hitler die rassistische Begründung dafür und griff dabei auch einen Gedanken Dührings auf:[22]

„Ohne klare Erkenntnis des Rasseproblems, und damit der Judenfrage, wird ein Wiederaufstieg der deutschen Nation nicht mehr gelingen.“

Diese Ideen wurden in der NSDAP Gemeingut. Am 3. April 1925 sagte Julius Streicher nach Neugründung der zuvor verbotenen Partei anstelle des Hauptredners Hitler, der damals in Bayern Redeverbot hatte:[23]

„Seit Jahrtausenden vernichtet der Jude die Völker. Macht heute den Anfang, daß wir den Juden vernichten können!“

Diese „Lösung der Judenfrage“ war und blieb ein wichtiges Element der NS-Propaganda in der Weimarer Zeit, auch wenn ihr Antisemitismus während der Weltwirtschaftskrise ab 1929 etwas zurücktrat.

Judenverfolgung 1933–1939

Nach dem Herrschaftsantritt der NSDAP im Januar 1933 begann die Verfolgung der deutschen Juden mit dem Nahziel, möglichst viele von ihnen zur Auswanderung aus Deutschland zu nötigen, ökonomisch zu schwächen und gesellschaftlich auszugrenzen: zunächst durch Terror der SA, ab 1934 auch der Schutzstaffel (SS), dann auch durch Staatsmaßnahmen wie den „Judenboykott“, das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ im April 1933 und die „Nürnberger Gesetze“ von 1935.

Mit dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 verschärfte das NS-Regime seine antijüdischen Maßnahmen. Diese zielten nun auf die reichsweite Enteignung („Arisierung“), die vor allem Hermann Göring als neuer Wirtschaftsminister forcierte. Nach einer Terrorwelle österreichischer Nationalsozialisten ließ Reinhard Heydrich seinen „Judenreferenten“ Adolf Eichmann eine „Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Wien“ einrichten.

Parallel zur Kriegsvorbereitung dachten NS-Regimevertreter an die Geiselnahme, Inhaftierung und Ermordung deutscher und österreichischer Juden. So schrieb das SS-Organ „Das Schwarze Korps“ am 3. November 1938:

„Erklären uns die Juden […] den Krieg – und das haben sie bereits getan –, so haben wir die bei uns befindlichen Juden genauso zu behandeln, wie man Angehörige einer kriegführenden Macht zu behandeln pflegt.“

Denn deutsche Juden seien Teil des Weltjudentums, das für alle etwaigen deutschen Kriegsschäden haften müsse.[24]

Nach den Novemberpogromen 1938 drohte Göring am 12. November 1938:[25]

„Wenn das Deutsche Reich in irgendeiner absehbaren Zeit in außenpolitische Konflikte kommt, so ist es selbstverständlich, daß wir in Deutschland in allererster Linie daran denken werden, eine große Abrechnung an den Juden zu vollziehen.“

Am 24. November 1938 stand im Schwarzen Korps unter der Überschrift Juden, was nun? zu lesen:[26]

„Das Programm ist klar. Es lautet: völlige Ausscheidung, restlose Trennung! […] Das in jeder Beziehung auf sich beschränkte Parasitenvolk wird aber in dieser Isolierung, da es zu eigener Arbeit weder willens noch fähig ist, verarmen! […] Das deutsche Volk hat nicht die geringste Lust, in seinem Bereich Hunderttausende von Verbrechern zu dulden, die durch Verbrechen nicht nur ihr Dasein sichern, sondern auch noch Rache üben wollen! […] Im Stadium einer solchen Entwicklung ständen wir daher vor der harten Notwendigkeit, die jüdische Unterwelt genau so auszurotten, wie wir in unserem Ordnungsstaat Verbrecher eben auszurotten pflegen: mit Feuer und Schwert. Das Ergebnis wäre das tatsächliche und endgültige Ende des Judentums in Deutschland, seine restlose Vernichtung.“

Mit entsprechenden antijüdischen Gesetzen und Verordnungen, darunter der „Judenbuße“, mussten die Opfer der Novemberpogrome die Aufrüstung der Täter finanzieren. Ihre staatlich erzwungene Verarmung erschwerte die Auswanderung der Juden erheblich. Im Gegenzug ließ Göring am 24. Januar 1939 in Berlin die Reichszentrale für jüdische Auswanderung[27] mit dem Ziel gründen, „die Auswanderung der Juden aus Deutschland […] mit allen Mitteln zu fördern“.[28]

Am 30. Januar 1939 kündigte Hitler erstmals im Reichstag die Judenvernichtung an. Hintergrund seiner Rede war die geringe Aufnahmebereitschaft demokratischer Länder für in Deutschland verfolgte Juden, die sich bei der Konferenz von Evian im Juli 1938 gezeigt hatte, sowie US-amerikanische und britische Reaktionen auf die Novemberpogrome und den Bruch des Münchner Abkommens, die Hitler auf den Einfluss der Juden in diesen Ländern zurückführte. Er sagte dazu:[29]

„Diese Versuche können vor allem Deutschland nicht im geringsten in der Erledigung seiner Judenfrage beeinflussen. […] Denn Europa kann nicht mehr zur Ruhe kommen, bevor nicht die jüdische Frage ausgeräumt ist.“

Dann ging er zur offenen Drohung über:

„Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa.“

Eine Woche zuvor hatte Hitler dem tschechischen Außenminister František Chvalkovský gesagt, die Juden würden „vernichtet“ werden, falls man sie nicht an einen fernen Ort bringen könne. Wenn die angelsächsischen Länder dabei nicht kooperierten, hätten sie ihren Tod auf dem Gewissen. Saul Friedländer zufolge bedeutete „Vernichtung“ hier noch keinen systematischen Ausrottungsplan, sondern ein einkalkuliertes Massensterben als Folge großangelegter Deportationen. Hitler habe die deutschen Juden als Faustpfand gegen das Ausland benutzt. Zugleich habe er seinen Anhängern schärfere antijüdische Maßnahmen im Kriegsfall in Aussicht gestellt und damit eine aktive Judenvernichtung nahegelegt. Dies markiere seine damalige „Suche nach radikalen Lösungen, mit einem Abtasten extremer Möglichkeiten“.[30]

Abschiebepläne 1939–1941

Der Überfall auf Polen brachte innerhalb weniger Tage auch 2,5 Millionen polnische Juden in den deutschen Machtbereich und erschwerte aus deutscher Regierungssicht zeitweise die Vertreibung deutscher und österreichischer Juden aus dem Altreich. Daraufhin wurden bis Ende 1939 etwa 200.000 Juden aus den besetzten Gebieten Osteuropas in das neugeschaffene ostpolnische Generalgouvernement deportiert oder vertrieben, um in Westpolen Volksdeutsche anzusiedeln. Zugleich wurden bis Ende 1939 etwa 90.000 Juden über die Grenze zum sowjetisch besetzten Ostpolen getrieben.[31]

Seitdem entwickelte Heydrich Ideen, die Juden aus dem „Altreich“ in ein „Judenreservat“ oder „Reichsghetto“ um Lublin zu deportieren. Dazu organisierte Eichmann zwischen dem 18. und 26. Oktober 1939 sechs „Versuchstransporte“ von insgesamt etwa 5000 österreichischen und tschechischen Juden nach Nisko, wo sie in ein selbstgebautes Lager gesperrt und dann sich selbst überlassen wurden. Diese Aktionen wurden aber nach Protesten polnischer Zivilisten und deutscher Offiziere der Wehrmacht ab Oktober reduziert und am 14. April 1940 gestoppt. Zwangsdeportationen deutscher Juden wurden vorläufig zurückgestellt, da für sie in Ostpolen nicht genügend Platz vorhanden war.[32]

Deportationen, die Einrichtung von Ghettos vor allem im besetzten Polen und die Haftbedingungen in den Arbeitslagern (KZ) nahmen bereits zahlreiche Todesopfer unter den Betroffenen in Kauf. Zudem ermordeten eigens dazu aufgestellte Einsatzgruppen von September bis Dezember 1939 etwa 60.000 Angehörige der polnischen Führungsschicht, darunter etwa 7.000 Juden, um polnischen Widerstand gegen die deutsche Besetzung zu unterbinden. Dies zeigte den Vernichtungswillen der Nationalsozialisten in den eroberten Gebieten.[33]

Ab Frühjahr 1940 favorisierte das NS-Regime den schon im November 1938 angedachten Madagaskarplan. Dieser sah eine Zwangsaussiedlung von bis zu 5,8 Millionen überwiegend osteuropäischen Juden in die damalige französische Kolonie Madagaskar vor. Heinrich Himmler arbeitete den Plan im Mai aus. Heydrich schrieb dazu an Joachim von Ribbentrop am 24. Juni 1940:[34]

„Das Gesamtproblem – es handelt sich bereits um rund 3 1/4 Millionen Juden in den heute deutscher Hoheitsgewalt unterstehenden Gebieten – kann durch Auswanderung nicht mehr gelöst werden; eine territoriale Endlösung wird daher notwendig.“

Hitler beriet diese Idee mit Mussolini im Juni. Nachdem die deutsche Luftwaffe die Luftschlacht um England im September verloren hatte, wurde der Plan illusorisch, blieb aber bis Februar 1941 in NS-Äußerungen präsent. Dann traten Pläne einer Massenabschiebung in entferntere Gebiete Osteuropas, etwa in die Prypjatsümpfe Weißrusslands oder die Eismeer-Lager Sibiriens, an seine Stelle. Am 21. Januar 1941 schrieb Eichmanns Mitarbeiter Theodor Dannecker in einer „Denkschrift“ an alle Dienststellen des Reichssicherheitshauptamts (RSHA):

„Gemäß dem Willen des Führers soll nach dem Kriege die Judenfrage innerhalb des von Deutschland beherrschten oder kontrollierten Teiles Europas einer endgültigen Lösung zugeführt werden.“

Heydrich habe bereits von Hitler einen „Auftrag zur Vorlage eines Endlösungsprojektes erhalten“, den er aufgrund der „umfangreichen Erfahrungen in der Judenbehandlung und dank der seit längerer Zeit geleisteten Vorarbeiten […] in wesentlichen Zügen ausgearbeitet“ und dem Führer und dem Reichsmarschall (Göring) vorgelegt habe. Der Erfolg dieser „Riesenarbeit“ hänge von weiteren sorgfältigen Vorarbeiten zu einer „Gesamtabschiebung der Juden“ und „Ansiedlungsaktion in einem noch zu bestimmenden Territorium“ ab.[35] Wie diese Ansiedlungspläne einzuschätzen sind, ist in der Geschichtswissenschaft umstritten: Dieter Pohl ist der Meinung, dass „alle diese Planungen auf einen schleichenden Völkermord [abzielten], da sie eine massive Verschlechterung der Lebensbedingungen, die Verhinderung der Fortpflanzung sowie große Zwangsarbeitsprojekte zum Inhalt hatten“.[36] Wolfgang Benz sieht in der Ansiedlung eine Tarnfloskel für die bereits geplante Ermordung,[37] während Christopher Browning im Anschluss an Götz Aly annimmt, als Ansiedlungsraum sei die Sowjetunion gemeint gewesen, die zu überfallen man in diesen Wochen geheim plante.[38] Hans Mommsen vertritt die These, dass bis Herbst 1941 noch keine systematische Liquidierung der europäischen Juden ins Auge gefasst worden sei; die Ansiedlungspläne seien zwar illusorisch gewesen, aber ernst gemeint.[39]

Vom Vertreibungs- zum Vernichtungsziel

Seit Beginn des Polenfeldzugs finden sich im Schriftverkehr von NS-Behörden immer öfter Hinweise auf verschärfte „Lösungsmodelle“. So sandte Reinhard Heydrich am 21. September 1939 nach den ersten Massakern an polnischen Juden einen ausführlichen Erlass an alle Einsatzgruppenchefs, in dem es hieß:[40]

„Ich nehme Bezug auf die heute in Berlin stattgefundene Besprechung und weise noch einmal daraufhin, dass die geplanten Gesamtmaßnahmen (also das Endziel) streng geheim zu halten sind. Es ist zu unterscheiden zwischen 1. dem Endziel (welches längere Fristen beansprucht) und 2. den Abschnitten der Erfüllung des Endzieles (welche kurzfristig durchgeführt werden). Die geplanten Maßnahmen erfordern gründlichste Vorbereitung sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Es ist selbstverständlich, dass die heranstehenden Aufgaben von hier in allen Einzelheiten nicht festgelegt werden. Die nachstehenden Anweisungen und Richtlinien dienen gleichzeitig dem Zwecke, die Chefs der Einsatzgruppen zu praktischen Überlegungen anzuhalten. … Als erste Vorausmaßnahme für das Endziel gilt zunächst die Konzentrierung vom Lande in die größeren Städte. Sie ist mit Beschleunigung durchzuführen. … Dabei ist zu beachten, daß nur solche Städte als Konzentrierungspunkte bestimmt werden, die entweder Eisenbahnknotenpunkte sind oder zu mindestens an Eisenbahnstrecken liegen.“

Während Gunnar Heinsohn dieses Dokument als Beleg deutet, das „Endziel“ des Holocaust sei seit Kriegsbeginn beschlossen worden,[41] sieht Dieter Pohl darin das damalige Ziel, die polnischen Juden in einigen polnischen Städten zu ghettoisieren und später vollständig aus den deutsch besetzten Gebieten zu vertreiben.[42]

Ein Entwurf Eichmanns vom 4. Dezember 1940 unter dem Titel „Die Judenfrage“ beschrieb ein zweistufiges Vorgehen: Einer „Anfangslösung der Judenfrage durch Auswanderung“, das hieß Vertreibung aller deutschen, österreichischen und polnischen Juden durch Polizei und Sicherheitsdienste (SD, SS), sollte die „Endlösung der Judenfrage“ folgen: „Durch Umsiedelung der Juden aus dem europäischen Wirtschaftsraum des deutschen Volkes in ein noch zu bestimmendes Territorium. Im Rahmen dieses Projekts kommen rund 5,8 Millionen Juden in Betracht.“[43]

Ebenfalls im Januar 1941 schrieb Sturmbannführer Paul Zapp in ein Redemanuskript für Heinrich Himmler:[44]

„An die restlose Bereinigung der Judenfrage kann erst gedacht werden, wenn es gelingt, das Weltjudentum entscheidend zu treffen. Die politische und diplomatische Führung Adolf Hitlers hat die Grundlagen für die europäische Lösung der Judenfrage geschaffen. Von hier aus wird der Hebel zur Lösung der Weltjudenfrage angesetzt werden müssen.“

Hier deutete sich an, dass die Deportationspläne des NS-Regimes ihrerseits auf eine globale „Endlösung“ zielten, die der damals geplante Eroberungskrieg einleiten und ermöglichen sollte. Da die Nationalsozialisten selbst die Weltherrschaft anstrebten, die sie ihren jüdischen Opfern unterstellten, genügte ihnen die Vertreibung der europäischen Juden nicht, sondern galt ihnen nur als Vorstufe zur völligen Vernichtung des „Weltjudentums“.

Der Krieg gegen die Sowjetunion 1941–1945 sollte nicht nur „Lebensraum im Osten“ erobern, sondern auch den „jüdischen Bolschewismus“ vernichten. Dieses Ziel hatte Hitler schon 1925 in Mein Kampf anvisiert. Es war Teil des von ihm propagierten „Abwehrkampfs der arischen Rasse gegen das Weltjudentum“, der in seinem Denken nicht mit der Vertreibung der Juden, sondern letztlich nur ihrer Vernichtung zu gewinnen war. Ab März 1941 wurde der Russlandkrieg als Vernichtungskrieg operativ vorbereitet. Zugleich dachten die Nationalsozialisten immer mehr an eine organisierte Massenvernichtung der Juden und suchten nach geeigneten Methoden dazu.[45] Anfang März 1941 ordnete Hitler die gezielte Partisanenbekämpfung an. Am 12. März 1941 schrieb Eichmann an seine Mitarbeiter bereits routinemäßig über die „zweifellos kommende Endlösung der Judenfrage“ und begründete damit ein Auswanderungsverbot für Juden aus allen besetzten Gebieten: Deutschland solle als erstes Land Europas „judenrein“ werden.[46] Für das Frühjahr 1941 bezeugt Himmlers Leibarzt Felix Kersten eine Aussage Himmlers, wonach „die Juden bis Kriegsende bis auf den letzten Menschen ausgerottet werden [müssen]. Das ist der eindeutige Wunsch und Befehl des Führers.“[47]

Im Mai 1941 ließ Heydrich sechs mobile Einsatzgruppen mit etwa 3.000 Mitgliedern aufstellen und für ihre besondere Mordaufgabe im Gefolge der Eroberungen ausbilden. In einem seiner Rundschreiben an alle Polizeileitstellen verlangte er:[48]

„Eine Einwanderung von Juden in die von uns besetzten Gebiete ist im Hinblick auf die zweifellos kommende Endlösung der Judenfrage zu verhindern.“

Dies verbot den Behörden, ausreisewilligen deutschen und polnischen Juden entsprechende Papiere auszustellen und wird daher als Abkehr vom Ziel ihrer Vertreibung zugunsten ihrer künftigen Vernichtung gedeutet.

Mit dem Kommissarbefehl vom 6. Juni 1941 unterstützten hochrangige Generäle der Wehrmacht die geplanten Kriegsverbrechen.[49] Der Generalplan Ost vom 24. Juni 1941 sah vor, bis zu 30 Millionen Menschen zu deportieren, verhungern zu lassen oder zu erschießen.

Massenerschießungen sowjetischer Juden

Mit Kriegsbeginn am 22. Juni 1941 eskalierte die staatliche Judenverfolgung. Ab dem 24. Juni 1941 begannen die Einsatzgruppen mit systematischen Massenerschießungen von jüdischen Männern auf sowjetischem Gebiet.[50]

In den überfüllten polnischen Ghettos, die Hitler als „Durchgangslager“ für die endgültige Abschiebung ihrer Bewohner ansah, starben bereits Zehntausende an Hunger und Seuchen. Damit wuchs die Bereitschaft, die „Endlösung“ früher, schneller und mörderischer durchzuführen. So schrieb der für Posen verantwortliche SS-Sturmbannführer Rolf-Heinz Höppner am 16. Juli 1941 an Eichmann:[51]

„Es besteht in diesem Winter die Gefahr, daß die Juden nicht mehr sämtlich ernährt werden können. […] Es ist ernsthaft zu erwägen, ob es nicht die humanste Lösung ist, die Juden, soweit sie nicht arbeitsfähig sind, durch irgendein schnell wirkendes Mittel zu erledigen.“

In Erwartung des baldigen Sieges über die Sowjetunion erhielt Himmler am 17. Juli 1941 Hitlers Auftrag zur „polizeiliche[n] Sicherung der neu besetzten Ostgebiete“. Daraufhin verdoppelte er in wenigen Tagen die Mitgliederzahl der Einsatzgruppen und hielt sie an, ihre „historische Mission“ schneller zu erfüllen. Am 1. August wies Gestapochef Heinrich Müller die Einsatzgruppenleiter an, der Reichskanzlei regelmäßig über ihre Mordergebnisse zu berichten. Ab dem 15. August wurden auch jüdische Frauen und Kinder wahllos ermordet.[52]

Am 29. Juli 1941 traf der Lagerkommandant von Auschwitz, Rudolf Höß, in Berlin mit seinem Vorgesetzten Himmler zusammen, der ihm Monate zuvor den Lagerausbau befohlen hatte. Nach 1945 schrieb Höß, er habe bei diesem Treffen den Befehl zur „Massen-Vernichtung der Juden“ erhalten.[53]

Anfang August 1941 antwortete Hans-Adolf Prützmann, Höherer SS- und Polizeiführer im Reichskommissariat Ostland, einem Untergebenen auf dessen Frage, wohin die baltischen Juden ausgesiedelt würden:[54]

„Nicht so, wie Sie meinen – die sollen ins Jenseits befördert werden.“

Zentraler Planungsauftrag

Am 31. Juli 1941 schrieb Göring, den Hitler 1938 mit der „Gesamtlösung der Judenfrage“ beauftragt hatte, an Heydrich:[55]

„In Ergänzung der Ihnen bereits mit Erlaß vom 24. Januar 1939 übertragenen Aufgabe, die Judenfrage in Form der Auswanderung oder Evakuierung einer den Zeitverhältnissen entsprechend möglichst günstigen Lösung zuzuführen, beauftrage ich Sie hiermit, alle erforderlichen Vorbereitungen in organisatorischer, sachlicher und materieller Hinsicht zu treffen für eine Gesamtlösung der Judenfrage im deutschen Einflußgebiet in Europa. […] Ich beauftrage Sie weiter, mir in Bälde einen Gesamtentwurf über die organisatorischen, sachlichen und materiellen Vorausmaßnahmen zur Durchführung der angestrebten Endlösung der Judenfrage vorzulegen.“

Dem folgte zwischen September und Dezember 1941 – der genaue Zeitpunkt ist umstritten – die Entscheidung, noch während des Krieges alle europäischen Juden zu ermorden, derer das NS-Regime habhaft werden konnte.[56] Nun bezeichnete der Begriff Endlösung auch in der Behördensprache faktisch die Durchführung dieser Zielvorgabe, die nach außen weiter als vollständige „Umsiedlung“ in entfernte Ostgebiete getarnt wurde.

Beginn der Deportationen und Vergasungen

Anfang August geriet die deutsche Offensive erstmals, ab Mitte September erneut, ins Stocken; der erwartete „Blitzsieg“ wurde illusorisch. Bis zum 13. September 1941 verbot Hitler die Abschiebung der deutschen, west- und südeuropäischen Juden, um sie nach dem erwarteten schnellen Sieg im Russlandfeldzug direkt in den weiter entfernten Osten deportieren zu lassen. Doch am 17. September ließ er Himmler wissen, das Reich und das Protektorat Böhmen und Mähren müssten „möglichst bald“ von Juden „geleert und befreit“ werden.

Der Gesinnungswandel hing auch mit dem seit der Atlantikcharta vom 14. August und U-Boot-Angriffen vom 11. September absehbaren Kriegseintritt der USA zusammen. Auch ein Rachemotiv ist denkbar: Hitler erfuhr um den 10. September herum, dass Stalin 400.000 Wolgadeutsche nach Sibirien transportieren lassen wolle. Die Briten flogen am 16. September einen Bombenangriff auf Hamburg, der viele Hamburger obdachlos machte. Nun gab Hitler dem Drängen des Gauleiters Kaufmann nach, für sie jüdische Wohnungen zu räumen. Himmler ließ daraufhin zunächst 60.000 deutsche Juden in das restlos überfüllte Ghetto Litzmannstadt deportieren und lieferte damit einen Großteil von ihnen dem sicheren Hungertod aus.[57] Fortan wurden größere Gruppen deutscher Juden in polnische Sammellager deportiert. Deren vorige Bewohner wurden zuvor oft massenhaft ermordet, um Platz für die Neuankömmlinge zu schaffen.

Am 5./6. September 1941 – nach anderen Historikern im Dezember – wurden im KZ Auschwitz I erstmals probeweise 900 Kriegsgefangene mit Zyklon B vergast. Mitte Oktober begann der Bau des ersten Vernichtungslagers Belzec. Im November erhielten vier der sechs Einsatzgruppen Gaswagen. Ab 8. Dezember folgten erste Vergasungen im Vernichtungslager Chelmno. Bis zum März 1942 waren laut Täterberichten und Schätzungen knapp 600.000 Juden ermordet worden.[58]

Ausweitung auf alle europäischen Juden

Am 8. Dezember 1941, einen Tag nach Japans Angriff auf Pearl Harbor, traten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein; am 11. Dezember erklärte Hitler ihnen den Krieg. Am 12. Dezember hielt er eine Rede an die Gau- und Reichsleiter der NSDAP, über die Goebbels am 13. Dezember in sein Tagebuch notierte:[59]

„Bezüglich der Judenfrage ist der Führer entschlossen, reinen Tisch zu machen. Er hat den Juden prophezeit, daß, wenn sie noch einmal einen Weltkrieg herbeiführen würden, sie dabei ihre Vernichtung erleben würden. Das ist keine Phrase gewesen. Der Weltkrieg ist da, die Vernichtung des Judentums muß die notwendige Folge sein. […] Wenn das deutsche Volk jetzt wieder im Ostfeldzug an die 160 000 Tote geopfert hat, so werden die Urheber dieses blutigen Konflikts dafür mit ihrem Leben bezahlen müssen.“

Nun wurde die laufende Massenvernichtung der sowjetischen Juden auf alle Juden Europas ausgedehnt und mit neuen Mordmethoden forciert. Dies zeigt eine Rede Hans Franks, des Generalgouverneurs in Polen, vom 16. Dezember 1941:[60]

„Mit den Juden – das will ich Ihnen auch ganz offen sagen – muß so oder so Schluß gemacht werden. […] Wir müssen die Juden vernichten, wo immer wir sie treffen und wo es irgend möglich ist, um das Gesamtgefüge des Reiches hier aufrecht zu erhalten. […] Diese 3,5 Millionen Juden können wir nicht erschiessen, wir können sie nicht vergiften, werden aber doch Eingriffe vornehmen müssen, die irgendwie zu einem Vernichtungserfolg führen, und zwar im Zusammenhang mit den vom Reich her zu besprechenden großen Maßnahmen. Das Generalgouvernement muß genau judenfrei werden, wie es das Reich ist.“

Auf der angekündigten Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 stellte Heydrich den eingeladenen NS-Behördenvertretern seinen „Gesamtentwurf“ vor, um sie in die Planung der laufenden „Endlösung“ einzuweihen, daran zu beteiligen und ihre Maßnahmen dazu unter seiner Leitung zu koordinieren. Nach dem Konferenzprotokoll waren 11 Millionen Juden aus ganz Europa und Nordafrika, auch aus von Deutschland nicht eroberten Ländern, zur Deportation vorgesehen. Es beginnt mit den Worten:[61]

„I. An der am 20.1.1942 in Berlin, Am Großen Wannsee Nr. 56/58, stattgefundenen Besprechung über die Endlösung der Judenfrage nahmen teil: […]“

Schreiben Heydrichs an Martin Luther, 26. Februar 1942

Damit war der Begriff bei allen am Holocaust beteiligten Dienststellen etabliert. Dass diese darunter die Ermordung möglichst aller Juden verstanden, bestätigte Eichmann am 24. Juli 1962 in seinem Jerusalemer Prozess:[62]

„Es wurde von Töten und Eliminieren und Vernichten gesprochen.“

In dieser Vernehmung berichtete Eichmann auch, Heydrich habe ihm sechs bis acht Wochen nach Beginn des Russlandkrieges mitgeteilt:

„Der Führer hat die physische Vernichtung der Juden befohlen.“

Hitler habe Odilo Globocnik bereits entsprechende Anweisungen erteilt, deren Ausführung Eichmann überprüfen sollte.[63] Dieses Ziel kannten oder ahnten neben den Planern, Organisatoren und Ausführenden auch viele gewöhnliche Deutsche, die die öffentlichen Deportationen erlebten und Hitlers Rundfunkreden hörten (→ Holocaustkenntnis von Zeitzeugen). Dieser kam im Kriegsverlauf immer wieder auf seine Ankündigung vom 30. Januar 1939 zurück und ließ keinen Zweifel an ihrem Vollzug.

Systematische Vergasung

Goebbels notierte am 27. März 1942 darüber in sein Tagebuch:[64]

„Es wird hier ein ziemlich barbarisches und nicht näher zu beschreibendes Verfahren angewandt, und von den Juden selbst bleibt nicht mehr viel übrig. Im großen kann man wohl feststellen, dass 60 % davon liquidiert werden müssen […] An den Juden wird ein Strafgericht vollzogen, das zwar barbarisch ist, das sie aber vollauf verdient haben […] Man darf in diesen Dingen keine Sentimentalität obwalten lassen […] Es ist ein Kampf auf Leben und Tod zwischen der arischen Rasse und dem jüdischen Bazillus. Keine andere Regierung und kein anderes Regime konnte die Kraft aufbringen, diese Frage generell zu lösen. Auch hier ist der Führer der unentwegte Vorkämpfer und Wortführer einer radikalen Lösung […].“

Am 19. April 1942 ordnete Himmler „die Umsiedlung der gesamten jüdischen Bevölkerung des Generalgouvernements bis zum 31. Dez. 1942“ an.[65] Fortan rollten die Todeszüge aus dem ganzen Reich und den übrigen eroberten Gebieten in die nunmehr fertiggestellten Vernichtungslager, wo die Ankömmlinge selektiert und ein Großteil sofort, der Rest später vergast wurde.

Himmler sprach in seinen Posener Reden vom 4. und 6. Oktober 1943 erstmals unverschleiert auch über seine Aufgabe, die „Judenfrage zu lösen“:[66]

„Ich meine jetzt die Judenevakuierung, die Ausrottung des jüdischen Volkes.“

In einer Rede am 24. Mai 1944 vor höheren SS- und Polizeiführern erklärte er rückblickend:

„Eine andere Frage, die maßgeblich für die innere Sicherheit des Reiches und Europas war, ist die Judenfrage gewesen. Sie wurde nach Befehl und verstandesmäßiger Erkenntnis kompromisslos gelöst.“

Er betonte auf Schulungskursen für die Holocausttäter immer wieder Hitlers Befehl dazu und die Schwere dieses Auftrags, so am 21. Juni 1944:

„Es war die furchtbarste Aufgabe und der furchtbarste Auftrag, den eine Organisation bekommen konnte: der Auftrag, die Judenfrage zu lösen.“

Demgegenüber hielt der Geheimbericht von Himmlers Inspekteur für Statistik, Richard Korherr, unter dem Titel Die Endlösung der europäischen Judenfrage noch 1943 die übliche Tarnsprache aufrecht, ließ zugleich aber keinen Zweifel an Absicht und Ausmaß der Judenvernichtung:[67]

„Von 1937 bis Anfang 1943 dürfte die Zahl der Juden in Europa teils durch Auswanderung, teils durch den Sterbeüberschuß der Juden in Mittel- und Westeuropa, teils durch die Evakuierungen vor allem in den völkisch stärkeren Ostgebieten, die hier als Abgang gerechnet werden, um schätzungsweise 4 Millionen zurückgegangen sein. […] Insgesamt dürfte das europäische Judentum seit 1933, also im ersten Jahrzehnt der nationalsozialistischen deutschen Machtentfaltung, bald die Hälfte seines Bestandes verloren haben.“

Hitlers politisches Testament

Hitler versuchte kurz vor seinem Suizid am 30. April 1945 in seinem politischen Testament seinen Anteil am Holocaust vor der Nachwelt zu rechtfertigen:[68]

„Ich habe aber auch keinen Zweifel darüber gelassen, dass, wenn die Völker Europas wieder nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer angesehen werden, dann auch jenes Volk mit zur Verantwortung gezogen werden wird, das der eigentlich Schuldige an diesem mörderischen Ringen ist: Das Judentum! Ich habe weiter keinen darüber im Unklaren gelassen, dass dieses Mal nicht nur Millionen Kinder von Europäern der arischen Völker verhungern werden, nicht nur Millionen erwachsener Männer den Tod erleiden und nicht nur Hunderttausende an Frauen und Kindern in den Städten verbrannt und zu Tode bombardiert werden dürften, ohne dass der eigentlich Schuldige, wenn auch durch humanere Mittel, seine Schuld zu büssen hat.“

Historischer Diskurs

Hauptartikel: Holocaustforschung

Die „Endlösung“ steht seit dem Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher von 1945 im Zentrum der historischen Erforschung der NS-Zeit. Seit wann der Ausdruck den beabsichtigten vollständigen Judenmord bezeichnete, wann genau die Entscheidung dazu fiel, welche Faktoren dafür maßgebend waren, wie die verschiedenen Instanzen der NS-Herrschaft dabei zusammenwirkten und welche Holocaustkenntnis von Zeitzeugen es gab, sind einige der wichtigsten Forschungsfragen zu diesem Thema.

Literatur

Begriffsentwicklung

  • Gabriele von Glasenapp: Von der Endlösung der Judenfrage zum Holocaust. Über den sprachlichen Umgang mit der deutschen Vergangenheit. In: Ekkehard Felder: Semantische Kämpfe. Macht und Sprache in den Wissenschaften. Walther de Gruyter, Berlin/New York 2006, ISBN 3-11-019102-4, S. 127-155 (Buchauszug online)

Historische Untersuchungen mit dem Begriff im Buchtitel

Deutsch
  • Gerald Reitlinger, Johann Wolfgang Brügel: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939–1945.
    1. Auflage englisch 1953: The Final Solution: The Attempt to Exterminate the Jews of Europe, 1939–1945. 1987, ISBN 0-87668-951-9;
    1. Auflage deutsch 1956: Berlin, Colloquium;
    Taschenbuch-Ausgabe: Copress – TB-A. 1983, ISBN 3-7678-0466-2;
    7. Auflage 1992, ISBN 3-89166-870-8.
  • Hans Günther Adler: Der Kampf gegen die „Endlösung der Judenfrage“, Hrsg.: Bundeszentrale für Heimatdienst, Bonn 1958.
  • Robert Neumann: Ausflüchte unseres Gewissens. Dokumente zu Hitlers „Endlösung der Judenfrage“ mit Kommentar und Bilanz der politischen Situation. Verlag für Literatur und Zeitgeschehen, Hannover 1960, ISBN 978-3-492-24822-8.
  • Ludwig Rosenthal: „Endlösung der Judenfrage“: Massenmord oder „Gaskammerlüge“? Darmstädter Blätter, 1980, ISBN 3-87139-059-3.
  • Martin Gilbert: Endlösung. Ein Atlas. Die Vertreibung und Vernichtung der Juden. Rowohlt TB, Reinbek bei Hamburg 1982, ISBN 3-499-15031-X.
  • Gerald Fleming: Hitler und die Endlösung. Es ist des Führers Wunsch…, Limes Verlag, 1982, ISBN 3-8090-2196-2 (Neuausgabe 1987 mit Nachwort von Saul Friedländer: Ullstein Taschenbuchverlag, ISBN 3-548-33083-5).
  • Götz Aly: Endlösung. Völkerverschiebung und der Mord an den europäischen Juden, Fischer TB, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-596-14067-6.
  • Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur „Endlösung.“ München 2001, ISBN 3-492-04295-3.
  • Torsten Ripper: Vom Vorurteil zur Vernichtung. Hitler und die „Endlösung der Judenfrage“. Studien zu Politik und Wissenschaft, Wochenschau-Verlag, Schwalbach/Taunus 2001, ISBN 3-87920-470-5
  • Hans Mommsen: Auschwitz, 17. Juli 1942. Der Weg zur europäischen 'Endlösung der Judenfrage' , Dtv, 2002, ISBN 978-3-423-30605-8.
  • Christopher R. Browning, Jürgen Peter Krause: Der Weg zur Endlösung. Entscheidungen und Täter. Rowohlt Tb, 2002, ISBN 3-499-61344-1.
  • Christopher R. Browning: Die Entfesselung der „Endlösung“. Nationalsozialistische Judenpolitik 1939–1942. (mit einem Beitrag von Jürgen Matthäus) Propyläen, Berlin 2003, ISBN 3-549-07187-6.
  • Ahlrich Meyer: Täter im Verhör. Die „Endlösung der Judenfrage“ in Frankreich 1940–1944, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2005, ISBN 3-534-17564-6.
  • Ilja Altman: Opfer des Hasses. Der Holocaust in der UdSSR 1941–1945. Mit einem Vorwort von Hans-Heinrich Nolte. Aus dem Russischen von Ellen Greifer. Muster-Schmidt-Verlag, Gleichen-Zürich 2008, ISBN 978-3-7881-2032-0 (russische Originalausgabe: Zhertvy nenavisti. Kholokost v SSSR 1941–1945, Moskau 2002).
Andere Sprachen
  • Arno J. Mayer: Why Did the Heavens Not Darken? The Final Solution in History, Pantheon Books, 1988, ISBN 0-394-57154-1.
  • Henry Friedlander: The Origins of Nazi Genocide: From Euthanasia to the Final Solution, University of North Carolina Press, 1995, ISBN 0-8078-2208-6.
  • Eric Owen: The Final Solution, PublishAmerica, 2001, ISBN 1-58851-675-X.
  • Walter Harmidarow: The Final Solution, Ltdbooks, 2001, ISBN 1-55316-544-6.
  • Mark Roseman: The Villa, the Lake, the Meeting: Wannsee and the Final Solution, Penguin, 2003, ISBN 0-14-100395-2.
  • Michael Chabon: The Final Solution, Harper Perennial, 2005, ISBN 0-00-719603-2.
  • Thomas Streissguth: Adolf Eichmann: Executing the "Final Solution". Holocaust Heroes and Nazi Criminals, Enslow Publishers, 2005, ISBN 0-7660-2575-6.
  • Christopher R. Browning: The Origins of the Final Solution. The Evolution of Nazi Jewish Policy, September 1939 – March 1942. With contributions by Jürgen Matthäus. Lincoln, University of Nebraska Press and Jerusalem, Yad Vashem 2004, ISBN 0-8032-1327-1.
  • Laurent Joly: Vichy dans la «solution finale» : Histoire du commissariat général aux Questions juives (1941–1944), ISBN 2-246-63841-0.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur „Endlösung.“ München 2001, S. 27 f. und 166.
  2. Duden.de, Stichwort Endlösung; Mackensen, Großes Deutsches Wörterbuch 1977, bietet das Stichwort Zwischenlösung, nicht Endlösung.
  3. Wolfgang Benz: Artikel Endlösung, in: Wolfgang Benz (Hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus, dtv 1998, S. 446
  4. Wolfgang Benz: Die „Judenfrage“/The „Jewish Question“. Bibliographie. Herausgeber: Verein der Freunde und Förderer des Zentrums für Antisemitismusforschung, Verlag Saur KG, Berlin 2003, ISBN 3-598-35046-5 (Vorwort)
  5. Rainer Erb, Werner Bergmann: Die Nachtseite der Judenemanzipation. Der Widerstand gegen die Integration der Juden in Deutschland 1780–1860. Metropol Verlag, Berlin 1989, ISBN 3-926893-77-X
  6. 2. von 6 Auflagen bis 1930, oft umbenannt, u.a.: Eugen Dühring: Die Judenfrage als Frage des Racencharakters und seiner Schädlichkeit für Völkerexistenz, Sitte und Cultur. Mit einer denkerisch freiheitlichen und praktisch abschliessenden Antwort. 5. umgearbeitete Auflage, Berlin 1901
  7. nach Alex Bein: Die Judenfrage. Biographie eines Weltproblems, Band 1, Stuttgart 1980, ISBN 3-421-01963-0, S. 224 f.
  8. Alex Bein: Die Judenfrage. Biographie eines Weltproblems Band 2, Stuttgart 1980, ISBN 3-421-01963-0, S. 186.
  9. Zitiert nach Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus, Mouton de Gruyter, 1998, ISBN 3-11-013379-2, S. 331.
  10. Zitiert nach Isidor Singer: Briefe berühmter christlicher Zeitgenossen über die Judenfrage. Nach Manuscripten gedruckt und mit Autorisation der Verfasser zum ersten Male herausgegeben, mit biographischen Skizzen der Autoren und einem Vorwort versehen. Verlag von Oskar Frank, Wien 1885, S. 140.
  11. Christian Tapp: HEMAN, Johann Friedrich Carl Gottlob. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 29, Bautz, Nordhausen 2008, ISBN 978-3-88309-452-6, Sp. 609–612.
  12. Carl Friedrich Heman: Die religiöse Weltstellung des jüdischen Volkes. Hinrichs, Leipzig 1888 (Online-Ausgabe in der Judaica Sammlung Frankfurt)
  13. Textauszug online
  14. Zitiert nach Katharina Gerstenberger, Richard E. Schade (Hrsg.): Lessing Yearbook 27/1995, Wayne State University Press, 1996, ISBN 0-8143-2628-5 (englisch), S. 96.
  15. Theodor Fritsch: Handbuch der Judenfrage, 49. Auflage 1944 (Faksimile mit älteren Vorworten, pdf, S. 107; 1,4 MB)
  16. Wilhelm Mommsen, Deutsche Parteiprogramme S. 84, zitiert nach Neuer Antisemitismus? S. 19 (PDF; 1,7 MB)
  17. Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Geschichte: Das Deutsche Kaiserreich 1871–1918. Vandenhoeck & Ruprecht, 7. Auflage 1994, ISBN 3-525-33542-3, S. 112 ff.
  18. Adolf Hitler: Gutachten über den Antisemitismus – 1919 erstellt im Auftrag seiner militärischen Vorgesetzten (NS-Archiv)
  19. Zitiert nach Eberhard Jäckel, Axel Kuhn (Hrsg.): Hitler. Sämtliche Aufzeichnungen 1905–1924. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1986, ISBN 3-421-01997-5 (Dokument Nr. 91).
  20. Zitiert nach Eberhard Jäckel, Axel Kuhn (Hrsg.): Hitler. Sämtliche Aufzeichnungen 1905–1924. Dokument Nr. 116, S. 156 (online)
  21. Josef Hell: Aufzeichnungen, 1922, ZS 640, p. 5. Nach 1945 geordnet und gedruckt, dokumentiert beim Institut für Zeitgeschichte (Hrsg.), zitiert nach Antisemitische Hitlerzitate
  22. Zitiert nach Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus, a.a.O., S. 331.
  23. indiziertes NS-Propagandamaterial: Julius Streicher: Kampf dem Weltfeind. Reden aus der Kampfzeit 1920–1933, S. 30 (PDF; 374 kB)
  24. Zitiert nach Saul Friedländer: Das Dritte Reich und die Juden. Die Jahre der Verfolgung 1933–1939, C.H. Beck/DTV, München 2000, S. 335.
  25. Zitiert nach Hans-Heinrich Holland: Die Pogromnacht und ihre Vorgeschichte in Herten (2001) (PDF; 1,7 MB).
  26. Zitiert nach Chronologie des Holocaust, 24. November 1938.
  27. Wolfgang Benz: Artikel Reichszentrale für jüdische Auswanderung (Zentralstelle für jüdische Auswanderung) (PDF; 76 kB), aus: Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Weiß: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, 4. Auflage 2001, S. 700.
  28. Zitiert nach Esriel Hildesheimer: Jüdische Selbstverwaltung unter dem NS-Regime, Mohr Siebeck, Tübingen 1994, ISBN 3-16-146179-7, S. 86.
  29. Zitiert nach Max Domarus: Hitler. Reden und Proklamationen 1932–1945. Würzburg/Neustadt 1963, Band 2, S. 1056 ff.
  30. Saul Friedländer: Das Dritte Reich und die Juden Band 1, a.a.O. S. 331 und 336
  31. Dieter Pohl: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933–1945, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003, ISBN 3-534-15158-5, S. 49
  32. Dieter Pohl: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933–1945, Darmstadt 2003, S. 64.
  33. Dieter Pohl: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933–1945, a.a.O. S. 65.
  34. Zitiert nach Geschichtsverein Koengen e.V.: Judenvernichtung 1939–1945
  35. Zitiert nach Christopher Browning: Judenmord. NS-Politik, Zwangsarbeit und das Verhalten der Täter. S. Fischer, Frankfurt am Main, 1. Auflage 2001, ISBN 3-10-005210-2, S. 33 f.
  36. Dieter Pohl: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933–1945, Darmstadt 2003, S. 80
  37. Artikel „Endlösung der Judenfrage“, in: Wolfgang Benz (Hrsg.): Lexikon des Holocaust, Becksche Reihe 1976, S. 63.
  38. Christopher Browning: Judenmord, a.a.O. S. 32 f.
  39. Hans Mommsen: Die Eskalation der nationalsozialistischen Judenvernichtung. In: Klaus Michael Mallmann und Jürgen Matthäus (Hrsg.): Deutsche, Juden, Völkermord. Der Holocaust als Geschichte und Gegenwart. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006, S. 60 f.
  40. Klaus-Michael Mallmann, Jochen Böhler, Jürgen Matthäus: Einsatzgruppen in Polen: Darstellung und Dokumentation. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2008, ISBN 353421353X, S. 145; Dokument online
  41. Gunnar Heinsohn: Hitlers Holocaust-Motiv. In: Wolfgang Bialas, Lothar Fritze (Hrsg.): Ideologie und Moral im Nationalsozialismus. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014, ISBN 978-3-647-36961-7, S. 114
  42. Dieter Pohl: Ghettos. In: Wolfgang Benz, Barbara Distel, Angelika Königseder (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager Band 9: Arbeitserziehungslager, Durchgangslager, Ghettos. Beck, München 2009, ISBN 3406572383, S. 165
  43. Wolf Gruner (Hrsg.): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945 Band 3, Andrea Löw: Deutsches Reich und Protektorat September 1939 - September 1941. Oldenbourg, München 2012, ISBN 348658524X, S. 146
  44. Zitiert nach Wolfram Meyer zu Utrup: Kampf gegen die „jüdische Weltverschwörung“. Propaganda und Antisemitismus der Nationalsozialisten 1919 bis 1945, Berlin 2003, S. 449, Anm. 120.
  45. Artikel Endlösung, in: Israel Gutman (Hrsg.): Enzyklopädie des Holocaust, S. 407f.
  46. Wolfgang Benz: Artikel Endlösung, in: Wolfgang Benz u.a. (Hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus, S. 446.
  47. Dossier Kersten im Centre de Documentation Juive; Felix Kersten: The Kersten Memoirs, 1940–1945. Time Life Education, 1992, ISBN 0-8094-8737-3.
  48. Zitiert nach Wolfgang Benz: Der Holocaust, C.H. Beck, 7. Auflage 2008, ISBN 978-3-406-39822-3, S. 52.
  49. Arno J. Mayer: Der Krieg als Kreuzzug: Das Deutsche Reich, Hitlers Wehrmacht und die „Endlösung“. Reinbek bei Hamburg 1989, Kapitel 7 und 8
  50. Wolfram Wette: Die Wehrmacht. Feindbilder, Vernichtungskrieg, Legenden. Frankfurt 2005, ISBN 3-596-15645-9, S. 115-128
  51. Zitiert nach Guido Knopp: Holokaust. Goldmann TB, München 2001, S. 98.
  52. Guido Knopp: Holokaust. a.a.O., S. 97
  53. Martin Broszat (Hrsg.): Kommandant in Auschwitz. Autobiographische Aufzeichnungen des Rudolf Höß, München 1963, S. 180, zitiert bei Brigitte Bailer-Galander: Auschwitz
  54. nach Richard Breitman: Heinrich Himmler. Der Architekt der „Endlösung“. 3. Auflage, Zürich 2000, ISBN 3-85842-378-5, S. 277; zitiert in Andreas Zellhuber: „Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu …“. Das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion 1941–1945. München 2006, ISBN 3-89650-213-1, S. 235.
  55. Haus der Wannsee-Konferenz: Faksimile Schreiben Görings an Heydrich (PDF); Chronologie des Holocaust, 24.-31-Juli 1941
  56. Christopher Browning: Judenmord, a.a.O., S. 39
  57. Guido Knopp: Holokaust, a.a.O., S. 112 f.
  58. Dieter Pohl: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933–1945, Darmstadt 2003, S. 77
  59. Zitiert nach Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl, Piper, München 2001, S. 138 f.
  60. Zitiert nach Chronologie des Holocaust, Dezember 1941.
  61. Haus der Wannsee-Konferenz: Faksimiles des originalen Eichmann-Protokolls (PDF)
  62. Zitiert nach Peter Longerich: Die Ermordung der europäischen Juden. Piper, München 1989, ISBN 3-492-11060-6, S. 92.
  63. Zitiert nach Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen. Piper, 2. Auflage, München 2006, ISBN 3-492-24822-5, S. 168 f. (Text online)
  64. Ralf Georg Reuth (Hrsg.): Joseph Goebbels Tagebücher 1924–1945, 2. Auflage, München/Zürich 2000, ISBN 3-492-11414-8, Band 4, S. 1776 f.
  65. Zitiert nach Heinz Höhne: Der Orden unter dem Totenkopf. Die Geschichte der SS. Goldmann TB, 1983, ISBN 3-442-11179-X, S. 347.
  66. Zitiert nach Peter Longerich: Der Holocaust vor Gericht? Bericht über den Londoner Irving-Prozess. In: Jahrbuch zur Geschichte und Wirkung des Holocaust: Gerichtstag halten wir über uns selbst. Hrsg. v. Irmtrud Wojak, Campus Fachbuch 2001, ISBN 3-593-36721-1, S. 335.
  67. Korherr-Bericht zitiert nach NS-Archiv: Statistischer Bericht von Korherr, „Geheime Reichssache“
  68. Adolf Hitler: Politisches Testament 1945 (NS-Archiv)
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Dieser Artikel wurde am 15. April 2008 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.